Ab­schluss­ar­bei­ten (B.Sc./M.Sc.)

Merk­blatt Ab­schluss­ar­bei­ten in der Ab­tei­lung Kli­ni­sche Psy­cho­lo­gie und Psy­cho­the­ra­pie: Stand WS21/22

Grundsätzlich bitte an den Vorgaben der APA (7.Auflage) oder DGPs (5.Auflage) orientieren. Abweichungen von den Vorgaben sind in diesem Dokument gekennzeichnet. Keine Vorgabe bedeutet, dass Studierende selbst aussuchen können, wie der Punkt gestaltet wird. Für das Literaturverzeichnis kann außerdem ein entsprechender Zitationsstil (APA 7. Auflage) für gängige Programme (z.B. CITAVI, Endnote) heruntergeladen werden.  

 

1. Vorbereitung einer Abschlussarbeit:

  • Kommunikation: Kontaktieren Sie uns frühzeitig, um Zeit für die Suche nach geeigneten Betreuer:innen und Thema für Ihre Abschlussarbeit zu haben. Die Themenwahl und -festlegung erfolgt in Rücksprache mit den jeweiligen Erst- und Zweitbetreuer:innen
  • Exposé: Jeder Studierende soll zu Beginn der Abschlussarbeit (das genaue Datum legen Sie in Rücksprache mit den Betreuer:innen fest) ein Exposé im Umfang von 3 bis max. 5 Seiten vorlegen. Zur Formatierung des Exposés siehe Punkt 2. Das Exposé soll enthalten:
    • Kurze (!) (max. halbe Seite) Beschreibung des theoretischen Hintergrunds der Forschungsfrage
    • Forschungsvorhaben und (falls vorhanden) die zu untersuchenden Hypothesen
    • Methodisches Vorgehen (Design, Stichprobe, Instrumente)
    • Ungefähre Zeitplanung (unter Angabe von Meilensteinen, z.B. Fertigstellung der Theorie, Abgabe erster Entwurf etc.)
    • Generell gilt: Das Exposé soll Ihnen eine gute Planung Ihrer Abschlussarbeit ermöglichen und ein gemeinsames Verständnis über das Forschungsvorhaben, den Umfang und den zeitlichen Ablauf mit Ihren Betreuer:innen ermöglichen.
  • Ethikantrag: Wenn Sie für Ihre Abschlussarbeit selbst Daten erheben, muss inzwischen in den meisten Fällen im Vorfeld der Erhebung ein Ethikantrag bei der Ethikkommission des FB01 der Universität Kassel gestellt werden. Da Vorbereitung und Begutachtung des Antrags mehrere Wochen in Anspruch nehmen, sollten Sie dafür unbedingt zusätzliche Zeit einplanen und sich frühzeitig (mindestens 3 Monate vor der geplanten Anmeldung Ihrer Masterarbeit) mit Ihren Betreuer:innen darüber verständigen. Sinnvoll ist auch, sich rechtzeitig über die Sitzungstermine der Ethikkommission (i.d.R. 3x/Semester) zu informieren: https://www.uni-kassel.de/fb01/organisation/gremien/beauftragte/ethikkommission. Proband:innen-rekrutierung und Datenerhebung können erst beginnen, nachdem ein positives Votum der Ethikkommission vorliegt!

2.Grundlegendes zur Abschlussarbeit:

  • Seitenanzahl:
    • Vorgabe auf Homepage der Uni: 30-50 Seitenbei Bachelorarbeit, 50-80 Seiten bei Masterarbeit
    • Diese Vorgabe ist in unserer Abteilung nicht bindend!
    • Die Arbeit kann sowohl länger als auch kürzer sein.
    • Entscheidend ist:
      • Alles sagen und erläutern, was wichtig ist!
      • Dabei aber nicht „rumschwafeln“
  • Zeilenabstand: 1,5 Zeilen (ACHTUNG: Abweichung von APA und DGPs Richtlinien, die 2 Zeilen vorschlagen.)
  • Seitenzahl bitte einblenden; keine Angabe wo
  • Nummerierung der Seiten: keine Vorgabe (ob die Titelseite, Zusammenfassung oder das Inhaltsverzeichnis schon „gezählt“ wird oder nicht. Ob Inhaltsverzeichnis anders nummeriert ist (mit i, ii, …), etc.)
  • Seitenränder: Oben, Rechts, Links: 2.5cm; unten: 2.0cm
  • Kopfzeile: bitte verwenden, z.B. mit Titel der Arbeit, Unterkapitel, o.Ä.

