Ak­tu­el­le For­schungs­pro­jek­te

Beschreibung

Trotz nachweislich guter Anbau- und Backeigenschaften haben heterogene Weizenpopulationen bisher noch keinen Eingang in den Nahrungsmittelsektor gefunden. Im Rahmen von BAKWERT werden ökologische Wertschöpfungsketten bestehend aus landwirtschaftlichen Betrieben, Mühlen und Bäckereien in drei Regionen etabliert. Zwei heterogene Winterweizenpopulationen sowie eine Referenzsorte finden in den drei Clustern Anwendung, um die für Akzeptanz und Verbreitung heterogener Weizenpopulationen relevanten Faktoren entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu identifizieren und zu bewerten. Ziel ist es mit Hilfe eines ganzheitlichen Ansatzes den Anbau, die Verarbeitung und Vermarktung von Populationsgetreide zu fördern. Als Grundlage zur Erforschung der Wertschöpfungsketten dienen qualitative Interviews mit den verschiedenen Akteuren, Workshops und Feldtage, partizipative Methoden, sowie Feld- und Bestandsbonituren. Zur umfangreichen Evaluierung der Qualitäts- und Backeigenschaften werden unabhängige Analysen vom Institut für Getreideverarbeitung GmbH durchgeführt. Auf Basis dieser Daten sollen in einem multi-actor Prozess Optimierungspotenziale entlang der Wertschöpfungsstufen (Anbau, Mahl- und Backprozesse) erarbeitet werden. Die Kommunikation der Endergebnisse erfolgt durch ein 'Populationshandbuch', sowie durch einen aus partizipativ entstandenen Videos produzierten 'Populationsfilm'. Des Weiteren werden sämtliche (Zwischen-) Ergebnisse und weiterführende Informationen auf der Projektwebseite verfügbar sein. Die Gesamtkoordination obliegt dem Fachgebiet Betriebswirtschaft der Universität Kassel. Partner sind das Fachgebiet Ökologischer Pflanzenschutz der Universität Kassel, das LTZ am Kompetenzzentrum Ökologischer Landbau Baden-Württemberg (KÖLBW) sowie als Auftragnehmer der Verein Die Freien Bäcker e.V.

 

Bearbeitung

  • Dr. Torsten Siegmeier
  • Prof. Dr. Detlev Möller

Laufzeit

15.05.2020 – 31.05.2023

Förderprogramm

BÖLN (Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft)

Hintergrund

Ein stabiler Landschaftswasserhaushalt mildert die Folgen des Klimawandels. Die Maßnahme L-19 des IKSP Hessen 2025 hat zum Ziel, die Landschaft an den fortschreitenden Klimawandel so anzupassen, dass durch eine Erhöhung des Wasserretentionspotentiales desBodens lokalklimatische Effekte (sommerliche Kühlung durch Verdunstung der Vegetation) und zugleich die übrigen Dienstleistungen wie z. B. Wasserversorgung, Bodenfruchtbarkeit, Erholungsfunktion, Lokalklima und, Lebensraumfunktion für Tier-und Pflanzenartengestärkt werden. Sie stabilisiert den Stoffhaushalt im Boden und reduziert die Gefahr von Bodenerosion bei Starkregenereignissen.

Bisherige Umsetzung

In einem ersten Schritt wurde vom HMWEVW im Jahr 2018 ein Grundsatzgutachten in Auftrag gegeben. Dieses wurde im Januar 2020 unter dem Titel „Anpassung an den Klimawandel durch verbesserten Landschaftswasserhaushalt“ im Internet veröffentlicht. Es beschreibt ausgehend von einem übergeordneten Betrachtungsansatz die Rolle des Landschaftswasserhaushalts fürdie Anpassung an den Klimawandel. Zielgruppen sind vor allem die in der Landes-und Regionalplanung tätigen Personen. Sie sollen eine Unterstützung bei der Anwendung der verschiedenen planerischen Instrumente und Maßnahmen erhalten.

Aufbauend auf dem Grundsatzgutachten wurde vom HMUKLV in Abstimmung mit dem HMWEVW ein Pilotprojekt auf den Weg gebracht, in dessen Fokus landwirtschaftlich genutzte Böden stehen. Unter dem Titel „AKHWA: Anpassung an den Klimawandel in Hessen –Erhöhung der Wasserretention des Bodens durch regenerative Ackerbaustrategien“ wollen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Institutionen unter Federführung der Universität Kassel folgende Fragen beantworten:

  • Kann regenerativer Ackerbau die Wasserretentionsfunktion von Böden verbessern?
  • Erzeugt eine verbesserte Wasserretentionsfunktion eine signifikante Temperatursenkungim mikroklimatischen Bereich?
  • Unterscheidet sich die Wirkung des Systems unter ökologischer und konventioneller Landwirtschaft?

