K&V-Ta­gun­gen

För­de­rung/Lei­tung

Förderung:
Universität Kassel

Laufzeit: 2019-2022

Projektleitung:
Prof. Dr. Andreas Eichler
+49 561 804-4310

eichler[at]mathematik.uni-kassel[dot]de

Prof. Dr. Frank Lipowsky
+49 561 804-3613
lipowsky[at]uni-kassel[dot]de

Ta­gun­gen

Termine für K&V-Tagungen:

Wann: 03.06.2019           KickOff-Tagung (14-18 Uhr)

Wo: NN

Programm:

14-16 Uhr: Input-Vortrag K. Loibl und Diskussion

16-18 Uhr: Diskussion zu Perspektiven von K&V in der Lehramtsausbildung

Gast: Jun.-Prof. Dr. Katharina Loibl

Titel: Was macht ‚Productive Failure‘ produktiv? Vergleichsprozesse in der Erkundungs- und Instruktionsphase

Abstract: Wenn Lernende vor der Instruktion unbekannte Aufgaben bearbeiten, explorieren sie den Problemraum und erkunden Zusammenhänge. Sie generieren dabei aber in der Regel fehlerhafte oder unvollständige Lösungsansätze. Diese Lösungsansätze können in der folgenden Instruktion aufgegriffen werden um die richtige Lösung einzuführen. Die Effektivität dieses ‚Productive Failure‘ genannten Ansatzes konnte insbesondere im Fach Mathematik in einer Vielzahl an Studien gezeigt werden (für einen Überblick siehe Loibl, Roll & Rummel, 2017). Die Effektivität dieses Ansatzes könnte mit der Anregung von Vergleichsprozessen zusammenhängen. In mehreren Studien untersuchten wir unterschiedliche Vergleichsprozesse im Rahmen des Productive Failure-Ansatzes:

1)  Während der Erkundungsphase können die Aufgaben mit kontrastierenden Fällen angereichert werden. Kontrastierende Fälle sind kleine Beispiele oder Datensätze, die sich nur hinsichtlich eines relevanten Merkmals unterscheiden. Durch die Anwendung ihres Lösungsansatzes auf diese Fälle, erhalten die Lernenden implizites Feedback. In zwei experimentellen Studien verglichen wir Bedingungen mit und ohne kontrastierenden Fällen hinsichtlich der Qualität der Schülerlösungen und des Lernerfolgs (Loibl & Rummel, 2014a).

2) In der Instruktionsphase kann die Lehrkraft Schülerlösungen aufgreifen und Vergleiche untereinander und mit der richtigen Lösung anregen. In einer quasi-experimentellen Studie untersuchten wir den Effekt des Aufgreifens von Schülerlösungen in der Instruktion auf den Lernerfolg (Loibl & Rummel, 2014b).

3) Nach der Erkundungsphase können die Lernende auch eigenständig richtige und falsche Lösungsansätzen vergleichen. In einer experimentellen Studie untersuchten wir die Effekte einer Ermöglichung solcher Vergleiche sowie einer expliziten Anregung zu Vergleichen auf den Lernerfolg. Dabei mediierten die tatsächlichen Vergleichsaktivitäten der Lernenden den Effekt der Bedingungen auf den Lernerfolg (Loibl & Leuders, 2019).

Im Vortrag wird ein kurzer Einblick in die skizzierten Studien gegeben und die Befunde vor dem Hintergrund theoretischer Überlegungen zu kognitiven Effekten des Vergleichens diskutiert.

Literatur:
Loibl, K. & Leuders, T. (2019). How to make failure productive: Fostering learning from errors through elaboration prompts. Learning and Instruction, 62, 1-10.

Loibl, K., Roll, I. & Rummel, N. (2017). Towards a theory of when and how problem solving followed by instruction supports learning. Educational Psychology Review, 29(4), 693-715.

Loibl, K. & Rummel, N. (2014a). The impact of guidance during problem-solving prior to instruction on students' inventions and learning outcomes. Instructional Science, 42(3), 305-326.

Loibl, K. & Rummel, N. (2014b). Knowing what you don't know makes failure productive. Learning and Instruction, 34, 74-85.