Pro­jekt- und Ab­schluss­ar­bei­ten

Am Fachgebiet Ressourcenmanagement und Abfalltechnik werden theoretische und experimentelle Projekt-, Bachelor- und Masterarbeiten durchgeführt. Die Themen reichen von systemanalytischen Problemstellungen bis zu experimentellen Studien im Technikum- oder Labormaßstab. Letztere Arbeiten können in unserem Technikum und Labor in der Mönchebergstraße 8a durchgeführt werden.

Voraussetzung zur Durchführung einer Abschlussarbeit im Rahmen des Umweltingenieurwesens am Fachgebiet Ressourcenmanagement und Abfalltechnik.

Bitte beachten
Leitfaden und Hinweise zu Abschluss- und Projektarbeiten
Leitfaden

Eine Auswahl von Themen finden Sie auf dieser Seite. Für weitere Aufgabenstellungen oder falls Sie sich bereits für ein konkretes Thema interessieren, wenden Sie sich an die Mitarbeiter am Fachgebiet. Unser Team

Aus­wahl von The­men für Mas­ter-, Ba­che­lor- oder Pro­jekt­ar­bei­ten

Masterarbeit – Themenvorschlag

Problemstellung und Ziel:
Im Dezember 2015 haben 195 Staaten sowie die Europäische Union das Pariser Klimaabkommen unterzeichnet. Das Pariser Klimaabkommen sieht vor, die menschengemachte globale Erwärmung auf deutlich unter 2 °C zu limitieren. Um das vereinbarte Ziel erreichen zu können, ist eine drastische Reduktion der CO2-Emissionen notwendig. Das verbleibende verfügbare CO2-Budget ist begrenzt. Immer mehr Städte und Kommunen setzen sich das Ziel in den kommenden Jahren klimaneutral zu werden. So hat sich auch die Stadt Kassel das ambitionierte Ziel gesetzt bis zum Jahr 2030 klimaneutral zu werden. Um dieses Ziel zu erreichen, sind Maßnahmen in verschiedenen Bereichen notwendig. Um den Ist-Zustand zu erfassen und die Potenziale verschiedener Maßnahmen zu ermitteln, ist eine Erfassung der CO2-Emissionen notwendig. Zur systematischen Erfassung direkter und indirekter Treibhausgasemissionen wird die Methode des Carbon Accountings genutzt. Ein standardisiertes Verfahren zur Anwendung der Carbon-Accounting-Methode wird im Treibhausgasprotokoll (englisch „Greehouse Gas Protocol“, kurz „GHG-Protocol“) beschrieben. Diese Methodik eignet sich insbesondere zur Bilanzierung von Treibhausgasemissionen für Unternehmen und den öffentlichen Bereich. Dabei wird zwischen drei Anwendungsbereichen (Scope 1, Scope 2 und Scope 3) unterschieden. Während bei Analysen unter Anwendung von Scope 1 lediglich Emissionen aus Kraftstoffverbrauch, Unternehmensfahrzeugen und flüchtigen Emissionen berücksichtigt werden, werden unter Scope 2 zusätzlich die Umweltauswirkungen erfasst, die aufgrund der Nutzung von gekauftem Strom, Wärme und Dampf entstehen. In Scope 3 werden außerdem vorgelagerte und nachgeschaltet Prozesse in Verbindung mit in Anspruch genommenen Waren und Dienstleistungen berücksichtigt. Ziel der ausgeschriebenen Masterarbeit ist es, das Treibhausgaspotenzial der Kasseler Abfallwirtschaft anhand der im Treibhausgasprotokoll beschriebenen Methodik zu ermitteln und mögliche Maßnahmen aufzuzeigen, die zur Gestaltung einer klimaneutralen Abfallwirtschaft beitragen.


Methoden:
Ergänzend zu einem vorhandenen Materialflussmodell der Kasseler Abfallwirtschaft sind für die Treibhauspotenzialbewertung relevante Daten, wie Treibstoff- oder Stromverbräuche zu ermitteln. Die Methodik des Carbon Accountings ist entsprechend des GHG-Protocolls anzuwenden, wobei die Ergebnisse entsprechend Scope 1, Scope 2 und Scope 3 separat auszuweisen sind. In einem zusätzlichen Schritt sollen Szenarien zur Gestaltung einer klimaneutralen Abfallwirtschaft in das Carbon-Accounting-Modell der Kasseler Abfallwirtschaft implementiert werden, um das Klimaschutzpotenzial dieser Maßnahmen abschätzen zu können. Die Arbeit erfolgt in Kooperation mit den Stadtreinigern Kassel.

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Bei Interesse melden Sie sich bei: Sarah Schmidt M.Sc.

Masterarbeit – Themenvorschlag

Problemstellung und Ziel:
Kunststoffe werden in Gebäuden in diversen Anwendungen genutzt, beispielsweise in Form von Rohren, Bodenbelägen, Fensterrahmen oder Isolierungen. Je nach Anwendungsbereich erstreckt sich die Nutzungsdauer dieser Kunststoffprodukte über mehrere Jahrzehnte. Entsprechend groß ist die Vielfalt der Kunststoffabfälle aus dem Baubereich, hinsichtlich Produkttypen, Polymeren, beigefügten Additiven und Füllstoffen sowie Materialdegradationsgraden. Für bestimmte Produktgruppen haben sich Rücknahme- und Recyclingsysteme etabliert, wie „Rewindo“ für Fensterrahmen aus PVC. Ein Großteil der Kunststoffabfälle im Baubereich wird jedoch weiterhin im Baumischabfall gesammelt. Um die Potenziale für eine hochwertige Verwertung der Kunststofffraktion aus dem Baumischabfall abschätzen zu können, ist eine Charakterisierung dieser Fraktion notwendig. Ziel der ausgeschriebenen Masterarbeit ist es, ein Schema zur Charakterisierung der Kunststoffabfallfraktion aus Baumischabfällen hinsichtlich Kunststoffarten, Schadstoffbelastung und Materialdegradation zu entwickeln und dieses Schema im Vorversuchsmaßstab zu erproben. Die anhand des Vorversuchs gewonnenen Ergebnisse sollen hinsichtlich ihrer Skalierbarkeit bewertet werden.

Methoden:
Im Rahmen der Entwicklung des Charakterisierungsschemas sind Methoden der Probenahmetheorie in Bezug auf die Analyse von Kunststoffen in Baumischabfällen anzuwenden. Dazu gehört die Gewinnung von Proben bei einem Aufbereiter, die Sortierung der Proben, die Bestimmung von Kunststoffarten und -zusammensetzungen (inkl. Materialdegradation) sowie die Variation von Beprobungs- und Aufbereitungsansätzen zur Identifikation optimaler Vorgehensweisen für die Charakterisierung der Abfälle. Abschließend sind Betrachtungen hinsichtlich der Übertragbarkeit der gewonnen Erkenntnisse auf Baumischabfälle insgesamt anzustellen und Mengenpotenziale für unterschiedliche Kunststoffgruppen und-qualitäten abzuschätzen.

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Bei Interesse melden Sie sich bei: Sarah Schmidt M.Sc.