Lehre und Studium
Aktuelle Lehrveranstaltungen
Die Vorlesung bietet einen Überblick über das grammatische System des Gegenwartsdeutschen. Behandelt werden zentrale Kategorien und Strukturen wie Wortarten, Phrasen und Satzglieder. Darüber hinaus werden Gebrauchs- und Funktionsweisen grammatischer Muster in unterschiedlichen Kontexten (z. B. Texten und Gesprächen) thematisiert. Die Vorlesung führt außerdem in grundlegende Grammatikmodelle wie die Valenz- und die Konstruktionsgrammatik ein.
Das Seminar bietet eine Einführung in die Morphologie des Deutschen und ihren Schnittstellen zu angrenzenden Subdiszpilinen. Das Wort wird dabei aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet (morphologisch, syntaktisch, semantisch-lexikalisch usw.). Berücksichtigt werden sowohl sprachsystematische Fragestellungen als auch sprachgebrauchsbezogene Zugänge zu morphologischen Mustern, etwa mit Blick auf ihre Funktionen in Texten, Gesprächen und Diskursen.
Konstruktionsgrammatische Ansätze entstanden in den 1980er und 1990er Jahren an der Westküste der USA als Gegenentwurf zur Generativen Grammatik. Sie gehen von der Annahme aus, dass sich eine Sprache als ein Netzwerk von konventionalisierten Form-Bedeutungspaaren, sog. Konstruktionen, beschreiben lässt. In diesem Seminar stehen gebrauchsbasierte und kognitivlinguistisch motivierte Ansätze der Konstruktionsgrammatik im Mittelpunkt. Die Studierenden lernen nicht nur zentrale konstruktionsgrammatische Konzepte kennen (z. B. Coercion, Entrenchment, Lexikon-Grammatik-Kontinuum), sondern erhalten auch einen Einblick in die korpuslinguistische Analyse grammatischer Konstruktionen des Gegenwartsdeutschen.
Das Deutsche wird nicht selten als die Wortbildungssprache schlechthin bezeichnet. Grund dafür sind unter anderem die vielfältigen strukturellen Möglichkeiten, die dafür genutzt werden, neue Wörter zu bilden (butter-weich,be-raten, [der] Abwasch, DFB, Wusiala). Im Fokus des Seminars steht der Wortbildungsgebrauch in schriftlicher wie mündlicher Kommunikation. Die Studierenden lernen dabei, wie Wortbildung an der Konstitution von Texten und Gesprächen sowie der Prägung von Text- und Gesprächssorten beteiligt ist, welche mentalen Prozesse bei der Rezeption von Wortbildungen ablaufen, inwiefern die Wortbildung eine Ressource in der sozialen Interaktion darstellt und welchen Einfluss Bedingungen kommunikativer Nähe und Distanz auf die Distribution und Verwendung von Wortbildungen nehmen.