Promotionen
Formelhafte Sprache in Zeichentrickserien
Yuan-Ting Hsu
Das Promotionsprojekt geht von spracherwerbstheoretischen Überlegungen aus und untersucht den formelhaften Sprachgebrauch in ausgewählten Zeichentrickserien unter Einbezug phraseologisch-textlinguistischer und multimodaler Analysezugänge. Als Datengrundlage dient ein eigens zusammengestelltes Vergleichskorpus aus sechs animierten Serien in deutscher Synchronfassung mit insgesamt 120 Episoden (302.374 Tokens), deren Adressierung sich vom Vorschul- bis zum Jugendalter erstreckt. Das Augenmerk der Untersuchung richtet sich vor allem auf (1) die Typenvielfalt und Häufigkeit formelhafter Sprache in den untersuchten Serien, (2) ihre Realisierungsformen, Modifikationsarten und Funktionen sowie (3) ihre multimodalen Realisierungsweisen und den semantischen Bezug zwischen verbalen und nonverbalen Modalitäten im Gebrauchskontext. Methodisch verbindet die Arbeit eine quantitative Distributionsanalyse, die die vorkommenden Typen und Tokens formelhafter Sprache sowie deren Verhältnisse erfasst, mit einer phraseologisch-textlinguistisch fundierten qualitativ-interpretativen multimodalen Kontextanalyse, die aufbauend auf den quantitativen Befunden einen vertiefenden Blick auf (2) und (3) wirft. Zielsetzung der Arbeit ist es, quantitative und qualitative Unterschiede im Gebrauch formelhafter Sprache auf verbaler wie auch auf nonverbaler Ebene altersvergleichend zu erfassen und diese unter Rückgriff auf Ansätze der Textlinguistik, Spracherwerbsforschung sowie Multimodalitätsforschung interdisziplinär zu beschreiben.
Sprache, Argumentation, Ideologie. Zur Rekonstruktion impliziter Prämissen politischer Diskurse
Stefan Armanini
Das Dissertationsprojekt untersucht aus diskurs- und politolinguistischer Perspektive die sprachliche und argumentative Realisierung des Ethnopluralismus in parlamentarischen Reden der 19. Wahlperiode des Deutschen Bundestages. Ethnopluralismus bezeichnet eine zentrale Ideologiefigur der Neuen Rechten, die Kulturen als relativ geschlossene, territorial gebundene Kollektive konzipiert und die Bewahrung ihrer Eigenart an räumliche und soziale Abgrenzung bindet. Die ideologische Struktur des Ethnopluralismus gewinnt im parlamentarischen Sprachgebrauch über wiederkehrende argumentative Muster konkrete Gestalt. Im Rahmen der Dissertation werden die Redebeiträge mithilfe einer linguistischen Toposanalyse auf diese Begründungszusammenhänge hin untersucht und die Topoi herausgearbeitet, über die ethnopluralistische Grundannahmen gestützt und plausibilisiert werden. Der Vergleich ihrer Realisierungen erschließt die jeweiligen Varianten und die übergreifenden Regelmäßigkeiten des untersuchten Diskurses. Die Analyse bezieht außerdem die lexiko-grammatischen und metaphorischen Realisierungsformen der Topoi systematisch ein und bindet die argumentative Rekonstruktion damit an den konkreten Sprachgebrauch. Ziel ist es, über einzelne Äußerungen hinausgehende Regelmäßigkeiten sowie die ihnen zugrunde liegenden Wissens- und Deutungsordnungen zu rekonstruieren.
Musterbildungen im unternehmenskommunikativen Diskurs der Automobilbranche zum Konzept ,Mobilität‘
Etlantida Hasi-Serifi