Dani Haudenschild
Institut
Universität Kassel (UKS, Deutschland)
Forschungscluster
1 - Partnerschaften in der Entwicklungszusammenarbeit – Rechenschaftspflicht von Entwicklungsorganisationen gegenüber den Begünstigten oder den von Projekten betroffenen Personen
Supervisor
PhD Projekttitel
Paving the Earth: Autobahn Infrastructure Development in Hessen, Germany
Abstract
Im Herbst 2020 spitzte sich der Umweltkonflikt um den geplanten Bau der Autobahn A49 in Nordhessen zu, als Aktivisten eine Waldbesetzung und ein Protestcamp errichteten, um die seit langem bestehenden lokalen Bürgerinitiativen gegen das Projekt zu unterstützen. Die Gegner haben Bedenken hinsichtlich des geplanten Mega-Infrastrukturprojekts geäußert, das durch Wälder, Naturschutzgebiete und ein geschütztes Trinkwassergebiet für 500.000 Menschen führt.
Gleichzeitig leiden ländliche Gemeinden entlang des Verkehrskorridors derzeit unter hohem Verkehrsaufkommen und Umweltverschmutzung, was sich negativ auf ihr Wohlergehen auswirkt. Die geplante Autobahn A49 ist mit einem komplexen Geflecht aus staatlichen, unternehmerischen und anderen Akteuren verbunden, die versprechen, lokale Umwelt- und Verkehrsprobleme zu lösen, die Mobilität in ländlichen Gebieten zu verbessern und wirtschaftliche Vorteile für die lokale Industrie zu schaffen.
In diesem Zusammenhang möchte ich die sozialen und ökologischen Auswirkungen der Autobahn A49 empirisch aufschlüsseln, wobei es um ein Spektrum politischer (Re-)Aktionen „von unten“ und „von oben“ geht. Für meine Forschung stütze ich mich auf eine politische Ökologie und eine Post-Development-Perspektive, um Aspekte der Infrastrukturentwicklung und den vielschichtigen Umweltkonflikt zu untersuchen. Der ethnografische Forschungsansatz soll zu einem besseren Verständnis politischer Prozesse und Praktiken beitragen. Ich behaupte, dass der Fall der A49 beispielhaft für einen breiteren Widerstand gegen Mega-Infrastrukturprojekte im globalen Norden steht und ähnliche, aber dennoch unterschiedliche Merkmale eines Entwicklungsprojekts aufweist.
Bildungsweg
- Seit 2020: Doktorand am Institut für Entwicklungs- und Postkolonialstudien, Universität Kassel, Deutschland
- 2018: Master of Science in International Development Studies, Universität Amsterdam, Niederlande. Abschlussarbeit „Modernität/Kolonialität bei der Legitimierung der Agrarindustrie: Der Fall des Southern Agricultural Growth Corridor in Tansania“ (Cum Laude)
- 2016: Bachelor of Science in Umweltökonomie und -politik, University of California Berkeley, USA
- 2014: Associate Degree in Geistes- und Naturwissenschaften, Santa Barbara City College, USA (mit Auszeichnung)
Stipendien
- 2021: Vollstipendium für ein Promotionsstudium der Hans-Böckler-Stiftung
- 2020: DAAD-STIBET-Stipendium für wissenschaftliche Mitarbeit, Universität Kassel
- 2019: IDleaks-Preis für die beste Masterarbeit zur Darstellung des Globalen Südens