Forschungsprojekte
Aktuelle Projekte
Sprache in Verschwörungstheorien
Das DFG-Projekt erforscht aus diskurs-, sozio- und medienlinguistischer Perspektive die kommunikativen Praktiken, rhetorischen Strategien und spezifischen sprachlichen Muster, die charakteristisch für das Sprechen über vermeintliche Verschwörungen sind und mithilfe derer sich Akteure in verschwörungstheoretischen Diskursen positionieren.
- Gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)
- Leitung gemeinsam mit Prof. Dr. David Römer
- Laufzeit: 2022–2026
Projektpublikationen (in Auswahl):
- Stumpf, Sören (2025): Syntaktische Negation in Verschwörungstheorien: Eine diskursgrammatische Untersuchung der Inexistenz-Konstruktion [es gibt kein X]. Zeitschrift für germanistische Linguistik 53, 1–47. https://doi.org/10.1515/zgl-2025-2001
- Stumpf, Sören (2025): Verbmodus als Perspektivierungsressource. Einsichten am Beispiel von Verschwörungstheorien. Der Deutschunterricht 77.4, 62–72.
- Stumpf, Sören (2025): Zur Verschränkung von Wortbildung und Diskurssemantik: Schlagwortkomposita in Verschwörungstheorien. In: David Römer, Steffen Pappert & Kersten Sven Roth (Hrsg.): Zivilgesellschaftliche Linguistik. Hamburg: Buske (Sprache – Politik – Gesellschaft 36), 351–360. https://doi.org/10.46771/978-3-69110-013-6
- Stumpf, Sören (2024): Wortbildung in Verschwörungstheorien: Diskursmorphologische Zugänge zu heterodoxem Wissen. In: Sascha Michel (Hrsg.): Diskursmorphologie. Ansätze und Fallstudien zur Schnittstelle zwischen Morphologie und Diskurslinguistik. Berlin, Boston: De Gruyter (Diskursmuster / Discourse Patterns 36), 153–186. https://doi.org/10.1515/9783111363936-006
- Stumpf, Sören & David Römer (2024): Verschwörungstheorien linguistisch erforschen. In: Roland Imhoff (Hrsg.): Die Psychologie der Verschwörungstheorien. Von dunklen Mächten sonderbar belogen... Göttingen: hogrefe, 198–216.
Grammatik in der digitalen Kommunikation
Das Projekt zielt darauf ab, (lexiko-)grammatische Phänomene auf verschiedenen Plattformen, im Kontext divergierender digitaler Kommunikationspraktiken und mit Blick auf unterschiedliche Online-Communities zu untersuchen. Dabei sind solche strukturellen Muster von Interesse, die vom digital-kommunikativen Einbettungszusammenhang nicht nur gerahmt, sondern auch mitgeformt sind. Erste Perspektivierungen sind auf der Tagung Digital Grammar Studies – Grammatik (in) der digitalen Kommunikation zusammengetragen worden; der entsprechende Tagungsband erscheint im Sommer 2026 bei De Gruyter in der Reihe Formelhafte Sprache / Formulaic Language.
- Gemeinsam mit Prof. Dr. Marie-Luis Merten (Universität Mannheim)
- Laufzeit: seit 2024
Projektpublikationen (in Auswahl):
- Merten, Marie-Luis & Sören Stumpf (Hrsg.) (im Erscheinen): Digital Grammar Studies. Grammatische Muster in der digitalen Kommunikation. Berlin, Boston: De Gruyter (Formelhafte Sprache / Formulaic Language 9).
- Stumpf, Sören (im Erscheinen): Zum Nachfeld auf WhatsApp: Expansionen in der digitalen Schriftinteraktion. In: Marie-Luis Merten & Sören Stumpf (Hrsg.): Digital Grammar Studies. Grammatische Muster in derdigitalen Kommunikation. Berlin, Boston: De Gruyter (Formelhafte Sprache / Formulaic Language 9).
