Projekt SALIX AFS
Nachhaltige Produktion von Weiden mit spezifischen Material- und Wuchseigenschaften in multifunktionalen Agroforstsystemen als Rohstoff für Weidenholzfaden und Weidenholztextil in Koppelnutzung mit der Gewinnung von Salizylaten aus der Weidenrinde
Beteiligtes Fachgebiet im FB11 der Universität Kassel
Fachgebiet Ökologischer Land- und Pflanzenbau: Ansprechpartner Prof. Dr. Miriam Athmann und Maximilian Sichert
Fachgebiet Betriebswirtschaft: Ansprechpartner Prof. Dr. Detlev Möller und Janika Volkamer
Projektziel
Ziel des Modell- und Demonstrationsvorhabens SALIX AFS ist die Etablierung und nachhaltige Produktion geeigneter Weidentypen mit spezifischen Material- und Wuchseigenschaften in multifunktionalen Agroforstsystemen (AFS). Die Weide dient dabei in zweifacher Hinsicht als hochwertiger Rohstoff: Das Weidenholz wird zur industriellen Weiterverarbeitung für einen endlosen Weidenholzfaden und Weidenholztextil genutzt. Aus der Weidenrinde werden Salizylate für Medizin und Kosmetik gewonnen. Analysiert wird die gesamte Wertschöpfung von Weidenholz, für jeden Akteur, vom Anbau bis zum hochveredelten Produkt. Die jährliche Ernte der Weiden garantiert bereits kurzfristige gesicherte Einnahmen für den Landwirt und steigert damit den Anreiz für die Realisierung in der Praxis.
hr 11.3.2025: Gottsbüren rüstet sich gegen Hochwassergefahr - 3:28 min.
Projekt-Homepage
Besonders hervorzuheben sind mehrere innovative Ansätze im Projekt SALIX AFS: Durch den Anbau der Strauchweiden in Agroforstsystemen entsteht nur eine geringe bzw. keine Flächenkonkurrenz zwischen der Erzeugung von Lebensmitteln und der Produktion nachwachsender Rohstoffe. Die Ernte der Weidenruten bereits im Jahr der Etablierung ermöglicht eine sofortige Wertschöpfung durch die Gehölzkomponente, was eine möglicherweise ökonomisch sehr interessante Neuerung im Vergleich zu anderen mitteleuropäischen Agroforstsystemen darstellt. Die Nutzung des traditionellen Werkstoffes Weidenholz als Massivholzfaden und die innovative Herangehensweise durch Weben und Flechten ist zudem prädestiniert für den Leichtbau und bietet ein völlig neues Erscheinungsbild des Endproduktes.
Laufzeit
10/2024 - 09/2027
Projektpartner
- Prof. Dr. Heike Klussmann, Steffi Silbermann, Plattform BAU-KUNST-ERFINDEN, FB 06, Universität Kassel (Projektleitung)
- Prof. Dr. Stefan Böhm, Fachgebiet für Trennende und Fügende Fertigungsverfahren, FB 15, Universität Kassel
- Prof. Dr. Frank Ficker, Institut für Materialwissenschaften, Hochschule Hof
- Dr.-Ing. Ralf Pecenka, Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie e.V., Potsdam
- Steffen Fehrenz, Dendroquant GmbH, Hannoversch Münden
- Gerd Meurer, Heinrich Kuper GmbH, Rietberg
- Biolandhof Werragut, Katharina Nennewitz, Eschwege
- Lehr- und Versuchsanstalt für Tierhaltung und Tierzucht e.V., Detlef May, Groß-Kreutz
- Hessische Staatsdomäne Frankenhausen, David Kilian, Grebenstein
- TRIEBWERK - Regenerative Land- und Agrarforstwirtschaft UG (haftungsbeschränkt), Eschwege
Förderung
Das MuD SALIX AFS ist Teil des bundesweiten Modell- und Demonstrationsnetzwerks für Agroforstwirtschaft in Deutschland MODEMA der DEFAF e.V.
(https://agroforst-info.de/modema/)
Die Förderung des Vorhabens erfolgt aus Mitteln des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages. Die Projektträgerschaft erfolgt über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) im Rahmen des Förderprogramms „Nachhaltige Erneuerbare Ressourcen“. Förderkennzeichen 2222HV048A.