Mo­ve Up! Ein (di­gi­ta­les) Sport­an­ge­bot für Kin­der im Grund­schul­al­ter

Mit unserem Projekt „Get Up . Stand Up . Move Up“ in Kooperation unseres Arbeitsbereiches „Psychologie und Gesellschaft“ sowie des Arbeitsbereiches „Erziehung und Unterricht“ mit Task und dem Förderverein Handballjugend der TSG Wilhelmshöhe e.V. haben wir ein zunächst digitales Angebot für Kinder im Grundschulalter geschaffen, welches ab April als hybrides Format weitergeführt wird. Ziel ist es, dass die Kinder dazu angeregt werden, sich auch im Lockdown und zu Pandemiezeiten regelmäßig zu bewegen und darüber hinaus Möglichkeiten sowie Grenzen des Digitalen zu erfahren.

Natürlich kommt der Bewegung und dem Sport, auch in Pandemiezeiten und insbesondere im Kindesalter, eine immense Bedeutung zu. Einmal pro Woche findet das Angebot, angeleitet von Sportstudierenden und älteren Jugendlichen der TSG Wilhelmshöhe, digital und live statt. Für die restliche Woche werden Materialien bereitgehalten, die zur Bewegung animieren sollen. Das hybride Format wird digitale und analoge Formate kombinieren und durch die Mitarbeit von Studierenden eines Seminars im Sommersemesters unterstützt.

Das Projekt wird wissenschaftlich begleitet und evaluiert. Neben dem Ziel, Einblicke in die Gelingensbedingungen eines digital gestützten Sportangebots für Kinder zu erlangen, gilt das Interesse den Jugendlichen, die sich als Übungsleitende ehrenamtlich engagieren.

Die teilnehmenden Kinder wurden zunächst dazu eingeladen, an einer Eingangsbefragung sowie an einer weiteren Befragung nach vier Wochen teilzunehmen. Im Fokus steht das Sport- und Bewegungsverhalten der Kinder sowie die Förderung und Befriedigung der psychologischen Grundbedürfnisse (quantitativer Ansatz).

In einem qualitativen Ansatz werden sowohl einige Kinder als auch die studentischen Übungsleitenden in Form einer fokussierten beziehungsweise halbstrukturierten Interviewmethode befragt. Im Falle der Kinder kommt die bisher noch recht selten angewandte Methode „Kinder interviewen Kinder“ zum Einsatz. Ziel der Interviews ist es, mehr über die Bedingungen, die zu einer positiven Beziehungsgestaltung auf digitaler Ebene im Kontext der sportlichen Aktivität führen, zu erfahren. Im Kern geht es darum, ob das Projekt dazu beiträgt, psychologische Grundbedürfnisse zu fördern beziehungsweise zu befriedigen und zu einem gesteigerten, selbstgesteuerten Sporttreiben führen kann.

Schließlich werden die Jugendlichen, die im Rahmen des Projekts ehrenamtlich aktiv sind, interviewt. Die Interviews haben das Ziel, Einblicke auf die Perspektive der Jugendlichen hinsichtlich ihres sozialen Engagement mit Fokus auf die erschwerten Bedingungen durch die Covid-19-Pandemie zu gewinnen. Außerdem soll die Frage beleuchtet werden, ob ein derartiges Engagement die Einschätzung der eigenen Selbstwirksamkeit erhöhen kann.

Hier geht’s zum HNA-Artikel „Wollen Kinder für Sport gewinnen“ vom 25.01.2021.

Auch der HR berichtet: Hier geht’s zum Beitrag vom 03.07.2021.

Limmeroth, J., Hagemann, N., Heussner, F. & Scheid, V. (2021). Gelingensbedingungen eines digitalen Sportangebots. Forum Kinder- und Jugendsporthttps://doi.org/10.1007/s43594-021-00030-z