Masterarbeit von Jan Stöfer | WiSe 2009/10

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Mülheim ungeplant!? Temporäre Strukturen im Städtebau

Masterarbeit von Jan Stöfer
Wintersemester 2009/10
Betreuung: Prof. Christl Drey, Prof. Dr. Iris Reuther

Beobachtungen
Der Duden definiert das Wort „Temporär“ mit „zeitweise“, „vorübergehend“ und „nicht ständig“. In der Architektur, Stadtplanung und Landschaftsarchitektur werden hingegen auf Dauer angelegte Dinge entwickelt. Am Ende entsteht eine dauerhafte Stadtstruktur.
Aber ist die Stadt wirklich so beständig? Ist sie nicht vielmehr ein Organismus im ständigem Wandel? Gebäude werden ausgetauscht, Leitungen verlegt. Die gewachsene Stadt ist ein Abbild von kleinen Veränderungen im Laufe der Zeit. Ausnahmen sind großflächige Leerstände, mit ungenutzten Gebäuden und verwilderten Flächen. In letzter Zeit wurden sie zum Versuchsfeld von befristeten, temporären Zwischennutzungen.
Das Temporäre lässt sich jedoch noch viel weiter fassen. Die Pavillons der Expo 2000 in Hannover oder die Fanmeilen in Deutschland zur Fußball WM 2006. Diese sind nicht unbedingt klassische Projekte der Thematik Zwischennutzung. Daher definiert diese Arbeit sie als „Temporäre Strukturen“. Analog zu der auf Dauer ausgerichteten Stadtstruktur.

Bezug zur Planung
Stadtplanung ist ein Prozess. Er beginnt mit der ersten wegfallenden Nutzung und endet, wenn überhaupt, mit dem letzten bezogenen neuen Haus. Der ideale Ablauf enthält kurze Übergangsphasen. Aber die Realität sieht häufig anders aus. Planungen für die Schublade sind eher Standard denn Ausnahme. Für viele, gerade größere Grundstücke, gibt es langjährige Leerstände.
Bei der Planung der Investoren steht häufig nicht der Ort im Mittelpunkt sondern der absehbare Profit. Leerstände bedeuten vielerorts das Risiko der Verwahrlosung und des Vandalismus. Hinzu kommt das große Flächen der Stadt für einen längeren Zeitraum entzogen, Verbindungen eingeschränkt und angrenzende Stadtteile zu Grenzlagen werden. Hier können temporäre Nutzungen ansetzen.

Inhalt der Arbeit
Anhand eines Gebietes in Köln-Mülheim werden die Möglichkeit einer temporären Nutzung und der daraus entstehenden Vorteile für das Gebiet untersucht. Welche Wege kann die Stadtplanung gehen um temporäre Strukturen auf dieser Fläche zu ermöglichen? Welche Chancen ergeben sich dadurch? In einer Projektion werden die vorgestellten Beispiele in verallgemeinerter Form auf das Plangebiet übertragen. So wird ein Bild gezeichnet von einem Ort, der transformiert durch neue Nutzungen eine andere Rolle im Stadtteilgefüge erhält.