Geschlechtergerechte Sprache

Sprache ist nicht nur Ausdruck von Bewusstsein, sie kann Bewusstsein verändern. Deshalb ist eine geschlechtergerechte Sprach- und Schreibweise ein wichtiger Schritt zur Gleichstellung der Geschlechter. In vielen Texten wird ausschließlich das generische Maskulinum verwendet, beispielsweise wenn verallgemeinernd von „Studenten" die Rede ist. Weibliche Studierende sind lediglich „mitgemeint“. So bleiben Frauen für die Lesenden unsichtbar. Sie werden nicht nur diskriminiert sondern auch als Adressatinnen ausgeschlossen.

Geschlechtergerechte Sprache spricht Frauen und Männer gleichermaßen an und macht sie gleichermaßen sichtbar. Das erhöht die Möglichkeiten der Identifikation und somit die Akzeptanz von Texten. Gleichzeitig entfaltet eine solche Veränderung des Sprachverhaltens eine gesellschaftliche Wirkung: Sie bewirkt einen Bewusstseinswandel, der die Gleichstellung der Geschlechter auch in anderen Bereichen voranbringt.

In vielen Bundesländern, unter anderem in Hessen, ist die Verwendung der geschlechtergerechten Sprache im öffentlichen Dienst vorgeschrieben. 

Umsetzung der geschlechtergerechten Sprache

Die folgenden Beispiele zeigen wie geschlechtergerechte Sprache mit einfachen Mitteln umgesetzt werden kann. Der weiterführende Leitfaden Geschlechtergerecht in Sprache und Bild kann im Frauen- und Gleichstellungsbüro angefordert werden.

Es sollen, wo immer möglich, neutrale Formulierungen gewählt werden (Dozierende, Studierende) oder kreativ umformuliert werden (statt Bewerber: Personen, die sich bewerben).

Sparschreibungen (durch Schrägstriche, Klammern oder das Binnen-I) sollen nur aus Platzgründen verwandt werden, da sie nur schwer vorgelesen werden können.

Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung des Gender_Gap (Unterstrich) oder die Sternchenform (Gender Star), um alle Personen in Texten gleichermaßen anzusprechen (Mitarbeiter_innen, Mitarbeiter*innen). 

Auch bei Bildern muss auf eine geschlechtersensible Auswahl geachtet werden, um Stereotype zu vermeiden (Frauen und Männer sollen gleich häufig zu sehen sein, in gleichwertigen Hierachiestufen abgebildet und Geschlechterstereotype vermieden werden).

Externe Broschüren

Orientierungshilfe für eine gendergerechte Sprache (LAKOF/Landesrektorinnenkonferenz im Land Bremen)

Leitfaden für eine geschlechtergerechte Sprache in der Verwaltung (FU Berlin)

Leitfaden für eine gendergerechte Sprache (LMU München)

Sprachleitfaden (AG Feministisch Sprachhandeln der Humboldt-Universität zu Berlin)

Links

Genderwörterbuch Geschickt Gendern

Gendersensible Sprache und allgemeine Genderregeln (Leuphana Universität Lüneburg)

Gesetzliche Grundlagen

Erlass des Hessischen Landtags von 2003 zur Richtlinie der Gleichbehandlung von Frauen und Männern in der Vorschriftensprache