Bestimmungsfaktoren sozialer Ungleichheiten und Konsequenzen des Studienabbruchs und Studiengangwechsels - BUKSS


Studierende aus Nichtakademiker(innen)familien sind von Studienabbruch und Studiengangwechsel besonders häufig betroffen. Da ein Studienabbruch mit individuellen und gesamtgesellschaftlichen Kosten einhergeht und bisher nur wenige theoriegeleitete empirische Studien dazu vorliegen, widmete sich das BUKSS-Projekt des INCHER-Kassel folgenden Fragen:

  • Welche Ursachen führen zu sozialen Disparitäten im Studiengangwechsel und Studienabbruch?
  • Wie wirkt sich Studiengangwechsel auf den weiteren Studienverlauf aus ?
  • Welche arbeitsmarktrelevanten Konsequenzen haben der Wechsel des Studiengangs oder der endgültige Abbruch des Studiums?

Das Projekt zielte erstens darauf, Bestimmungsfaktoren sozialer Ungleichheiten beim Studienabbruch und Studiengangwechsel zu identifizieren, die sich durch hochschulpolitische Interventionen verändern lassen. Das zweite war die Untersuchung der Folgen eines Studiengangwechsels für den weiteren Studienverlauf. Drittens wurden die arbeitsmarktrelevanten Konsequenzen des Studienabbruchs und Studiengangwechsels untersucht.

Mithilfe der Daten der Startkohorte 5 des Nationalen Bildungspanels (NEPS) wurde zunächst das Ausmaß sozialer Disparitäten beim Studienabbruch und Studiengangwechsel geschätzt. In multivariaten Regressionsmodellen wurde dann die eigenständige Erklärungskraft unterschiedlicher theoretischer Ansätze - etwa Tintos Integrationsmodell, Bourdieus Theorie der sozialen Reproduktion sowie die Theorie der rationalen Wahl  -  für die soziale Ungleichheit bei Studienabbruch und Studiengangwechsel untersucht. Ebenso wurde geprüft, inwiefern Studiengangwechsel als Korrektur des individuellen Studienverlaufs einen erfolgreichen Abschluss begünstigen oder umgekehrt das Risiko eines endgültigen Studienabbruchs erhöhen können. Langfristige Konsequenzen von Studiengangwechsel und Studienabbruch wurden anschließend retrospektiv mit Daten der Startkohorte 6 des NEPS analysiert, und der Arbeitsmarkterfolg von Studienabbrechern und -abbrecherinnen sowie Studiengangwechslern und –wechslerinnen wurde untersucht. Die Bildungsrenditen der Betroffenen wurden mit denen vergleichbarer Personen ohne tertiäre Bildungserfahrung kontrastiert.