Lehre und Studium
Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2026/27
Prof. Dr. Sören Stumpf (Mi, 8–10 Uhr)
Die Vorlesung bietet einen Überblick über das grammatische System des Gegenwartsdeutschen. Behandelt werden zentrale Kategorien und Strukturen wie Flexion, Wortbildung, Wortarten, Phrasen und Satzglieder. Darüber hinaus werden Gebrauchs- und Funktionsweisen grammatischer Muster in unterschiedlichen Kontexten (z. B. Texten und Gesprächen) thematisiert. Die Vorlesung führt außerdem in grundlegende Grammatikmodelle wie die Valenz- und die Konstruktionsgrammatik ein.
Prof. Dr. Sören Stumpf (Mi, 16–18 Uhr)
Im Forschungskolloquium werden Abschlussarbeiten, Forschungsprojekte sowie grundlegende und aktuelle Studien zur gebrauchsbasierten und kognitiv-funktionalen Grammatik vorgestellt und gemeinsam diskutiert. Von besonderem Interesse ist dabei die Verbindung von methodischen Herangehensweisen, empirischen Erkenntnissen und theoretischen Reflexionen.
Prof. Dr. Sören Stumpf (Do, 8–10 Uhr)
Konstruktionsgrammatische Ansätze entstanden in den 1980er und 1990er Jahren an der Westküste der USA als Gegenentwurf zur Generativen Grammatik. Sie gehen von der Annahme aus, dass sich eine Sprache als ein Netzwerk von konventionalisierten Form-Bedeutungspaaren, sog. Konstruktionen, beschreiben lässt (z. B. [Verbstamm + -bar] mit der Bedeutung ,kann Partizip I werden‘ wie in essbar, befahrbar, pürierbar). Im Seminar stehen neuere Forschungsansätze der gebrauchsbasierten und kognitivlinguistisch motivierten Konstruktionsgrammatik im Mittelpunkt. Die Studierenden lernen nicht nur zentrale konstruktionsgrammatische Konzepte kennen (z. B. Coercion, Entrenchment, Lexikon-Grammatik-Kontinuum), sondern erhalten auch einen Einblick in die korpuslinguistische Analyse grammatischer Konstruktionen des Gegenwartsdeutschen. Das Seminar ist eng verzahnt mit einer Vortragsreihe, in der ausgewählte Kolleg:innen aktuelle konstruktionsgrammatische Forschungsprojekte vorstellen (z. B. zu Intensivierungskonstruktionen, Konstruktionen in digitaler Kommunikation sowie multimodalen Konstruktionen in der mündlichen Interaktion). Die Vortragsreihe findet an vier Terminen mittwochs von 16–18 Uhr statt.
Prof. Dr. Sören Stumpf (Do, 10–12 Uhr)
Digitale Kommunikation ist längst kein randständiges Forschungsfeld mehr, dennoch bleibt gerade die Rolle (lexiko-)grammatischer Routinen in diesen Kommunikationskontexten häufig unterbelichtet. Das Seminar widmet sich daher dezidiert grammatischen Strukturen in digitalen Kontexten aus einer gebrauchsbasierten und kognitiv-funktionalen Perspektive. Im Mittelpunkt stehen syntaktische Konstruktionen, lexikogrammatische Routinen und Wortbildungsmuster (z. B. Partikeln wie fr und safe oder teilschematische Idiome wie (wir haben) X vor GTA 6) ebenso wie die Frage, wie User:innen Grammatik in Online-Umgebungen wahrnehmen und reflektieren (z. B. Praktiken von und Diskurse über sog. Grammatik-Nazis). Anhand aktueller Forschungsarbeiten werden empirische Befunde mit methodologischen und theoretischen Überlegungen verbunden. Zudem werden die Studierenden dazu angeleitet, digitale Daten mit Blick auf grammatische Phänomene zu analysieren und die Ergebnisse grammatiktheoretisch zu interpretieren.
Dr. Jonas Trochemowitz (Do, 14–16 Uhr)
Öffentliche Debatten über Sprache stellen Grammatik häufig als etwas dar, das aufgrund seiner strengen Regelgebundenheit und Formalität nur wenig Bezug zum sprachlichen Alltag zulässt. Das Seminar setzt diesem Bild eine Perspektive entgegen, die die Bedeutung grammatischer Strukturen für alltägliches sprachliches Handeln und soziale Interaktion in den Mittelpunkt stellt. Im Fokus stehen dabei insbesondere Schnittstellenphänomene zwischen Pragmatik und Grammatik sowie die systematischen Zusammenhänge zwischen beiden Bereichen. Thematisiert werden unter anderem die strukturelle Organisation von Gesprächsbeiträgen, das multimodale Zusammenwirken verbaler Äußerungen und redebegleitender Gesten sowie Grammatik als Form sozialer Stilistik. Hierzu werden zunächst auf theoretischer Grundlage zentrale Ansätze der Pragmatik und Grammatikforschung erarbeitet. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf gebrauchs- und interaktionsbasierten Grammatikansätzen, insbesondere der Konstruktionsgrammatik, der Online-Syntax und der Funktionalen Grammatik. Darüber hinaus werden konkrete Fallstudien diskutiert und methodologische Grundlagen der gebrauchs- und interaktionsbasierten Grammatikforschung erarbeitet und anhand empirischer Daten angewendet. Die für den Kurs relevante Literatur wird zu Beginn des Semesters bekannt gegeben.
