Prävention gegen interpersonale und sexualisierte Gewalt im Sport

Positionspapier

UNISport und IfSS verabschieden gemeinsames Positionspapier zur Prävention interpersonaler und sexualisierter Gewalt

*Dieses Positionspapier wurde von Dr. Julia Limmeroth und Dr. Lisa Claußen im Namen des Instituts für Sport und Sportwissenschaft sowie des UNISports der Universität Kassel verfasst und am 29. April 2026 vom Direktorium verabschiedet.

Der UNISport setzt ein klares Signal: Mit der gemeinsamen Verabschiedung zusammen mit dem Institut für Sport und Sportwissenschaft (IfSS) eines institutseigenen Positionspapiers zur Prävention interpersonaler und sexualisierter Gewalt im Sport bekennen wir uns zu einem sicheren, respektvollen und diskriminierungsfreien Umfeld – in Lehre, Forschung und im universitären Sport-, Bewegungs- und Gesundheitsbetrieb.

Das Positionspapier wurde am 29. April 2026 vom Direktorium des IfSS verabschiedet und richtet sich an alle Mitarbeitenden, Lehrenden und Studierenden des Instituts sowie an die Übungsleitenden und Mitglieder des UNISports.

Haltung zeigen: strukturell und sichtbar

„Das Institut positioniert sich klar gegen jede Form interpersonaler, insbesondere sexualisierter Gewalt, Diskriminierung und Machtmissbrauch", heißt es in der Präambel des Papiers. Damit wird nicht nur eine Haltung formuliert, sondern ein institutioneller Rahmen geschaffen, der konkrete Maßnahmen, Schutzstrukturen und Verantwortlichkeiten festlegt.

Grundlage bilden universitätsinterne Richtlinien der Universität Kassel sowie aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse aus der (Sport-)wissenschaft und der Gewaltprävention.

Sport als Risikoraum und als Schutzraum

Das Positionspapier erkennt ausdrücklich an, dass Machtmissbrauch und Gewalt auch im universitären Sport-, Lehr- und Wissenschaftsbetrieb auftreten können. Es benennt spezifische Risikobereiche, darunter Betreuungsverhältnisse zwischen Lehrenden und Studierenden, körpernahe Lehrformate, Exkursionen, Großveranstaltungen sowie Hierarchieverhältnisse im Sportbetrieb, und fordert deren gezielte Bearbeitung durch kontextspezifische Schutzkonzepte.

Für den UNISport bedeutet dies: Der seit 2022 verbindlich eingeführte Ehrenkodex soll konsequent in alle Kursangebote, Übungsleitendenverträge und Informationsmaterialien integriert werden. Regelmäßige Schulungen, klare Meldewege und Feedbackprozesse sollen sicherstellen, dass Prävention nicht auf dem Papier bleibt, sondern im Alltag des Hochschulsports gelebt wird.

Nächste Schritte: Von der Haltung zur Praxis

Das Positionspapier schließt mit einem verbindlichen Maßnahmenplan:

  • Unterschriftenaktion für Mitarbeitende und Studierende als sichtbares Bekenntnis
  • Benennung und Bekanntmachung geschulter Ansprechpersonen für IfSS und UNISport
  • Durchführung einer Risikoanalyse als Grundlage für ein umfassendes institutseigenes Schutzkonzept
  • Integration des Themas in Lehre, Fortbildung und Hochschulstrukturen

Unterstützung und Anlaufstellen

Betroffene und Ratsuchende können sich an die universitären Beratungs- und Beschwerdestellen der Universität Kassel wenden, darunter die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte sowie die AGG-Beschwerdestelle. Sportspezifische Unterstützung bieten externe Stellen wie Safe Sport e.V. Außeruniversitär kann beispielsweise die Fachberatungsstelle faX in Kassel kontaktiert werden.

Kontakt für Rückfragen: safesport[at]uni-kassel[dot]de