Ar­chiv

Vor­le­sung

Die Holz­ba­ra­cke. Glo­bal­ge­schich­te ei­nes Bau­typs der Mo­der­ne / Vor­le­sung im Wi­Se 2021/22

Gastprofessur Robert van Pelt (Waterloo University, Canada)

Die Holzbracke – in der üblichen Architekturgeschichtsschreibung fast vollständig ignoriert – ist ein universeller Gebäudetyp der Moderne, der aus Globalisierungsprozessen hervorgegangen und zugleich Werkzeug der Globalisierung ist. Die Entstehung der Baracke reicht in das 17. Jahrhundert zurück. In ihr haben sich u.a. österreichisch-ungarische Militärpraktiken, die US-amerikanische Holzbauweise, britischer Kolonialismus, deutsche Normung und Industrialisierung, Pandemien, die beiden Weltkriege und der Holocaust eingeschrieben.

Die Baracke beruht auf globalisierten Prozessen der Wissensproduktion, der Herstellung und Verwendung. Sie ist ein äußert effizientes Produkt, mit einfachsten Mittel und ungelernten Arbeitskräften schnell herstellbar, vielfältig und universell nutzbar und mobil. Sie ist damit Prototyp einer modernen Raumproduktion par excellence. In radikaler Weise verkörpert und adressiert sie Internationalität mir einem universellen Prinzip.

Erster Termin:
Donnerstag, 21. Oktober, 18:00
Themen, Ort und Termine unter http://www.uni-kassel.de/go/holzbaracke

Se­mi­nar

Die Holzbaracke. Globalgeschichte eines Bautyps der Moderne  

Begleitend zur gleichnahmigen Vorlesung. Die Teilnahme an der Vorlesung ist für Seminarteilnehmer obligatorisch.

Gastprofessur Robert van Pelt (Waterloo University, Canada)

Die Holzbracke – in der üblichen Architekturgeschichtsschreibung fast vollständig ignoriert – ist ein universeller Gebäudetyp der Moderne, der aus Globalisierungsprozessen hervorgegangen und zugleich Werkzeug der Globalisierung ist. Die Entstehung der Baracke reicht in das 17. Jahrhundert zurück. In ihr haben sich u.a. österreichisch-ungarische Militärpraktiken, die US-amerikanische Holzbauweise, britischer Kolonialismus, deutsche Normung und Industrialisierung, Pandemien, die beiden Weltkriege und der Holocaust eingeschrieben. Die Baracke beruht auf globalisierten Prozessen der Wissensproduktion, der Herstellung und Verwendung. Sie ist ein äußert effizientes Produkt, mit einfachsten Mittel und ungelernten Arbeitskräften schnell herstellbar, vielfältig und universell nutzbar und mobil. Sie ist damit Prototyp einer modernen Raumproduktion par excellence. In radikaler Weise verkörpert und adressiert sie Internationalität mir einem universellen Prinzip.

Die erforderliche Einwahl in den Kurs findet ausschließlich online statt und ist vom 15.10.2021 bis 20.10.2021 12:00 Uhr zugänglich. Der Zugang zur Einwahl-Webseite wird auf www.uni-kassel.de/go/ath bereitgestellt. Hier finden Sie zudem eine Einführung in die Thematik in Form eines kurzen Videos.

Erster Termin: Freitag, 22. Oktober, 10:00

ASL Neubau, Raum 105

Die erforderliche Einwahl in den Kurs findet ausschließlich online statt und ist vom 15.10.2021 bis 20.10.2021 12:00 Uhr zugänglich. Der Zugang zur Einwahl-Webseite wird auf http://www.uni-kassel.de/go/ath bereitgestellt. Hier finden Sie zudem eine Einführung in die Thematik in Form eines kurzen Videos.

Ex­kur­si­on mit Be­gleit­semi­nar

Exkursion zur Gedenkstätte des Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz

Lehrender: Prof. Robert van Pelt

Erster Termin: Informationstermin: Freitag, 22. Oktober, 12:00

ASL Neubau, Raum 105

Verbindliche Anmeldung bis Montag, 25. Oktober erforderlich incl 2G bzg Corona

Das Wort "Auschwitz" ist zu einer Metapher für den Holocaust im Allgemeinen geworden, und die Formulierung "nach Auschwitz" steht für den großen historischen Bruch, den die Ermordung von sechs Millionen Juden verursacht hat. Der Charakter und das Ausmaß der Gräueltaten, die in Auschwitz stattfanden, rechtfertigen die Einstufung des Lagers als symbolisches Zentrum des Holocausts. Dort wurde die größte Einzelgruppe von Juden ermordet: über eine Million Männer, Frauen und Kinder. Auch nimmt Auschwitz eine Schlüsselstellung in der Geschichte der Gegenwart ein, weil seine Technik und Organisation so durch und durch "modern" waren.       

In einem Kurs, der am Ort Auschwitz unterrichtet wird, werden wir versuchen, die gewöhnlichen historischen Dimensionen der Stadt Oswiecim zu entdecken, wie sie zwischen 1270 und 1940 an der historischen Grenze zwischen dem deutschen und dem polnischen Volk existierte, sowie die außergewöhnliche Geschichte dieses Ortes zwischen 1940 und 1945, die begann, als SS-Chef Heinrich Himmler 1940 diese Stadt als Pilotprojekt für die geplante Germanisierung eines bedeutenden Teils Polens identifizierte. Bei all dem werden wir uns auf Fragen des Ortes und des Raumes - geografisch, städtebaulich, architektonisch - konzentrieren und dabei bemerkenswerte Dokumente aus den Archiven des Staatlichen Museums Auschwitz-Birkenau als Beleg verwenden.

Der Kurs für eine Woche geplant, die am Samstag, den 6. November beginnt und am Samstag, den 13. November endet. Weitere Infos hier

 

Pro­jekt

GK-X-RZ: Ein dritter Ort im Konflikt Garnisonkirche Potsdam versus Rechenzentrum Potsdam

Lehrende: Prof. Philipp Oswalt, Astrid Wuttke, Samuel Korn

Seit drei Jahrzehnten wird über den Wiederaufbau der barocken Garnisonkirche Potsdam gestritten. Obgleich von einem rechtsradikalen Bundeswehroffizier initiiert, wird der Kirchturm unter Schirmherrschaft des Bundespräsidenten überwiegend aus Geldern des Bundes wieder aufgebaut. Historisch steht die 1945 beschädigte und 1968 abgerissene Kirche für den deutschen Nationalprotestantismus und damit für ein obrigkeitshöriges, antidemokratisches, antiliberales, nationalistisches und militaristisches Denken, dass auch die Kriege gegen Polen und Frankreich, die Kolonialvölker, den Ersten und Zweiten Weltkrieg beförderte und einen fatalen Höhepunkt im „Tag von Potsdam“ mit der symbolischen Inthronisierung von Adolf Hitler erreichte.

Direkt daneben, in 1,7 Meter Entfernung steht das 1971 und somit zu DDR-Zeiten errichtete Gebäude des Rechenzentrums, das seit sechs Jahren als Kunst- und Kreativhaus genutzt wird. Eigentlich sollte dessen Abriss 2024 erfolgen, um Baufreiheit für den Nachbau des Kirchenschiffs. Doch inzwischen ist klar, das dieses nicht kommen wird. Für einen Abriss, ob in Teilen oder Ganz gibt es keine Grund mehr. Aber was soll an diesem Ort geschehen? Die Stadt Potsdam hat letztes Jahr ein sogenannten 4-Phasen-Prozess in Gang gesetzt, um diese Frage zu klären. Die inhaltliche Konzeption soll bis zum Herbst diesen Jahres, daran anschließen die baulich-räumlichen Konkretisierung hierzu erfolgen.

Mit dem Entwurfsprojekt wollen wir uns in diese Debatte einbringen. Wir wollen Vorschläge für Inhalte und räumliche Gestaltungen an diesem Ort machen. Wie kann ein neuer Dritter Ort für freiheitliche Utopien und Lernen aus der Geschichte gestaltet sein und soll sich dieser mit den beiden Bestandsbauten verbinden und sich teilweise auf diese ausdehnten? Neben einem Neubau zwischen diesen beiden entgegengesetzten Bauten geht es dabei auch um Eingriffe in die beiden vorhandenen Bauten. Bzgl. des Erdgeschoss des Kirchturms geht es potentiell darum, die dort vorgesehen Kapelle in einen Lern- und Ausstellungsraum umzubauen. Bei dem einst introvertierten Rechnungszentrum geht es darum, für die neue Nutzung das Gebäude nach außen zum öffentlichen Raum hin zu öffnen. Bei beiden Bauten geht es auch um mögliche Veränderungen der äußeren Erscheinung bzgl. des Bauschmucks.

Im Rahmen des Projektes erfolgt eine Befassung mit architektonischen Referenzen einer antiautoritären-freiheitsversprechenden Architektur, um zu prüfen, ob diese Anregung für die Potsdamer Situation bieten können. Dabei gilt es, die Idee des Lernorts zu konkretisieren, ob etwa als Denkmal, Museum, Kloster, Schule, Bibliothek, Panoptikum oder Festsaal. Begleitet wird das Projekt von einer Exkursion nach Potsdam mit Begleitseminar, welches die Aktivistin und Architektin Frauke Röth vom Rechenzentrum betreut. Die Ergebnisse des Projektes sollen vor Ort im Rechenzentrum im Frühjahr 2022 ausgestellt werden.

Weitere Infos:

http://lernort-garnisonkirche.de/

https://rz-potsdam.de/

garnisonkirche-potsdam.de

Se­mi­nar

Posenenske und der Bau der Kunsthochschule Kassel 

Lehrende: Prof. Philipp Oswalt, Prof. Alexis Joachimides

Der heutige Nordbau der Kunsthochschule ist ab 1960 durch den Architekten Paul Friedrich Posenenske entworfen worden und gilt als ein besonders charakteristisches Beispiel der Nachkriegsmoderne am Ort. Zu diesem Projekt sind die Entwurfszeichnungen des Architekten im Kasseler Stadtarchiv erhalten. Ziel des Projektseminars ist eine Ausstellung dieser Entwürfe im Kontext der Wiederanknüpfung an eine moderne Architektursprache in Westdeutschland nach 1945, incl einer Analyse von – auch internationalen - Parallelentwicklungen und  möglichen Vorbilder derselben Bauaufgabe – wie etwa die Akademie der bild. Künste Nürnberg (Sepp Ruf 1950–54) oder die Hochschule für Gestaltung Ulm (Max Bill 1953–55) – aber auch Bauten in Japan, Indien, Finnland, Jugoslawien, Nigeria und Brasilien. Zum zu untersuchenden Kontext gehört zugleich auch das kulturpolitische Umfeld Kassels, in dem Posenenske ab 1958 auch Schloss Wilhelmshöhe für historische Sammlungen der Staatlichen Museen wiederaufgebaut hat.

Die Arbeit wird im Sommersemester mit einem weiteren Seminar fortgesetzt und zielt auf die Entwicklung einer Ausstellung(beitrag) zum Thema im neuen Ausstellungsbau der Kunsthochschule. Das Jetzige Seminar ist einsemestrig angelegt.  Eine Teilnahme am Folgeseminar ist möglich, aber nicht erforderlich.

Anmeldung via Moodle.

Erster Termin: Mittwoch, 3. November, 14:00, Kunsthochschule Südbau 3 OG, Raum 3140

 

Se­mi­nar

More-than-Human. Ökologisches Denken in der Architektur

Lehrender: Dr. phil. Alexander Stumm

Die Baubranche gilt mit rund 40 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen als ein Hauptverantwortlicher der Klimakrise und baut auf der Ausbeutung von Ressourcen, Ökosystemen sowie menschlicher Arbeitskraft auf. Das Seminar beleuchtet die Genealogie ökologischer Positionen in der Architektur im 20. und 21. Jahrhunderts und gibt eine Einführung in den Anthropozän-Diskurs. Die kritische Analyse konkreter Projekte von Frank Lloyd Wright, Alison und Peter Smithson, Van den Broek & Bakema, Kisho Kurokawa, Kiyonori Kikutake, Balkrishna Doshi, Frei Otto, OM Ungers, Florian Nagler, Roger Boltshauser, baubüro in situ und weiteren Positionen macht unterschiedliche Ansätze umweltgerechten Bauens fassbar. Theoretische Texte beleuchten die materielle Fragestellungen des Extraktivismus und der Produktionsverhältnisse der Architektur, die biopolitische und rassistische Dimension des Anthropozäns und widmen sich Ansätzen der Überwindung von anthropo-zentrischem Denken und der Schaffung neuer Verwandtschaften zwischen Spezies. Die Verschränkung von praktischen Bauprojekten und theoretischen Texten führt zur übergeordneten Fragestellung: Wie lässt sich eine More-than-Human-Architektur gestalten?

Zeiten: alle zwei Wochen Montags 10:00 - 14:00 Uhr

Die erforderliche Einwahl in den Kurs findet ausschließlich online statt und ist vom 15.10.2021 bis 20.10.2021 12:00 Uhr zugänglich. Der Zugang zur Einwahl-Webseite wird auf http://www.uni-kassel.de/go/ath bereitgestellt. Hier finden Sie zudem eine Einführung in die Thematik in Form eines kurzen Videos.

 

Ex­kur­si­on mit Be­gleit­semi­nar

Dritter Ort GK-X-RZ. Exkursion mit Begleitseminar RZ-GK Uni-Kassel

Lehrende: Frauke Röth

Am Areal des Rechenzentrums und der Garnisonkirche lässt sich die Geschichte der Stadt Potsdam gut ablesen und studieren. Mit dem Erfolg und Wachstum des absolutistisch regierten Königreichs Preußens vor ca. 300 Jahren und der Bedeutung Potsdams als Residenz- und Garnisonstadt, wuchsen die damit verbundenen Aufgaben des ärmlichen Städtchens an der Havel.  Durch die Zerstörungen des 2. Weltkriegs und die veränderten gesellschaftlichen und politischen Ideale und Bedingungen der DDR-Zeit, gab es starke städtebauliche und architektonische Veränderungen.  Nicht minder prägend wiederrum ist die aktuelle bauliche Entwicklung seit 1990, die vor allem von Abrissen der Nachkriegsbauten, Neo-Historismus und Rekonstruktionen bis heute bestimmt ist. Die architektonischen Entscheidungen der letzten 300 Jahre bilden die Ausgangslage für die gegenwärtige komplexe und umstrittene bauliche Situation, die Gegenstand des Entwurfsseminars ist.

Das Begleitseminar besteht vor allem aus der Exkursion nach Potsdam, bei denen an 3 Tagen vor Ort das Rechenzentrum und die alte Garnisonkirche und das Wiederaufbauprojekt der Garnisonkirche Gegenstand der Erkundung sein sollen. Dabei untersuchen wir das Areal auf Spuren und Relikte der Konflikte der NS- und DDR-Zeit. Auch die umgebenden Gebäude mit ihren repräsentativen oder auch sachlichen Fassaden vom friderizianischen Barock bis zur Postmoderne und die Prunkallee Preußens, bzw. die Magistrale der DDR-Zeit werden wir erkunden. Außerdem wird der gegenwärtige politische Kontext zum Entwurf beleuchtet und diskutiert.

Bei der Exkursion soll die komplexe bauliche und gesellschaftliche Situation beleuchtet und erörtert werden. Wir werden das Areal und die Gebäude durch Rundgänge und Führungen erkunden und deren politische Geschichte und architekturgeschichtliche Bedeutung kennenlernen.

An die Exkursion anschließend wird in einer Hausarbeit die Geschichte eines Gebäudes des Areals im Zusammenhang mit einer politischen Konfliktsituation beschrieben.

Umfang 15.000 Zeichen

Die Exkursion mit Begleitseminar ist für alle Projektteilnehmer obligatorisch.

Erstes Treffen:

Do 21.10., 14:00 (Im Zusammenhang mit Projekttreffen)

Exkursion Fr., 29.10., 12 Uhr – So., 31.10., 14 Uhr

Ort ist das Rechenzentrum Potsdam, Dortustr. 46, 14467 Potsdam

Se­mi­nar

Architekturen des Wissens

Lehrender: Prof. Dr. Felix Vogel

Die Verlagerung nahezu aller Bereiche der Universität in den digitalen Raum durch die Covid-Pandemie hat vor Augen geführt, was oft als Selbstverständlichkeit angenommen wird: Die Produktion und Distribution von Wissen ist von physischen Räumen abhängig. Hörsäle, Bibliotheken und Labore, aber auch Mensen sind an der Ordnung von Wissen beteiligt, bringen Wissen hervor oder schränken es ein. Eine Auseinandersetzung mit der Universitätsarchitektur ist also immer auch eine Auseinandersetzung mit der Frage nach der zeitspezifischen Bedeutung von Wissen. Das Seminars verfolgt ein doppeltes Zeit: Einerseits erarbeiten wir uns einen Überblick über die Architektur- und Wissensgeschichte von Universitäten (wobei der Schwerpunkt auf der zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts liegt), andererseits untersuchen wir die Gebäude der Universität Kassel.

Literatur wird in der ersten Sitzung bekanntgegeben und auf moodle gestellt. Zur Einführung eignen sich zwei Publikationen: Tom Holert (Hg.): Bildungsschock. Lernen, Politik und Architektur in den 1960er und 1970er Jahren (Ausst. Kat. HKW Berlin), Berlin 2020; Reinhold Martin: Knowledge Worlds. Media, Materiality, and the Making of the Modern University, New York 2021.

Zeiten: Dienstags 10:00 - 11:30 Uhr

Die erforderliche Einwahl in den Kurs findet ausschließlich online statt und ist vom 15.10.2021 bis 20.10.2021 12:00 Uhr zugänglich. Der Zugang zur Einwahl-Webseite wird auf http://www.uni-kassel.de/go/ath bereitgestellt. Hier finden Sie zudem eine Einführung in die Thematik in Form eines kurzen Videos.

Se­mi­nar­an­ge­bot Ar­chi­tek­tur­theo­rie vom Fach­ge­biet Kunst und Wis­sen

Nullpunkt der Orientierung.
Zwischen digitalen und analogen Wirklichkeiten im (Ausstellungs-)Raum

Lehrende: Claire Valérie Zimmermann

Wie verorten wir uns zwischen digitalen und analogen Wirklichkeiten im
(Ausstellungs-)Raum? Der Philosoph Edmund Husserl hält 1913 in seinen Ideen
zu einer reinen Phänomenologie fest, dass der eigene Leib für sein Ich die
einzigartige Auszeichnung habe, »dass er den Nullpunkt all [seiner]
Orientierungen in sich trägt. [...] So besitzen alle Dinge der Umwelt ihre
Orientierung zum Leibe, wie denn alle Ausdrücke der Orientierung diese
Beziehung mit sich führen.« Unmittelbar drängt sich jedoch die Frage auf, ob
diese Äußerung zu Zeiten einer fortwährenden Digitalisierung aller
Lebensbereiche noch Bestand hat? Wie beeinflussen die unserem Auge
fremden, algorithmisierten Gestaltungslogiken unsere Wahrnehmung? Rund 50
Jahre nach Husserl konstatiert Theodor W. Adorno, dass in der gegenwärtigen
Epoche »die Menschen in die Technik eingegangen und, als hätten sie ihr
bessere Teil an sie vererbt, gleich Hülsen hinter ihr zurückgeblieben [seien]. Ihr
eigenes Bewußtsein ist angesichts der Technik verdinglicht und deshalb von
dieser, der dinghaften her zu kritisieren.« Wiederum 50 Jahre später, ist es ein
Zeitalter »permanenter Konnektivität«, das wir gerade erleben und somit ein
Prinzip fortwährender Vernetzung, das den Puls der Zeit prägt. Digitale Sphären
sowie virtuelle Realitäten üben immer mehr Einfluss auf das Leben der Menschen
aus. Denn durch das Smartphone, aber auch das Tablet und den Laptop, ist der

Mensch zu jeder Tages- und Nachtzeit erreichbar und so auch auf eigentümliche
Weise adressierbar geworden. Die Bedeutungsebenen des Digitalen werden auf
unterschiedlichste Weise verhandelt und unterliegen sich kontinuierlich
wandelnden Betrachtungs- und Herangehensweisen, sodass sie nicht eindeutig
bestimmt werden können. Während etwa Beate Gütschow ihre Arbeiten mit Hilfe
verschiedener Architektursoftwares digital zusammensetzt und dergestalt nicht
mehr existierende Orte von Neuem aufleben lässt, führt Adrian Sauer in seiner
Soundinstallation Fotografieren ist zahlreiche Ableitungen seiner algorithmisierten
Google-Suche nach »Fotografieren ist«, ad absurdum und erweckt in diesem
Zuge nicht enden wollende Bilder, ohne auch nur eines darzustellen. So widmet
sich das Seminar der Frage, wie das Digitale seinen Weg in die zeitgenössische
Kunst gewoben hat. Wie gehen Künstler*innen mit den historisch gewachsenen,
teils oppositionellen oder problematischen Konnotationen des Digitalen um? In
welchen Arbeiten werden digitale Gestaltungslogiken kritisch hinterfragt, wo
reflektiert, wo ohne Weiteres adaptiert? Um uns auf Spurensuche zu begeben,
sollen neben den genannten Positionen ferner Künstler*innen wie u.a. David
Claerbout, Alex Hartley, Lilly Lullay, Barbara Probst, George Rousse sowie Bruno
Zhu besprochen werden. Zudem sollen mit Hilfe rahmengebender Schlüsseltexte
die Techniken, die Materialien wie gleichsam die zugrundeliegenden Ideen der
ausgewählten Fallbeispiele zur Debatte stehen – die Referatsvergabe erfolgt in
der ersten Sitzung.

Wöchentliches Treffen Donnerstags 10:00 - 11:30 Uhr

Die erforderliche Einwahl in den Kurs findet ausschließlich online statt und ist vom 15.10.2021 bis 20.10.2021 12:00 Uhr zugänglich. Der Zugang zur Einwahl-Webseite wird auf http://www.uni-kassel.de/go/ath bereitgestellt. Hier finden Sie zudem eine Einführung in die Thematik in Form eines kurzen Videos.