- Stumpf, Sören (im Erscheinen): Internet Pragmatics meets Construction Grammar. Semi-schematic text-memes in digital communication. Journal for Media Linguistics.
- Merten, Marie-Luis & Sören Stumpf (im Erscheinen): Vom Internet-Meme zur lexikogrammatischen Konstruktion. Zur Karriere eines evaluativen Zeichenschemas zwischen Digitalität und Analogizität. Zeitschrift für Semiotik 47 (1-2), 87–114.
- Stumpf, Sören (2024): Wie viele Meistertitel wollt ihr noch gewinnen? FC Bayern: Ja – Eine Textkonstruktion in den sozialen Medien zwischen Stabilität, Variabilität und Kreativität. In: Sören Stumpf & Stephan Stein (Hrsg.): Konstruktionsgrammatik X. Textsorten und Textmuster als Konstruktionen? Tübingen: Stauffenburg (Stauffenburg Linguistik 128), 63–87.
Abgeschlossene Projekte
Patterns. Linguistic Creativity and Variation in Synchrony and Diachrony
Das Verbundprojekt vereint eine große Bandbreite sprachwissenschaftlicher Forschung und solcher aus verwandten Disziplinen. Ziel ist es, auf der Grundlage eines bewusst breit angelegten Musterbegriffs und in interdisziplinärer Zusammenarbeit sprachliche Muster umfassend und jenseits etablierter Disziplingrenzen empirisch zu erforschen sowie eine adäquate Theorie sprachlicher Musterhaftigkeit zu entwickeln.
- Gefördert von der Forschungsinitiative Rheinland-Pfalz
- Leitung gemeinsam mit Prof. Dr. Sabine Arndt-Lappe (Universität Trier) von 2020–2021
- Laufzeit: 2019–2023
Projektpublikationen (in Auswahl):
- Arndt-Lappe, Sabine, Sören Stumpf, Milena Belosevic, Peter Maurer, Claudine Moulin & Achim Rettinger (Hrsg.) (im Erscheinen): Patterns in Language and Communication. Between Theoretical Grounding and Empirical Methods. Berlin, Boston: De Gruyter (Interdisciplinary Linguistics 5).
- Maurer, Peter & Sören Stumpf (im Erscheinen): Patterned communication in social media: How German parties frame a natural disaster in tweets. In: Sabine Arndt-Lappe, Sören Stumpf, Milena Belosevic, Peter Maurer, Claudine Moulin & Achim Rettinger (Hrsg.): Patterns in Language and Communication. Between TheoreticalGrounding and Empirical Methods. Berlin, Boston: De Gruyter (Interdisciplinary Linguistics 5), 313–338.
- Stumpf, Sören (2025): On the Dynamics of Constructional Idioms. A Micro-Diachronic Approach to the Entrenchment and Conventionalization of Lexico-Grammatical Patterns in German. In: Sabine Arndt-Lappe & Natalia Filatkina (Hrsg.): Dynamics at the Lexicon-Syntax Interface. Creativity and Routine in Word-Formation and Multi-Word Expressions. Berlin, Boston: De Gruyter (Formelhafte Sprache / Formulaic Language 6), 193–240. https://doi.org/10.1515/9783111321905-008
- Mollica, Fabio & Sören Stumpf (Hrsg.) (2023): Konstruktionsgrammatik IX. Konstruktionsfamilien im Deutschen. Tübingen: Stauffenburg (Stauffenburg Linguistik 127).
Wortbildung diamedial. Korpusstudien zum geschriebenen und gesprochenen Deutsch
Meine Habilitationsschrift thematisiert diamediale Gebrauchsmuster und Funktionen der deutschen Wortbildung. So erforsche ich, wie die Wortbildung am Aufbau von Texten sowie Gesprächen beteiligt ist und wie Wortbildungen Text- und Gesprächssorten prägen. Zudem lege ich dar, inwiefern die Wortbildung eine Ressource in der sozialen Interaktion darstellt und wie sich Kommunikations- und Produktionsbedingungen geschriebener und gesprochener Sprache auf die Distribution und Verwendung von Wortbildungskonstruktionen auswirken. Die Arbeit verbindet klassische Wortbildungsmorphologie mit Konzepten der Interaktionalen Linguistik, Kognitiven Semantik und gebrauchsbasierten Konstruktionsgrammatik. Insgesamt versteht sie sich als ein Plädoyer für eine pragmatische Wortbildungsforschung.