3. Aufbau der Abschlussarbeit:

  • Orientierung am Aufbau eines Fachartikels ist erwünscht (Theorie, Methode, Ergebnisse, Diskussion).
  • Bei nachvollziehbaren Gründen kann von diesem Aufbau abgewichen werden
  • Art der Nummerierung der Teile der Arbeit (Zahlen, Buchstaben, Unterpunkte; Kursivsetzung, Fettsetzung, Unterstreichung): keine Vorgabe. Es sollte aber EINHEITLICH gestaltet sein.
  • Reihenfolge von Zusammenfassung und Inhaltsverzeichnis: keine Vorgabe.

4. Aufbau der Arbeit konkret:

  • Titelblatt:
    • Titel der Arbeit
    • Verfasser:in mit Matrikelnummer und Kontakt(email)adresse
    • Universität und Institut
    • Gutachter:innen (Erst- bzw. Zweitgutachten)
    • Datum der Abgabe und Angabe des Semesters
  • Zusammenfassung / Abstract (auf Deutsch und Englisch)
    • 20-200 Wörter (bei komplexer Arbeit auch länger, jedoch max. 250 Wörter). Dabei für jeden der vier übergeordneten Teile (Theorie, Methode, Ergebnisse, Diskussion) ca. 2-3 Sätze
    • KEINE Einleitung, sondern komplette Zusammenfassung der Arbeit (sodass man auch ohne das Lesen der Arbeit weiß, wie man auf die Fragestellung kam, wie das Vorgehen war, wie die Ergebnisse lauten und was im Kern diskutiert wird.)
  • Inhaltsverzeichnis:
    • Immer einfügen
    • Gliederungsebene: Mehr als nur die oberste Ebene, die genaue Ausgestaltung liegt beim jeweiligen Studierenden
  • Optional: Tabellen-, Abbildungs-, Abkürzungsverzeichnis
  • Theorieteil:
    • Einleitung: kurze Herleitung und Einführung ins Thema und Vorhaben.
    • Empfehlung: Nicht zu breit („Psychologie an sich ist im Spannungsfeld zwischen natur- und geisteswissenschaftlichen Wurzeln…“) aber auch nicht zu speziell („Die zweite Subskala der dritten Überarbeitung therapeutischer Beziehung ist…“) anfangen, sondern den „durchschnittlich informierten Leser“ an die Hand nehmen.
    • Theoretischer Hintergrund, Forschungsstand
    • Ableitung der Fragestellung (Wo ist die Forschungslücke!) und Hypothesen formulieren. Diesem Punkt wird teilweise ein eigenes Unterkapitel in der Theorie gewidmet.
    • Wichtig: immer den „roten Faden“ im Blick haben. Nicht einfach theoretische Konzepte aneinanderreihen, sondern Übergänge schaffen (da reicht häufig 1 Satz). Zentrale Frage: Warum erläutere ich gerade was und was hat es mit meiner Fragestellung zu tun?
  • Methodenteil:
    • Generell gilt: Der Methodenteil soll so geschrieben sein, dass andere Forscher:innen Ihr Forschungsvorhaben „nachbauen“ könnten. Trotzdem gilt hier: Kurz und bündig schreiben.
    • Stichprobenbeschreibung
    • Studiendesign
    • Material und Instrumente
    • Statistische Hypothesen (als „Übersetzung“ von den inhaltlichen Hypothesen, also wie wollen Sie die inhaltlichen Hypothesen statistisch prüfen)
    • Beschreibung der statistischen Auswertung/Methode
  • Ergebnisteil:
    • Inhaltlich sinnvoll gegliederte Präsentation aller Ergebnisse, am besten an Gliederung der Hypothesen / Fragestellungen orientiert.
    • Wichtig: Hier noch NICHT interpretieren („die höhere Ausprägung von Gruppe eins ist aufgrund von X zu erklären“), sondern nur darstellen („Gruppe 1 unterschied sich im Vergleich zu Gruppe 2 statistisch bedeutsam mit p = ….“) Im „ZDF-Modus“ (Zahlen-Daten-Fakten-Modus) bleiben.
  • Diskussionsteil:
    • Am Anfang, kurz die Leser:innen abholen („Diese Arbeit hat untersucht….“).
    • Interpretation der Ergebnisse (hier nicht ZDF-Modus, sondern Ergebnisse bewerten)
    • Einordnung der Befunde in den bestehenden Forschungsstand
    • Kritische Reflexion (was hätte man anders machen können? Was hat gut funktioniert, weniger gut? Was sind Stärken bzw. Schwächen der Arbeit?)
    • Ausblick: Was könnte man nach Ihrem Vorhaben weiterführend beforschen?
    • Fazit: Hervorheben des Erkenntnisgewinns durch Ihre Arbeit
  • Literaturverzeichnis:
    • Nach APA-Vorgaben. Empfehlung der Verwendung einer Zitationssoftware, z.B. CITAVI (es lohnt sich wirklich! Lizenz kann über die Uni Kassel kostenlos bezogen werden. Eine Einführung zu CITAVI finden Sie hier)
    • Für CITAVI liegt ein APA-Version 7 Zitationsstil bereit, mit dem Sie automatisch ihr Literaturverzeichnis erstellen können. (Das spart Zeit und macht automatisch alle nötigen Formatierungen wie z.B. Kursivsetzung.)
    • Alle im Text genannten Quellen müssen im Literaturverzeichnis erscheinen und andersherum.
    • Zitation: Allgemeine Hinweise:
      • Autoren werden nur in Klammern mit „&“ genannt, im Text mit „und“. z.B. Mayer, Fischer und Müller (2006) fanden heraus, dass Männer durchschnittlich größer sind als Frauen. Andere Autoren fanden jedoch gegenteilige Ergebnisse (Hofmann, Schenk & Schmitt, 2007).
      • Jede wörtliche Übernahme bitte kenntlich machen.
      • Weitere Hinweise zur APA Zitation finden Sie z.B. hier.
  • Anhang: Alles, was zwar an sich interessant ist, den Rahmen der Arbeit aber sprengt kann als Anhang ergänzt werden. z.B.:
    • Items eines entwickelten Fragebogens
    • (Unter-)Ergebnisse von Subanalysen
    • Komplette Kategorie-Systeme mit Unterkategorien einer qualitativen Inhaltsanalyse