 

Vor­le­sung

Architekturtheorie: Wiener Theorien, Diskurse und Praktiken 1889 - heute 

Lehrender: Prof. Philipp Oswalt

Dieses Semester wird die Vorlesung als Videostream auf Basis der Aufzeichnung vom Sommersemester 2019 angeboten, in dem Ruth Hanisch las über „Theorie, Bau, Kritik: Wiener Positionen 1889 bis heute“. Jede Woche wird Mittwochs eine Vorlesung freigeschaltet, über die bis zum Abend als Studien- und Prüfungsleistung ein kurzer Kommentar von einer Seite zu schrieben ist.

Die Vorlesung vermittelt den Studierenden über das paradigmatische Beispiel der Wiener Entwicklung einen fundierten Einblick in die moderne, post- und spätmoderne Architektur- und Städtebautheorie. Die Stadt Wien war in den letzten 150

Jahren ein wichtiges Zentrum des Modernediskurses mit Protagonisten wie Camillo Sitte, Otto Wagner, Adolf Loos, Otto Neurath, Josef Frank, Bernard Rudofsky, Hans Hollein und Coop-Himmelblau. Im Zentrum jeder Einheit steht ein Text, der den Studierenden auch zur Verfügung gestellt wird; dieser wird detailliert besprochen und im Kontext des zeitgenössischen Baugeschehens analysiert. Texte und architektonische Praxis werden stets aufeinander bezogen.

Erster Termin

Eine kurze Einführung mit organisatorischen Hinweisen findet als Zoomsitzung am Mittwoch, den 14. April um 12.00 statt, in der der Fachgebietsleiter alle Fragen zu der Veranstaltung live beantwortet. Die erste Vorlesung findet am Freitag, den 16. April statt Teilnehmer müssen sich in Moodle anmelden.

Zoom-Meeting 

uni-kassel.zoom.us/j/94340937461 

Meeting-ID: 943 4093 7461

Se­mi­nar

Lucius Burckhardt@Gh Kassel 1973 - 1993: eine Archäologie

Lehrender: Prof. Philipp Oswalt

Lucius Burckhardt lehrte von 1973 – 1993 an der Gesamthochschule Kassel. Ausgehend von lokalen Beobachtungen und Interventionen entwickelte er Thesen von allgemeiner Relevanz, die international und disziplinübergreifen Anerkennung fanden. Im Kontext des Universitätsjubiläum wollen wir uns dieser bislang nahezu unerforschten, aber spannenden wie relevanten Thematik widmen. Ausgangspunkt des Forschungsseminar sind die ikonische Lehrforschungsprojekte von Lucius Burckhardt:

1975 Denk mal nach!/ 1976 „Urspaziergang“ / 1978/79 Exkursion zum Hohen Meissner/ 1981 Seminar im Erdbebengebiet des Belice (Sizilien)/ 1980 – 1982 documenta urbana, Sichtbar machen/ 1981 - Bundesgartenschau Karlsaue — Durch Pflege zerstört/ 1985: 0 m- Spaziergang im Bergpark Wilhelmshöhe/

1987- 1988 Die Fahrt nach Tahiti Dönche, Kassel und Bovisa, Mailand/ 1992/93 Autofahrerspaziergang/ 1993 „Das Zebra streifen”

Jedes dieser Projekte soll durch Analyse von Literatur und Archivmaterial, durch Befragung von Beteiligten, kartographischen Rekonstruktionen etc. nachvollzogen und analysiert werden. Fragen hierbei sind: Was war der Kontext und Anlass zu dem Projekt? Wer war Beteiligt und wer hat was gemacht und beigetragen? Wie verliefen die Projektes zeitlich und räumlich? Wie wurden sie rezipiert und wie wirkten sie sich aus?

Die Ergebnisse sollen Eingang finden in eine Publikation und Ausstellung. Das Fachgebiet wird die Thematik über einen mehrsemestrigen Zeitraum verfolgen und vertiefen.

Einwahl: Für alle Seminare welche das Moduls A-2.1-01 (Architekturtheorie Master) abdecken findet wie jedes Semester eine Einwahl statt. Die zwingend erforderliche Einwahl in die Theorie-Seminare findet ausschließlich online statt und ist vom 12.4.2021 bis 14.4.2021 (24:00) Uhr unter dem Link: https://login.asl.uni-kassel.de/ath/

 möglich. Eine Benachrichtigung der Zuordnung erfolgt dann am Folgetag mit allen weiteren organisatorischen Infos zum Kurs. Die Online-Kurse beginnen in der Folgewoche gemäß Stundenplan. Eine Einführungen in die Themen durch die Dozent*innen stehen ab dem 8.4.2021 auf www.uni-kassel.de/go/ath zur Verfügung.

 

Erster Termin Montag 19.4.2021 10 Uhr via Zoom. Online-Tools im Seminar: Zoom, Miro, Powerfolder, Moodle

Se­mi­nar

Arbeitsplattform Denkmale in Kassel

Lehrender: Prof. Philipp Oswalt

Im Rahmen eines offenen interdisziplinäre Lehrangebots wollen wir uns mit der Denkmallandschaft in Kassel kritisch befassen: Welche fragwürdigen Denkmale gibt es, welche Denkmäler sollte es geben (die aber fehlen), welche Denkmalkonflikte gab es, wer sind die Initiatoren der Denkmäler, wer und was ist repräsentiert und was nicht? Von besonderem Interesse sind Themen des heutigen Rechtsradikalismus, der NS-Zeit, Kriegerdenkmäler und Denkmäler des Kaiserreich, aber auch andere Fragestellungen sind möglich. Ziel ist es, im Rahmen der Arbeitsplattform zum einen, zu einzelnen Themen zu recherchieren und zum anderen, zu kommunizieren. Einerseits durch eine gemeinsame performative, kritische kommentierende Intervention im öffentlichen Raum im Sommer. Anderseits wollen wir gemeinsam das Wissen in bestehende Plattformen einschreiben (Wikipedia, Open-Street-Map) und überlegen, wie in Zukunft eine Internetplattform zum Thema oder Stadtführungen als Podcast gestaltet werden können.

Jeder Teilnehmende kann eine eigene Arbeitsform wählen und dem entsprechen auch seine Studien- und Prüfungsleistung erbringen, ob etwas seminaristisch, als Vorbereitung einer Abschlussarbeit im Folgesemester oder als Projekt. Die Arbeitsplattform steht Studierenden verschiedener Studienrichtung offen. Die entsprechende Modulnummer wird gemäß des jeweiligen Arbeitsansatzes und -einsatzes (sowie Studiengangs) verabredet.

Eine parallele Teilnahme an der Vorlesung von Prof. Christine Pflüger „Geschichtskultur - Vom Umgang mit der Vergangenheit in der Gegenwart” (FB05.GES.34) wird dringend empfohlen. Zudem ist ein Austausch und punktuelle Kooperation mit dem Seminar von Dr. Nanne Buurmann: „d is for dis/continuity? Forschungsseminar zur Frage nach NS Kontinuitäten bei der documenta” (Kunsthochschule. FB20_Kuwi.024) verabredet. Zur Lehrveranstaltung werden mehrere Gäste zum Gespräch eingeladen. Eine gemeinsame Stadtexkursion im Sommer ist angedacht.

Interessierte am potenziellen Projektangebot befolgen bitte die Hinweise im HIS-PSO Eintrag zum Projektangebot. (Vorab-Bewerbung bis 10. April)

Einwahl für eine seminaristische Teilnahme für Studierende des FB 06: Für alle Seminare welche das Moduls A-2.1-01 (Architekturtheorie Master) abdecken findet wie jedes Semester eine Einwahl statt. Die zwingend erforderliche Einwahl in die Theorie-Seminare findet ausschließlich online statt und ist vom 12.4.2021 bis 14.4.2021 (24:00) Uhr unter dem Link: https://login.asl.uni-kassel.de/ath/

 möglich. Eine Benachrichtigung der Zuordnung erfolgt dann am Folgetag mit allen weiteren organisatorischen Infos zum Kurs. Die Online-Kurse beginnen in der Folgewoche gemäß Stundenplan. Eine Einführungen in die Themen durch die Dozent*innen stehen ab dem 8.4.2021 auf www.uni-kassel.de/go/ath zur Verfügung.

 

Teilnahmeinteressenten anderer Fachbereiche (FB 05, Kunsthochschule) senden bitte eine E-mail mit kurzer Benennung der Motivation/ Themeninteresse bis zum Mittwoch den 14.4. an: oswalt@asl.uni-kassel.de

Erster Veranstaltungstermin: Montag, der 19. April, 12:00 via Zoom.

Bau­work­shop

Bauworkshop Forschungsstation

Lehrender: Dr. Andreas Buss

Nach der planerischen Vorbereitung im Projekt „Out of the box: Forschungsstation documenta institut“ erfolgt in einem dreiwöchigen Workshop die Umsetzung auf dem Grundstück in der Kasseler Innenstadt. Auf Basis der Planungen werden folgende Arbeitsschritte im Selbstbau verwirklicht:

-     Einrichtung der Bauhütte mit Werkplatz

-     Vorbereitung des Baugrunds, Bau der Entwässerung, der Fundamente

-     Errichtung des Holzrahmens, Dachdeckung

-     Herstellung und Montage der weiterentwickelten Gebäudehülle incl. Verglasung

-     Signage

-     Installationen (Elektro, Sanitär, Küche, Heizung)

-     Innenausbau

-     Gestaltung des Aussenraums incl. Gärtnerarbeiten

-     Oberflächenbehandlung der Aussenbauteile

Das Projekt wird in Präsenz-Lehre durchgeführt. Die Arbeiten finden vor Ort in Kassel statt und werden ggfs. durch Werkstattarbeit in Brandthaus oder Kunsthochschule ergänzt. Handwerkliche Erfahrung wird begrüsst, ist aber nicht zwingend erforderlich.

Gesamtdauer: 3 Wochen, davon min. Präsenz: 14 Tage

Zeitraum: 26.Juli-13.August 2021

Bau­work­shop

Bauworkshop Prototyp

Lehrender: Dr. Andreas Buss

Zur Vorbereitung des Sommerworkshops erfolgt in der Kompaktwoche der Bau eines Prototypen. Basis ist die studentische Planung aus WS20/ 21, Projekt „Out of The Box“.

Folgen Themen werden praktisch von den Teilnehmern bearbeitet:

-     Transport der erforderlichen Elemente vom Lagerplatz zur Kunsthochschule

-     Aufbau von drei Einheiten des Prototyps auf dem Experimentiergelände

-     Montage der Fassade und Dachdeckung

-     Herstellung von Teilen der gedämmten Gebäudehülle incl. Verglasung

-     Exemplarische Herstellung von Möbeln

-     Testen beweglicher Teile incl. Signage

-     Probeweise Oberflächenbehandlung mit Öl

Das Projekt wird in Präsenz-Lehre durchgeführt. Die Arbeiten finden vor Ort in Kassel statt und werden ggfs. durch Werkstattarbeit in Brandthaus oder Kunsthochschule ergänzt. Handwerkliche Erfahrung ist erforderlich.

Neue Teilnehmer können NICHT aufgenommen werden

Vorbesprechung auf Zoom Montag 26.4.2021

Se­mi­nar

East and West — Vom Metabolismus und Mid-Century Modernism zur omontenashi-Architektur

Lehrende: Ulf Meyer

Architekturtheorie seit 1945 in Japan und den USA

Dieses Seminar untersucht die geistigen und baukünstlerischen Diskurse der letzten 80 Jahre in Ost und West - Architekturtheorie 1945 bis heute in den USA und Japan im Vergleich - Schlüsseltexte, Schlüsselwerke, Schlüsselpersonen, Schlüsselkonzepte. Es stellt wichtige, ausgewählte Positionen der Architekturtheorie in Ost und West im Vergleich vor. Von Bruno Taut und der Katsura-Rikyu in Kyoto führt der Weg über den „International Style” mit einer Betrachtung von „Mies in Amerika” und einem Vergleich zu Kenzo Tanges Werk. Die Pop-Architektur der 60er Jahre wird mit dem Metabolismus verglichen. In den 70er Jahren stehen unter dem Rubrum „Learning from Tokyo” die Phänomenologie, Brutalismus, Raumfahrtbegeisterung. In den 80er Jahren stehen sich Postmoderne und High-Tech gegenüber. Die „New York 5” im Westen stehen der Bubble-Ära in Japan gegenüber. In den 90er Jahren, die in Japan als „Lost Decade” gelten kommt das Parametrische Entwerfen auf. Spätestens seit der Jahrtausendwende dominiert die Debatte um Nachhaltiges Bauen den Diskurs, in Japan ist es die Architektur der „Symbiosis” von Kisho Kurokawa und die kire-i-Architektur. Nach dem Ende der Dekonstruktivistischen Architektur entsteht in Japan eine neue Form der „Omotenashi-Architektur”.

Das Seminar widmet sich den Architekturkonzepten in Japan und den USA in den letzten 70 Jahren mit Fokus auf das Verhältnis von Architektur und Stadt.

Einwahl:  Für alle Seminare welche das Moduls A-2.1-01 (Architekturtheorie Master) abdecken findet wie jedes Semester eine Einwahl statt. Die zwingend erforderliche Einwahl in die Theorie-Seminare findet ausschließlich online statt und ist vom 12.4.2021 bis 14.4.2021 (24:00) Uhr unter dem Link: https://login.asl.uni-kassel.de/ath/ möglich. Eine Benachrichtigung der Zuordnung erfolgt dann am Folgetag mit allen weiteren organisatorischen Infos zum Kurs. Die Online-Kurse beginnen in der Folgewoche gemäß Stundenplan. Eine Einführungen in die Themen durch die Dozent*innen stehen ab dem 8.4.2021 auf http://www.uni-kassel.de/go/ath zur Verfügung. 

Für alle Seminare welche das Moduls A-2.1-01 (Architekturtheorie Master) abdecken findet wie jedes Semester eine Einwahl statt. Die zwingend erforderliche Einwahl in die Theorie-Seminare findet ausschließlich online statt und ist vom 12.4.2021 bis 14.4.2021 (24:00) Uhr unter dem Link: https://login.asl.uni-kassel.de/ath/

 möglich. Eine Benachrichtigung der Zuordnung erfolgt dann am Folgetag mit allen weiteren organisatorischen Infos zum Kurs. Die Online-Kurse beginnen in der Folgewoche gemäß Stundenplan. Eine Einführungen in die Themen durch die Dozent*innen stehen ab dem 8.4.2021 auf www.uni-kassel.de/go/ath zur Verfügung.

 

Se­mi­nar

So ein Theater!

Lehrende: Sandra Meireis

So ein Theater! ist ein Recherche- und Theorieseminar, das das Entwurfsprojekt Städtische Bühnen Frankfurt weiterbauen vertiefend begleitet. Bevor sich entwurfsrelevante Fragen stellen, z. B. „Wie können und sollten innovative Raumkonzeptionen für zeitgenössische Theaterproduktionen heute gestaltet sein? Wie lassen sich dadurch neue urbane Qualitäten generieren?“, sind Fragen nach der inhaltlichen Konzeption und städtischen Integration von Theaterbühnen zentral. Denn erst wenn die Programmatik des entsprechenden Hauses steht, lassen sich Fragen nach dessen Gestaltung sinnvoll stellen und diskutieren. Durch den bevorstehenden Abriss der Doppelbühne Frankfurt/M. (mit Teilerhalt des Foyers inkl. raumgreifender Skulptur) stellen sich diese Fragen gegenwärtig für die Stadt Frankfurt/M. in brisanter Weise.

Traditionell ist das Theater eine Stätte der Begegnung, ein Ort des Austauschs und der Demokratie, d. h. ein durch und durch sozialer Ort. Was bedeutet das heute? Was sollte ein Theater gegenwärtig leisten und integrieren können? Theater ist immer auch als kritische Praxis zu verstehen, die neue Perspektiven aufzeigt und so zur Organisation von Gesellschaft beitragen kann. Theaterbühnen und -häuser können als Testräume für die Zukunft einer integrativen Stadtgesellschaft verstanden werden. Das Performative spielt dabei eine zentrale Rolle, ob zur reinen Unterhaltung oder mit gesellschaftsveränderndem Anspruch, ob im Stadtraum oder auf der Bühne, ob mit großem Budget von einer Intendanz inszeniert oder mit improvisatorischem Charakter vom Volke selbst ausgehend, wie es der traditionellen Grundidee von Theater am nächsten kommt. Eine dezidierte Öffnung hin zur Gesellschaft entspricht also nicht nur der historisch gewachsenen Form des Theaters, sondern sollte sich auch programmatisch niederschlagen und in der entsprechenden Architektur wiederfinden.

Seminartermin: freitags, 12:00-13:30

Start: Freitag, 16.4.2021

Pro­jekt

Städtische Bühnen Frankfurt weiterbauen

Lehrender: Prof. Philipp Oswalt

Seit 10 Jahren ist eine Sanierung der ikonischen Theaterdoppelanlage von ABB (1963) bzw. ein Ersatz-Neubau in Diskussion. Januar letzten Jahres entschied sich die Stadtverordnetenversammlung von Frankfurt Main für den Abriss der Bestandbauten. Doch ein breiter Protest war die Folge, an dem das Fachgebiet maßgeblich beteiligt war (siehe www.zukunft-buehnen-frankfurt.de). Bis zum Ende des Jahres konnte durchgesetzt werden, dass das Glasfoyer mit seiner großen Raumskulptur des rumänisch-schweizerischen Künstler Zoltan Kemeny unter Denkmalschutz gestellt wurde und somit erhalten bliebt. Doch wie nun weiter?

In dem Entwurfsprojekt für Masterstudierende (Optional auch als Vertiefungsprojekt) wollen wir drei Szenarien eines Weiterbauen des Bestandes untersuchen. Dabei geht es um eine Verbindung von Teilerhalt und Neubau, verbunden mit einer konzeptuellen Neuinterpretation des Bestandes. Wie kann man diesen Baukomplex aus der Nachkriegsära aktualisieren, und zugleich meiner stofflichen Substanz arbeiten? Wie lassen sich so neue urbane Qualitäten generieren? Wie können innovative Raumkonzeption für zeitgenössische Theaterproduktionen geschaffen werden?

Begleitet wird das Projekt von einem Recherche- und theorieseminar, dessen Teilnahme für die Projekteilnehmer obligatorisch ist: Sandra Meireis: So ein Theater! Freitags, 12-13:30 Uhr

Schwerpunkt-Projekttag ist Dienstag Nachmittags.

Erster Termin: Donnerstag, 15. April 2021, 16:30 Uhr

Per Zoom und Moodle

Pro­jekt

Design/ Build Projekt Forschungsstation TRACES 

Lehrende: Prof. Philipp Oswalt, Dr. Andreas Buss, Prof. Jakob Gebert

Aus Anlass des 50 jährigen Jubiläums der Universität Kassel und des Gründungsprozesses für ein documenta-Institut haben wir im Wintersemester 2020/2021 das design/ build Projekt „Forschungsstation documenta- und Ausstellungstudien“ initiiert, welches wir im Sommer 2021 als Design/ Build Projekt baulich realisieren wollen. Die Forschungsstation des Transdisciplinary Research Center for Exhibition Studies der Universität Kassel soll in der Innenstadt von Kassel unweit des Kulturbahnhofs entstehen und dem Austausch zwischen universitärer Forschung und Lehre mit der Stadtgesellschaft dienen,

als Projekt von „public science“., incl Formen von „Citizen Science“.

Das im Wintersemester begonnene Entwurfsprojekt „Out of The Box“ soll im Sommer seine Umsetzung als Design/ build Projekt finden. Der Bauworkshop (separate Veranstaltung, 26.07.-13.08.) ist verpflichtend zu belegen.

Insbesondere folgende Bereiche werden in dem Projekt von den Teilnehmern bearbeitet:

- Städtebauliche Eingliederung am finalen Standort und finale Bauliche Konfiguration

- Umgebungsgestaltung, -möblierung und-bepflanzung

- Möbelbau und Innenausstattung (Küche, WC)

- Weiterentwicklung der Gebäudehülle

- Signage, visuelle Kommunikation, Website

- Vorbereitung und Organisation des Workshops

Die Arbeit erfolgt interdisziplinär mit Studierenden der Kunsthochschule der Studiengänge Produktdesign und visuellen Kommunikation

Se­mi­nar

Fusion Heimat / Bring your own Heimat

Lehrender: Prof. Philipp Oswalt

Angesichts der sich mit Globalisierung und Digitalisierung vertiefenden alltagsweltlichen Veränderungen und Instabilitäten und des aufkommenden Rechtspopulismus hat der Begriff „Heimat“ eine neue Aufmerksamkeit erhalten. Bereits die erste Konjunktur des Heimatbegriffs seit Ende des 19. Jahrhunderts war eine Gegenbewegung zur damaligen Industrialisierung. Heimat ist ein schillernder Begriff, der nicht nur eine Wertschätzung für den ländlichen Raum und kulturelle Traditionen zum Ausdruck bringt, sondern nicht selten der Abgrenzung von äußeren Einflüssen und der Abwehr zeitgenössischer Ausdrucksformen dient.

Die Lehrveranstaltung besteht aus zwei Bausteinen: Zum einen aus der Vortragsreihe Fusion, die dieses Semester dem Thema Heimat gewidmet ist, das in 13 Abenden aus unterschiedlichen Perspektiven – A, S und L, Theorie, Kritik und Praxis – betrachtet wird.  Die Vorträge werden im Begleitseminar gemeinsam vor- und nachbereitet.

Das Seminar dient aber auch inbesondere dazu, das jeder Teilnehmer eine eigene persönliche Position zum Thema Heimat einnimmt: Was ist für einen selber Heimat? Was zeichnet diese baulich-räumlich aus? Also: Bring Your own Heimat. Hierzu erfolgt im Anschluss an das Seminar auch die Ausarbeitung einer Hausarbeit.

Vorlesungsreihe wie Seminar finden als Online-Veranstaltung statt. Erste Termine Mittwoch der 4.11. und  Donnerstag 5.11.2020. Online-Tools im Seminar: Zoom, Miro, Powerfolder, Moodle

Se­mi­nar

Arabische Moderne

Lehrender: Prof. Philipp Oswalt

Die Konzeption der klassisch modernen Architektur entwickelte sich im europäischen Raum in den ersten drei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts und breitete sich von hier aus weltweit aus. Dabei hatten sich in ihr umgekehrt auch Einflüsse aus anderen Kulturkreisen niedergeschlagen – vor allem aus dem arabischen Raum wie aus Japan und Nordamerika.

Mit der weltweiten Verbreitung der klassischen Moderne entwickelten sich lokale Modernem, die keineswegs allein Kopie europäischer „Vorbilder“ waren. Sie waren hingegen Synthesen von äußeren Einflüssen und eigenen Entwicklungen, wobei letztere aus lokalen Traditionen oder auch zeitgenössischen Konstellationen hervorgehen konnten. Das Seminar widmet sich diesem Thema am Beispiel des arabischen Kulturraums, der sich zwischen Syrien, Kuwait und Marokko aufspannt und die Levante wie den Maghreb umfasst. Schwerpunkt der Betrachtung ist die Nachkriegsmoderne zwischen 1945 und  1973, wobei auch die Vorgeschichte hierzu in Augenschein genommen werden soll. Neben dem Wirken arabischen Architekten sollen auch Importarchitekturen westlicher Architekten wie Le Corbusier und Frank Lloyd Wright sowe Kooperationen unterrsucht werden. Das Seminar findet parallel zu einem Forschung- und Publikationsprojekt des Fachgebiets statt. In dessen Rahmen ist ein dreitägiger Workshop mit einem Dutzend internationaler Experten am Bauhaus Dessau im Januar 2021 geplant, an dem die Seminarteilnehmer teilhaben können, soweit die Pandemie-Situation dies zulässt. Für das Sommersemester hat das Fachgebiet eine Lehrkooperation mit der Lebanese American University in Beirut ins Auge gefasst, für die ein Förderantrag gestellt ist.

Das Lehrangebot soll insbesondere auch Studierende mit Bezug zum arabischen Kulturraum ansprechen, um ihnen die Möglichkeit zu geben, sich im Rahmen ihres Studiums mit den eigenen kulturellen Hintergründen zu befassen. Sprachkenntnisse in Arabisch und Französisch werden begrüßt, Englisch wird vorausgesetzt.

Einwahl: Für alle Seminare welche das Moduls A-2.1-01 (Architekturtheorie Master) abdecken findet wie jedes Semester eine Einwahl statt. Die zwingend erforderliche Einwahl in die Theorie-Seminare findet ausschließlich online statt und ist vom 26.10.2020 bis 30.10.2020 (9:00) Uhr zugänglich. Eine Benachrichtigung der Zuordnung erfolgt dann am Folgetag mit allen weiteren organisatorischen Infos zum Kurs. Die Online-Kurse beginnen in der Folgewoche gemäß Stundenplan. Eine Einführungen in die Themen durch die Dozent*innen stehen ab dem 23.10.2020 auf http://www.uni-kassel.de/go/ath zur Verfügung.

Erster Termin Donnerstag 5.11.2020 via Zoom. Online-Tools im Seminar: Zoom, Miro, Powerfolder, Moodle

Se­mi­nar

Lucius Burckhardt — Lehrforschungsprojekte in Kassel (1973-93)

Lehrende: Sandra Meireis

Der Schweizer Soziologe und raumkritische Intellektuelle Lucius Burckhardt lehrte von 1973-93 an der Gesamthochschule Kassel (GhK). Er gehörte zur Gründungsgeneration des Studiengangs Stadt- und Landschaftsplanung und hatte eine Professur für Sozialökonomie urbaner Systeme inne. Im Zentrum seines Denkens und Wirkens steht die kritische Auseinandersetzung mit sozialräumlichen Zusammenhängen von Architektur, Stadt und Landschaft. In seiner Kasseler Schaffensperiode gehörten dazu insbesondere Themen, wie ökologisches Bauen und Freiraumplanung, nachhaltige Stadt- und Verkehrsplanung, sowie eine Anwendung künstlerischer Wahrnehmungspraktiken im Planungsprozess und die Erschließung neuer Perspektiven auf die lokale Geschichtsschreibung. Er unterscheidet zwischen intuitionsbasiertem Architekturentwurf (durch das Subjekt des*der Architekt*in) und gesellschaftsrelevanter sozialräumlicher Planung (mittels kollektiver politischer Prozesse). Er kann damit auch als Vorbote einer raumkritischen Wende in den Kultur- und Sozialwissenschaften (Spatial Turn) verstanden werden. Eine Annäherung an die Persönlichkeit Burckhardts erfolgt im Seminar zunächst durch eine Auswahl seiner stets kritisch-pointierten und kurzweiligen Aufsätze zu Themen, wie:

1. Architektur, Mensch, Politik, Umwelt;

2. Landschaft, Gärten/Gartenkunst, Spaziergangswissenschaft.

Das Seminar widmet sich insbesondere Burckhardts Kasseler Lehrtätitgkeit mit einem Fokus auf die Rekonstruktion und Analyse seiner studentischen Lehrforschungsprojekte. Das Seminar ist als Forschungsseminar (in Zusammenarbeit mit dem doku:lab) angelegt, das auch in Methoden des wissenschaftlichen Arbeitens einführen wird.

Einwahl: Für alle Seminare welche das Moduls A-2.1-01 (Architekturtheorie Master) abdecken findet wie jedes Semester eine Einwahl statt. Die zwingend erforderliche Einwahl in die Theorie-Seminare findet ausschließlich online statt und ist vom 26.10.2020 bis 30.10.2020 (9:00) Uhr zugänglich. Eine Benachrichtigung der Zuordnung erfolgt dann am Folgetag mit allen weiteren organisatorischen Infos zum Kurs. Die Online-Kurse beginnen in der Folgewoche gemäß Stundenplan. Eine Einführungen in die Themen durch die Dozent*innen stehen ab dem 23.10.2020 auf http://www.uni-kassel.de/go/ath zur Verfügung.

Se­mi­nar

History and Theory of Architectural Conservation

Lehrender: Igor Demchenko

 

The seminar is focused on the conceptual, political, and pragmatic logic underlying different and often competing strands of historic preservation theory as it developed globally during the last two centuries. It traces the genealogy of key preservation modalities, concepts, and methodologies and explores the extents to which they defined the material practices of conservation, restoration, reconstruction and revalorization. The course aims to introduce students to the major theoretical and methodological challenges and opportunities encountered, explored, accepted, and rejected within the field of historic preservation from the 19th century to the present.

The course is open to master and advanced bachelor students.h

Einwahl: Für alle Seminare welche das Moduls A-2.1-01 (Architekturtheorie Master) abdecken findet wie jedes Semester eine Einwahl statt. Die zwingend erforderliche Einwahl in die Theorie-Seminare findet ausschließlich online statt und ist vom 26.10.2020 bis 30.10.2020 (9:00) Uhr zugänglich. Eine Benachrichtigung der Zuordnung erfolgt dann am Folgetag mit allen weiteren organisatorischen Infos zum Kurs. Die Online-Kurse beginnen in der Folgewoche gemäß Stundenplan. Eine Einführungen in die Themen durch die Dozent*innen stehen ab dem 23.10.2020 auf http://www.uni-kassel.de/go/ath zur Verfügung.

Pro­jekt

Mobilitäthubs für neue Mobilität im ländlichen Raum

Lehrende: Prof. Philipp Oswalt / Dipl.-Ing. Lola Meyer 

Mobilität unterliegt gegenwärtig einer doppelten Transformation. Zum eine eröffnet die Digitalisierung von multimodalen Apps bis hin zum autonomen Fahren neue Möglichkeiten, zum andern erfordert der Klimawandel eine Hinwendung zu umweltverträglichen Formen der Mobilität. Während in den urbane Zentren viel mit neuer Mobilität experimentiert wird, ist der Bedarf an Innovation im ländlichen Raum besonders hoch: Geringes Angebot umweltverträglicher öffentlicher Verkehre, niedrige Nutzerdichte bei weiten Strecken. Im Rahmen des Forschungsprojektes BauMobil (2018-2020) haben wir gemeinsam mit den FG Städtebau (Prof. Rettich) und FG Stadt- und Regionalplanung (Prof. Roost)  einen Mobilitätskonzept für den ländlichen Raum am Beispiel Nordhessens entwickelt. Nun wollen wir dies im Rahmen des Projektangebots architektonisch und städtebaulich konkretisieren. Es gilt, dezentrale Mobilitätstationen, die Personenverkehr und Logistik zusammenbringen sowie den sie umgebenden öffentlichen Raum zu entwerfen. Angedacht sind offene Dachstrukturen, die nicht nur der Mobilität Raum geben, sondern ebenso neue Aufenthaltsqualitäten schaffen, die als soziale Orte dienen und zudem zeichenhaften Charakter besitzen. Für die konstruktiven Fragen des Dachs wird das Projekt vom FG Tragwerksentwurf (Prof. Julian Lienhard) unterstütz und beraten. Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf der Neugestaltung des Straßenraums. Noch mehr als Städte sind ländliche Siedlungen autogerecht ausgestaltet. Mit der Stärkung der öffentlichen Verkehre und der mittelfristigen Einführung des autonomen Fahrens würde ein Großteil des Platzes für den ruhenden Verkehr überflüssig. Zudem könnten schon heute, wenn man es wollte, viele Straßenquerschnitte verringert und Flächen „frei“ werden. Diese Potenziale gilt es für die Aufwertung des öffentlichen Raums zu nutzen. Unterstützend zum Projekt findet das Begleitseminar „Verkehrswende auf dem Land!? - Nutzerorientierte Planung und Mobilitäts-Hubs im ländlichen Raum“ von Anna Bernegg/ Urban Catalyst Studio (zweiwöchentlich Montags 16.00 – 18.00) zu Fragen neuer Mobilität und Planungsprozessen statt. Die Teilnahme an dem Seminar ist für die Projektteilnehmer*innen obligatorisch (für Vertiefer als Recherchestudio).

Das Projekt wird als Online-Lehre mit punktuellen Präsenzveranstaltungen angeboten und findet immer Donnerstags 14-18 Uhr statt. Erster Termin Donnerstag 5.11.2020 Online-Tools im Projekt: Zoom, Miro, Powerfolder, Moodle

Pro­jekt

Out of the box: Forschungsstation documenta institut

Lehrende: Prof. Philipp Oswalt / Dr. Andreas Buss

Im Sommersemester 2019 haben wir mit Studierenden das Wachsende Haus als Design Build Projekt im Weltkulturerbe in Dessau-Tröten realisiert. Siehe: www.bauhausbauen.de. Dies haben wir im Oktober 2020 abgebaut, um es nach Kassel zu bringen. Hier soll es in zentraler Lage in der Innenstadt als temporäre Forschungsstation für das documenta Institut aufgebaut werden. Neue Funktion und neuer Standort erfordern eine Adaption und Weiterentwicklung des Hauses, die im Projekt erfolgen soll. Dies umfasst u.a.:

-     Städtebauliche Platzierung, Gestaltung des Außenraums incl. dessen Möblierung

-     Konzeption einer Bauhütte mit Werkplatz auf Basis zweier Container, evtl. zur späteren Weiternutzung durch die Forschungsstation

-     Formulierung von Nutzungspotenzialen Innen und Außen

-     Signage Außen

-     Weiterentwicklung der Gebäudehülle eines der beiden Gebäudeflügel. Entwicklung einer Innendämmung unter Einbeziehung des FG Bauphysik

-     Entwicklung des Innenraums und der Ausstattung.

Die Entwicklung der Ausstattung von Innen- und Außenraum erfolgt gemeinsam mit Studierenden des Industriedesigns der Kunsthochschule Kassel.
Die Planung umfasst den ganzen Prozess von Bauantrag über die Ausführungsplanung bis zur Ausführung selbst. Die Umsetzung, d.h. der Bau als Design Build Projekt erfolgt Ende März/ Anfang April in einem Bauworkshop unter fachlicher Anleitung und im Selbstbau. Die Mitwirkung an der Ausführung ist für die Projektteilnehmer obligatorisch (Siehe Lehrangebot „Bauworkshop Forschungsstation documenta institut“)
Das Projekt wird als Online-Lehre mit punktuellen Präsenzveranstaltungen angeboten und findet immer Dienstags 14-18 Uhr statt. Erster Termin Dienstag 3.11.2020. Online-Tools im Projekt: Zoom, Miro, Powerfolder, Moodle

Bau­work­shop

Bauworkshop Forschungsstation documenta institut

Lehrender: Dr. Andreas Buss

Nach der planerischen Vorbereitung im Projekt „Out of the box: Forschungsstation documenta institut“ die Umsetzung auf dem Grundstück in der Kasseler Innenstadt. Auf Basis der Planungen werden folgende Arbeitsschritte im Selbstbau verwirklicht:

-     Einrichtung der Bauhütte mit Werkplatz

-     Vorbereitung des Baugrunds, Bau der Entwässerung, der Fundamente

-     (Wieder-) Errichtung des Holzrahmens, Dachdeckung

-     Herstellung und Montage der weiterentwickelten Gebäudehülle incl. Verglasung

-     Wärmedämmung einer Gebäudehälfte, Sonnenschutz

-     Installationen (Elektro, Sanitär, Küche, Heizung)

-     Innenausbau und Einbaumöbel

-     Gestaltung des Aussenraums incl. Gärtnerarbeiten

-     Signage und Möblierung im Aussenraum

Das Projekt wird in Präsenz-Lehre durchgeführt. Die Arbeiten finden vor Ort in Kassel  statt und werden ggfs. durch Werkstattarbeit in Brandthaus oder Kunsthochschule ergänzt. Handwerkliche Erfahrung wird begrüsst, ist aber nicht zwingend erforderlich.

Außer den Projektteilnehmern können beim Bauworkshop weitere Studierende mitwirken. Nach Moodleanmeldung laden wir die Interessenten zu eine Vorbereitungstreffen im Semesterverlauf ein.

 

Se­mi­nar

Raumpraktiken in Zeiten der Pandemie

Lehrender: Prof. Philipp Oswalt

Der Ausbruch der COVID-19-Pandemie hat global die räumlichen Verhaltensweisen in zweierlei Hinsicht temporär radikal verändert. Im physischen Raum wird ein social distancing praktiziert, das Vermeiden von Nähe zu seinen Mitmenschen. Im digitalen Raum hingegen werden zur Kompensation dieses Kontakt- und Kommunikationsverlustes die Formen von Telepräsens intensiviert und erweitert.
Das Seminar befasst sich mit Theorien und Prototypen dieser beiden komplementären Formen räumlichen Verhaltens. Hierzu gehören Theorien zur Proxemik (Edward Hall) sowie zur Telepräsenz und kommunikativen Netzwerken (Vilem Flusser, Marshall McLuhan, Manuell Castell, Stephen Graham). Die theoretischen Diskurse bilden die Basis für die Diskussion von konkreten räumlichen Praktiken. Diese werden einerseits anhand aktueller Beobachtungen und Recherchen, anderseits anhand von historischen wie aktuellen Prototypen des Social Distancing (Cocooning, Eremitentum/ Einsiedelei, Expeditionen/ Raumfahrt, Quarantäne, Isolationshaft) behandelt. Hierbei soll einerseits das Bewegen der Menschen in Raum und Zeit, anderseits räumliche Vorkehrungen und Strukturen (Verortung, Bauten, Schutzvorrichtungen etc.) betrachtet werden.
Ergänzend soll an ausgewählten historischen Fällen die Auswirkung von Pandemien und Hygienekonzept auf Stadt und Architektur diskutiert werden. Schwerpunkt hierbei sind die Konzepte zur Stadthygiene vom Mittelalter bis zur Neuzeit incl. 19. Jahrhundert und die Obsession der klassischen Moderne mit Fragen der Hygiene und Gesundheit, die u.a. in Konzepten von Transparenz und Licht-Luft-Sonne mündeten. (dazu u.a. Beatriz Columina sowie diverse historische Autoren).

Erster Termin: Donnerstag, der 23. April 12:00

Das Seminar findet einstweilen im E-learning modus statt.

Se­mi­nar

Wie wohnen?

Lehrender: Prof. Philipp Oswalt

Über 2/3 aller Bauwerke dienen dem Wohnen, es bildet also die große Masse der Architektur, und zugleich gibt es kaum ein Programm, dass baulich so kleinteilig und passgenau den funktionalen und wirtschaftlichen Anforderungen  angepasst wird, in dem also der architektonische Entwurf von äußere Bedingungen vorbestimmt ist. Gleichwohl ist es in der Geschichte der Modernen Architektur immer wieder gelungen, auf unterschiedlichsten Wegen bemerkenswerte architektonische Innovationen für den Massenwohnungsbau zu entwickeln.

Begleitend und unterstützend zum Entwurfsprojekt „Mischbebauung 4.0“ stellen wir uns dieser Herausforderung, in dem wir zwei Perspektiven fokussieren:

a)   Die Wohnpraktiken: Wie werden Wohnungen und die einzelne Teile der Wohnung heute genutzt? Welche Tendenzen zeichnen sich ab und wie können diese radikalisiert werden? Was bedeutet es, Wohnen mit Arbeiten zu verbinden; was, wenn das Schlafzimmer zum neuen Wohnzimmer wird; und was, wenn die Küche verschwindet; oder was, wenn ich alles teile; oder was, wenn immer mehr digitale tools in unsere Lebenswelt eindringen?

b)   Die Architektur der Wohnung: Wie kann trotz der üblichen Kleinteiligkeit und Determininiertheit von Wohnungen diese eine besondere architektonisch-räumliche Qualität gewinnen? Wie lässt es sich in einer radikalen Raum- oder Konstruktionsidee wohnen? Was bedeutet es, wenn man Rohbau von Ausbau trennt, oder dienende von bedienten Räumen?

In dem Seminar wollen wir uns grundlegend mit diesen Fragen befassen, ausgewählte Text wie auch aktuelle Beispiele des Wohnen und der Wohnarchitektur hierzu diskutieren.

Das Seminar dient zur Begleitung des Entwurfprojektes „Hybrides Wohnen / Urbaner Teppich“ und ist exklusiv für deren Teilnehmer.

Se­mi­nar

OMU: Eine Rationalisierung

Lehrender: Samuel Korn

„Am 18. August des Jahres 1787 schrieb Goethe aus Italien an Knebel: ‚Nachdem, was ich bei Neapel, in Sizilien von Pflanzen und Fischen gesehen habe, würde ich, wenn ich zehn Jahre jünger wäre, sehr verrückt sein, eine Reise nach Indien zu machen, nicht um Neues zu entdecken, sondern um das Entdeckte nach meiner Art anzusehen.‘“ Dieses Brieffragment Goethes, das Oswald Mathias Ungers (1926-2007) seiner Publikation Morphologie. City Metaphors 1982 als Motto voransetzte, erscheint in der retrospektiven Betrachtung von Ungers architektonischen Werk als Beschreibung seiner eigenen Haltung sowie als Aufruf Systematik und Subjektivität im architektonischen Werk zu vereinen und so in einer transformatorisch wirkenden Rationalisierung des Bestands produktiv werden zu lassen. Ungers Auseinandersetzung mit der Vorstellung eines Wesens der Dinge sowie der Architektur ‚an sich‘ zeigt sich in seiner Suche nach beständigen Ordnungen und Formen. Dass sich dies in seinen Praktiken als Entwerfer, Lehrer und Autor so sichtbar demonstriert, macht deutlich, dass die Auseinandersetzung mit den Bedingungen gleichsam darauf abzielten im Mikrokosmos des einzelnen Projekts jederzeit den Makrokosmos der Disziplin aufzuzeigen.

Unter den Vorzeichen dieser analytischen, aber zugleich transformatorischen Praxis untersucht das Seminar Ungers Entwurfs-, Lehr- und Publikationstätigkeit als gleichwertige architekturtheoretische Praktiken, welche die zeitgenössischen und historischen Bedingungen von Architektur und Stadt sowie darüber hinaus die Möglichkeiten des architektonischen Wissens betrachten und die darüber hinaus als Vehikel zur Positionierung des Architekten als Autorensubjekt dienen. Fokus unserer Auseinandersetzung mit dem ‚architektonischem Werk‘ ist dabei Ungers Erarbeiten systematischer Zugänge im Entwurf, in der Lehre und der Publikationstätigkeit, die den architektonischen Bestand – im Sinne eines konkreten und fragmentarischen Ist-Zustand wie auch als umfassendes wie konstruiertes historisches Narrativ – rationalisieren und wiederum in neue Fallbeispiele überführen.

Beginn der Veranstaltung ist Mittwoch, 22.04.2020

Se­mi­nar

Wie spricht Platz?

Lehrender: Samuel Korn

Der Manifestation von Menschenmassen als politische Kraft in der Französischen Revolution geht nach Ludger Schwarte eine bestimme Form des öffentlichen Raums voraus. Gleichwohl dessen Architektur keinesfalls als Auslöser der umwälzenden Ereignisse verstanden werden könne, so konstruiere sie doch den Erscheinungsraum aller konkreten Handlungsmöglichkeiten. Diese Vorstellung von Architektur kann jedoch nicht als bloße Gegenform zur Architektur als bauliches Instrument der Machtausübung verstanden werden, denn auch sie liegt nicht außerhalb dessen, was der Möglichkeitshorizont aller Architektur ist: die Begründung eines Zusammen in einer Form, die nur aus dem hervorgehen kann, was als Zusammen denkbar ist und die dabei die Möglichkeiten von Zusammen repräsentiert sowie zugleich die Parameter des hier spezifisch möglichen Zusammens zu einem gewissen Grad rekonfiguriert. Hervorzuheben ist darüber hinaus, dass der dabei produzierte Ereignisraum nur als Überlagerung von Architekturen und Subjekten verstanden werden kann, in welchem weder die Stadt noch die Masse als solche isoliert betrachtet werden kann. Im Begrenzen und Ermächtigen, im Öffnen und Aneignen vollziehen sich immer performative Handlungen, die in Abhängigkeit zu den spezifischen Wahrnehmungen individuelle wie kollektive Narrativierungen erfahren. Der von Hannah Arendt dargestellten Unterscheidung von «Stärke» und «Macht» folgend kann eine Architektur der Ermöglichung folglich nicht souverän ‚hergestellt‘, sondern lediglich in einem Geflecht von Beziehungen ‚erhandelt‘ werden und müsste somit die Bedingtheiten und Begrenztheiten sowie die Performativität jeder architektonischen Produktion thematisieren und wiederum als Handlungspotenzial eröffnen. Aufbauend auf Schwartes Studie von architektonischen Räumen im Paris der Revolutionsjahre sowie weiteren theoretischen Positionen wird das Seminar und vom Begriff der «Einrichtung» ausgehend existierende Ordnungsstrukturen im städtischen Raum analysieren, um deren Potenziale für ‚Handlungen‘ im Sinne einer interventionistischen Rekonfiguration weiter-, um- oder fortzudenken.

