VR-/AR-Lab des FB07

Mit dem Aufbau eines eigenen VR-/AR-Labors schaffen wir eine Infrastruktur, um immersive Technologien praktisch zu erproben, zu erforschen und in die Lehre zu bringen. Die Ausstattung reicht von vollständig immersiven VR-Headsets über Mixed-Reality-fähige Standalone-Geräte bis zu leichten Smart Glasses.

Was sind VR, AR und Smart Glasses?

Virtual Reality (VR) ersetzt die reale Umgebung vollständig durch eine computergenerierte Welt. Nutzerinnen und Nutzer tragen ein Headset, das für jedes Auge ein eigenes Bild darstellt und die Kopfbewegungen in Echtzeit erfasst. So entsteht der Eindruck, sich tatsächlich in der virtuellen Szene zu befinden und mit ihr zu interagieren. Typische Anwendungen sind Trainingssimulationen, die Begehung noch nicht gebauter Räume oder das Erleben von Situationen, die in der Realität zu teuer, zu selten oder zu gefährlich wären.

Augmented Reality (AR) ergänzt die reale Umgebung um digitale Inhalte, statt sie zu ersetzen. Texte, Kennzahlen, 3D-Modelle oder Arbeitsanweisungen erscheinen im Blickfeld und können mit Objekten im Raum verknüpft werden. Der Blick auf die Umgebung bleibt dabei erhalten. 

Zwischen beiden Enden liegt die Mixed Reality (MR), bei der virtuelle Objekte die reale Geometrie berücksichtigen, etwa auf einem Tisch stehen oder hinter einer Wand verschwinden. Als Sammelbegriff für dieses gesamte Spektrum hat sich Extended Reality (XR) etabliert.

Smart Glasses sind Brillen im Alltagsformat, die Informationen direkt ins Blickfeld einblenden. Sie sind deutlich leichter als Headsets und für längeres Tragen gedacht. Die Bandbreite ist groß: Ein Teil der Geräte projiziert vor allem einen großen virtuellen Bildschirm, ein anderer Teil arbeitet als eigenständiger Computer mit Kamera, Mikrofonen und Sprachassistenz und liefert kontextbezogene Hinweise zu dem, was gerade gesehen wird.

Bild: Tima Miroshnichenko

Die Ausstattung des Labs

10 × Meta Quest 3

Autarke VR-Headsets, die ohne angeschlossenen Rechner laufen und über ihre Farbkameras auch Mixed-Reality-Anwendungen darstellen können. Die zehn Exemplare sind unsere Basis für die Arbeit mit ganzen Gruppen.

3 × HTC Vive Focus Vision

Hochwertige Headsets mit integriertem Eye-Tracking, die sowohl eigenständig als auch an einen leistungsstarken PC angebunden betrieben werden können. Sie sind vor allem für Studien gedacht, in denen wir erfassen wollen, wohin Nutzende tatsächlich blicken.

2 × VITURE Luma Ultra XR/AR Glasses

Leichte Brillen, die einen großen virtuellen Bildschirm ins Blickfeld projizieren und sich per USB-C mit Laptop, Tablet oder Smartphone verbinden. Damit erproben wir mobiles Arbeiten mit großen Darstellungsflächen ohne feste Monitore.

2 × RayNeo X3 Pro AI+AR Smart Glasses

Eigenständige Smart Glasses im Brillenformat mit Kamera, Sprachassistenz und Anzeige im Blickfeld, die etwa Übersetzungen, Navigationshinweise oder Notizen einblenden. Sie stehen für Szenarien, in denen die Hände frei bleiben und Informationen situativ eingeblendet werden.

Einsatz in der Lehre

Die Geräte sind nicht als Demonstrationsobjekte gedacht, sondern sollen künftig fester Bestandteil unserer Lehre werden. Geplant ist der Einsatz in Seminaren und Projektveranstaltungen, in denen Studierende immersive Anwendungen nicht nur ausprobieren, sondern selbst konzipieren, umsetzen und evaluieren. 

Inhaltlich reicht das Spektrum von der Entwicklung eigener VR- und AR-Anwendungen über die Gestaltung von Interaktion und Nutzungsführung bis zur empirischen Untersuchung, wie Menschen mit diesen Technologien umgehen. Ergänzend bieten die Geräte die Möglichkeit, Lehrinhalte selbst immersiv zu vermitteln, etwa durch räumliche Visualisierungen oder Simulationen von Situationen, die im Hörsaal sonst nicht zugänglich sind. Über die Lehre hinaus steht das Lab für Abschlussarbeiten sowie für Kooperationen in Forschung und Praxis offen.

Bei Interesse an einer Nutzung des Labs oder einer gemeinsamen Projektidee freuen wir uns über eine Nachricht (mailto:sebastian.lins[at]uni-kassel[dot]de).