- Habilitation
- Laufzeit: 2016–2021
Weitere Projektpublikationen (in Auswahl):
- Stumpf, Sören (2022): Wortbildung in der Interaktion. Zeitschrift für Angewandte Linguistik 77, 290–321. https://doi.org/10.1515/zfal-2022-2089
- Stumpf, Sören (2021): Passe-partout-Komposita im gesprochenen Deutsch. Konstruktionsgrammatische und interaktionslinguistische Zugänge im Rahmen einer pragmatischen Wortbildung. Zeitschrift für germanistische Linguistik 49, 33–83. https://doi.org/10.1515/zgl-2021-2020
- Stumpf, Sören (2021): Occasional word formations in written and spoken German. Neologica 15, 151–169. https://doi.org/10.48611/isbn.978-2-406-11896-1.p.0151
Formelhafte (Ir-)Regularitäten. Korpuslinguistische Befunde und sprachtheoretische Überlegungen
In meiner Dissertationsschrift beschäftige ich mich mit Phrasemen, innerhalb derer Wörter oder morphosyntaktische Strukturen vergangener Sprachepochen bewahrt geblieben sind (z. B. jmdn. an den Pranger stellen, wie etw. im Buche steht, auf gut Glück, in Teufels Küche kommen). Die Studie zeigt die Vielfalt scheinbar irregulärer Wortverbindungen auf, wertet ihren Gebrauch korpuslinguistisch aus und reflektiert ihre Spezifika aus sprachnorm- und sprachwandeltheoretischer sowie konstruktionsgrammatischer Perspektive. Zentrale Ergebnis der Untersuchung sind unter anderem, dass phraseologische Irregularitäten innerhalb der (formelhaften) Sprache keine Randstellung einnehmen und dass die Grenze zwischen regulären und irregulären Formen häufig graduell ist.
Dissertation
Laufzeit: 2012–2015
Weitere Projektpublikationen (in Auswahl):
- Stumpf, Sören (2022): Formelhaft (ir-)reguläre Phrasem-Konstruktionen im Deutschen. Theoretische Verortung und korpuslinguistische Analyse. In: Carmen Mellado Blanco, Fabio Mollica & Elmar Schafroth (Hrsg.): Konstruktionen zwischen Lexikon und Grammatik. Phrasem-Konstruktionen monolingual, bilingual und multilingual. Berlin, Boston: De Gruyter (Linguistik – Impulse und Tendenzen 101), 163–187. https://doi.org/10.1515/9783110770209-007
- Stumpf, Sören (2018): Free usage of German unique components. Corpus linguistics, psycholinguistics and lexicographical approaches. In: Sabine Arndt-Lappe, Angelika Braun, Claudine Moulin & Esme Winter-Froemel (Hrsg.): Expanding the Lexicon. Linguistic Innovation, Morphological Productivity, and Ludicity. Berlin, Boston: De Gruyter (The Dynamics of Wordplay 5), 67–89. https://doi.org/10.1515/9783110501933-069
- Stumpf, Sören (2017): Phraseologie pur – Die Konstruktion X[Nomen] pur als produktive und keineswegs ungrammatische Modellbildung. Deutsche Sprache 45, 317–334. https://doi.org/10.37307/j.1868-775X.2017.04.03
- Stumpf, Sören (2016): Modifikation oder Modellbildung? Das ist hier die Frage – Abgrenzungsschwierigkeiten zwischen modifizierten und modellartigen Phrasemen am Beispiel formelhafter (Ir-)Regularitäten. Linguistische Berichte 247, 317–342. https://doi.org/10.46771/2366077500247_3