Neu ist der funktionale Ansatz. Produzenten (Pflanzenkulturen), Konsumenten (Mensch, Weidetiere), Destruenten (Bodenorganismen nach Anzahl, Vernetzung) und der Standort (Boden/Topografie) werden zusammen mit dem Wasser und dem Lokalklima betrachtet. Auch der Aspekt der Wirtschaftlichkeit wird integriert. Das Pilotprojekt AKHWA begann im Jahr 2020 und wird voraussichtlich vier Jahre laufen. Vor Beginn des Projektes erfolgten eine Literaturrecherche und eine Befragung von Landwirtinnen und Landwirten. Diese Vorarbeiten erlaubten es, die Forschungsfragen des Projektes zu spezifizieren und das Versuchsdesign zu schärfen.

Die Ergebnisse werden nicht nur der Landwirtschaft durch Verbesserung der Bodeneigenschaften nutzen, sondern auch dem Grund-und Hochwasserschutz.

Zukünftige Planungen

Bis 2024 erfolgen im Rahmen des Pilotprojektes verschiedene Versuche, um die Auswirkungen regenerativer Ackerbaustrategien auf die Wasserretention, den Boden, die Vegetation und den landwirtschaftlichen Ertrag zu untersuchen. Letzteres ist wichtig, um die Akzeptanz der Maßnahmen zu befördern. Das Projekt betrachtet dabei Wasser, Klima, Boden und Vegetation integrativ. Einige der Versuche werden auf dem Versuchsgut der Universität Kassel, andere in landwirtschaftlichen Betrieben erfolgen. Die Erkenntnisse sollen auch genutzt werden, um ein Wasserhaushaltsmodell zu parametrisieren, das es erlaubt, die Wirkung der Anbausysteme auch unter extremeren Witterungsbedingungen abzuschätzen.

Am Ende soll es Maßnahmenempfehlungen für die Beratung, Förderung und Planung (z. B. Raumordnungsplanung, Kompensationsplanung) geben. Landwirtinnen und Landwirte sollen hierüber zukünftig zur Stabilisierung des Landschaftswasserhaushaltes und damit zu einer erhöhten Widerstandsfähigkeit des Argrarökosystems im Klimawandelbeitragen können –und das landesweit.

Weitere Informationen

https://landesplanung.hessen.de/informationen/anpassung-den-klimawandel/Grundsatzgutachten_verbesserter_Landschaftswasserhaushalt

Die Maßnahme wird gefördert mit Mitteln des Landes Hessen

Wiesbaden den 26.06.2020

Beschreibung

Hier ziehen alle an einem Strang: In dem auf fünf Jahre angelegten, bundesweiten NutriNet-Projekt widmen sich Praktiker*innen, Berater*innen und Wissenschaftler*innen gemeinsam der Frage, wie sich das Nährstoffmanagement im ökologischen Landbau verbessern lässt.

Auf vielen langjährig ökologisch wirtschaftenden Ackerbaubetrieben geraten die Hauptnährstoffe Stickstoff, Phosphor und Schwefel zunehmend ins Minimum. Im Gemüsebau werden teilweise Nährstoffüberschüsse beobachtet. Gleichzeitig zeigen gute Beispiele aus der Praxis, dass durch ein optimiertes Nährstoffmanagement höhere Erträge erzielt werden. Doch wie lassen sich Nährstoffe innerbetrieblich optimal zirkulieren und wie können Nährstoffe ersetzt werden, die den Betriebskreislauf verlassen? Viele Einzelaspekte der Nährstoffversorgung sind bereits gut erforscht, aber es ist bisher noch nicht optimal gelungen, das bestehende Wissen in die landwirtschaftliche Praxis zu übertragen.

Hier setzt das NutriNet-Projekt an, das mithilfe eines bundesweiten Kompetenz- und Praxisforschungsnetzwerks darauf abzielt, erfolgreiche Nährstoffmanagementstrategien zu identifizieren, mit der Praxis weiterzuentwickeln und zu erproben, um daraus konkrete Handlungsempfehlungen für Praxisbetriebe abzuleiten. Dazu finden Praxisforschungsversuche auf insgesamt 60 Biobetrieben statt, die bundesweit zu sechs Regionetzwerken zusammengeschlossen sind. Die Regionetzwerke haben auch zum Ziel, Methoden der Praxisforschung weiterzuentwickeln. Projektbegleitend wird ein Datenmanagementsystem entwickelt, das die Datenerhebung, -speicherung und -auswertung im Projekt unterstützt und zukünftig als Onlineanwendung die Erfolgskontrolle von Nährstoffmanagementstrategien für Beratung und Praxis erleichtern soll. Sämtliche Projektaktivitäten werden durch einen kontinuierlichen Wissenstransfer begleitet, der auf eine zeitnahe Implementierung des vorhandenen Wissens in Praxis, Beratung und berufliche Bildung abzielt.

Bearbeitung

Dr. Benjamin Blumenstein

Prof. Dr. Detlev Möller

Website

www.nutrinet.agrarpraxisforschung.de

Kooperationspartner

  • Bioland Beratung GmbH
  • Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW)
  • Demeter e.V.
  • FiBL Projekte GmbH
  • Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE)
  • Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen (KÖN)
  • Kuratorium für Technik und Bauwesen (KTBL)
  • Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen (LKW NRW)
  • Öko-BeratungsGesellschaft mbH – Fachberatung für Naturland
  • Universität Kassel, FG Betriebswirtschaft

Laufzeit

2019 - 2024

Förderprogramm

BMEL-Projekt, BÖLN

Beschreibung

Im Rahmen der Bundesförderung sollen in der Biodiversität-Hotspot-Region „Werratal mit Hohem Meißner und Kaufunger Wald“ Synergieeffekte zwischen den Zielen von Naturschutz, Agrarökonomie und nachhaltiger Regionalentwicklung aufgebaut und für die Sicherung der dortigen Lebensraum-und Artenvielfalt dauerhaft etabliert werden. Dies erfolgt in zwei Teilmodulen:In

Teilmodul 1 werden im Hinblick auf das o.g. ganzheitliche Leitbild konzeptionelle Grundlagen für weiterführende Projekte und Maßnahmen für die Hotspot-Region als Ganzes erarbeitet. Neu entwickelte Konzepte werden zusammen mit bereits bestehenden, die Hotspotkulisse überlagernden Pflege-und Maßnahmenkonzepten in ein zukunftsweisendes Gesamtkonzept integriert.

Teilmodul 2 fokussiert auf den Fortbestandund die Weiterentwicklung der (Hüte-)Schafhaltung als Schlüsselfaktor für die Bereitstellung vielfältiger Landschafts-und Ökosystemleistungen in der Hotspot-Region und setzt damit beispielhaft Maßnahmen um, für die ein prioritärer Handlungsbedarf gegebenist. Vorhandene und sich neu konstituierende Schäfereibetriebe sollen durch einen intelligenten, naturschutzfachlich hochwertigen Flächenverbund, durch optimierte Vermarktungsstrategien und durch die Einbindung in Öffentlichkeitsarbeit und Tourismuskonzepte unterstützt und regionale/lokale Akteure in ihrer Zusammenarbeit gestärkt werden. Dadurch wird eine nachhaltige Infrastruktur erzeugt, die Risikofaktoren der Schafhaltung aufzufangen hilft und geeignet ist, prioritäre Ziele der Nationalen Biodiversitätsstrategie und der Länderstrategien wirkungsvoll umzusetzen.Teilmodul 2 basiert auf drei Säulen, die aufeinander abgestimmt und inhaltlich vielfältig verknüpft sind: Säule 1 umfasst naturschutzfachlich begründete Maßnahmen zur Optimierung, zum weiteren Ausbau und zur Vernetzung der Schafkorridore. Dazu zählen die langfristige Flächensicherung durch Tausch und Kauf sowie die naturschutzfachliche Aufwertung von Weide-und Triftflächen entlang der Sommer-und Winterweiderouten. Das projektbegleitende Kommunikationskonzept aus Säule 2 strebt die öffentlichkeitswirksame Vermittlung von den Hotspot betreffenden Umwelt-und Naturschutzthemen an, sowie die Akzeptanzbildung und die Einbindung von Schafprodukten in die regionale Wertschöpfungskette. Säule 3 begleitet die erstgenannten Säulen mittels anwendungsorientierter Forschung. Dabei werden Managementverfahren und Maßnahmen in einem iterativen Rückkopplungsprozess analysiert, bewertet, bereits während des Projektverlaufs optimiert und aus dem Erkenntnismehrwert übertragbare Ergebnisse generiert.

