Work­shop "Par­ti­zi­pa­ti­ve & so­zi­al­ver­ant­wort­li­che Tech­nik­ent­wick­lung" auf der Mensch und Com­pu­ter 2021

Mensch und Computer 2021 Aufbruch in eine neue Zukunft

Auf­bruch in ei­ne neue Zu­kunft

5. bis 8. September 2021, Technische Hochschule Ingolstadt (hybride Konferenz)
Die „Mensch und Computer“ bietet eine Plattform für Beiträge und Diskussionen zu innovativen Formen der Interaktion zwischen Menschen und Technik, zu nutzerorientierten Entwicklungsmethoden, interaktiven Anwendungen und weiteren Themen aus dem Spannungsfeld zwischen NutzerInnen, Organisationen und Gemeinschaften einerseits sowie zu ihren Informations- und Kommunikations­techno­logien andererseits. Ziel der Tagung ist es, innovative Forschungsergebnisse zu diskutieren, den Informations­austausch zwischen Wissenschaft und Praxis zu fördern, die Relevanz nutzungs- und aufgabengerechter Technikgestaltung in Wissenschaft und Öffentlichkeit zu sensibilisieren sowie Forschungsaktivitäten und Ausbildung in diesem Feld anzuregen.

Aufbruch in eine neue Zukunft: Mehr Infos

Call for Par­ti­ci­pa­ti­on 2021 - Par­ti­zi­pa­ti­ve & so­zi­al­ver­ant­wort­li­che Tech­nik­ent­wick­lung

Der Workshop findet an einem Tag zwischen dem 5. und 8. September 2021 im Rahmen der Konferenz Mensch und Computer statt und bietet Raum für Austausch und Diskussion über die Beteiligung von Nutzer*innen an Technikentwicklungsprozessen.Teilnehmer*innen gehen dabei der Frage nach, wie Partizipation dem Anspruch auf Demokratisierung und Empowerment in Forschung und Praxis gerecht werden kann. Positionsbeiträge werden auf Wunsch gerne (im Workshopband der Konferenz Mensch und Computer mit ISBN) veröffentlicht.

De­tails zum Work­shop

  • Einreichung eines kurzen Positionsbeitrags bis 11. Juni 2021 (Deadline verlängert!)
  • Teilnehmer*innen laden ihre Positionsbeiträge über das Konferenztool der MuC 2021 hoch

Partizipative Technikentwicklung geht davon aus, dass eine direkte Zusammenarbeit zwischen denen, die Technik entwickeln und denen, die sie nutzen, zu technischen Lösungen führt, die den Bedürfnissen der Nutzer*innen entspricht. Das Partizipative Design (PD) der skandinavischen Schule spricht sich explizit für die Beteiligung marginalisierter Bevölkerungs- und Nutzungsgruppen an Technikentwicklungsprozessen aus. Der Ansatz geht auf das „Cooperative System Design“ der 1970er Jahre zurück, der den vornehmlich gewerkschaftlich vorangetriebenen politischen Anspruch der Arbeitsplatz-Demokratisierung verfolgte und durch den Einbezug von Arbeitnehmer*innen in die Technikentwicklung eingelöst werden sollte. Was sich jedoch hinter dem Begriff der Partizipation verbirgt und wie diese gehandhabt wird, kann von Projekt zu Projekt sehr verschieden sein. Ehn und Badham kritisierten bereits 2002, dass die Praxis partizipativer Technikentwicklung ihren politischen Anspruch auf Demokratisierung und Empowerment der jeweiligen Nutzungsgruppe und damit letztendlich dem nach sozialer Gerechtigkeit eingebüßt hätte. PD sei zu einer „weichen Technokratie des Nutzer*inneneinbezugs” verkommen, die vorrangig in akademischen Technikentwicklungsbereichen und weniger in Unternehmen angewandt wird. Aktuelle Untersuchungen partizipativer Technikentwicklungsprojekte stützen diese These. Darüber hinaus stellt sich die Frage, wie sich Partizipation angesichts neuer soziotechnischer Entwicklungen auf Gebieten wie Künstliche Intelligenz, Automatisiertes Fahren, Digitale Transformation, Internet of Things und den damit verbundenen Veränderungen von Infrastrukturen, Machtverhältnissen und Prekarisierungen ermöglichen lässt.

