Promovieren und habilitieren mit Kind

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Als Promovierende oder Habilitierende stellen Sie sich vielleicht die Frage, ob es möglich ist, mit Kind die wissenschaftliche Karriere zu verfolgen. Besonders bedeutsam sind in diesem Zusammenhang die arbeitsvertragsrechtlichen Hintergründe.

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten der Verlängerung wegen Geburt eines Kindes :

1. Die familienpolitische Komponente
2. Der Rechtsanspruch

WICHTIG: Das eine schließt das andere NICHT aus!

Beide Verlängerungsansprüche werden NUR wirksam, wenn nach
§2 Abs. 1 WissZeitVG eingestellt wurde!!! 

  • Die familienpolitische Komponente

Nach § 2 Abs. 1 Satz 5 Wissenschaftszeitvertragsgesetz (WissZeitVG) wurde der Befristungsrahmen des WissZeitVG um die familienpolitische Komponente ergänzt. Sie bietet dem Arbeitgeber die Möglichkeit, das Beschäftigungsverhältnis bei Betreuung eines oder mehrerer Kinder unter 18 Jahren um 2 Jahre je Kind zu verlängern.  
Das Präsidium der Universität Kassel hat in den Übergangs- und Durchführungsbestimmungen zum Konzept zur Förderung des Wissenschaftlichen Nachwucheses beschlossen, die familienpolitische Komponente des WissZeitVG (§2 Abs. 1 S. 5) in der Weise zu nutzen, dass die Möglichkeit der Verlängerung eines Beschäftigungsverhältnisses um ein Jahr pro Kind besteht - unabhängig von der Inanspruchnahme von Elternzeit.

Die Verlängerung aufgrund der familienpolitischen Komponente wird in Form eines formlosen Antrages durch den Vorgesetzten beantragt. Der Antrag ist bei den jeweiligen Sachbearbeitenden in der Personalabteilung abzugeben.

 

  • Rechtsanspruch - Vertragsverlängerung aufgrund von Betreuungs- oder Pflegezeit

§ 2 Abs. 5 des WissZeitVG beschreibt die Möglichkeit der Verlängerung aufgrund von Betreuungs- oder Pflegezeiten.
Auszug aus dem WissZeitVG §2 Abs. 5
(5) Die jeweilige Dauer eines befristeten Arbeitsvertrages nach Absatz 1 verlängert sich im Einverständnis mit der Mitarbeiterin oder dem Mitarbeiter um

  1. Zeiten einer Beurlaubung oder einer Ermäßigung der Arbeitszeit um mindestens ein Fünftel der regelmäßigen Arbeitszeit, die für die Betreuung oder Pflege eines oder mehrerer Kinder unter 18 Jahren (auch wenn hinsichtlich des Kindes die Voraussetzungen des § 15 Absatz 1 Satz 1 des Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetzes vorliegen)oder pflegebedürftiger sonstiger Angehöriger gewährt worden sind,
  2. Zeiten einer Beurlaubung für eine wissenschaftliche oder künstlerische Tätigkeit oder eine außerhalb des Hochschulbereichs oder im Ausland durchgeführte wissenschaftliche, künstlerische oder berufliche Aus-, Fort- oder Weiterbildung,
  3. Zeiten einer Inanspruchnahme von Elternzeit nach dem Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz und Zeiten eines Beschäftigungsverbots nach den §§ 3, 4, 6 und 8 des Mutterschutzgesetzes in dem Umfang, in dem eine Erwerbstätigkeit nicht erfolgt ist

In den Fällen des Satzes 1 Nummer 1, 2 (und 5) soll die Verlängerung die Dauer von jeweils zwei Jahren nicht überschreiten. Zeiten nach Satz 1 Nummer 1 bis 6 werden in dem Umfang, in dem sie zu einer Verlängerung eines befristeten Arbeitsvertrages führen können, nicht auf die nach Absatz 1 zulässige Befristungsdauer angerechnet.


Der Rechtsanspruch wird durch einen formlosen Antrag des/der Beschäftigten geltend gemacht. Hier sollte formuliert sein, dass der Arbeitsvertrag gemäß der Zeiten Mutterschutz/Elternzeit verlängert werden soll. Weiterhin sollte hinzu gefügt werden, ab wann die Rückkehr geplant ist und in welchem Beschäftigungsumfang wieder eingestiegen wird.
Der Antrag ist bei den jeweiligen Sachbearbeitenden in der Personalabteilung abzugeben.



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