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19.10.2022 | Publikationen

NEU­ER­SCHEI­NUNG: Oli­ver Wiez­co­rek un­ter­sucht in sei­ner Pro­mo­ti­ons­schrift den Zu­gang der Wis­sen­schaft zum Feld der Macht

Welche akademischen Akteure schaffen es, in der Wissensgesellschaft an politischen Steuerungsprozessen teilzuhaben und sie aktiv mitzugestalten, und welche Bedingungen begünstigen diese Teilnahme - kurz: wie und auf welche Weise haben wissenschaftliche Expert:innen Zugang zum Feld der Macht? Diese Fragen untersucht Oliver Wiezcorek in seiner Dissertation "Die Universität im Feld der Macht. Zur Konstruktion von Expertise in der US-amerikanischen Wissensgesellschaft", die soeben bei Springer erschienen ist.

Nicht Wissen alleine ist Macht, sondern die Fertigkeit, verschiedene Wissensformen ineinander zu übersetzen, diese zu koordinieren, die Anwendung vorwegzunehmen und damit die Randbedingungen zu strukturieren, in denen Wissen angewandt werden kann, ist als Macht in einer Wissensgesellschaft zu interpretieren." (S. 300)

Oliver Wieczorek macht den Zugang wissenschaftlicher Experten zum Feld der Macht in theoretischer wie methodischer Sicht greifbar. Basierend auf einer Kombination aus Habitus-Feldtheorie und Netzwerktheorie entwickelt er ein Zugangsmaß, das zugleich die Konkurrenz der Forschenden und Universitäten um Aufmerksamkeit sowie das Potential erfasst, Expertise in politische Entscheidungsprozesse einfließen zu lassen. Die USA als prototypischer Wissenschaftsstandort mit vielfältigen Verflechtungen zwischen Wissenschaft, Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Stiftungen, Medien und Militär dient dabei als Anwendungsfall.


Oliver Wieczorek:  Die Universität im Feld der Macht. Zur Konstruktion von Expertise in der US-amerikanischen Wissensgesellschaft. Dissertation, Universität Bamberg Organization & Public Management), Springer: Wiesbaden 2022.
ISBN 978-3-658-39445-5

doi.org/10.1007/978-3-658-39446-2