Ausgehend von diesen Herausforderungen, möchten wir uns gemeinsam mit Teilnehmer*innen aus unterschiedlichen technischen Kontexten und Disziplinen mit den Potenzialen und Grenzen des partizipativen Designs im Hinblick auf eine sozialverantwortliche Technikentwicklung auseinandersetzen. Dabei geht es um die Diskussion der Frage: Inwieweit führt die Beteiligung von Nutzer*innen zu einer sozialverantwortlichen Technikentwicklung? Auf der Grundlage unserer Erfahrungen und denen der Teilnehmer*innen möchten wir einen ungeschönten Blick auf die Prozesse, Herangehensweisen, Beteiligungs- und Einflussverhältnisse partizipativer Technikentwicklungsprojekte werfen und diese anhand von Ansprüchen wie demokratische Teilhabe aller Beteiligten, gleichberechtigter Einbezug marginalisierter Nutzungs- und Bevölkerungsgruppen, wechselseitiger Lernerfahrungen, kritische Reflexionen und kontrovers-konstruktive Aushandlungsprozesse erörtern. Ziel ist es, gemeinsam Kriterien zu sammeln und Rahmenbedingungen zu definieren, die erfüllt sein müssen, damit die Beteiligung von Nutzer*innen zu sozialverantwortlicher und inklusiver Technik führt.

Forscher*innen und Praktiker*innen sind eingeladen, ihre Erfahrungen mit der Beteiligung von Nutzer*innen in der Technikentwicklung anhand folgender Fragen zu reflektieren:

  • Wie sahen die Beteiligungsstruktur und Interessenverhältnisse des Projektes aus? Nach welchen Kriterien wurden Nutzende ausgewählt? Wurden dabei Gender- und Diversity-Aspekte berücksichtigt?
  • Wie sah der Forschungs- und Entwicklungsprozess aus? Wer war an welchen Wissens- und Entscheidungsprozessen beteiligt? Wieviel Einfluss bzw. Entscheidungsmacht hatten die Nutzer*innen?
  • Welche Methoden kamen zum Einsatz? Wie haben sie die Beteiligungs- und Einflussverhältnisse beeinflusst, ermöglicht oder auch unterbunden?
  • Wie werden Prozess und Projekt hinsichtlich der Ansprüche des partizipativen Designs und letztendlich hinsichtlich ihres Beitrags zu sozialverantwortlicher Technik bewertet?

Bis 11. Juni 2021 (Deadline verlängert): Einreichung der Kurzbeiträge

Bitte erstellen Sie einen kurzen Positionsbeitrag (1-2 Seiten) im Format für MuC Beiträge. Reichen Sie die Beiträge über das ConfTool bis zum oben genannten Zeitpunkt ein. Beiträge, deren Formate sich nicht über das Konferenztool einreichen lassen, könne alternativ den Veranstalter*innen des Workshops, insbesondere Sandra Buchmüller, über E-Mail, zugesandt werden. Bitte teilen Sie uns bei Einreichung mit, ob Sie Ihren Kurzbeitrag veröffentlichen wollen (Workshopband der MuC mit ISBN).

Bis 25. Juni 2021: Benachrichtigung über Annahme sowie Feedback zu den Beiträgen

Die Begutachtung, Auswahl der Beiträge und Rückmeldung an die Teilnehmer*innen erfolgt durch die Workshop-Veranstalter*innen.

Bis 09. Juli 2021: Einreichung der überarbeiteten, finalen Beiträge

Nach Einreichung der finalen Beiträge über das ConfTool (unbedingt beachten!) wird ein detailliertes Programm für den Workshop erstellt und bekanntgegeben, zu dem die Autor*innen gebeten werden, kurze Präsentationen vorzubereiten. Neben der Diskussion der Beiträge werden wir uns mit den Herausforderungen einer partizipativen, sozial verantwortlichen Technikgestaltung auseinandersetzen sowie die nächsten Schritte für die neu gegründete Fachgruppe „Partizipation“ im Fachbereich Mensch-Computer-Interaktion (MCI) der Gesellschaft für Informatik (GI) planen.

Aktualisierte Fristen!
Submission: 11.06.2021
Notification: 25.06.2021
Camera Ready: 09.07.2021

Ver­an­stal­ter*in­nen

Henrik Mucha, Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB)
Franzisca Maas und Sara Wolf, Lehrstuhl für Psychologische Ergonomie JMU Würzburg
Sandra Buchmüller und Julia Stilke, Institut für Flugführung, Technische Universität Braunschweig
Claude Draude, Wissenschaftliches Zentrum für Informationstechnik-Gestaltung (ITeG), Universität Kassel
Juliane Jarke, Institut für Informationsmanagement Bremen (ifib)
Andreas Bischof, Fakultät für Informatik , TU Chemnitz
Nicola Marsden, Fakultät für Informatik, Hochschule Heilbronn
Arne Berger, Informatik und Sprachen, Hochschule Anhalt
Susanne Maaß, Universität Bremen