Die Verbundpartner sichern den Projekterfolg durch ihre Expertise beim Flächenmanagement (Werra-Meißner-Kreis), bei Pflege-und Instandsetzungsmaßnahmen, Öffentlichkeitsarbeitund Vermarktung (Geo-Naturpark Frau-Holle-Land)sowie beider Projektleitung, der Verbundplanung und derErfolgskontrolle (Universität Kassel) ab. Der notwendigen Verknüpfung der Kompetenzen der Verbundpartner zur Bearbeitung der o.g. Projektschwerpunkte wird durch Teilnahme der Vertreter aller drei Verbundpartner an der Gremienarbeit Rechnung getragen.

 

Bearbeitung

Daniel Mühlrath

Prof. Dr. Detlev Möller

Website

www.schafland17.de

Kooperationspartner

  • Universität Kassel, FG Landschafts-und Vegetationsökologie
  • HLNUG
  • Regierungspräsidium Kassel
  • Verein für Regionalentwicklung Werra-Meißner e.V.
  • Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen
  • Kreisbauernverband Werra-Meißner e.V.
  • Bundesverband Berufsschäfer e.V.
  • Natura 2000-Station Unstrut-Hainich/Eichsfeld
  • Schäfereibetriebe aus der Region
  • Naturschutzbeirat

Laufzeit

10.2019 – 09.2025

Förderprogramm

BPBV-Projekt, Förderschwerpunkt Hotspots der Biologischen Vielfalt

Projektziel:

Das übergeordnete Ziel des Vorhabens ist die Optimierung der innerbetrieblichen Kleegrasverwertung viehloser Biobetriebe entlang der Bereitstellungskette vom Schnitt bis zur Anwendung. Im Zentrum sollen die verlustarme Konservierung des Kleegrases, die effiziente Verwertung der Nährstoffe und die wirtschaftliche Bewertung von Kleegras-Transferverfahren stehen.

Projektsstruktur:

Das Konsortium aus Praxis, Beratung und Wissenschaft hat sich die wissenschaftlichen und technischen Ziele gesetzt, (i) einen Kompostierung-Prozess für Kleegras mit dem Schwerpunkt der Minimierung von Stickstoffverlusten zu entwickeln, (ii) die Düngerwirkung der Komposte vergleichend mit anderen Kleegras-Transferverfahren in mehrjährigen Feldversuchen zu ermitteln und (iii) die wirtschaftliche Bewertung (Leitungs-Kosten-Rechnungen) verschiedener Kleegras-Düngungs-Strategien zur Verbesserung des Nährstoffmanagements auf Basis von praxisrelevanten Herstellungs- und Einsatzverfahren vorzunehmen und für die Praxis zu Verfügung zu stellen.

Arbeitspakete:

1. Kompostierungsprozess optimieren

  • Geeignetes C/N – Verhältnis ermitteln
  • Geeignete Materialmischung aus Kleegras, Stroh und holzreichem Strukturträger ermitteln
  • Geeignete Umsetz-Frequenz ermitteln
  • Geeigneten Zeitpunkt und geeignete Menge einer verzögerten Beigabe eines N-reichen Substrates ermitteln

2. Düngewirkung der Kleegrastransferdüngemittel testen

  • Insgesamt vier Feldversuche mit Sommer- und Wintergetreide zur vergleichenden Testung der erstellten Komposte

3. Ökonomik verschiedener Kleegras-Transfer-Strategien

  • Identifizierung typischer Betriebskonstellationen
  • Erstellung eines Kosten-Leistungs-Modells unter Berücksichtigung der Nährstoffflüsse und der technischen und monetären Elemente zur Analyse von Einzelbetrieben
  • Durchführung praxisnaher Modellrechnungen

Bearbeitung

  • Dr. Benjamin Blumenstein
  • Prof. Dr. Detlev Möller

Kooperationspartner

  • Fachgebiet Ökologischer Land- und Pflanzenbau, Universität Kassel (Christian Bruns und Verena Jalane)
  • LLH (Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen, Dr. Thorsten Haase)
  • Bioland GmbH (Stephan Gehrendes)

Laufzeit

01.05.2019 – 30.04.2022

Förderprogramm

BMEL (Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung)

BÖLN (Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft)