Übergabe des Jahresgutachtens der EFI an die Bundesregierung!

Die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) leistet wissenschaftliche Politikberatung für die Bundesregierung und legt jährlich ein Gutachten zu Forschung, Innovation und technologischer Leistungsfähigkeit Deutschlands vor. Wesentliche Aufgabe der EFI ist es dabei, die Stärken und Schwächen des deutschen Innovationssystems im internationalen und zeitlichen Vergleich zu analysieren und die Perspektiven des Forschungs- und Innovationsstandorts Deutschland zu bewerten. Auf dieser Basis entwickelt die EFI Vorschläge für die nationale Forschungs- und Innovationspolitik.
Das Gutachten 2026 nimmt neben anderen Themen den Wettbewerb und die Innovation im deutschen Hochschulsystem sowie die europäische Forschungs- und Innovationspolitik und das sogenannte 28. Regime für den europäischen Binnenmarkt in den Blick.
Wissenschaftliche Erkenntnisse in die Anwendung zu überführen, ist ein zentraler Erfolgsfaktor für die Innovationsstärke Deutschlands und die Hochschulen sind Schlüsselakteure in diesem Prozess. In ihrem aktuellen Jahresgutachten zeigt die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI), dass deutsche Hochschulen über ein hohes Transferpotenzial verfügen. „Forschungsstarke Universitäten nehmen sowohl bei Patentanmeldungen als auch bei wissenschaftlichen Publikationen, die in Patenten zitiert werden, eine Spitzenposition ein“, stellt Prof. Dr. Guido Bünstorf, Mitglied der EFI und Professor an der Universität Kassel fest und betont: „Gerade in der anwendungsorientierten Grundlagenforschung geht wissenschaftliche Exzellenz häufig mit konkretem Anwendungspotenzial einher. Viele technologische Durchbrüche – vom Laser bis zu mRNA-Impfstoffen – sind aus dieser Art der Forschung hervorgegangen.“ Das Potenzial wird jedoch oft nicht konsequent genug ausgeschöpft. Strukturelle Hemmnisse wie langwierige Intellectual Property-Verhandlungen und fehlende Anreize bremsen Transferaktivitäten. Die EFI fordert daher gezielte Reformen, um den Wissens- und Technologietransfer als Kernaufgabe der Hochschulen wirksam zu stärken.
Die Analysen des diesjährigen Gutachtens richten sich nicht nur auf Deutschland, sondern beziehen das europäische Forschungs- und Innovationssystem mit ein. In ihrem aktuellen Jahresgutachten plädiert die Expertenkommission dafür, die Bedingungen für Sprunginnovationen in der EU zu optimieren und dem Europäischen Innovationsrat (EIC) künftig mehr Handlungsspielraum einzuräumen. Außerdem verlangt sie, die Exzellenz und Unabhängigkeit des Europäischen Forschungsrats (ERC) abzusichern.
„Der Erfolg des ERC beruht maßgeblich auf seiner Unabhängigkeit von politischen, regionalen oder thematischen Vorgaben sowie auf transparenten und qualitätsgesicherten Auswahlverfahren“ erklärt EFI-Mitglied Prof. Dr. Guido Bünstorf. „Internationale Entwicklungen – beispielsweise in den USA – führen uns jedoch schmerzhaft vor Augen, wie fragil die Freiheit von Forschung und Forschungsförderung ist.“ Auch beim ERC bestehen potenzielle Einfallstore für politische Einflussnahme. „Um die wissenschaftliche Exzellenz und Unabhängigkeit des ERC dauerhaft zu sichern, empfehlen wir, ihm einen unabhängigen Status – vergleichbar dem der Europäischen Investitionsbank – zu verleihen und ihn mit einem stabilen Langzeitbudget auszustatten“, so Bünstorf.
Die EFI unterstützt zudem die Einführung einer einheitlichen, EU-weiten Rechtsform für Unternehmen (sog. 28. Regime), um Start-ups bei der Skalierung ihrer Geschäftsmodelle in ganz Europa zu helfen. Es ist jedoch wichtig, dass sich ein 28. Regime an den Bedürfnissen von Start-ups orientiert und auf komplizierte Zugangskriterien verzichtet, die zu bürokratischen Zusatzbelastungen führen.
„Sollte sich für ein 28. Regime innerhalb der EU keine Mehrheit finden, empfehlen wir die Umsetzung in Kooperation mit ausgewählten Partnerländern. Eine weitere Möglichkeit wäre eine gemeinsame deutsch-französische Harmonisierungsinitiative“, führt Prof. Irene Bertschek, Vorsitzende der EFI, aus. Auf diese Weise würde zunächst ein einheitlicher Rechtsrahmen für französische und deutsche Start-ups geschaffen, dem sich dann weitere EU-Staaten anschließen können.
Quelle: EFI-Presseinformationen 11.2.2026
Kontakt: Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI)
Dr. Helge Dauchert
Leiter der Geschäftsstelle Pariser Platz 6 | 10117 Berlin
T +49 (0) 30 322 982 562
helge.dauchert@e-fi.de www.e-fi.de
Weiterführende Links:
Zur Presseinformation „Für ein innovativeres Europa“ der EFI
Presseinformationen zu den weiteren Themen des Gutachtens und den gesamten Text des Gutachtens finden sie auf den Webseiten der EFI…
Anmeldung für die öffentliche Präsentation am 12.2.2026 14 Uhr (online)