So­zio­lo­gi­sche Theo­rie

Pro­fil des Fach­ge­biets

Das Fachgebiet Soziologische Theorie widmet sich der kritischen Diskussion, Weitergabe und Weiterentwicklung des breiten sozial- und gesellschaftstheoretischen Inventars der Fachdisziplin. Dabei folgt es der Überzeugung, dass ein soziologischer Theoriediskurs, der sich auf das Wechselspiel verschiedener Schulen und Paradigmen beschränkt, zu kurz greift. Vielmehr wird dieser Diskurs an aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen sowie an die Untersuchung sozialer Prozesse ihrer kollektiven und individuellen Bearbeitung rückgebunden und durch die Beteiligung an universitären Forschungszusammenhängen empirisch geerdet. Im Sinne der starken Innovations- und Transferorientierung der Universität Kassel soll die Weiterentwicklung sozialwissenschaftlicher Begriffe und Theorien als Denkwerkzeuge mit der Reflexion von Gestaltungschancen sowie der Erarbeitung neuer Lösungsansätze für gesellschaftliche Probleme auf unterschiedlichen sozialen Handlungsebenen verzahnt werden. Zu den gesellschaftlichen Herausforderungen, auf die im Fachgebiet Soziologische Theorie ein besonderes Augenmerk gelegt wird, gehören unter anderem Fragen der Nachhaltigkeit, der Tier-Mensch-Relation, der globalen Gerechtigkeit, der Digitalisierung und der Demokratie.

Ak­tu­el­les

Be­wil­li­gung des BMBF-Pro­­jekts "FAIR­­DIENS­­TE – Fai­­re di­gi­­ta­­le Diens­­te: Ko-Va­lua­­ti­on in der Ge­stal­­tung da­­ten­öko­­­no­­mi­­scher Ge­­schäfts­­­mo­­del­­le"

Wir freuen uns über die Bewilligung des BMBF-Projekts "Fai­re di­gi­ta­le Diens­te: Ko-Va­lua­ti­on in der Ge­stal­tung da­tenöko­no­mi­scher Ge­schäfts­mo­del­le (FAIR­DIENS­TE)", das wir in den nächsten drei Jahren zusammen mit Partner:innen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft bearbeiten werden.

Das Projekt nimmt seinen Ausgangspunkt an einem Strukturkonflikt zwischen Digitalunternehmen und Verbraucherinnen und Verbrauchern: Während die Unternehmen Interesse und Bedarf an Kundendaten für die Vermarktung ihrer Produkte haben, wünschen sich die Kundinnen und Kunden andererseits Privatheit und Selbstbestimmungsrechte über ihre Daten. FAIRDIENSTE sucht mithilfe soziologischer und (wirtschafts-)informatischer Ansätze nach verschiedenen Wegen der fairen Vermittlung von Werten im Zuge der Geschäftsmodellgestaltung solcher digitaler Anwendungen.

Das Projekt ist eine Kooperation der Fachgebiete Soziologische Theorie (Prof. Dr. Jörn Lamla, Verbundkoordination), Gender/Diversity in Informatics Systems (Prof. Dr. Claude Draude) sowie Wissensverarbeitung (Prof. Dr. Gerd Stumme) an der Universität Kassel, dem Institut für Wirtschaftinformatik und Neue Medien an der Ludwig-Maximilians-Universität München (Prof. Dr. Thomas Hess), dem Unternehmen BurdaForward (Dr. Richard Weber, München) sowie dem Institut für Technik und Journalismus (Miriam Ruhenstroth, Berlin).

Bewilligung des BMBF-Pro­jekts <span style="white-space: nowrap;">"FAIR­DIENS­TE –</span> Fai­re di­gi­ta­le Diens­te: Ko-Va­lua­ti­on in der Ge­stal­tung da­ten&shy;öko­no­mi­scher Ge­schäfts­mo­del­le": Mehr lesen

Wie kann die Öffentlichkeit an der Diskussion um die Zukunft von Privatheit und Demokratie beteiligt werden? Als Zusammenspiel aus wissenschaftlicher Forschung und künstlerischer Intervention dient die Webseite www.privacy-arena.net sowohl als Fortführung der Ausstellung vom Dezember 2016 im Interim Kassel als auch zur vertieften Auseinandersetzung mit den Forschungsergebnissen des Projekts "Privacy Arena".

Pro­jekt­sei­te da­teno­eko­no­mi­en.net ist on­line

Das BMBF-Projekt Datenökonomien: Verbraucherverhältnisse und Geschäftsmodelle untersucht anhand zweier Beispiele datenökonomischer Plattformen, wie sich diese hinsichtlich ihrer Marktform, den Werttauschverhältnissen, der Organisationsstruktur, der Sozialität, dem Mitbestimmungsversprechen sowie der Personalisierungstechnik unterscheiden und welche Konsequenzen dies für die Selbstbestimmung auf diesen Plattformen haben kann.

Projektseite datenoekonomien.net ist online: Weiter

Vor­trag "Ge­sell­schaft als di­gi­ta­le So­zi­al­ma­schi­ne?" von Jörn Lam­la on­line

Prof. Dr. Jörn Lamla war am 16.12.2020 Gastvortragender in der Ringvorlesung "Machtverschiebung durch Algorithmen" an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Er hielt einen Vortrag mit dem Titel "Gesellschaft als digitale Sozialmaschine?". Der Vortrag ist auf YouTube aufrufbar. Weitere Informationen zur Vortragsreihe gibt es auf den Seiten des Forschungsverbundes "Normative Orders".

Vortrag "Gesellschaft als digitale Sozialmaschine?" von Jörn Lamla online: Mehr lesen

Zen­trum Ver­ant­wor­tungs­be­wuss­te Di­gi­ta­li­sie­rung

Das Zentrum verant­wortungs­­bewusste Digitalisierung bündelt die wissenschaftliche Expertise der hessischen Hochschulen zur Analyse der normativen Dimensionen des digitalen Wandels und trägt zur Gestaltung dieses Wandels bei. Einer der acht Gründungsdirektor:innen des Zentrums ist Prof. Dr. Jörn Lamla vom Fachgebiet Soziologische Theorie an der Universität Kassel. