2021 Kli­ma­Be­Ha­geN

Wassermangel durch Klimawandel – Folgen und Handlungsansätze für die Landwirtschaft

Das dritte Trockenjahr in Folge zeigt verheerende Wirkung auf Land- und Forstwirtschaft. Was bedeutet der Klimawandel für die Landwirtschaft und das Landschaftsbild ? Vertrocknete Pflanzen, Bäche ohne Wasser und eingestellte Schifffahrt zeigen die Handlungsnotwendigkeiten drastisch auf. Wenn man schon die Regenmenge nicht beeinflussen kann, so ist jedoch die Verteilung, ein reduzierter Abfluss oder eine angepasste Wirtschaftsweise vielleicht ein Lösungsweg, der auch für die Landwirtschaft langfristig existenzsichernd ist. Das Hammbach-Einzugsgebiet in Dorsten als Pilotregion liegt im südlichen Münsterland, der Hammbach mündet in Dorsten in die Lippe. Die Region erhält ihr Trinkwasser aus den Brunnengalerien Holsterhausen und Üfter Mark. Neben der Stadt Dorsten, kleinen Mooren, Feuchtgebieten und Waldbereichen finden sich im Projektgebiet viele landwirtschaftliche Nutzungen mit unterschiedlichen Strukturen (wie Mais, Getreide, Gemüse, Obst, Viehwirtschaft) sowohl in der Produktion als auch in der Weiterverarbeitung. Viele Betriebe entnehmen traditionell Grundwasser für die Beregnung und betriebliche Zwecke. Ein 2019 abgeschlossenes Förderprojekt der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) kam bereits zu dem Ergebnis: „Der landwirtschaftliche Wasserbedarf … von geschätzten 27 Mio. m³/a in Trockenjahren ist wasserhaushaltlich, … nicht gewinnbar. Oberste Priorität muss daher eine effizientere Bewässerung und Anpassung der angebauten Kulturen haben.“ Abflüsse reduzieren, Bewirtschaftung umstellen, Nutzung verstetigen Im Projekt KlimaBeHageN werden nun bis 2022 Wissenschaftler, Ökonomen, wasserwirtschaftliche Ver- und Entsorger und landwirtschaftliche Interessensvertretungen gemeinsam versuchen, übertragbare Lösungen zu finden. Ziel des Projekts KlimaBeHageN ist einerseits ein ausgeglichener Wasserhaushalt mit messbarer Dämpfung der Verbrauchsspitzen insbesondere in Trockenperioden; andererseits sollen wirtschaftliche Tätigkeiten und bezahlbare Wasserpreise auch zukünftig gewährleistet werden. Fragestellungen sind u.a.: Welchen Bewässerungsbedarf hat die Landwirtschaft in Trockenjahren und können sparsamere Bewässerungstechniken eingesetzt werden? Gibt es Kulturpflanzen, die hier besser zum Einsatz kämen und weniger Wasser benötigen? Zudem wird der Frage nachgegangen, wie die künftige Organisation und Finanzierung der Wasserbereitstellung erfolgen können. Des Weiteren sollen ökologische Verbesserungen erfolgen.

Verantwortlich : Michael Hesse

Projektpartner : Emschergenossenschaft und Lippeverband

Förderung: Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)