Tipps für Vorgesetzte

Vorgesetzte sollten zunächst über Gespräche versuchen, mit den Konfliktbeteiligten zu konstruktiven Lösungen zu kommen und diese bei der Umsetzung zu unterstützen. Ziel sollte immer eine wertschätzender und respektvoller Umgang miteinander am Arbeitsplatz sein. Hilfreich dafür ist, zu befördern, dass die Konfliktpartner anstelle wechselseitiger Schuldzuweisungen den Konflikt als ein gemeinsames Problem ansehen, das beide lösen möchten. Am Ende von Klärungsgesprächen ist zentral, gemeinsam mit den Konfliktbeteiligten Vereinbarungen zu treffen, wie eine bessere Zusammenarbeit erreicht werden soll. Dabei sollten Zeitangaben und Verantwortlichkeiten konkret benannt werden und eine Überprüfung der Einhaltung von Absprachen durch den Vorgesetzten vorgenommen werden. 

 

Leitfaden für Vorgesetzte in Klärungsgesprächen mit Konfliktbeteiligten:

  • Was ist das Problem aus Sicht der Konfliktbeteiligten?
    Wichtig: Wirkung beschreiben lassen, die das Konfliktverhalten bei den Konfliktbeteiligten jeweils auslöst - schafft Offenheit statt Abwehr, wirkt wechselseitigen Schuldzuweisungen entgegen.
  • Was können 'gute Gründe' für das Handeln des jeweils anderen Konfliktpartners sein?
    Hierdurch wird wechselseitiges Verständnis gefördert.
  • Was wurde bereits unternommen, um den Konflikt beizulegen? Was hätten die Konfliktbeteiligten tun können, damit die Bemühungen gefruchtet hätten?
    Wichtig: Jede/r Konfliktbeteiligte soll dies für sich beantworten können, dies ist eine wichtige Info für den/die Vorgesetzte für die spätere Maßnahmenplanung.
  • Wie würde eine fruchtbare Zusammenarbeit aus der Perspektive der jeweiligen Konfliktpartner aussehen? Dies dient dem Ausloten von gemeinsamen Zielen und Interessen der Konfliktbeteiligten sowie der Sichtbarmachung der Wünsche der Konfliktbeteiligteb von dem/der jeweils Anderen.
    Wichtig: Auch Vorgesetzte sollten an dieser Stelle deutlich machen, welche Art der Zusammenarbeit sie sich von den Konfliktbeteiligten wünschen und dies im Weiteren beachten und verfolgen.
  • Zu welchen Kompromissen sind die einzelnen Konfliktpartner bereit? In welchen Punkten bzw. Verhaltensweisen können sie sich entgegenkommen? Dies dient dem Ausloten und damit der Vorbereitung von Vereinbarungen.
    Wichtig: Beide Konfliktbeteiligte müssen Vorschläge unterbreiten, die von der jeweils anderen Seite akzeptiert werden.
  • Welche Vereinabrungen können für eine Zeit von 4-6 Wochen getroffen werden, um eine bessere Zusammenarbeit zu ermöglichen?
    Wichtig: Konkrete Vereinbarungen (wer tut was wann?) mit Zeitangaben und Verantwortlichkeiten benennen. Was sollen die Konfliktbeteiligten tun, wenn eine Vereinbarung (von einer/einem selbst oder dem Konfliktpartner) nicht eingehalten wird? Wichtig ist in jedem Fall, ein Kontrollgespräch mit der/dem Vorgesetzten nach der vereinbarten 'Erprobungszeit' zu vereinbaren.
  • Zentrale Fragestellung im Kontrollgespräch: Wurde eine Verbesserung in der Zusammenarbeit erreicht? Falls ja, nächstes Kontrollgespräch nach3-4 Monaten. Wurde keine Verbesserung erreicht? Hilfe durch Ansprechpersonen auf Stufe II einholen. 

Zur Unterstützung erhalten Vorgesetzte Beratung beim Referat Strategische Personalentwicklung und Organisationskultur. Bei Bedarf kann eine externe Konfliktberatung hinzugezogen werden (s. Stufe III im Konfliktmanagementmodell).