So­zio­lo­gi­sche Theo­rie

Pro­fil des Fach­ge­biets

Das Fachgebiet Soziologische Theorie widmet sich der kritischen Diskussion, Weitergabe und Weiterentwicklung des breiten sozial- und gesellschaftstheoretischen Inventars der Fachdisziplin. Dabei folgt es der Überzeugung, dass ein soziologischer Theoriediskurs, der sich auf das Wechselspiel verschiedener Schulen und Paradigmen beschränkt, zu kurz greift. Vielmehr wird dieser Diskurs an aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen sowie an die Untersuchung sozialer Prozesse ihrer kollektiven und individuellen Bearbeitung rückgebunden und durch die Beteiligung an universitären Forschungszusammenhängen empirisch geerdet. Im Sinne der starken Innovations- und Transferorientierung der Universität Kassel soll die Weiterentwicklung sozialwissenschaftlicher Begriffe und Theorien als Denkwerkzeuge mit der Reflexion von Gestaltungschancen sowie der Erarbeitung neuer Lösungsansätze für gesellschaftliche Probleme auf unterschiedlichen sozialen Handlungsebenen verzahnt werden. Zu den gesellschaftlichen Herausforderungen, auf die im Fachgebiet Soziologische Theorie ein besonderes Augenmerk gelegt wird, gehören unter anderem Fragen der Nachhaltigkeit, der Tier-Mensch-Relation, der globalen Gerechtigkeit, der Digitalisierung und der Demokratie.

Ak­tu­el­les

KI-Ex­per­ti­se von Jörn Lam­la zum The­ma "Kri­ti­sche Be­wer­tungs­kom­pe­ten­zen. Selbst­be­stimm­tes Ver­brau­cher­han­deln in KI-ge­stütz­ten IT-In­fra­struk­tu­ren" für das Pro­jekt "Di­gi­ta­les Deutsch­land" on­line

Der Einsatz von KI verändert das Wechselverhältnis zwischen Menschen und Maschinen und wirft grundlegende Fragen zur Handlungsfreiheit des Menschen auf. Dies betrifft die Ebene des individuellen Handelns – hat aber gleichfalls eine gesellschaftliche Dimension. Diesen Fragen widmet sich das Projekt Digitales Deutschland des Instituts für Medienpädagogik JFF in Kooperation mit der Universität Siegen und der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg. Ein Fokus des Projekts sind KI-Technologien, die in direkt nutzbaren Anwendungen oder als Hintergrundtechnologien in der Alltagswelt integriert sind (wie bspw. Empfehlungssysteme). Eine Grundlage für die im Zuge des Projekts durchgeführten Studien bieten fünf Expertisen, die ausgewiesene Expert*innen für das Projekt verfasst haben, darunter Jörn Lamla für die Verbraucher*innen-Wissenschaften.

"Im Mittelpunkt der Betrachtungen von Prof. Dr. Jörn Lamla steht das Moment der Selbstbestimmung beim Konsumhandeln, das durch KI-Technologien ungleich schwieriger geworden ist und Verbraucher*innen vor allem kritische Kompetenzen abverlangt. Gefragt wird danach, wie sich Bewertungsmaßstäbe ausbilden, wie Bewertungssysteme erkannt, evaluiert und für das eigene Handeln sowie Entscheiden nutzbar gemacht werden (können)."

KI-Expertise von Jörn Lamla zum Thema "Kritische Bewertungskompetenzen. Selbstbestimmtes Verbraucherhandeln in KI-gestützten IT-Infrastrukturen" für das Projekt "Digitales Deutschland" online: Mehr lesen

Wie kann die Öffentlichkeit an der Diskussion um die Zukunft von Privatheit und Demokratie beteiligt werden? Als Zusammenspiel aus wissenschaftlicher Forschung und künstlerischer Intervention dient die Webseite privacy-arena.net sowohl als Fortführung der Ausstellung vom Dezember 2016 im Interim Kassel als auch zur vertieften Auseinandersetzung mit den Forschungsergebnissen des Projekts "Privacy Arena".

Pro­jekt­sei­te da­teno­eko­no­mi­en.net ist on­line

Das BMBF-Projekt Datenökonomien: Verbraucherverhältnisse und Geschäftsmodelle untersucht anhand zweier Beispiele datenökonomischer Plattformen, wie sich diese hinsichtlich ihrer Marktform, den Werttauschverhältnissen, der Organisationsstruktur, der Sozialität, dem Mitbestimmungsversprechen sowie der Personalisierungstechnik unterscheiden und welche Konsequenzen dies für die Selbstbestimmung auf diesen Plattformen haben kann.

Projektseite datenoekonomien.net ist online: Weiter

Stel­lung­nah­me der Leo­pol­di­na zu Di­gi­ta­li­sie­rung und De­mo­kra­tie ver­öf­fent­licht

Die Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, die Union der deutschen Akademien der Wissenschaften und der Akademie der Technikwissenschaften acatech haben gemeinsam am 16. Juni die Stellungnahme „Digitalisierung und Demokratie“ veröffentlicht. Die Stellungnahme umfasst neben einer umfassenden Analyse der Themen Plattforminfrastrukturen, Information und Kommunikation, Partizipation sowie Selbstbestimmung eine Reihe an Handlungsempfehlungen für die digitale Gesellschaft. Empfohlen werden u.a. eine veränderte Kuratierungspraxis digitaler Informations- und Kommunikationsplattformen und Maßnahmen zum demokratiefreundlichen Design digitaler Technologien und Infrastrukturen.

Die Stellungnahme wurde von einer interdisziplinär zusammengesetzten Arbeitsgruppe erstellt, an der auch Prof. Dr. Jörn Lamla vom Wissenschaftlichen Zentrum für Informationstechnik-Gestaltung an der Universität Kassel teilgenommen hat.

Stellungnahme der Leopoldina zu Digitalisierung und Demokratie veröffentlicht: Mehr lesen

Zen­trum Ver­ant­wor­tungs­be­wuss­te Di­gi­ta­li­sie­rung

Das Zentrum verant­wortungs­­bewusste Digitalisierung bündelt die wissenschaftliche Expertise der hessischen Hochschulen zur Analyse der normativen Dimensionen des digitalen Wandels und trägt zur Gestaltung dieses Wandels bei. Einer der acht Gründungsdirektor:innen des Zentrums ist Prof. Dr. Jörn Lamla vom Fachgebiet Soziologische Theorie an der Universität Kassel. Im November 2020 startete die Projektgruppe "Verantwortungsdiffusion durch Algorithmen", in der seit Februar 2021 Fabian Pittroff die Fachrichtung Soziologie vertritt.

Un­se­re For­schungs­ver­bün­de