Dr. Jonas Trochemowitz (Do, 10–12 Uhr)
Ein wesentliches Merkmal sprachlicher Äußerungen besteht darin, dass die Art und Weise, wie wir Wörter miteinander kombinieren, nicht willkürlich ist, sondern bestimmten Strukturprinzipien folgt. Ziel des Seminars ist es, dieses den Sprecher*innen implizit verfügbare Strukturwissen systematisch zu erschließen. Hierfür werden zentrale Grundbegriffe und Konzepte der Syntaxforschung erarbeitet und anhand konkreter Fallbeispiele angewendet. Gegenstand sind dabei unter anderem syntaktische Funktionen und ihr Verhältnis zu syntaktischen Kategorien, Verbstellung und Satzmodus, Phrasenstrukturen, Valenz, Form und Funktion von Nebensätzen sowie die topologische Beschreibung von Satzstrukturen. Hierbei sollen sowohl die jeweiligen Vorteile bestimmter syntaktischer Konzepte und Beschreibungsmöglichkeiten als auch deren Grenzen und Probleme gegenübergestellt werden. Neben der Erarbeitung syntaktischen Grundlagenwissens vermittelt das Seminar darüber hinaus Einblicke in die gesprochene Syntax und die kognitive Grammatikforschung.
Clara Odendahl (Do, 8–10 Uhr)
Heißt es Pizzas oder Pizzen, Bogen oder Bögen? Warum schreibt man Hund nicht „wie man spricht“, also *<Hunt>? Können deutsche Wörter unendlich lang werden? Im Seminar werden wir uns dem Wort aus phonetischer, morphologischer und graphematischer Perspektive nähern. Der Schwerpunkt liegt dabei insbesondere auf der Wortbildungsmorphologie sowie der Graphematik. Neben der Erarbeitung von (vertiefendem) Grundlagenwissen sollen darüber hinaus anhand von einzelnen Phänomenen erste methodische Zugänge mit authentischen Sprachdaten des Deutschen erprobt werden, die ggf. Basis für die Entwicklung eigener Fragestellungen und Projekte sein können.
Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2026
Prof. Dr. Sören Stumpf
Die Vorlesung bietet einen Überblick über das grammatische System des Gegenwartsdeutschen. Behandelt werden zentrale Kategorien und Strukturen wie Wortarten, Phrasen und Satzglieder. Darüber hinaus werden Gebrauchs- und Funktionsweisen grammatischer Muster in unterschiedlichen Kontexten (z. B. Texten und Gesprächen) thematisiert. Die Vorlesung führt außerdem in grundlegende Grammatikmodelle wie die Valenz- und die Konstruktionsgrammatik ein.
Prof. Dr. Sören Stumpf
Konstruktionsgrammatische Ansätze entstanden in den 1980er und 1990er Jahren an der Westküste der USA als Gegenentwurf zur Generativen Grammatik. Sie gehen von der Annahme aus, dass sich eine Sprache als ein Netzwerk von konventionalisierten Form-Bedeutungspaaren, sog. Konstruktionen, beschreiben lässt. In diesem Seminar stehen gebrauchsbasierte und kognitivlinguistisch motivierte Ansätze der Konstruktionsgrammatik im Mittelpunkt. Die Studierenden lernen nicht nur zentrale konstruktionsgrammatische Konzepte kennen (z. B. Coercion, Entrenchment, Lexikon-Grammatik-Kontinuum), sondern erhalten auch einen Einblick in die korpuslinguistische Analyse grammatischer Konstruktionen des Gegenwartsdeutschen.
Prof. Dr. Sören Stumpf
Das Deutsche wird nicht selten als die Wortbildungssprache schlechthin bezeichnet. Grund dafür sind unter anderem die vielfältigen strukturellen Möglichkeiten, die dafür genutzt werden, neue Wörter zu bilden (butter-weich,be-raten, [der] Abwasch, DFB, Wusiala). Im Fokus des Seminars steht der Wortbildungsgebrauch in schriftlicher wie mündlicher Kommunikation. Die Studierenden lernen dabei, wie Wortbildung an der Konstitution von Texten und Gesprächen sowie der Prägung von Text- und Gesprächssorten beteiligt ist, welche mentalen Prozesse bei der Rezeption von Wortbildungen ablaufen, inwiefern die Wortbildung eine Ressource in der sozialen Interaktion darstellt und welchen Einfluss Bedingungen kommunikativer Nähe und Distanz auf die Distribution und Verwendung von Wortbildungen nehmen.
Prof. Dr. Sören Stumpf
Das Seminar bietet eine Einführung in die Morphologie des Deutschen und ihren Schnittstellen zu angrenzenden Subdiszpilinen. Das Wort wird dabei aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet (morphologisch, syntaktisch, semantisch-lexikalisch usw.). Berücksichtigt werden sowohl sprachsystematische Fragestellungen als auch sprachgebrauchsbezogene Zugänge zu morphologischen Mustern, etwa mit Blick auf ihre Funktionen in Texten, Gesprächen und Diskursen.