5. Berichten von Ergebnissen nach APA

  • Kennwerte:
    • Sämtliche Kennwerte (auch im Text) kursiv setzen: t, F, r, p, M, SD
    • Als Dezimaltrenner ist stets ein Punkt (z.B. 2.93) zu verwenden (sowohl in Tabellen als auch im Text).
    • Runden Sie auf zwei Nachkommastellen.
    • Bei Konfidenzintervallen Ergebnisse mit Angabe des Konfidenzniveau berichten: z.B. 95% CI [3.45, 6.78]
    • Kennwerte und Freiheitsgrade eines Tests im oder am Ende des Satzes mit angeben. z.B. F(2,143) = 3.41, p = .04.
    • Zum p-Wert: 0 vor dem Komma weglassen
      • Exakter Wert: p = .08
      • Nicht signifikant: n.s.
      • Gerundete Werte angeben: p < .01
      • NIEMALS schreiben: p = .00 oder p = .000. Dies ist inhaltlich falsch (auch wenn es SPSS so anzeigt), da p-Wert niemals genau 0 sein kann, sondern sich immer nur annähert. Immer p < .01 in diesen Fällen schreiben.
      • Beispiel für t-Test: Der t-Test für unabhängige Stichproben ergab, dass Männer (M = 1.76, SD = 0.22) und Frauen (M = 1.72, SD = 0.23) sich in ihrer Größe statistisch bedeutsam unterscheiden, t(39) = 3.01; p < .01.
  • Tabellen:
    • Tabellennummerierung (z.B. Tabelle 1) steht fettgedruckt über der Tabelle in eigener Zeile.
    • Der Titel wird kursiv und unter der Tabellennummer geschrieben.
    • Keine vertikalen Linien (nur horizontale)
    • Wählen Sie klare und präzise Beschriftungen für Spalten- und Zeilenüberschriften.
    • Relevante Erläuterungen (z.B. zu Abkürzungen) werden unter der Tabelle eingefügt.
    • Ein Beispiel finden Sie hier.
  • Abbildungen:
    • Nummerierung steht fettgedruckt über der Abbildung in eigener Zeile.
    • Der Titel wird kursiv und unter der Abbildungsnummer geschrieben.
    • Wählen Sie sinnvolle Beschriftungen und geben Sie immer eine Legende an.
    • Relevante Erläuterungen (z.B. zu Abkürzungen) werden unter der Abbildung eingefügt.
    • Ein Beispiel finden Sie hier.