INKLIM-A

Auswirkungen des Globalen Wandels auf Ökosystemdienstleistungen in Hessen

Zielsetzung

Globaler Wandel bezeichnet die Veränderung der Leitparameter des Systems Erde, die Verschiebung großräumiger Strukturen, Prozesse und Muster, die Abnahme und Degradation von Naturgütern mit strategischer Funktion sowie die Modifikation der Zusammenhänge im System Erde. Als wichtige Teilaspekte gelten der anthropogen verursachte Klimawandel sowie die Veränderung der Nutzung der Landoberfläche durch den Menschen als Resultat eines komplexen Wirkgefüges von politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Einflussgrößen. Beide Prozesse können zu einer massiven Beeinflussung der Funktionalität von terrestrischen Ökosystemen und damit deren Fähigkeit, Dienstleistungen für die menschliche Gesellschaft bereitzustellen, führen. Beispiele für solche Dienstleistungen sind die Produktion von Nahrungsmitteln und Energie, die Bereitstellung von Trinkwasser, Klimaregulation (Kohlenstoffspeicherung) sowie Artenvielfalt und Erholung.

Das Projekt umfasst vier Arbeitspakete:

  1. Raumbezogene Analyse von Ökosystemdienstleistungen für das Bundesland Hessen.
  2. Bewertung der angebotenen Ökosystemdienstleistungen durch die Bevölkerung und damit Erhebung der Akzeptanz hinsichtlich zu erwartender Änderungen in der Zukunft sowie die Übertragung dieser Ergebnisse in den Raum.
  3. Untersuchung der Empfindlichkeit von Ökosystemdienstleistungen gegenüber zukünftigen Einflüssen durch Klimawandel und Landnutzungsänderungen.
  4. Entwicklung von robusten Anpassungsstrategien unter Berücksichtigung der Unsicherheiten des Klimawandels zu entwickeln und Analyse dieser Strategien durch Simulationsexperimente.

Die Studie wird sich für die Erforschung von Ökosystemdienstleistungen auf die folgenden für Hessen relevanten fünf Handlungsfelder mit engem Umweltbezug und entsprechend der am Center for Environmental Systems Research (CESR) vorhandenen Expertise konzentrieren: (1) Landwirtschaftliche Produktion von Nahrungsmitteln und Bioenergie, (2) Wassernutzung und Wasserqualität mit Fokus auf die Landwirtschaft, (3) biologische Kohlenstoffspeicherung als Maßnahme gegen den Klimawandel, (4) Biodiversität und Naturschutz sowie (5) Ästhetik von Landschaft. Mithilfe der erarbeiteten Methoden soll eine integrative Analyse der Folgen des Globalen Wandels erfolgen und damit die Entwicklung von Anpassungsstrategien in Hessen unterstützt werden. Die zu entwickelnden Anpassungsstrategien konzentrieren sich auf die Nutzung der Ressourcen Land und Wasser mit dem Ziel, das Angebot der Ökosystemdienstleistungen unter den Bedingungen des Globalen Wandels möglichst zu erhalten oder auszubauen. Eine integrative Herangehensweise ermöglicht die Identifikation von Wechselwirkungen zwischen den betrachteten Bereichen und kann als Ausgangspunkt für eine stärkere Vernetzung der Aktivitäten des Fachzentrums Klimawandel Hessen dienen.

Auftraggeber

Fachzentrum Klimawandel des Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie

Projektlaufzeit

Oktober 2009  −  Juni 2015

Projektleitung

Andreas Ernst
Rüdiger Schaldach

Projektbeteiligte

Jan Volland