Se­mi­nar

Kritischer Regionalismus in der Postmoderne - und heute? Diskutiert am Werk von Ricardo Bofill / Taller de Arquitectura

Lehrende: Sandra Meireis

„Mit der Bezeichnung kritischer Regionalismus ist nicht der regionale Stil gemeint, der einst spontan durch das Zusammenwirken von Klima, Kultur, Mythos und Handwerk entstand. Sie bezieht sich vielmehr auf jene neueren regionalen ‚Schulen‘, deren Ziel es ist, die begrenzten Gesellschaften, in denen sie begründet sind, im kritischen Sinne zu repräsentieren und zu bedienen. Ein solcher Regionalismus hängt in gewissem Maße von dem Zusammenhang zwischen der politischen Identität einer Gesellschaft und dem Architektenberuf ab“, schreibt der Architekturhistoriker Kenneth Frampton in seinem Buch Die Architektur der Moderne (1980). Das Werk des katalanischen Architekten Ricardo Bofill / Taller de Arquitectura nimmt in diesem Zusammenhang eine Sonderposition ein, die jüngst in der internationalen Architekturszene eine rege Rezeption und neue Beliebtheit erfährt. Bofill entwickelt eine ganz eigene Architektursprache, die in enger Verbindung zu ihrer natürlichen und kulturellen Umgebung steht und als Ansatz eines integrierten Urbanismus Bekanntheit erlangt. Heute ist es an der Zeit „die Bedeutsamkeit, die Legitimität, die Notwendigkeit der Zugehörigkeit zu einem Boden“ wieder zur Sprache zu bringen, „aber ohne dass dies — und darin liegt die ganze Schwierigkeit — gleich wieder mit den Ingredienzien verwechselt wird, die dem Lokalen beigemischt sind: ethnische Homogenität, Musealisierung, Historizismus, Nostalgie, falsche Authentizität“, reflektiert der Soziologe Bruno Latour in seinem Buch Das Terrestrische Manifest (2018).

Das Seminar ist strukturiert als Einführung und Vertiefung des Begriffs „kritischer Regionalismus“ — das ist im Kontext der aktuellen Reflexion der Postmoderne im Allgemeinen und ihrer Architektursprache im Besonderen, und dem seither beschleunigten Globalisierungsprozess zu verstehen. Dabei werden Fragen aufgeworfen, die auch die Suche nach einem Gefühl der Zugehörigkeit und des Beschütztseins bei gleichzeitigem Verzicht auf territoriale Grenzziehungen im Namen der Identität, ob nun regional/lokal oder national/global, berühren.

Beginn der Veranstaltung ist Freitag, 27.04.2020

Se­mi­nar

Methoden der digitalen Kooperation und Kommunikation

Das Sommersemester 2020 wird in Zeiten der Pandemie im Modus des E-learnings durchgeführt. Studierende und Lehrende müssen hierfür eine Reihe neuer Arbeitswerkzeuge erlernen und nutzen.

 

Begleitend zu den Lehrveranstaltungen des Fachgebiets Architekturtheorie gibt es die Möglichkeit, im Rahmen dieser Übung sich vertieft mit diesen Werkzeugen zu befassen. Hierzu gehören u.a.:

- Slack und darin integrieret Apps als Kooperationswerkzeug

- Miro als Whiteboard tool

- Panopto zum Erstellen und Kommunizieren von Vortragsbeiträgen (Referaten)

Zur Studienleistung gehört die aktive und kreative Nutzung dieser oder anderer Werkzeuge.

Se­mi­nar/Bau­work­shop

Shelter: existenzsichernde Ad-hoc-Techniken

Lehrende: Dr. Andreas Buss in Kooperation mit Adria Daraban, BTU Cottbus

Die moderne Zivilisation, in der wir uns wie selbstverständlich bewegen, lässt uns leicht vergessen, daß der unbehauste Mensch seiner Umgebung ausgeliefert ist. Erst Umbrüche und Katastrophen führen di existenzielle Bedeutung geschützter Räume vor aller Augen. Schon im Vorfeld der aktuellen Krise beschäftigte uns die Frage nach einer Architektur am Minimum. Darunter verstehen wir keinen formalen Minimalismus, sondern räumliche Strukturen, die ad-hoc und mit einfachsten Mitteln zu schaffen sind. Die Bandbreite spontaner Bautechniken umfasst die Feldhütten des Militärs, die Camps der Prepperszene, die Basteleien Obdachloser wie auch die Toolkits der Katastrophenhilfe. Aktuell zeitigen die Vereinzelungsmaßnahmen infolge der Corona-Pandemie bauliche Interventionen, die demselben Spektrum zuzuordnen sind, wie etwa der Schutz an der Supermarktkasse. Auch der Rückzug ins Innere kann ein architektonisches Szenario und Betätigungsfeld darstellen.

Die Lehrveranstaltung findet in Kooperation mit Studierenden der BTU Cottbus, Gastprof. Adria Daraban statt (https://www.b-tu.de/fg-architekturtheorie), die sich besonders dem Rückzug ins Innere widmen werden. Hierbei werden auch Praktiken des selbstgewählten Rückzugs thematisiert, wie die der Eremiten oder Einsiedler. Wir werden uns zunächst anhand von Referaten mit spontan durchführbaren, existenzerhaltenden Kulturtechniken auseinandersetzen. Ein individuell zu verfassendes Szenario bereitet auf ein praktisches Bauexperiment vor. Es stehen max. 48h zur Verfügung, um ein Shelter zu bauen. Dem aktuellen Krisenmodus möchten wir auch Positives abgewinnen und mit Lust die üblichen Bahnen des Entwerfens fester Bauten verlassen.

Die Lehrveranstaltung wird 14-täglich, einschliesslich der zweitägigen Kompaktveranstaltung des Bauworkshops durchgeführt. Bei Interesse ist auch die Erstellung einer Studienarbeit möglich, die sich ergänzend zum Bauexeriment  mit einem theoretisch-anaytischen Thema befasst. Das Seminar findet einstweilen im E-learning modus statt.

Erster Termin: Mittwoch, 29.04.2020, 14:00. als Online-Video-Meeting

Se­mi­nar/Ex­kur­si­on/Bau­work­shop

Stadt-Land-Hof

Lehrende: Lola Meyer

Ein vielfältiger und weitreichender Transformationsprozess verändert den ländlichen Raum, der lange Zeit sehr stabil war. Durch demografischen Wandel, Schrumpfungs- oder auch Verstädterungsprozesse sowie den Umbau der Land- und Forstwirtschaft innerhalb des globalen Markts ändern sich Raum-, Bevölkerungs- und Arbeitsstrukturen von Dörfern und ländlichen Regionen. Damit gehen auch Traditionen verloren, die bisher über räumlich definierte, soziale Strukturen und Generationen weitergetragen worden sind. Das Lehrangebot „Stadt-Land-Hof“ möchte diese Prozesse genauer betrachten und handfest vor Ort eingreifen. In einem zweiwöchigen Workshop (optional 1 Woche) vor Ort und einem Begleitseminar werden wir gemeinsam mit anderen europäischen Studierenden ein Hofprojekt in der Prignitz kennenlernen und hier am Umbau einer alten Stallung mitwirken. Es soll ein Nutzungskonzept für das zu sanierende Dachgeschoss formuliert, Möbel entwickelt und eine Sommerküche konzipiert und – vor allem umgesetzt werden (voraussichtlich 20.7- 02.08.2020). Dabei werden wir traditionelle Handwerkstechniken und natürliche Baumaterialien wie Lehm, Holz und Stroh kennen lernen und uns von Handwerkern aus der Region noch vorhandenes Wissen zur Realisierung geben lassen. Im Begleitseminar untersuchen wir die Region und schauen uns die Prignitz als einen der am dünnsten besiedelten und ärmsten Landstriche Deutschlands genauer an. Außerdem suchen wir nach Projekten, Ideen und Menschen, die auf unkonventionelle Weise die Transformationsprozesse im ländlichen Raum beeinflussen.

Das Lehrangebot wird betreut von: Lola Meyer (Landschaftsarchitektin, Kai Dolata (Architekt, Stadtplaner und Projektsteuerer), Slavis Lew Poczebutas (Architekt und Urban Designer) und Kris Drieghe (Architekt).

Das Lehrangebot hat ein begrenztes Platzkontingent: Wer mitmachen möchte, schreibt bitte ein kurzes Motivationsschreiben (4 Zeilen) und schickt es an folgende Adresse: lola.meyer@uni-kassel.de

Für den Workshop vor Ort wird ein Unkostenbeitrag (Essen, Betriebskosten) zu entrichten sein in Höhe von 210 Euro. Die Teilnahme ist erst nach Überweisung des Unkostenbeitrags. Die Fahrtkosten können voraussichtlich bezuschusst werden.

Es handelt sich um eine Lehrveranstaltung mit „Service Learning“ und wird mitfinanziert aus den Mitteln des Qualitätspakets Lehre (QPL).
Anmerkung: Ggf. Kann sich der praktische Teil nach hinten verschieben (in jedem Fall aber in der vorlesungsfreien Zeit stattfinden). Dies wird bis spätestens Juni 2020 entschieden. Das Seminar wird unabhängig davon ab April 2020 stattfinden und wird online betreut.

Module: C-1.1-30, C-1.1-42 und C-2.1-34, C-2.1-45

Erster Termin: Mittwoch, 29.04.2020, 18:00 Uhr als Online-Video-Meeting

Vor­le­sung

Architekturtheorie: Theorie, Bau, Kritik: Wiener Positionen 1889 bis heute

Dieses Semester wird die Vorlesung als Videostream auf Basis der Aufzeichnung vom Sommersemester 2019 angeboten, in dem Ruth Hanisch las über „Theorie, Bau, Kritik: Wiener Positionen 1889 bis heute“. Jede Woche wird Mittwochs eine Vorlesung freigeschaltet, über die bis zum Abend als Studien- und Prüfungsleistung ein kurzer Kommentar von einer Seite zu schrieben ist.

Die Vorlesung vermittelt den Studierenden über das paradigmatische Beispiel der Wiener Entwicklung einen fundierten Einblick in die moderne, post- und spätmoderne Architektur- und Städtebautheorie. Die Stadt Wien war in den letzten 150

Jahren ein wichtiges Zentrum des Modernediskurses mit Protagonisten wie Camillo Sitte, Otto Wagner, Adolf Loos, Otto Neurath, Josef Frank, Bernard Rudofsky, Hans Hollein und Coop-Himmelblau. Im Zentrum jeder Einheit steht ein Text, der den Studierenden auch zur Verfügung gestellt wird; dieser wird detailliert besprochen und im Kontext des zeitgenössischen Baugeschehens analysiert. Texte und architektonische Praxis werden stets aufeinander bezogen.

Erster Termin:

Die Einführung findet als Videolifestream mit Chatfunktion (Rückfragemöglichkeit) am Mittwoch, den 22. April um 12.00 statt, in der der Fachgebietsleiter alle Fragen zu der Veranstaltung life beantwortet. Alle Teilnehmer müssen sich vorab bei Moodle bis zum Montag, den 20. April in den Kurs eintragen und bekommen dann die nötigen Zugangsinformationen zugeteilt.

Pro­jekt

Hybrides Wohnen / Urbaner Teppich

Lehrende: Prof. Philipp Oswalt & Marie Jacobsen

In den größeren deutschen Städten besteht aufgrund des Wohnungsmangels erheblicher Wohnbaubedarf, weshalb vielerorts neue Baugebiete ausgewiesen und bebaut werden. Die städtebaulichen Strukturen wie auch die Wohnungstypen hierbei ähneln sich zumeist sehr und sind recht konventionell: Zwei- bis Drei-Zimmer als Etagenwohnungen in geschlossener oder offener Blockbauweise, Townhouses und Reihenhäuser – ein Standard, der sich in den letzten Jahrzehnten flächendeckend durchgesetzt hat.

Mit diesem Projekt wollen wir an Wohninnovationen der klassischen Avantgarde anknüpfen und diese weiterdenken. In den 1920er Jahre konzipierten Architekten wie Le Corbusier, Mies van der Rohe und Ludwig Hilberseimer verdichtete Flachbauweisen, bei denen auf kleinen Parzellen von z.T. kaum 200 qm ein- bis dreigeschossige Einfamilienhäuser in Teppichbauweise entstehen. Hilberseimer durchmischte zudem diese Bauform mit vielgeschossigen Hochbauten, um eine Diversität an Wohntypen und sozialen Milieus zu erreichen. Diese Ideen sind Ausgangspunkt für unser Projekt:

Nach einer Analyse innovativer Flachbautypologien aus den letzten 100 Jahren bis heute (u.a. auch von O.M.A, MVRDV, ....) gilt es, aufbauend auf eigenen Ideen zum heutigen Wohnen ein eigenen Flachbautyp im Maßstab 1:50 zu entwickeln – d.h. auch bzgl. der Konzeption von Innenraum, Atmosphäre, Konstruktion und Materialität. Varianten dieses Wohntyps werden exemplarisch auf einem von drei ca. 30 ha großen Testfeldern in Berlin angewandt und mit Hochbauten durchmischt, für die wir uns einer Bibliothek aktueller Typen bedienen. Das Projekt fokussiert bei Haus und Stadt ein typologisches Entwerfen, was sich nicht aus der Spezifität eines Ortes entwickelt, sondern eben aus einer Konzeption eines (Grund)Typs. Hierbei Entwerfen wir auch nicht vom Großen ins Kleine, sondern es wird ein Grundbaustein entwickelt, der anschließend auf seine Potenziale für größere Strukturen entwurflich getestet und entwickelt wird. 

Erster Termin: Donnerstag 23.April 14:00. als Online-Video-Meeting.

Die per Projekteinwahl zugewiesenen Teilnehmer sollen sich alle umgehend bei Moodle für das Projekt anmelden, um die digitale Kommunikation aufzunehmen. Ihnen werden dann die Zugangsdaten für die weitere Onlinekommunikation mitgeteilt.

Das Projekt findet wie alle anderen einstweilen im E-learning Modus statt.

Begleitend zum Seminar findet verpflichtend für alle Teilnehmer ein Seminar statt: Wie wohnen? Donnerstag 10:00–12:30.

Vorstellung des Projektes

Se­mi­nar

Rechte Räume

Lehrender: Prof. Philipp Oswalt

Mit einer Legitimationskrise von Globalisierung und Wirtschaftsliberalismus haben sich in den letzten Jahren in vielen Ländern zunehmend nationalistische, oft rechtspopulistische und zuweilen autoritär-antidemokratisch ausgerichtete Tendenzen in Politik und Gesellschaften etabliert – ob in Russland oder USA, Ungarn, Italien oder Österreich, Türkei, Brasilien oder ehemaligen Sowjetrepubliken. Diese gehen nicht selten einher mit der Verwendung repräsentativer Architekturformen und -sprachen, welche Ideen von Macht und Gesellschaft artikulieren sollen. Auch die Mitte unsere Gesellschaft reagiert auf diese Rechtstendenz mit der Gründung von Heimatministerien.
In dem Seminar soll diese jüngeren Entwicklungen, die sich weitestgehend außerhalb des üblichen Architekturdiskurses vollziehen, in Bildern, Bauten und Texten recherchiert, analysiert und kritisch diskutiert werden. Das Seminar greift damit die von Arch+ initiierte Debatte zu Rechten Räumen auf, nimmt aber eine andere Perspektive auf dieses Thema. Es nimmt konkrete architektonische Praktiken zum Ausgangspunkt, in deren Formensprache sich die entsprechenden Ideologien niederschlagen. Der globale Vergleich offenbart, dass sehr verschiedene –etwa klassizistische, modernistische, organizistische - Architekturstile von autoritären und rechtspopulistischen Machtgruppierungen genutzt werden. Angedacht sind folgende Beispiele, welche von den Kursteilnehmern durch andere ergänzt oder ersetzt werden können:
Italien: Mausoleum (Bildhauer Pietro Cascella) und Villa Certoso von Berlusconi, Museum im Casa del Fascio von Terragni, Projekt der Lega Nord / USA: Appartment Donald Trump (Design Angelo Donghia) / Großbritannien: Roger Scruton (Philosoph, Autor von The Aesthetics of Architecture (1979), The Classical Vernacular: Architectural Principles in an Age of Nihilism(1995)), Vorsitzender der britischen Kommission „Building Better, Building Beautiful“ 2018/19 / Belgien: Leon Krier / Niederlande: Thierry Baudet, Historiker/ Politiker Forum für Demokratie / Deutschland: Rechte Siedler, Herrenhäuser und Burgen / Ungarn: Architekt Imre Makowecz / Türkei: Neuer Präsidentenpalast und andere smybolbauten der Ära Erdogan / Russland: Putmis Architekt Lanfranco Cirillo / Kazakhstan: Hauptstadt Astana / Turkmenistan: Hauptstadt Ashkhabad / China: Ministerpräsidents Xi Jinping Rede von 2014 und ihre Folgen / Deutschland: Heimatministerien im Bund, in Bayern und NRW

Termin: Mittwochs 12:00 – 15:30 bzw. 12:00 -13:30 (siehe Terminplan)

Se­mi­nar

Garnisonkirche Potsdam - Ein rechter Identifikationsort?

Lehrender: Prof. Philipp Oswalt

Seit 2017 wird der Turm der Garnisonkirche in Potsdam mit maßgeblicher Unterstützung der Politik sowie der evangelischen Kirche als nationales Projekt wieder aufgebaut. Der Bundespräsident hat die Schirmherrschaft übernommen und der Bund finanziert das Projekt mit € 12 Mio., und bald wohl mit € 18. Mio..
Aber das Projekt ist aufgrund seiner rechten Geschichte ein Tabubruch. Es zieht sich hier eine Linie vom preußischen Militärwesen über den Rechtsradikalismus in der Weimarer Republik, den Nationalsozialismus bis hin zum neuen Rechtsradikalismus. Auch das heutige Wiederaufbauprojekt hat seinen Ursprung in rechtsradikalen Kreisen. Die evangelische Kirche hat das Projekt zwar im Jahr 2005 übernommen und die Nutzungskonzeption verändert, doch bleibt die bisherige Abgrenzung nach rechts unzureichend und das vermittelte Geschichtsbild ausgesprochen problematisch. Allen Ankündigungen zum Trotz hat die Stiftung Garnisonskirche als Bauherr in ihrem über zehn jährigen Bestehen keinen Lernort geschaffen, der ungeschönt auch die kritischen Seiten des Ortes hinreichend beleuchtet, sondern hat die Kirchengeschichte nostalgisch-beschönigend dargestellt, die Kirche zum Opfer der Zeitläufte stilisiert und mit dieser Mythenbildung in problematischer Weise einen Identifikationsort propagiert.
Um dem entgegenzutreten, hat das Fachgebiet Architekturtheorie und Entwerfen der Universität Kassel, die Martin-Niemöller-Stiftung und die Kunsthochschule Berlin Weißensee – Visuelle Kommunikation mit Unterstützung des Kunst- und Kreativhaus Rechenzentrum Potsdam verabredet, einen unabhängigen Lernort zu schaffen – als Informationsportal im Internet wie auch physisch vor Ort im ehemaligen Rechenzentrum. Das interdisziplinäre Seminar, zu dem Studierende verschiedener Studiengänge eingeladen sind, bereitet diesen Lernort mit seinen Recherchen vor, die sich mit der Geschichte des Bauwerks vom 18. Jh bis zur heutigen Rekonstruktion befasst. Von einem einzigen Bauwerk ausgehend, wird ein komplexe und vieldimensionale Geschichte erfahrbar und wird der unterschiedliche Umgang mit dem Gebäude im Verlauf der Geschichte sichtbar. Abschließend wollen wir dieses Rekonstruktionsprojekt und Optionen für veränderte Konzeptionen diskutieren. Neben einigen Terminen Dienstags abends ist hierzu vor allem ein Vorwortworkshop am Fr. 6./ Sa. 7. 12 im Rechenzentrum Potsdam vorgesehen. Interessenten steht eine Option auf weiter Vertiefung (6 Credits) offen, da das Fachgebiet u.a. mit der Durchführung eines Symposions im Frühjahr das Thema weiter führen wird.

Termin: Dienstags 18:00 – 19:30

Se­mi­nar

OMU: Eine Rationalisierung des Bestands

Lehrender: Dipl. Des. Samuel Korn

„Am 18. August des Jahres 1787 schrieb Goethe aus Italien an Knebel: ‚Nachdem, was ich bei Neapel, in Sizilien von Pflanzen und Fischen gesehen habe, würde ich, wenn ich zehn Jahre jünger wäre, sehr verrückt sein, eine Reise nach Indien zu machen, nicht um Neues zu entdecken, sondern um das Entdeckte nach meiner Art anzusehen.‘” Dieses Brieffragment Goethes, das Oswald Mathias Ungers (1926-2007) seiner Publikation Morphologie. City Metaphors 1982 als Motto voransetzte, erscheint in der retrospektiven Betrachtung von Ungers architektonischen Werk als Beschreibung seiner eigenen Haltung sowie als Aufruf Systematik und Subjektivität im architektonischen Werk zu vereinen und so in einer transformatorisch wirkenden Rationalisierung des Bestands produktiv werden zu lassen.
Ungers Auseinandersetzung mit der Vorstellung eines Wesens der Dinge sowie der Architektur ‚an sich‘ zeigt sich in seiner Suche nach beständigen Ordnungen und Formen. Dass sich dies in seinen Praktiken als Entwerfer, Lehrer und Autor so sichtbar demonstriert, macht deutlich, dass die Auseinandersetzung mit den Bedingungen gleichsam darauf abzielten im Mikrokosmos des einzelnen Projekts jederzeit den Makrokosmos der Disziplin aufzuzeigen.
Unter den Vorzeichen dieser analytischen, aber zugleich transformatorischen Praxis untersucht das Seminar Ungers Entwurfs-, Lehr- und Publikationstätigkeit als gleichwertige architekturtheoretische Praktiken, welche die zeitgenössischen und historischen Bedingungen von Architektur und Stadt sowie darüber hinaus die Möglichkeiten des architektonischen Wissens betrachten und die darüber hinaus als Vehikel zur Positionierung des Architekten als Autorensubjekt dienen. Fokus unserer Auseinandersetzung mit dem ‚architektonischem Werk‘ ist dabei Ungers Erarbeiten systematischer Zugänge im Entwurf, in der Lehre und der Publikationstätigkeit, die den architektonischen Bestand – im Sinne eines konkreten und fragmentarischen Ist-Zustand wie auch als umfassendes wie konstruiertes historisches Narrativ – rationalisieren und wiederum in neue Fallbeispiele überführen.

Termin: mittwochs 12:00–14:00

Se­mi­nar

This is not Architecture: Die Medien der Architektur

Lehrende: Dr. Sarah Borree

Unsere Auseinandersetzung mit Architektur findet zu einem Großteil durch Fotos, Texte und Zeichnungen statt, die sich uns zumeist in Zeitschriften, Büchern oder auch dem Internet präsentieren. Obwohl wir essentiell auf diese Medien angewiesen sind um unsere Kenntnis über Gebäude, Epochen oder Stile zu erweitern, diese zu untersuchen oder kritisch zu hinterfragen, nehmen wir sie in unserem alltäglichen Handeln und Arbeiten nur selten wahr. Dieses habituelle Übersehen ist dahingehend problematisch, als es sich bei den diversen Medien der Architektur mitnichten um lediglich reproduktive und damit passive Werkzeuge handelt. Indem ihre spezifischen Qualitäten elementar bestimmen, wie Architektur gedacht, entworfen und rezipiert wird, nehmen sie vielmehr eine aktive und produktive Rolle ein. Moderne Architektur, betonen Architekturtheoretiker*innen wie Beatriz Colomina in Hinblick auf die zentrale Relevanz moderner Massenmedien, sei elementar durch, mit und in diesen entstanden.
Anknüpfend an Methoden und Konzepte aus der Kulturwissenschaft untersuchen wir im Seminar die Entwicklung, Rolle und Bedeutung einiger dieser Medien – Sprache, Fotografie, Publikationen und Ausstellungen. Der Fokus auf Medien als Produzenten architektonischen Wissens konfrontiert uns dabei auch mit der übergeordneten Frage, wie und durch wen Architektur eigentlich generiert und somit definiert wird.
Das Seminar zielt somit darauf ab, den Blick der Teilnehmer*innen auf die diversen Produktionsprozesse innerhalb der Architektur als Disziplin, wie auch ihren eigenen Umgang mit den Medien der Architektur zu schärfen. Dafür werden wir zum einen ausgewählte Positionen aus der aktuellen Forschung zusammen mit theoretischen Konzepten zur Wissensproduktion diskutieren und zum anderen mediale und architektonische Fallstudien kritisch be- und hinterfragen.

Termin: montags 10:00 - 13.15

Se­mi­nar

Neue Utopien: Mikro/Lokal und Makro/Global

Lehrende: Sandra Meireis

Seit einigen Jahren zeigt sich eine Rückkehr des Utopischen in den kulturellen Diskursen — nachdem die Utopie mit dem Eintritt in die „Postmoderne” (nach 1968) in Verruf geriet. Der Tief- und Wendepunkt dieser Entwicklung wird vom Zusammenbruch der kommunistischen Regime 1989/91 markiert. Gegenwärtig wird der Ruf nach neuen politischen Ideen wieder lauter, weltweit, auch auf den Straßen: Sozial und ökologisch motivierte Bewegungen formieren sich, z. B. Occupy (2011) oder Fridays for Future (2019). Die spätmoderne Rede von der „politischen Alternativlosigkeit” scheint der Vergangenheit anzugehören.
In der Geschichte der Utopie nehmen Architektur und Städtebau einen zentralen Stellenwert ein. Seit Anbeginn der Sesshaftwerdung des Menschen wird im Nachdenken über Gesellschaft die politische mit der räumlichen
Ordnung verknüpft — so auch im Politisch-spekulativen. Utopie ist ohne Architektur nicht denkbar. Demnach müsste die Wiederkehr der Utopie auch in der gegenwärtigen Architektur- und Stadtentwicklung zu beobachten sein. Und wenn ja, wie zeigt sie sich dort? Der Bund Deutscher Architekten (BDA) veröffentlichte erst kürzlich das Diskussionspapier „Das Haus der Erde”; darin werden „Positionen für eine klimagerechte Architektur in Stadt und Land” dargelegt. Daraus geht hervor, dass technische Lösungen, z. B. Smart City nicht ausreichend dazu beitragen können, die rasante gesellschaftliche Wandlung mitzugestalten. Wesentliche Fragestellungen betreffen insbesondere ökologische, sozialpolitische und nicht zuletzt ästhetische Aspekte.
Das Seminar ist strukturiert als Einführung und Vertiefung des Utopiebegriffs in Architektur und Philosophie.

Termin: freitags 12:00 - 16:00

Pro­jekt

Die Zwischenstadt urbanisieren

Lehrende: Prof. Philipp Oswalt, M.Sc. Marie Jacobsen

Mit der zunehmenden Wohnungsnot in den Wachstumsräumen intensiviert sich die Debatte über mögliche Nachverdichtung von (Innen)städten. Im Fokus stehen dabei die Aufstockung von Gründerzeitbebauungen und die Nachverdichtung von Nachkriegssiedlungen. Doch die städtebaulich problematischsten Gebiete, die großen Einfamilienhausareale, sind bislang außen vor geblieben. Sie scheinen im Gegensatz zu anderen Arealen der Großstadt einen Milieuschutz zu haben, der sie vor jeder Änderung bewahrt. Aber warum?
Ausgehend von Ludwig Hilberseimer Konzept einer Mischbebauung, mit dem wir uns schon in den letzten zwei Semestern befasst haben, wollen wir in dem Projekt die Möglichkeit der urbanisierende Verdichtung von größeren Einfamilienhausgebieten anhand Berliner Beispiele erforschen: Wie kann der Teppich der Einfamilienhausgebieten mit Hochbauten, gar Hochhäusern ergänzt werden, um räumlich spannungsvolle und artikulierte Bereiche zu schaffen, die sozial und funktional gemischt sind. Welche Funktionen sollen diese neuen Stadtbausteine aufnehmen und ermöglichen? Nach der Formulierung stadträumlicher Konzepte gilt es, einen der hierbei konzipierten neuen Hochbauten architektonisch zu konkretisieren.
Teil des Projektes ist eine Exkursion nach Rotterdam, Amsterdam und Berlin, um diverse konzeptuelle Vorbilder wie auch die geplanten Bauplätze zu besichtigen. Die Projektergebnisse sollen dann im Februar 2020 in dem von uns im letzten Semester erbauten wachsenden Haus von Hilberseimer in Dessau – selbst Teil des Prototyps der Mischbebauung - ausgestellt werden.

Ex­kur­si­on

Exkursion nach Rotterdam, Amsterdam, Berlin

Lehrende: Prof. Philipp Oswalt, M.Sc. Marie Jacobsen

Begleitend und unterstützend zum Projekt findet die Exkursion statt, bei der realisierte Mischbebauungen (Durchmischung von Hoch- und Flachbau) in Rotterdam, Amsterdam und Berlin u.a. von West 8, NL-Architekten, MVRDV, Lotte Stam-Beese, und anderen besucht und analysiert werden.

Termin: Kompaktwoche 04.-08.11.2019

Se­mi­nar

Im Panoptikum der Moderne

Lehrender: Tom Steinert

Das Bauhaus ist in vielerlei Hinsicht ein Paradoxon. Wenngleich seine Vertreter es ablehnten, von einem einheitlichen Stil – oder von Stil überhaupt – zu sprechen, wird es nach 100 Jahren Rezeptionsgeschichte zuallererst mit ›Bauhausstil‹ assoziiert. Es wird damit vorrangig als ästhetisches Phänomen wahrgenommen, obwohl es nicht nur über die Daten seiner Existenz (1919–1933) mit der Umbruchszeit der Weimarer Republik verbunden war. Als einer der führenden Architekten jener ›weißen Moderne‹ gilt der erste Bauhausdirektor Walter Gropius, der nach eigenem Bekunden aber gar nicht zu zeichnen in der Lage war. Während das Bauhaus lange Zeit schlechthin als Inbegriff von Modernität und Fortschritt galt, wird man im Jubiläumsjahr nicht müde zu betonen, daß Frauen bevorzugt in die ungeliebte Webereiwerkstatt abgeschoben worden seien – von wo aus sie gleichwohl revolutionierend wirkten. Offiziell wird das Bauhaus heute als erfolgreichster deutscher Kulturexport des 20. Jahrhunderts gefeiert, wo doch seine Vertreter sich zumeist zur Emigration gezwungen sahen. Nicht nur das Bauhaus selbst, sondern auch seine Rezeption stecken offensichtlich voller Widersprüche. Schaffen wir also ein wenig Struktur. Unser Ausgangspunkt ist die These, daß das Bauhaus keineswegs einen Alleinvertretungsanspruch für die klassische Moderne geltend machen kann. Davon ausgehend, werden wir uns im Seminar auf zwei markante Zeitschnitte konzentrieren: 1918/19 und 1928/29. Im ersten Zeitschnitt, der mit dem Ende des Weltkriegs und der Ausarbeitung der Weimarer Verfassung zusammenfällt, wollen wir das zeitgeschichtliche Umfeld der Bauhausgründung, seine Vorläufer und Parallelen kennenlernen. Hierzu gehören Erscheinungen wie de Stijl (Holland 1917) ebenso wie die Novembergruppe (1918), der Arbeitsrat für Kunst (1918) und die Gläserne Kette (1919). Neben den äußeren Umständen der Bauhausgründung werden wir seine Zielsetzungen und exemplarisch sein vielfältiges Personal betrachten. Im zweiten Zeitschnitt, welcher durch die Gründung des CIAM und die Durchführung von CIAM II in Frankfurt am Main (Ernst May) gekennzeichnet ist, werden wir das Bauhaus als nur einen unter zahlreichen Vertretern moderner Architektur kennenlernen, als deren umfassenderer Begriff der Rationalismus gelten kann, welcher sich ›[a]llen entgegengesetzten Beteuerungen zum Trotz […] zu einem weitgehend einheitlichen Stil‹ entwickelte (Vittorio Magnago Lampugnani). Indem wir unseren Blick in Richtung CIAM, Rationalismus und International Style erweitern, wird es möglich, das Bauhaus in den Kontext verwandter Architekturströmungen einzubetten.

Termin: zweiwöchentlich mittwochs 14.00-17.30 Uhr

Se­mi­nar

Neue Futurismen

Lehrender: Samuel Korn

Das Seminar behandelt den Futurismus und dessen Selbstbild als ein mit der Geschichte brechende und allein Kraft zeitgenössischer Technologie in die Zukunft überleitende Bewegung und befragt historische wie aktuelle Anschlüsse an dessen Bild des gewaltvollen Umbruchs und Absage an die Vorstellung historischer Kontinuität, die zu einer Art Vehikel der Entwicklung avantgardistischer Beiträge zu Fragen der Umweltgestaltung wird. Trotz der politischen Ambivalenz – man bedenke die totalitären, protofaschistischen und antifeministischen Reflexe – stellt der Futurismus unter anderem aufgrund seiner Vorstellung einer radikalen Veränderung eine der relevantesten künstlerischen Bewegungen des 20. Jahrhunderts dar. Die Vorstellung eines unbedingten Tabula rasas als einzig probates Mittel eines Neuanfangs und das Motiv der Absage an jegliche Form historischer Kontinuität scheint nicht allein in der sogenannten klassischen Moderne, sondern auch in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts sowie in aktuellen Entwicklungen immer wieder zu einer Art Blaupause zur Entwicklung avantgardistischer Positionen zu werden.
Im ersten Teil des Seminars wollen wir in der kritischen Lektüre von Quellen die Manifeste des Futurismus mit parallelen und verwandten Diskurse zur Architektur der Stadt der Moderne vergleichen und historisch einordnen. Im zweiten Teil des Seminars wollen wir vom Selbstverständnis her avantgardistische Positionen der Architektur von 1945 bis heute schlaglichtartig untersuchen, die mit dem Anschluss einerseits an die futuristische Absage an die Vorstellung einer historischen Kontinuität allgemein wie auch innerhalb der Disziplin der Architektur und andererseits an das methodische wie formale futuristische „Vokabular“ moderner Technologie tatsächlich nicht einen Neuanfang formulieren, sondern das Bild des Endes der Geschichte evozierend, gleichsam die Methode des Futurismus rekonstruieren.
Der Digitalisierung unserer Ökonomie, Kultur und Politik auf Basis der zunehmend monopolistisch auftretender Kräfte des freien Marktes glauben Vertreter des Akzelerismus heute gerade nicht mit Versuchen der Entschleunigung, sondern durch eine weitere Beschleunigung der technologischen Evolution begegnen zu können, um Wege in eine menschenwürdige Zukunft zu gestalten. Diese und weitere theoretische Positionen sollen im dritten Teil des Seminars den Hintergrund für eigene Analysen, begründete Manifeste und Entwürfe sowie spekulative Theorien bilden.

Termin: zweiwöchentlich mittwochs 14:00–17:00 Uhr

Se­mi­nar

Die dritte Generation der modernen Architektur

Lehrende: Adria Daraban

Den Arbeiten der Architekten Alison und Peter Smithson liegt ein hohes Maß an Reflexion und Widerspruch inne. Ihr Werk ist – auch wenn nicht sehr umfangreich – für die Entwicklung der Moderne besonderes bedeutend. Eine zentrale Komponente der Auffassung moderner Architektur, wie sie die Smithsons vertraten, war das Konzept der drei Generationen. In ihrem Buch „Italienischen Gedanken“ beschreiben die Smithsons die Italienische Renaissance als eine Entwicklung über drei Generationen, die mit Filippo Brunelleschi (1377-1446) beginnt und über Leon Battista Alberti (1404-1472) zu Francesco di Giorgio (1439-1501) führt. Analog dazu beschreiben sie die Entwicklung der Moderne, die mit Walter Gropius, Ludwig Mies van der Rohe und Le Corbusier begann, von Architekten wie Jean Prouvé oder Charles Eames in der zweiten Generation vertreten wurde, um dann eine dritte Generation, die Alison und Peter Smithson selbst einschließt, hervorzubringen.
Die jüngeren Generationen ahmten nicht einfach die ältere nach. Sie übernahmen ihre Ideen und Theorien, transformierten diese zu neuen Ansätzen und sorgten dadurch für eine reflexive Kontinuität des modernen Denkens in Architektur: „Unsere eigene Ausrichtung an der Bewegung der Moderne war genauso unmittelbar, aber nicht durch direkten Kontakt. Sie geschah durch Bücher (…) Die Alten beeinflussten die Jungen, die Jungen die Alten, quer durch die drei Generationen, die zur selben Zeit am Werk sind. “ (Italienische Gedanken)
Das Seminar beschäftigt sich mit dem Konzept der „Drei Generationen Moderne“ und stellt die Arbeit der Architekten Alison und Peter Smithson im Vordergrund. Interessant für uns ist die Verflechtung des Denkens zwischen Entwerfen und Schreiben, eine Arbeitsweise die die Smithsons seit Studienzeiten nicht mehr verlassen haben: „abwechselnd Essays zu schreiben und zu zeichnen, Essays, die die Folge der Einsichten sind, die während der bisherigen Bautätigkeit gewonnen wurden“.
Die Lehrveranstaltung findet in Kompaktform zwischen 13.-15. Mai 2019 in Lauenförde statt. Dort haben die Alison und Peter Smithson das Gelände der Möbelfabrik TECTA umgebaut und den Neubau des Kragstuhlmuseums/TECTA-Archiv entworfen. Zwischen 1986–2002 bauten sie im benachbarten Bad Karlshafen das so genannte »Hexenhaus«, das Wohnhaus von Axel Bruchhäuser, um und erweiterten das Bauwerk kontinuierlich über die Jahre.

Se­mi­nar

DESIGN / BUILD

Lehrender: Prof. Philipp Oswalt

In der westlichen Architektur dominiert seit Jahrhunderten die Vorstellung, dass der Entwurf der Gebäudeproduktion vorausgeht. Doch insbesondere Ausbildungskonzepte stellen diese scheinbare Selbstverständlichkeit zunehmend in Frage. Im 19. Jahrhundert sprach man von „Learning by Doing“, heute spricht man von Fab-Labs und Reallaboren. Die Grundidee hierbei ist, das Gestaltungslehre und Gestaltungsinnovation nicht in einem sterilen akademischen Rahmen erfolgt, sondern in konkreter Praxis, oft verknüpft mit realen gesellschaftlichen Bedingungen. Das Seminar widmet sich dieser alternativen Konzeption und Tradition anhand von Theorien, Fallbeispielen und Praktiken aus Geschichte und Gegenwart. Hierzu gehört die Reformpädagogik Europas (etwa Fröbel) und Amerikas (etwa (Dewey), die Lehrexperimente unter Hannes Meyer am Bauhaus oder von Frank Lloyd Wright in Taliesin. In der jüngeren Vergangenheit und Gegenwart kristallisieren sich unterschiedliche Ansätze mit eigenen Praktiken und Theorien heraus: Konstruktiv-Materialorientierte (Buckminster Fuller, Frei Otto, Fab Labs), Experimente der Nachhaltigkeit (Solar Decathlon), auf die Nachbarschaft bezogene Reallabore (Community Design Centers, Universität der Nachbarschaft) oder als solidarische Unterstützung von Communities andernorts.
Zu Ende des Seminars ist für Ende Juni eine kleine Pin-Up Ausstellung im Rahmen des studentischen Projektes KMMN3 und eine Diskussionsveranstaltung geplant.

Termin: zweiwöchentlich mittwochs 12.00 - 15.30

Pro­jekt / Ver­ti­cal Stu­dio

BAUHAUS BAUEN!

Lehrende: Prof. Philipp Oswalt / Andreas Buss / Osama Salti / Alexander Römer

Als das Bauhaus unter Leitung von Hannes Meyer 1930 die Laubenganghäuser in Dessau Törten realisierte, welche 2017 zum Weltkulturerbe wurden, sollten im Rahmen der von Ludwig Hilberseimer erdachten Mischbebauung auch über 300 Wohnungen in Flachbauweise errichtet werden. Durch die Entlassung Meyers und die Folgen der Weltwirtschaftskrise wurde dieser Projektteil nicht mehr umgesetzt. Erst 30 Jahre später konnte Hilberseimer gemeinsam mit Mies van der Rohe das Gesamtkonzept einer Mischbebauung in dem legendären Projekt Lafayette Park Detroit umsetzen. Auf der Ausstellung „Das wachsende Haus“ 1932 in Berlin konnte Hilberseimer bereits sein Hauskonzept für den Flachbau modellhaft präsentieren. Verknüpft mit dieser vergessenen Geschichte der klassischen Moderne sind auch Mies van der Rohes Hofhäuser und Wohnhausprojekte der frühen 1930er Jahre wie auch die Wohnzelle Berlin-Friedrichshain des Kollektivs um Stadtbaurat Hans Scharoun Ende der 1940er Jahre.
Anlässlich des 100-jährigen Bauhausjubiläums wird nun in Dessau auf einem städtischen Grundstück als Teil des Ensembles des Weltkulturerbes zwei Prototypen des „Wachsenden Hauses“ dauerhaft im Maßstab 1:1 rekonstruiert, geplant und erbaut als Design/ Build Projekt von Studierenden der Universität Kassel, mit Unterstützung lokaler Akteure. Im Wintersemester 2018/2019 erfolgt neben einer konzeptuellen Auseinandersetzung die Planung für Bauantrag und Ausschreibung. Nach gestalterischen Experimenten erfolgt im ersten Monat erfolgt die Ausfürungsplanung und Erstellung von Protoypischen Abuteilen. Der Bau vor Ort erfolgt nach dem Rundgang
21.07-11.08.2019.

Se­mi­nar / Übung

BAUWORKSHOP BAUHAUS BAUEN!

Lehrender: Alexander Römer

Nach der planerichen Vorbereitung im Projekt „Bauhaus bauen! Ein Design/Build Projekt in Holzbauweise“ erfolgt in einem dreiwöchigen Workshop unter Anleitung von Alexander Römer/ Constructlab die Umsetzung auf dem Grundstück in Dessau Törten – Mittelbreite 12.Der Workshop, der für den 21.07. - 11.08.2019 in Dessau vorgesehen ist, ist für die Teilnehmer des Projektes BAUHAUS BAUEN! (FB06.530) verbindlich.

Se­mi­nar

Phänomenale Transparenz

Lehrender: Tom Steinert

Jean Nouvels gerade eröffneter Neubau für das Europäische Patentamt in Den Haag (2012–2018) ist ein Beispiel für die Suche nach Poesie in einer ansonsten funktionalistischen Architektur. Ebenso wie bei seinem Pariser Gebäude für die Fondation Cartier pour l’art contemporain (1991–1994) ist Glas dabei das Mittel der Wahl. An beiden Gebäuden können wir studieren, wie im Laufe des Tages wechselnde Lichtstimmungen und unterschiedliche Blickwinkel des Betrachters immer wieder eine neue Atmosphäre schaffen. Es herrscht das Wechselspiel von Reflexion und Transparenz.

Unabhängig von der realen Durchsichtigkeit führen uns die Gebäude aber auch zu etwas anderem: der phänomenalen Transparenz. Diese ›scheinbare‹ Transparenz gründet auf der Durchdringung unterschiedlicher Figuren, ohne sich dabei gegenseitig zu zerstören (vgl. György Kepes). An beiden Nouvel-Bauten wird demonstrativ eine der grundlegenden Voraussetzungen phänomenaler Transparenz inszeniert: die Parallelschichtung von Ebenen im untiefen Raum.

Die von Colin Rowe und Robert Slutzky für die Architektur definierte phänomenale Transparenz ist ein universales Mittel zur Beschreibung der zeitgenössischen ebenso wie der modernen und der historischen Architektur. Sie stellt eine Kategorie dar, welche uns ein tieferes Verständnis der Architektur erlaubt und dabei von stilistischen Zuordnungen sowie den persönlichen Vorlieben der Architekten unabhängig ist.

Im Seminar möchten wir verschiedene Aspekte und Ebenen der Transparenz gemeinsam ergründen: Wir werden die Unterscheidung zwischen realer und phänomenaler Transparenz in ihrem historischen Kontext kennenlernen. Wir werden die weitverzweigte und spannende Begriffsgeschichte der Transparenz erkunden. Und wir werden die unterschiedlichen Kategorien von Transparenz auf die architektonische Analyse beispielhafter Bauten anwenden.

Termin: zweiwöchentlich mittwochs 14.00-17.30 Uhr

Se­mi­nar

Museum/Antimuseum? Der Wandel der Bauaufgabe im 20. Jahrhundert

Lehrender: Samuel Korn

Das Museum, besonders das Kunstmuseum, erscheint zunehmend als Ort unterschiedlich ausgerichteter gesellschaftlicher, wissenschaftlicher und politischer Bestrebungen. Dem Raum wie dem Körper der Institution kommt unter dem Eindruck sozialer, ökonomischer und medialer Veränderungen gerade in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine große Aufmerksamkeit zu: Die eigentliche Aufgabe und Funktion des Museums stehen dabei immer wieder zur Disposition – unter anderem werden seine Repräsentationsstrategien und historisierende Narrative hinterfragt. Unterschiedliche Vorstellungen zur Rolle des Museums für die Gegenwart und Zukunft werden entwickelt und besonders auf die Neubauten projiziert. Im Wandel der Bauaufgabe manifestieren sich somit nicht allein architektonische Ideen. Die Gestaltung des Museums unterliegt einer Vielzahl von Fragestellungen, die mitunter als antagonistische Kräfte in Erscheinung treten. Die Frage nach der Architektur wird somit häufig als Katalysator verschiedener gesellschaftlicher Diskurse wahrgenommen, wozu die Architektur wiederum eine Haltung und Antwort finden muss.

Ausgehend von Perspektiven der Kunst, Wissenschaft und Architektur wird sich das Seminar zunächst mit einer Reihe exemplarischer Verschiebungen und für diese paradigmatisch erscheinende Museumsbauten auseinandersetzen. Aufbauend auf der gemeinsamen Diskussion von Texten zum Museum werden wir anhand von kuratorischer und künstlerischer Produktionsformen die Kritik am Museum als Institution reflektieren, um so die baulichen Artefakte, die im Zentrum des Seminars stehen, über ihre technischen Mittel und formale Verfasstheit hinaus durchdringen zu können. Abschließend sollen anhand von realisierten Museumsbauten verschiedene architektonische Versuche nachvollzogen werden, die Herausforderungen an die bauliche Fassung von Museumsexponaten ‚richtig’ zu beantworten.

Termin: zweiwöchentlich mittwochs 14.00-17.30 Uhr

Se­mi­nar

Figuren des Fragmentarischen

Lehrende: Adria Daraban

„Im Ausdruckslosen erscheint die erhabene Gewalt des Wahren, wie es nach Gesetzen der moralischen Welt die Sprache der wirklichen bestimmt. Dieses nämlich zerschlägt was in allem schönen Schein als die Erbschaft des Chaos noch überdauert: die falsche, irrende Totalität – die absolute. Dieses erst vollendet das Werk, welches es zum Stückwerk zerschlägt, zum Fragmente der wahren Welt, zum Torso eines Symbols“

Walter Benjamin, Goethes Wahlverwandtschaften

Zerfall des Weltbildes, Zerfall des Selbstbildes – die Erfahrung der Vereinzelung bildet eine der wichtigsten Grunderfahrungen der Moderne. „Das Ganze ist das Unwahre.“ Adornos Urteil in den Minima Moralia. Reflexionen aus dem beschädigten Leben reflektiert gegen Ende des zweiten Weltkriegs eine gesellschaftliche Grunddisposition, die als ästhetische Erscheinung in die Kunstproduktion schon länger Einzug erfahren hat – die Ästhetik des Bruchs und des Fragments. Als der letzte noch gültige, adäquate Ausdruck eines von Normen-, System- und Ideologieverfall geprägten gesellschaftlichen Bewusstseins steht das Fragment für die Aufhebung der traditionellen Vorstellung des Werkbegriffs als vollendete Ganzheit.

Unter der Prämisse, dass die Wahrnehmung des Brüchigen als zeitgeistiges Phänomen zu veränderten Formerwartungen in der Kunst und darüber hinaus geführt hat, gilt es nach Manifestationen dieser Veränderung im architektonischen Diskurs zu suchen. Die Begriffe „Fragment“ und „Ganzes“ sind korrelativ und die Frage nach ihrer Relation ist eine grundsätzliche Frage der Ästhetik. Ziel dieses Seminars ist es, die verschiedenen Ausprägungen dieses komplexen Verhältnisses näher zu reflektieren. Somit untersucht das Seminar den Resonanzraum des Fragmentbegriffs in der Architekturproduktion. So gefragt: Kann Architektur eine Ausdrucksform der modernen condition fragmentaire sein? Findet der Fragmentbegriff in der Architektur, analog zur Kunst, eine vergleichbare Entfaltung? Gibt es Momente des intermedialen Transfers?

TeilnehmerInnen setzen sich in Referaten mit einer Reihe von historischen und zeitgenössischen Beispielen auseinander und gehen der Frage nach der Relation zwischen Fragment und Ganzem auf dem Grund.

Termin: zweiwöchentlich montags 12.00-17.30 Uhr

Se­mi­nar

Die Avantgarde auf dem Holzweg - Wohnen im Flachbau

Lehrender: Prof. Philipp Oswalt

Glas, Stahl, Beton – weiße Kuben, flache Dächer, große Glasflächen. Das ist das vorherrschende Bild von der klassisch modernen Architektur, und auch Kern der Ideologie ihrer bekanntesten Exponenten wie Walter Gropius, Le Corbusier und Siegfried Giedeon. Doch abseits dessen gab es eine Reihe von Architekten, die mit anderen Ideen experimentierten, die zwar nicht dem Formenkanon des „Internationale Style“ entsprachen, aber gerade deswegen modern, funktional und preiswert sein konnten.

Das Seminar widmet sich anhand der Frage nach preiswertem Wohnen den Idee des Flachbaus (treppenlos, eingeschossig) in Holzbauweise, mit Schwerpunkt auf die Zeit der Weimarer Republik, aber mit Blick in die Gegenwart – von Digitalisierung bis Selbstbau.

Das Seminar steht im Zusammenhang mit dem Forschungsprojekt unseres Fachgebietes zu den Laubenganghäusern des Bauhauses in Dessau. Als unrealisierter Baustein des von Hannes Meyer und Ludwig Hilberseimer konzipierten Gesamtprojektes waren über 300 Flachbauten in Holzbauweise vorgesehen. Für das Projekt ist eine Exkursion zum Bauhaus Dessau geplant, der sich Seminarteilnehmer anschließen können.

Die Teilnahme an dem Seminar ist verplichtend für die Teilnehmer des Projektes „Das Wachsende Haus – eine experimentelle Rekonstruktion als Design/ Build-Projekt“, steht aber auch anderen Studierenden offen soweit die Kapazität reicht

Termine: 24.10., 31.10, 21.11., 5.12., 19.12., 16.1., 30.1.

Exkursion (optional) Dessau 5. – 10.11.2018

Pro­jekt/Ver­ti­cal Stu­dio

Das wachsende Haus - eine experimentelle Rekonstruktion als Design/Build-Projekt

Lehrende: Prof. Philipp Oswalt / Andreas Buss / Osama Salti

Als das Bauhaus unter Leitung von Hannes Meyer 1930 die Laubenganghäuser in Dessau Törten realisierte, welche 2017 zum Weltkulturerbe wurden, sollten im Rahmen der von Ludwig Hilberseimer erdachten Mischbebauung auch über 300 Wohnungen in Flachbauweise errichtet werden. Durch die Entlassung Meyers und die Folgen der Weltwirtschaftskrise wurde dieser Projektteil nicht mehr umgesetzt. Erst 30 Jahre später konnte Hilberseimer gemeinsam mit Mies van der Rohe das Gesamtkonzept einer Mischbebauung in dem legendären Projekt Lafayette Park Detroit umsetzen. Auf der Ausstellung „Das wachsende Haus“ 1932 in Berlin konnte Hilberseimer bereits sein Hauskonzept für den Flachbau modellhaft präsentieren. Verknüpft mit dieser vergessenen Geschichte der klassischen Moderne sind auch Mies van der Rohes Hofhäuser und Wohnhausprojekte der frühen 1930er Jahre wie auch die Wohnzelle Berlin-Friedrichshain des Kollektivs um Stadtbaurat Hans Scharoun Ende der 1940er Jahre.

Anlässlich des 100-jährigen Bauhausjubiläums soll nun in Dessau auf einem städtischen Grundstück als Teil des Ensembles des Weltkulturerbes zwei Prototypen des „Wachsenden Hauses“ dauerhaft im Maßstab 1:1 rekonstruiert werden, geplant und erbaut als Design/ Build Projekt von Studierenden der Universität Kassel, mit Unterstützung lokaler Akteure. Im Wintersemester 2018/2019 erfolgt neben einer konzeptuellen Auseinandersetzung die Planung für Bauantrag und Ausschreibung. Im Sommersemester ist dann die Umsetzung vor Ort vorgesehen, mit Teilleistungen in Selbstbau in der Exkursionswoche bzw. nach Ende der Vorlesungszeit.

Der Besuch des begleitenden Seminars „Die Avantgarde auf dem Holzweg“ (Mittwochs ab 12.00) und der Exkursion nach Dessau ist obligatorisch, das Studio offen für Bachelorstudierende mit Büroerfahrung (nach dem BPS) wie Masterstudierende. Der Großteil der Arbeit im Studio erfolgt arbeitsteilig in Kleingruppen zu einzelnen Teilbereichen der Bauaufgabe, mit Untersuchung von konzeptuellen Varianten (Vorfertigung versus Selbstbau usw.)

Erstes Projekttreffen: Donnerstag, 18.10., 14:00, Raum 2110 (K10)

 

Vor­le­sung

Wiener Theorien, Diskurse und Praktiken 1889 - heute -

Lehrende: Dr. Ruth Hanisch

Die Vorlesung vermittelt den Studierenden über das paradigmatische Beispiel der Wiener Entwicklung einen fundierten Einblick in die moderne, post- und spätmoderne Architektur- und Städtebautheorie. Die Stadt Wien war in den letzten 150 Jahren ein wichtiges Zentrum des Modernediskurses mit Protagonisten wie Camillo Sitte, Otto Wagner, Adolf Loos, Otto Neurath, Josef Frank, Bernard Rudofsky, Hans Hollein und Coop-Himmelblau.

Im Zentrum jeder Einheit steht ein Text, der den Studierenden auch zur Verfügung gestellt wird; dieser wird detailliert besprochen und im Kontext des zeitgenössischen Baugeschehens analysiert. Texte und architektonische Praxis werden stets aufeinander bezogen.

Termin: Freitags, 10:00 - 11:30 Uhr, Arnold-Bode-Str. 12, Hörsaal IV

Se­mi­nar

Diagrammatisch Entwerfen

Lehrende: Dr. Lidia Gasperoni

Das Diagramm hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einem für den architektonischen Entwurfsprozess konstitutiven, generativen Medium entwickelt und ist somit zu einem Alltagsbegriff des Entwurfs geworden. Das Ziel des Seminars ist es, gemeinsam zu untersuchen, wie sich das Diagramm im architektonischen Entwurf etabliert hat und Architekturbüros wie UNStudio, Tschumi, Eisenman, Zaha Hadid, NOX, FOA zur Transformation von Typologien, Gestalten und Modellen dient. Im Seminar werden wir die theoretischen und praktischen Entstehungsgründe des Diagrammbegriffs, seine prominentesten Anwendungen in der Architektur und seine weiterhin relevanten Funktionen anhand der Lektüre von Texten und der gemeinsamen Analyse von Entwurfsprozessen untersuchen.

Termin: Dienstags 18:00 - 19:30 Uhr, ASL 1, Raum 0105

Se­mi­nar

Architekturtheorie der Alltagswelt

Lehrende: Dr. phil. Christine Neubert

Kann man für den Alltag entwerfen? Soll oder will man das als Architekturschaffende_r überhaupt? Das Seminar fokussiert das Wechselverhältnis zwischen Alltags(er)leben und Architekturerfahrung mit dem Ziel, eine entwurfsrelevante Vorstellung von der Architektur der Alltagswelt zu erschließen. Durch die Lektüre zentraler Texte (darunter soziologische Texte u.a. von Berger/Luckmann, Henri Lefèbvre, Silke Steets und architekturtheoretische Texte u.a. von Dell Upton, Achim Hahn) sowie durch kleinere ethnografische Übungen erarbeitet sich das Seminar eine neue Perspektive auf einen vertrauten Gegenstand: Architektur. Welche Rolle füllt Architektur im Alltag aus, wie wird sie erfahren, wie wird sie im Zuge alltäglicher Verrichtungen wahrgenommen? Ergebnisse dieser Überlegungen werden für die Entwurfspraxis und das Selbstverständnis als Architekt_in geschärft: Unterscheidet sich Architektur von anderen Gegenständen des Alltags und wenn ja, inwiefern? Können Alltagserfahrungen der Nutzer für den Entwurf berücksichtigt werden? Das Seminar zielt damit auf Reflexion in doppelter Hinsicht – sowohl von Architekturschaffenden als Alltagsmenschen als auch von Architektur als Alltagsgegenstand.

Termin: Freitags, zweiwöchentlich 12:00 - 16:00 Uhr, ASL 1, Raum 3109

Se­mi­nar

Kritische Lektüren der Architektur der Stadt

Lehrender: Samuel Korn

Mit seiner Veröffentlichung »L'architettura della città« stellt Aldo Rossi 1966 den geltenden städtebaulichen Leitbildern der Moderne ein Traktat zur Architektur und dem Städtebau entgegen, das die Stadt als Architektur im Sinn eines stetig weiterentwickelten kulturellen Artefakts begreift. Rossi fokussiert in seinem Entwurf einer städtebaulichen Theorie auf das fortwährend Werdende der traditionellen europäische Stadt und bespricht die Architektur der Stadt als Gestaltung der Umwelt, die er als kollektives Phänomen für untrennbar von der Gesellschaft begreift, die darin lebt. In seiner Kritik des modernistischen Dogmas der Funktion argumentiert er für eine komplementäre architektonische und geographische Betrachtungsweise der Stadt als räumliche Struktur.

»L'architettura della città« erscheint 1973 in der Schriftenreihe Bauwelt Fundamente unter dem Titel »Die Architektur der Stadt. Skizze zu einer grundlegenden Theorie des Urbanen« erstmals im Deutschen und 1982 bei Opposition Books im Englischen. Obwohl Rossi in seiner Auseinandersetzung mit dem städtebaulichen Entstehen von europäischen Metropolen und seinen Darlegungen zur Bedeutung historisch gewachsener architektonischer Strukturen in vielen Punkten vage bleibt, stoßen seine Konzepte zu Permanenz, primären Objekten, Typus und Ort auf anhaltendes Interesse und machen den Text zu einem der klassischen Beiträgen zur Architekturtheorie des 20. Jahrhunderts. Darüber hinaus gilt Rossis Entwurf einer Stadtbautheorie als einer der Wegbereiter postmoderner Architektur – einerseits in seiner kritischen Reflexion der Gegenwart der Nachkriegsmoderne und andererseits in seiner grundlegenden Auseinandersetzung mit dem Potential des Bestands der Vergangenheit für das Werdende der Gegenwart.

Den prägenden architekturtheoretischen Text wollen wir im Seminar – begleitet von Dokumenten der zeitgenössischen Rezeption – einer kritischen Lektüre unterziehen. Referate werden die Möglichkeit bieten weitere Texte Rossis zu erschließen und im Vergleich mit Projekten wie auch realisierten Bauten diskutiert. Im Sinne einer breiten historischen Einordnung werden wir zudem Texte anderer Architekten und Theoretiker seiner Generation konsultieren. Dabei sollen gerade auch durchaus von Rossi abweichende Vorstellungen zum Umgang sowohl mit dem kulturell Tradierten als auch dem alltäglich Gegenwärtigen einerseits anhand der Vorschläge von Robert Venturi (Komplexität und Widerspruch in der Architektur, 1966) sowie Denise Scott Brown (Learning from Pop, 1971) untersucht und andererseits anhand der Beiträge von Oswald Mathias Ungers (Die Stadt in der Stadt. Berlin: ein Grünes Archipel, 1977) sowie Colin Rowe und Fred Koetter (Collage City, 1978) nachvollzogen werden.

Termin: Mittwochs, zweiwöchentlich, 14:00 - 17:30 Uhr, ASL 1, Raum 3109

Se­mi­nar

Marke Bauhaus

Lehrender: Prof. Philipp Oswalt

Das Bauhaus, dessen 100järhiger Geburtstag 2019 begangen wird, ist inzwischen vor allem eine Marke. In der Architektur steht hierfür der „Bauhausstil“ und mithin formale Prinzipien, die keineswegs funktional begründet sind: Weiße Wände, flache Dächer, kubische Bauformen. Das Seminar befasst sich mit Markentheorie, mit der Übertragung dieser auf die Architektur und mit der Ausbildung des Bauhausstils. Hierbei steht im Fokus die Farbe weiß: Wie kam es dazu, dass sich eine „Weiße Architektur“ in den 1920er Jahren etabliert hat und wofür steht sie heute?

Termin: Mittwochs 12:00 - 14:00 Uhr, Arnold-Bode-Str. 10, Raum 0104

Übung

Master vorbereiten

Lehrender: Prof. Philipp Oswalt

Viele Masterarbeiten haben eine holprigen bzw. hektischen Start, weil zu spät Themenstellung und Arbeitsweisen geklärt sind . Diese Lehrveranstaltung soll dem Abhilfe schaffen, in dem mit einem ausreichend Vorlauf und unter Beratung die Studierenden ihr individuelles Masterthema finden und entwickeln können. Dies ist für entwurfliche Projekte sehr sinnvoll, für theoretische Abschlussarbeiten nahezu unabdingbar.

Teilnehmer mögen bitte bis Montag, den 16.4. Ihre erste Überlegungen zum Thema/ Themensuche auf ca. 1 Seite zusenden per mail an: oswalt[at]asl.uni-kassel[dot]de

Termin: Dienstags 12:00 - 13:30 Uhr, Gottschalkstr. 26, Raum 103/104

Erster Termin: Dienstag 17.04.2018, 12 Uhr

Pro­jekt/ Ver­ti­cal Stu­dio

Documenta Institut

Lehrende: Prof. Philipp Oswalt, M.Sc. Timo Panzer

Nach langjährigen Diskussionen wird in Kassel ein documenta-Institut errichtet als Kooperations-Projekt der documenta GmbH und der Universität Kassel.

Das documenta Institut beinhaltet insbesondere:
-    das documenta archiv
-    Büros und Werkstätten für die forschenden Wissenschaftler und Künstler
-    Ein Bereich zur öffentlichen Kommunikation und Mitwirkung (Veranstaltungen, Workshops, Ausstellungen)

Es stellen sich die Fragen:
-    Welche Räume benötigt ein lebendiges Archiv, innovative Forschung und die Interaktion mit der Öffentlichkeit?
-    Wie kann sich die Institution in der Stadt verankern?
-    Was ist ein angemessenes architektonisches Konzept für diese Institution?

Die architektonisch Herausforderung hierbei ist: Documenta ist zwar ein kultureller Leuchtturm, der hohe Erwartungen weckt, die räumlichen Anforderungen an Archiv- und Institutsräume sind aber eher schlicht, um nicht zu sagen banal und geben wenig Anlass für eindrückliche Architektur. Hauptthema des Entwurfsstudios wird es daher sein: wie kann ich den eher kleinen Teil des Programms strategisch nutzen, der für öffentliche Nutzungen vorgesehen ist, um dem gesamten Gebäude Charakter und Spezifizität zu verleihen.

Das Entwurfsprojekt (vertical studio) wird das Potenzial der Aufgabe im Vorfeld des Wettbewerbs untersuchen.

Erster Termin: Mittwoch 11.04., 14 h, Raum 2110

Kom­pakt­se­mi­nar am Se­mes­ter­an­fang

Einführung in wissenschaftliches Arbeiten Architekturtheorie

Lehrender: Jan Bovelet

Im Kompaktkurs von Oktober bis Ende November werden die Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens für Architekturstudierende vermittelt. Das Seminar soll die Studierenden zur fachlichen und organisatorisch-zeitlichen Selbstorganisation des Architektur-Studiums befähigen. Lehrziele sind die Fähigkeit (1) zur Anwendung der Techniken und Methoden wissenschaftlicher Recherche und des wissenschaftlichen Schreibens, (2) zum Verständnis und Interpretation wissenschaftlicher Texte und (3) zur Selektion und Strukturierung von Inhalten und zu deren Aufarbeitung für Referate und Hausarbeiten. Dazu werden die Arbeitsmethoden und Arbeitsmittel des Architektur-Studiums vorgestellt und gemeinsam mit den Studierenden problembezogen angewandt. Im einzelnen werden folgende Themen erarbeitet:

  • Benutzung von Bibliotheks-Katalogen und Datenbanken,
  • Literaturverwaltung und Literaturverwaltungssoftware (CITAVI)
  • Literaturrecherche und Erstellen einer thematisch fokussierten Literaturliste, Nutzung von Handbüchern, Fachlexika und wissenschaftlichen Zeitschriften
  • strukturierte Lektüre wissenschaftlicher Texte und Exzerpterstellung
  • Erlernen der Regeln wissenschaftlichen Zitierens
  • Verfassen von Exposés und Hausarbeiten
  • Vorbereitung und Halten von Referaten
  • Umgang mit visuellem Material wie Plänen, Fotografien, Zeichnungen, Diagrammen sowie mit Interviews und Raria

Studienleistung: regelmäßige Teilnahme an den Seminarsitzungen und Einführungen in der Bibliothek, Lektüre der im Seminar zu lesenden Texte, Abgabe von Hausaufgaben-Zetteln von Sitzung zu Sitzung.

Prüfungsleistung: Abgabe einer strukturierten, kommentierten Bibliographie eines selbstgewählten Themas aus dem Bereich Architektur.

Teilnehmer brauchen während des ganzen Seminars einen Computer mit Internetzugang!

Termine:

  • Mo, 23.10., 13:00 – 15:30, Bibliothek Teil A, Raum 2432 (Bibliothekseinführung, Katalog und Datenbanken)
  • Mi, 25.10., 12:00 – 16:00, Seminarraum ASL
  • Mi, 01.11., 12:00 – 16:00, Seminarraum ASLMo, 13.11., 10:00 – 13:30, Bibliothek Teil A, Raum 2432 (Bibliothekseinführung, CITAVI)
  • Mi, 15.11., 12:00 – 16:00, Seminarraum ASLMi, 22.11., 12:00 – 16:00, Seminarraum ASL
  • Mi, 29.11., 12:00 – 16:00, Seminarraum ASL

Se­mi­nar

Norm-Architektur. Von Jean-Nicolas-Louis Durand zum BIM

Lehrender: Prof. Philipp Oswalt

Mit der Aufklärung setzten Vereinheitlichungen und Normierung in Architektur und im Bauwesen ein, um die Bauproduktion zu beschleunigen, zu verbilligen und Qualitätsstandards zu sichern. Die klassische Avantgarde des 20. Jahrhunderts sah Normierung und Standardisierung als Motoren sozialen und technischen Fortschritts. Auch wenn Konzepte für formgebende, gestaltbestimmende Normen, wie etwa von Ernst Neufert propagiert, sich weitgehend nicht durchsetzen konnten, gibt es heute mehr Normen als je zuvor. Trotz aller Appellen an kulturelle Spezifizität prägen Normen Prozesse und Produkte auf der ganzen Welt durch Formalisierung von materiellen und kognitiven Prozessen. Mit der Einführung von BIM (Building Information Modelling) erfahren diese Verfahren eine zunehmende Relevanz. Zugleich sind Katastrophen wie der Brand der Greenfell towers (London) oder der Einsturz des Savar Gebäudes in Bangladesh drastische Beispiele für Normversagen in Folge neoliberaler Politikkonzepte.

Zu dieser Thematik führt das Fachgebiet vom 20. – 22. Oktober 2017 am Deutschen Architekturmuseum Frankfurt Main ein internationales Symposion durch (Programm unter: http://www.uni-kassel.de/go/norm). Das Seminar besteht zum einen aus der Teilnahme an dem Symposion (für Seminarteilnehmer kostenfrei) und im Anschluss an einer Aufbereitung und Diskussion des Symposion (3 Seminartermine á 2 Stunden).

Termin: Symposion + 3 Seminartermine Mittwochs 12:00 – 13:30, Moritzstr. 2 Raum Incon

Voranmeldung zu diesem Seminar möglich bei oswalt[at]asl.uni-kassel[dot]de

Der erste Termin zur Vorabsprache erfolgt am Donnerstag, den 19.10. um 16:00 ASL Neubau. Dann findet in den folgenden drei Tagen das Symposion in Frankfurt statt.

Se­mi­nar

 

Zum Wandel des Modells als Entwurfsmedium im digital turn

Lehrender: Jan Bovelet

Im Zentrum des Seminars steht die Frage, welche Rolle Modelle im architektonischen Entwerfen spielen, und insbesondere, wie sich ihre Rolle mit dem digital turn verändert. Aus dem weiten Begriff des Modells werden also die architektonischen Entwurfsmodelle und die mit ihnen verbundenen Entwurfskulturen herausgegriffen und thematisiert.
Entwurfsmodelle in der Architektur sind dadurch charakterisiert, dass sie nicht primär darauf abzielen, etwas schon Vorhandenes in einem weiten Sinne nach- oder abbildend zu repräsentieren, um gegebene Phänomene zu erklären und prognostizierbar zu machen, wie z.B. beim Modellgebrauch in den Natur- oder Sozialwissenschaften, sondern darum, einen antizipierten Zustand so zu modellieren, dass er gestalterisch bearbeitet und realisiert werden kann. Beim Entwurfsmodell läuft die Bezugsrichtung zwischen Modell und Modelliertem in umgekehrter Richtung: es bildet das zu Entwerfende nicht ab, sondern stellt es her.

In einem einführenden workshop in der ersten Sitzung wird jeder Teilnehmer ein Modell aus einem seiner Entwürfe vorstellen, so dass wir uns einen ersten Überblick über das Spektrum der Funktionen von Entwurfsmodellen, und das, was sie greifbar machen sollen, machen können.

Im Anschluss fokussiert das Seminar historisch auf den Wandel des Modell-Begriffs in der neueren Architektur und Architekturtheorie. Mit dem digital turn erlebt das Model und das Modellieren eine enorme Aufwertung und löst vielerorts bereits die Zeichnung als dominierendes Planungsmedium ab. Hier ist ein Übergang von materiellen Modellen, die maßstäblich bestimmt und thematisch fokussiert sind, hin zum Gebrauch von virtuellen Gebäudedatenmodellen zu verzeichnen, die darstellerisch flexibel sind und zunehmend Prozesse und Relationen modellieren. Das Seminar zielt darauf, diesen Wandel und seine Bedeutung für das architektonische Entwerfen genauer zu verstehen. Dazu beschäftigen wir uns mit seiner Vorgeschichte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und nähern uns im Verlauf immer weiter der aktuellen Diskussion an.

Wir lesen Texte von Architekten und Theoretikern zum Thema, die in Referaten vorgestellt und im Seminar gemeinsam diskutiert werden. Die Studienleistung, die die Voraussetzung für die Erbringung der Prüfungsleistung darstellt, besteht in Anwesenheit und Mitarbeit im Seminar, Lektüre der Texte, Teilnahme an der Diskussion der Texte in den Seminarsitzungen sowie die Übernahme eines Referates. Die Prüfungsleistung besteht im Ausarbeiten einer Hausarbeit, in der das Thema des Referates vertieft wird und Anregungen aus den anderen Texten und den Seminardiskussionen einbezogen werden.

Termin: Dienstags 18:00 – 19:30 h, Raum 0105 (ASL Neubau)

Se­mi­nar

Netzraum zwischen Blasen- und Bunkerarchitektur

Lehrende: Dr. Lidia Gasperoni

Welche Raumgestaltung entspricht unserem Zeitgeist? Architektur gestaltet mit ihren Bauten unsere Umwelt, schafft neue Dispositive der Raumwahrnehmung und erzeugt soziale Handlungsorte. Philosophie versucht Raum zu begreifen, das Wesen seiner Gestaltung durch unterschiedliche Praktiken zu reflektieren und wird damit wiederum zur Inspirationsquelle für Architekten. Philosophie und Architektur sind somit historisch, theoretisch und praktisch aufeinander verwiesen. Im Seminar werden wir die moderne Definition des Raumes als Netz sowie Ansätze zu einer kulturkritischen Architektur behandeln, wie sie sich seit den 90er Jahren zwischen den zwei Grenzfällen einer Architektur einerseits als Blasenstruktur, andererseits als Bunker entfaltet haben. Gemeinsam werden wir insbesondere Vorschläge für eine konkrete Raumgestaltung analysieren, die Vilém Flusser und Paul Virilio in diesem Kontext entwickelt haben. Im Seminar werden wir anhand der Lektüre ausgewählter Texte, der aktiven Teilnahme von Studierenden und der gemeinsamen Diskussion von Beispielen aus der Architektur diese Polarisierung zwischen Blasen- und Bunkerarchitektur untersuchen.

Termin: zweiwöchig Freitags , Raum  (ASL Neubau)

 27. Oktober /10. November /1. Dezember / 15. Dezember /12. Januar /19. Januar / 2. Februar

Se­mi­nar

RE-READING COLLAGE CITY

Lehrender: Samuel Korn

Elemente des Kontextualismus stellen in den vergangenen 50 Jahren eine wichtige, wenn auch häufig unsichtbare Konstante in der Architektur der Gegenwart dar. Die Idee auf räumliche und kulturelle Verhältnisse im Sinne einer topographischen wie auch sozio-historischen Spezifik des Ortes einzugehen prägte ebenso eine Reihe architektonischer Positionen wie auch ein ganz allgemeines Interesse am Weiterbauen, Reparieren und Rekonstruieren.
Die zunächst in Zusammenhang mit der universitären Lehre entwickelte und dann als Manuskript 1973 und in Form der Publikation Collage City 1978 verbreitete Konzeption einer kontextuellen Architektur entstammt dem Städtebau-Studio der Cornell University unter der Leitung des Architekten und Theoretikers Colin Rowe. Hier wurden seit den 1960er-Jahren ausgehend von einer Kritik der Stadtvisionen der Moderne die Idee einer am Kontext orientierten Entwurfshaltung verfolgt, was sowohl als eine Kritik an den Utopien der modernen Architektur als auch als Aufruf zu verstehen war, Theorie und Praxis von architektonischer Planung und Städtebau neu zu denken: Dem Selbstverständnis der möglichst umfassenden Planung des Neuen setzten Sie ein Interesse an den Bedingungen des materiellen und kulturellen Bestands entgegen.
Den prägenden architekturtheoretischen Text wollen wir im Seminar – beigeleitet von einer Reihe zeitgenössischer Kritik an seiner Positionierung sowie von Publikationen, die verwandte und zugleich alternative Vorstellungen entwickelten – einer kritischen Lektüre unterziehen. Der Argumentation von Colin Rowe und Fred Koetter folgend wollen wir dabei Themen wie Utopie und Krise, die gewachsene Stadt, das Interesse an Geschichte und Typologie, die Beziehung zwischen architektonischem Objekt und städtischem Geflecht sowie den Begriff der Collage erörtern.

Termin: Mittwochs 14:00 – 17:30 h, Raum

Pro­jekt

Theater Provisorium Frankfurt

Lehrende: Prof. Philipp Oswalt, Timo Panzer

Die in den 1960er Jahren von dem Architekturbüro Apel und Beckert erbauten städtischen Bühnen Frankfurt Main als ikonischer Bau der Nachkriegsmoderne müssen grundlegend saniert werden. Während der mehrjährigen Bauzeit müssen Oper, Schauspiel und Kammerspiel ausgelagert werden. Hierfür ist ein temporärer Bau zu entwerfen.

Die Auslagerung soll als Chance begriffen werden, mit anderen Formen des Theaters zu experimentieren: Anders in der Idee der Performance, anders im Verhältnis von Aufführenden und Publikum, anders im Verhältnis von Theater und Stadt.

In der Exkursionswoche werden wir voraussichtlich in Frankfurt Main, Köln, Gelsenkirchen und Essen exemplarische Bühnen und Auslagerungen besichtigen um verschiedene Theater-Strukturen im Wechselspiel von Licht, Bühnenraum und Schauspielern zu erfahren.

Begleitend findet ein Seminar statt, dass sich mit Grundtypen der Theaterarchitektur befasst wie auch mit Beispielen der zahlreichen Auslagerungen der letzten Jahre (etwa Augsburg, Köln, Berlin, Syracuse, Stralsund und Stratford).

Projekttage sind Dienstags und Mittwoch. Das begleitende Seminar findet Dienstag von 12:00 – 13:30 statt.

Das erste Projekttreffen findet an folgendem Termin statt:

Donnerstag, den 19.Oktober, 14:00 im Atelier K10, Raum 2110

Se­mi­nar

Theater: architypisch - provisorisch - innovativ

Lehrende: Prof. Philipp Oswalt

Begleitend zum Entwurfsprojekt (Vertical Studio) befasst sich dieses Seminar mit Theaterbau: Welche wichtigen Grundtypen sind in seiner über 2.000 Jährigen Geschichte entstanden, welche Experimente sind aus heutiger Perspektive anregend, und was passiert, wenn man ein Theater auf Zeit baut.?

Im Fokus sollen hierbei die räumlichen (und zeitlichen) Anordnungen des Performativen stehen, und daher interessiert uns auch, welche andere Formen und Räumen des Performativen es gibt: Der Catwalk in der Mode, das Parlament in der Politik, der Vortragssaal in der Wissenschaft,....

In der Exkursionswoche werden wir exemplarische Bühnen und Auslagerungen besuchen (voraussichtlich Frankfurt Main, Köln, Gelsenkirchen)

Das Seminar ist für Projektteilnehmer Soweit die Kapazität reicht, können weitere Studierende teilnehmen.

Vor­le­sung

Stadttheorie der Moderne

Ausgehend von einer kurzen Skizze der Entstehung des modernen Städtebaus seit dem 19. Jahrhundert fokussiert die Vorlesung ausgewählte Positionen von entwurfsorientierten Theorien der Stadt von 1933 bis heute (u.a. CIAM, Jane Jacobs, Aldo Rossi, Venturi/Scott/Brown, Colin Rowe/ Rob Krier, Rem Koolhaas, Smart City u.a.)

Die Vorlesung stellt einerseits den jeweiligen theoretischen Ansatz vor wie auch Beispiele für dessen architektonisch-entwurfliche Umsetzung und Entwicklung. Nicht zuletzt wird die Rezeptionsgeschichte der Theorien skizziert und eine Einordnung aus heutiger Sicht vorgenommen.

Erste Termin: Dienstag, den 25.4., 12:00 – 13.30, Hörsaal 3 (Campus Center)

 

Se­mi­nar

Gestern die Stadt von Morgen – Geschichte der Zukunft

Von 1955 – 1973 war das nördliche Ruhrgebiet ein einzigartiges Labor für experimentelle Architektur und Städtebau. Unter Beteiligung namhafter internationaler Architekten wie Arne Jacobsen, van den Broek und Bakema und Alvar Aalto entstanden hier neue Stadtzentren, experimentelle Wohnbauten und vieles mehr, in den sich die ambitionierten Ideen der Nachkriegsmoderne von Metabolismus, Strukturalismus, Brutalismus etc. ihren Niederschlag fanden. Manche dieser Experimente sind gnadenlos gescheitert, andere bis heute erstaunlich erfolgreich. Während sich hierzulande heute oft eher Biederkeit breit gemacht hat, werden manche Konzepte in der Gegenwart von Architekten – ob in Europa oder Asien – fortgeführt (u.a. OMA, MVRDV, BIG , Herzog&deMeuron etc).
Das Seminar befasst sich mit den Ideen und Architekturen der Zeit und ihrer Relevanz für die Gegenwart. Neben den Projekten im Ruhrgebiet werden auch internationale Beispiel wie die Experimentalbauten der Weltausstellungen behandelt. Ziel der Aufarbeitung ist ein Ausstellungsbeitrag für die Ausstellung IBA 1967 Ruhrcity im Neuen Museum Marl.

Das Seminar findet Projektbegleitend zum Entwurfsprojekt IBA 1967/ 2017: Ruhrcity statt.  Das Seminar ist, soweit es die Kapazität erlaubt, auch offen für Studierende, die nicht am Projekt teilnehmen.

Treffen: Mittwochs, 14:00 h, Raum 3109 (ASL Neubau)

Erstes Treffen: ausnahmsweise Donnerstag ! , 20.4. 16:00 h

 

Se­mi­nar

Labore der Innovation

Die Architekturpsychologie geht davon aus, das die Gestaltung von Räumen des menschliche Verhalten beeinflusst. Ein wichtiges Feld hierbei sind Orte der Innovation und des Lernens. Welche Setting befördern Kreativität und Kommunikation? Exemplarisch hierfür sind aktuell Raumkonzepte für die großen Firmen des digitalen Zeitalters wie Google, Apple oder Facebook wie auch für Werbeagenturen.
Historisch sind Schulen der Reformpädagogik (Bauhaus usw.), Künstlerkolonien (Monte Verita u.a.) und Forschungszentren (Los Alamos u.a.) Beispiele für Raumkonzepte, in denen sich neue Ideen des Lernens und Kreativseins artikulieren. Das Seminar widmet sich gleichermaßen den theoretischen Ansätzen wie relevanten Fallbeispielen hierzu. Ziel dabei ist, eine Pop-Up-Ausstellung zu diesem Thema für eine Konferenz von projekt bauhaus im November 2017 an der Akademie der Künste Berlin vorzubereiten. Besonders engagierte Teilnehmer können nach Abschluss des Seminars hieran weiter mitarbeiten.

Termin: Mittwochs 12:00 – 13:30 h, Raum 0106 (ASL Neubau)

 

Se­mi­nar

Diagramme als Entwurfswerkzeug

Das Seminar verfolgt die Geschichte des Diagramms als Mittel des Entwerfens in der neueren Architekturtheorie. Die These des Seminars lautet, dass der architekturtheoretische Diskurs um das Diagramm bzw. das diagrammatische Entwerfen in den 1960er bis 1990er Jahren, der vom Duktus der Postmoderne, des Dekonstruktivismus und des Poststrukturalismus geprägt war, nach dem digital turn einer Aktualisierung bedarf. Mit den neuen technischen Möglichkeiten der digitalen Entwurfsmedien bekommen die theoretischen Aspekte der Debatte über das Diagramm als „virtual tool“ (R.E. Somol) einen neuen, praktischen Sinn. Das Seminar beginnt mit der Lektüre von ‚klassischen Texten’  zum Diagramm als Entwurfsmedium wie etwa von Christopher Alexander, Peter Eisenman und Colin Rowe, um sich dann aktuelleren Texten zuzuwenden, die den Diagramm-Gebrauch in aktuellen Entwurfskulturen thematisieren, etwa bei Koolhaas/OMA und UN Studio. Auf Basis des historischen Rückblicks und der Reflexion der Rolle von Diagrammen in der aktuellen Architekturproduktion zielt das Seminar auf die Erarbeitung von theoretischen Grundlagen für das Verständnis der Rolle von diagrammatischen Verfahren in aktuellen digitalen Entwurfspraktiken.

Termin: Dienstags 18:00 – 19:30 (s.t.!) , Raum 0105 (ASL Neubau)

 

Se­mi­nar

Architekturen des Zeigens - Die documenta und ihre architektonische Rahmung

Im Verlauf des 20. Jahrhunderts wandelte sich das Medium der Ausstellung von einem Mittel der Präsentation künstlerischer Werke zu einem Ort der Produktion und der Auseinandersetzung mit der Gegenwart. Bereits mit der ersten Ausstellung 1955 avancierte die documenta zu einem Vorreiter für eine kuratorische Praxis starker konzeptueller Setzungen, die über den Bereich des Ästhetischen wie auch über die Inhalte einzelner Werke hinaus auf die politischen und sozialen Bedingungen verweist und diese zur Diskussion stellt. Bei der Realisierung dieser kuratorischen Setzungen spielten architektonische Rahmungen schon immer eine zentrale Rolle, wie beispielsweise Arnold Bodes scherenschnittartige Installation von Skulpturen entlang einer weißen Wand vor der Ruine der Orangerie 1959 auf der documenta 2. Dabei formuliert die Installation von Kunstwerken an bestimmten Ausstellungsorten die Rolle des einzelnen Kunstwerks neu und definiert jedes Exponat als nur ein Element innerhalb einer umfassenden Inszenierung des kuratorischen Narrativs. Diese inhaltliche Einschreibung der Ausstellung in die einzelnen Arbeiten verändert das Gleichgewicht zwischen Werk und Ausstellung, Künstler und Ausstellungsmacher. So stellte Daniel Buren 1972 im Katalog der documenta 5 in fest, dass Ausstellungen „[...] nicht mehr Ausstellungen von Kunstwerken [sind], sondern sich selbst als Kunstwerk auszustellen.“ Das Seminar will am Beispiel der Ausstellungsreihe documenta und ihrer Bespielung der Stadt Kassel untersuchen, wie Ausstellungen durch architektonische Rahmungen spezifische Display-Regime an verschiedenen Orten in der Stadt konfiguriert haben. Ziel des Seminars ist es, in der Reflexion zurückliegender documenten wie auch in der Auseinandersetzung mit der diesjährigen documenta 14 die Geschichte des Mediums der Ausstellung und ihrer architektonischen Rahmungsstrategien nachzuzeichnen. Grundlage hierfür ist zunächst die Lektüre ausgewählter Texte und die Betrachtung von Artefakten der historischen Ausstellungen wie Grundrisse, Ausstellungsfotografien und Druckerzeugnisse. In einem zweiten Schritt soll durch experimentell zu entwickelnde Methoden eine Analyse konkreter Ausstellungssituationen der diesjährigen documenta in Kassel erfolgen. Eine Exkursion zur documenta 14 in Athen bietet sich zudem an, um vorab eine Typologie von Rahmungsstrategien zu skizzieren, allerdings ist dies als ergänzendes Angebot zu verstehen und für Teilnehmer am Seminar nicht verpflichtend.

Termin: Dienstags 10:00 – 12:00 h, Raum 0208 (Systembau 2, Moritzstr. 25-31)
Erster Termin: Dienstag, den 25.4., 10:00

Voranmeldung per E-Mail: samuel.korn@asl.uni-kassel.de

Se­mi­nar/ Ex­kur­si­on

Was macht die Documenta in Athen?

Mit Athen gibt es in diesem Jahr nicht nur einen Satelliten für die Großausstellung documenta, sondern einen als gleichwertig verstandenen zweiten Veranstaltungsort. Das Seminar „Was macht die documenta in Athen?“ befragt die Nutzung Athens durch die documenta 14 und untersucht die Einschreibung des Ausstellungsformats in das urbane Geflecht. Ziel ist es, die Erschließung Athens als neuen Veranstaltungsort anhand konkreter räumlicher Beispiele zu reflektieren.

Es geht darum, in einer Reihe von praktischen Übungen experimentelle Methoden zur Untersuchung der Ausstellung und ihrer kuratorischen wie architektonischen Raumproduktion zu entwickeln. In der Auseinandersetzung mit Ausstellungsorten wird eine Typologie der für die documenta aktivierten urbanen Situationen skizziert und so einen Ansatz zu einer kritischen Analyse des Ineinanderwirkens von Ausstellungsformat und Stadt erarbeitet.

Nach einem Vortreffen und der Exkursion nach Athen werden die Ergebnisse in zwei Nachtreffen ausgewertet editiert. Die dabei entstehende Materialsammlung soll im kommenden Jahr Eingang in ein Publikationsprojekt finden.

Voranmeldung erforderlich: samuel.korn[at]asl.uni-kassel[dot]de

 

Se­mi­nar

Die Humanisierung der Moderne

Die ersten jungen Architekten und Architektinnen, die nach dem Zweiten Weltkrieg die USA bereisten, schwankten zwischen Schock und Bewunderung: Nicht nur in der Hauptstadt Washington trafen sie auf städtebauliche und architektonische Monumentalismen und die ungenierte Selbstverständlichkeit der Amerikaner im Umgang mit dem „think big“. Das also sollte die neue Welt sein, in der alles so demokratisch, so offen, so buchstäblich „modern“ war?
Was war gut, was schlecht am Monumentalen, was durfte sein, was nicht? Selten zuvor war die Verunsicherung innerhalb der europäischen Architekturszene so groß wie in diesen Jahren.

Sigfried Giedion, der polyglotte Schweizer Kunsttheoretiker positionierte sich mit Blick auf den Wiederaufbau europäischer Städte sehr klar: er forderte mehr Mut zum Monumentalen, eine Architektur und Stadtplanungskultur, die Raum für neue Formen von Gemeinschaft bieten sollte. „Monumentalität ist nichts anderes als die Erfüllung des alten Bedürfnisses nach großer sozialer Symbolik und die lässt sich auf Dauer nicht unterdrücken“, verkündete er 1946 auf einer Ausstellungseröffnung in London. Das waren Ideen, die missverstanden werden konnten, und Ideen, die angesichts der jüngsten Vergangenheit nicht allen gefielen. Statt einer neuen Monumentalität wurden nun auch Rufe nach einer neuen Menschlichkeit, einer Re-Humanisierung der Moderne laut.

Das Seminar wird sich mit Konzepten und Referenzprojekten zum Thema „Maßstäblichkeit versus Monumentalisierung 1930 – 1960 im transatlantischen Diskurs“ befassen. Das Spektrum reicht dabei von der New Regionalism-Bewegung in Skandinavien und den USA bis hin zu den Versuchen der Schweizer Avantgarde, im Nachkriegseuropa als neue Instanz einer "menschlichen Moderne" zu wirken.

Termin: zweiwöchentlich Mittwochs 14:00 – 18:00 h, Raum 103/104 (Gottschalkstr. 26)

 

Pro­jekt

Radikal modern. Die Stadt von morgen 1967/ 2017

Neues Museum Marl/ Internationale Bauausstellung Ruhrcity

In einem ersten Schritt wird eine leerstehenden Hauptschule im Stadtzentrum von Marl aus den 1960er Jahren durch eine von den Projektteilnehmern entworfenen und in der Exkursionswoche realisierten Einbau in ein Museum für zeitgenössische Skulptur verwandelt, welches dann vom Skulpturenmuseum Glaskasten Marl u.a. im Rahmen des Skulpturen Projekt Münster 2017 genutzt wird.
In dem zweiten Schritt befassen sich die Projektteilnehmer entwurflich mit den architektonischen Utopien der 1960er Jahre, die im nördlichen Ruhrgebiet eine besonders intensive und teilweise radikale Ausprägung erfahren haben, und untersuchen ihre Aktualität für heute. Zur fachlichen Fundierung dient das Begleitseminar „Gestern die Stadt von Morgen – Geschichte der Zukunft“ , dessen Teilnahme für alle Projektteilnehmer verpflichten ist. Die Ergebnisse von Recherchen und eigenen Entwürfen münden in der Entwicklung einer fiktiven IBA 1967/ 2017 Ruhrcity, die als Ausstellung in der 30 KW (letzte Juli Woche) in dem Neuen Museum Marl aufgebaut, eröffnet und für 3 Monate zu sehen sein wird. In dieser Ausstellung mischen sich Fakten und Fiktionen zur Präsentation eines experimentellen Architektur- und Stadtlabors, in dem sich heroische Entwürfe der 1960er Jahre verbinden mit Konzepte der Studierenden von heute.
Das Projekt wurde als Sommerschule von der Sto-Stiftung im Rahmen eines Wettbewerbs prämiert und wird von ihr gefördert. Die beiden einwöchigen Vor-Ort Workshops in Marl finden in Kooperation mit vier weiteren Hochschulen unterschiedlicher Disziplinen (Medienkunst, Kunstvermittlung, Städtebau, Architektur)  und dem Marler Berufskolleg statt.
Neben dem Lehrbeauftragten Theo Deutinger (td architects Amsterdam/ Innsbruck), welcher das Gesamtprojekt Ruhrmoderne initiierte, werden die Studierenden bei den Workshop von Alexander Römer (constructlab, Kasseler Studierenden u.a. durch das Projekt Osthang Darmstadt bekannt) intensiv unterstützt und angeleitet.

Von Projektteilnehmern erwarten wir Enthusiasmus, Interesse an baulicher Realisierung, utopischen Denken. Wegen des  erhöhten Umfang der Projektarbeit erhalten Studierende bei einer erfolgreichen Projektteilnahme zusätzlich zu den Projektkredits 3 Credits für das Studienfeld Bildende Kunst, Gestaltung und Darstellung (B 1.0-10 bzw. B 2.0-10). Das Projekt wird als Vertikal Studio angeboten.

Erstes Projekttreffen Donnerstag, den 20. April, 14:00 h, K 10 Raum 2110

 

Mas­ter­ver­tie­fung De­sign Re­se­arch/Pro­jekt

Radikal modern. Archifiktion IBA 1967/ 2017

Parallel zum gleichnamigen Vertikal Studio bieten wir einer kleinen Gruppe die Möglichkeit der Mastervertiefung Design Research an.

Die Projektteilnehmer befassen sich entwurflich mit den architektonischen Utopien der 1960er Jahre, die im nördlichen Ruhrgebiet eine besonders intensive und teilweise radikale Ausprägung erfahren haben, und untersuchen ihre Aktualität für heute. Zur fachlichen Fundierung dient das obligatorische Recherchestudio „Gestern die Stadt von Morgen – Geschichte der Zukunft“. Die Ergebnisse von Recherchen und eigenen Entwürfen münden in der Entwicklung einer fiktiven IBA 1967/ 2017 Ruhrcity, die als Ausstellung in der 30 KW (letzte Juli Woche) in dem Neuen Museum Marl aufgebaut, eröffnet und für 3 Monate zu sehen sein wird. In dieser Ausstellung mischen sich Fakten und Fiktionen zur Präsentation eines experimentellen Architektur- und Stadtlabors, in dem sich heroische Entwürfe der 1960er Jahre verbinden mit Konzepte der Studierenden von heute.

Während die Teilnehmer des Vertical Studio in der ersten Projektphase die bauliche Herrichtung einer leerstehenden Hauptschule aus den 1960er Jahren zu einem Ausstellungsbau verantworten, fokussieren die Mastervertiefer die Entwicklung der im Juli zu realisierenden Ausstellungskonzeption und -gestaltung in Kooperation mit Studierenden der Visuellen Kommunikation der Kunsthochschule Kassel (Prof Götz).

Das Projekt wurde als Sommerschule von der Sto-Stiftung im Rahmen eines Wettbewerbs prämiert und wird von ihr gefördert. Die beiden einwöchigen Vor-Ort Workshops in Marl finden in Kooperation mit vier weiteren Hochschulen unterschiedlicher Disziplinen (Medienkunst, Kunstvermittlung, Städtebau, Architektur)  und dem Marler Berufskolleg statt.
Neben dem Lehrbeauftragten Theo Deutinger (td architects Amsterdam/ Innsbruck), welcher das Gesamtprojekt Ruhrmoderne initiierte, werden die Studierenden des Vertical Studios bei den Workshop von Alexander Römer (constructlab, Kasseler Studierenden u.a. durch das Projekt Osthang Darmstadt bekannt) intensiv unterstützt und angeleitet.

Von Projektteilnehmern erwarten wir Enthusiasmus, Interesse an utopischem Denken, kritischer Reflektion und Realisierung einer Ausstellung. Wegen des  erhöhten Umfangs der Projektarbeit erhalten Studierende bei einer erfolgreichen Projektteilnahme zusätzlich zu den Projektkredits 3 Credits für das Studienfeld Bildende Kunst, Gestaltung und Darstellung (B 2.0-10).

Erstes Projekttreffen Donnerstag, den 20. April, 14:00 h, K10 Raum 2110

 

Se­mi­nar

Einführung in das wissenschaftliche Schreiben für internationale Studierende/ Deutsch als Fremdsprache

Die Veranstaltung bietet einen Überblick über die Besonderheiten und Anforderungen des wissenschaftlichen Sprachgebrauchs, vor allem im Bereich der schriftlichen Arbeiten im Studium. Vorgestellt und praktisch erarbeitet werden solche Themen, wie Merkmale und Redemittel der Wissenschaftssprache Deutsch, Formulierungstipps, Vermeidung typischer Fehler beim Schreiben einer Hausarbeit, richtiges Zitieren, digitale Tools zur Textkorrektur usw. Die Übung richtet sich explizit an internationale Studierende, die ihre Schreibkompetenzen ausbauen wollen. 

Erster Termin: Montag, 8. Mai 10 – 12 Uhr, Raum 0106 (ASL Neubau)

Zweiter Termin: Montag 29. Mai 10 – 12 Uhr

 

Übung

Master vorbereiten

Viele Masterarbeiten haben eine holprigen bzw. hektischen Start, weil zu spät Themenstellung und Arbeitsweisen geklärt sind . Diese Lehrveranstaltung soll dem Abhilfe schaffen, in dem mit einem ausreichend Vorlauf und unter Beratung die Studierenden ihr individuelles Masterthema finden und entwickeln können. Dies ist für entwurfliche Projekte sehr sinnvoll, für theoretische Abschlussarbeiten nahezu unabdingbar

Erstes Treffen: Mittwoch der 26.4. 9:30 h. Raum 3121 ASL Neubau, Weitere Termine nach Vereinbarung. (Voraussichtlich: Donnerstag 11.5., 8.6., 5.7.)

Seminar
 

BIM und die Formalisierung des Entwerfens. Erkenntnistheorie digitaler Entwurfswerkzeuge II

Ausgangspunkt des Seminars ist die um sich greifende Verbreitung von BIM (Building Information Modelling, dt. Gebäudedatenmodellierung) in der aktuellen Architekturproduktion. Im Seminar geht es um die historische Kontextualisierung und Rückbindung der sich vielerorts durchsetzenden BIM-Methode. Der Fokus liegt darauf, die Idee, Teile des Entwursfprozesses oder und/oder der Entwurfsobjekte zu standardisieren, in ihrer historischen Entwicklung zu verfolgen. Parallel zu dieser historischen Perspektive, in der es etwa um Durand's Ansatz zur Objektivierung des Entwerfens als Entwurfsmethode oder Neufert's Konzept des Schnellentwerfens geht, schauen wir uns 'Meilensteine' der Entwicklung von BIM-Anwendungen und ihren Vorläufern an, wie etwa die AMG Architecture Machine Group und die Entstehung des IFC Industry Foundation Classes Datenstandards.

Ziel ist es, BIM-Verfahren und -Methoden architekturtheoretisch in den Fokus zu bringen, denn die architekturtheoretische Reflexion des Einflusses von BIM auf die Entwurfspraktiken und -kulturen der aktuellen Architekturproduktion ist Voraussetzung dafür, dass wir diese Verfahren angemessen anwenden können. Das Seminar versteht sich als Forschungsseminar zu einem noch nicht kanonisierten Thema – die Bereitschaft zur Recherche von und Arbeit mit philosophischen Texten, die Recherche von aktuellen A/S/L-Projekten und die Einarbeitung bzw. Vertiefung in die Arbeit mit CAD/BIM Software wird voraus gesetzt!

Vorlesung

Stadttheorien der Moderne

Ausgehend von einer kurzen Skizze der Entstehung des modernen Städtebaus seit dem 19. Jahrhundert fokussiert die Vorlesung ausgewählte Positionen von entwurfsorientierten Theorien der Stadt von 1933 bis heute (u.a. CIAM, Jane Jacobs, Aldo Rossi, Venturi/Scott/Brown, Colin Rowe/ Rob Krier, Rem Koolhaas, Smart City u.a.)

Die Vorlesung stellt einerseits den jeweiligen theoretischen Ansatz vor wie auch Beispiele für dessen architektonisch-entwurfliche Umsetzung und Entwicklung. Nicht zuletzt wird die Rezeptionsgeschichte der Theorien skizziert und eine Einordnung aus heutiger Sicht vorgenommen.

Termin: Mittwochs, 12.00 – 13.30 Uhr, Hörsaal 1140

Erster Termin: Mittwoch, 13.04., 10.00 Uhr, Hörsaal 1140

Die Lehrveranstaltung im Vorlesungsverzeichnis HIS-LSF: Stadttheorien der Moderne

 

Seminar

Aneignung und Pop - Symbolik des Alltagslebens

Architektur wird oft in erster Linie nach funktional-gestalterischen Kriterien beurteilt. Anders sahen das Robert Venturi und Denise Scott Brown, die nach „Learning from Las Vegas“ in ihrer Studie „Learning from Levittown“, die Architektur vorstädtischer Siedlungen und deren Bauweisen sie als „zeitgenössische vernakuläre Architektur“ oder „Baumarkt-vernakulär“ beschrieben. Und ihr eine baukulturelle Berechtigung und viele Gemeinsamkeiten mit vernakulärer Bautradition zusprachen. Etwa zur gleichen Zeit beschrieb Heinrich Klotz das Bedürfnis von Bewohnern, in ihren Häusern oder selbstgebauten Gartenlauben ihre Individualität ausdrücken zu wollen und Philippe Boudon untersuchte wie die „aktive Bewohnung“ der Corbusier Siedlung Pessac das vorgeplante Raumgefüge änderte.

Das Seminar hat einen theoretischen und analytischen Anteil. Neben der Lektüre von Schlüsseltexten werden sich die Teilnehmer zwei Siedlungen aus dem Kasseler Stadtraum fallstudienartig untersuchen und sich mit aktuellen Architekturpositionen auseinandersetzen, welche sich mit Fragen des populären befassen.

Termin: Mittwochs, 14.00 – 18.00 Uhr, Raum Forum K10

Erster Termin: Mittwoch, 20.04., 14.00 - 18.00 Uhr, Raum Forum K10

Die Lehrveranstaltung im Vorlesungsverzeichnis HIS-LSF: Seminar Architekturtheorie

 

Seminar

Funktionalismus

Unter  Louis Sullivan’s Motto “Form Follows Funktion” ist der Funktionalismus zu einem der wichtigtsen, aber auch umstrittensten Motive der Architektur der Moderne geworden. Folgt die Form der Funktion, oder die Funktion der Form? Gibt es Entwufsmethoden, welche eine funtionale Gestaltung ermöglichen? Oder ist Funktionalismus gar ein Stil? Was ist überhaupt unter Funktion zu verstehen? Und wird die Nutzung bei der Planung festgelegt oder ergibt sich diese erst aus dem Gebrauch? Lässt sich mit der Gestaltung die Nutzung der Architektur steuern? Das Seminar befasst sich zum Thema Funktionalismus mit Theorien, Entwürfen und Kritiken der klassischen Moderne und der Gegenwart : Walter Gropius, Hannes Meyer, Alexander Klein, Peter Eisenman, Bernard Tschumi, Rem Koolhaas, Peter Eisnemann Bruno Latour, Jean Baudrillard u.a.

Termin: Dienstags, 12.00 – 13.30 Uhr, Raum 1130

Erster Termin: Dienstag, 19.04., 12.00 Uhr, Raum 1130

Die Lehrveranstaltung im Vorlesungsverzeichnis HIS-LSF: Funktionalismus

 

Seminar

Form Follows Format

In diesem Seminar wird die These vertreten, dass die Architektur der Moderne ohne das Format nicht zu denken ist. Papierformate waren grundlegend für die Entstehung der Neuen Typographie und des Neuen Bauens.  Steinformate waren prägend für den sozialen Wohnungsbau der Nachkriegszeit. Formate hängen eng mit Normen und Typen zusammen. Sie sind bestimmend für die Gestaltung von Information and Architektur zugleich.

Formatbegriffe bzw. Normungs- und Modul-Systeme von Wilhelm Ostwald, Walter Porstmann, Walter Gropius, Le Corbusier, Mies van der Rohe, Buckminster Fuller, Ikebe Kiyoshi, John Habracken und vor allem Ernst Neufert werden hier systematisch behandelt. Die Mechanisierung und Rationalisierung der Bau- und Entwurfsarbeit während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Deutschland und den USA wird thematisiert. Die Enstehung von raum-, zeit- und geldsparende Sonderdisziplinen wie Schnellentwerfen und Baumanagement wird untersucht. Die Geschichte von Normungsorganisationen wie DIN, ASTM und ISO werden kritisch nachgeforscht anhand von theoretische Studien von Keller Easterling, Anson Rabinbach, Markus Krajewski und Michel Foucault. Besondere DIN-Normen (z.B. DIN 4172, "Maßordnung im Hochbau") werden aus einer sozialpolitischen Hinsicht analysiert. Bauhandbücher wie die Bauentwurfslehre und Architectural Graphic Standards werden graphisch und inhaltlich verglichen. Vom Nutzen und Nachteile der Normungsarbeit in der heutigen Welt wird auch diskutiert. Als Ergebnis soll eine Pop-Up-Ausstellung für ein geplantes Symposion am Deutschen Architektur Museum Frankfurt im Rahmen des Seminar entwickelt werden.

Termin: Dienstags, 18.00 – 19.30 Uhr, Raum 1114

Erster Termin: Dienstag, 19.04., 18.00 Uhr, Raum 1114

Die Lehrveranstaltung im Vorlesungsverzeichnis HIS-LSF: Form Follows Format

 

Seminar

Wissenschaftliches Schreiben im Pflichtfach Architekturtheorie für internationale Studierende

Das Seminar stellt eine sprachliche Übung für internationale MA-Studierende der Architektur dar. Es soll Studierende aus dem Ausland dabei unterstützen, die fachlichen Inhalte im Pflichtfach Architekturtheorie besser zu verstehen, zu reflektieren und in Form von Prüfungsleistungen (Mitschrift, Hausarbeit) adäquat umzusetzen. Ausgehend von fachbezogenen Anforderungen der Vorlesung und Seminare werden in der Veranstaltung folgende Themen behandelt und anhand sprachlicher Übungen trainiert:

  • Besseres Verstehen der Vorlesung: Techniken der Vor- und Nachbereitung der Vorlesungen
  • Effizientes Lesen der Fachtexte
  • Verfassen der Mitschrift
  • Wissenschaftssprache Deutsch: Anforderungen und „Tabus“
  • Schreibprozess und seine Organisation: Von der Recherche zur Abgabe
  • Sinn und Zweck einer Hausarbeit sowie ihre Bestandteile
  • Zitieren und Umformulieren; Einbinden fremder Gedanken in eigene Texte
  • Wissenschaftliches Formulieren: Schreiben einer Einleitung, Definieren, Argumentieren usw.
  • Korrigieren eigener Texte

Redemittel, Beispieltexte sowie weiterführende sprachliche Übungen zu allen Themen bieten den Teilnehmenden die Möglichkeit, ihre wissenschaftssprachliche Kompetenz auszubauen. Weiterhin können Studierende im Rahmen des Seminars ihre eigenen Texte diskutieren und optimieren.

Termin: Montags, 10.00 - 11.30 Uhr, Raum 1114 

Erster Termin: Montag, 18.04., 10.00 Uhr, Raum 1114

Die Lehrveranstaltung im Vorlesungsverzeichnis HIS-LSF: Wissenschaftliches Schreiben im Pflichtfach Architekturtheorie

 

Projekt

Ausstellungsbau Kunsthochschule Kassel

Die Kunsthochschule soll einen Ausstellungsgebäude erhalten, das einerseits dazu dient, Arbeiten aus der Hochschule zu zeigen und somit der Hochschule eine größere öffentliche Präsenz zu geben. Anderseits sollen Ausstellungen externer Werke Impulse für die Arbeit der Hochschule und die Öffentlichkeit geben und die Hochschule international vernetzen. Der Ausstellungsraum wird als Experimentierlabor verstanden, in dem kuratorisch wie gestalterisch unterschiedliche Formen des Ausstellens erprobt werden.

Das mit ca. 500 qm recht kleine Gebäude ist als Erweiterung des denkmalgeschützten Hochschulbaus von Paul Friedrich Posenenske in der Karlsaue vorgesehen. Es gilt, sich intelligent und sensibel zum Bestand zu verhalten und zugleich einen zeitgemäßen Ausdruck für den öffentlichen Bau zu finden, der auch als Selbstverständnis der Kunsthochschule gelesen werden kann.

Das Entwurfsprojekt findet gemeinsam mit Lehrenden und Studierenden des Bereichs Designs der Kunsthochschule (Ausstellungsdesign) und auch parallel zu dem jetzt einsetzenden Planungsprozess der Universität selbst statt. Eine enge Zusammenarbeit der Studierenden beider Studiengänge ist vorgesehen.  Das Projekt soll die inhaltliche und konzeptuelle Auseinandersetzung des Vorhabens an der Kunsthochschule befördern, weshalb sowohl ein Dialog mit den dortigen Akteuren vorgesehen ist, wie auch die Schlusspräsentation des Vorhabens vor Ort im Rahmen des Sommerrundgangs als eine Ausstellung von den Ausstellungsideen einen wichtigen Stellenwert für das Projekt hat.

Projekttage sind Dienstags und Mittwochs.

Erster Termin: Mittwoch, 13.04., 14.00 Uhr, Raum 1130

Die Lehrveranstaltung im Vorlesungsverzeichnis HIS-LSF: Ausstellungsbau Kunsthochschule Kassel

Dokumente ATH 16 Ein Ausstellungsbau für die Kunsthochschule Kassel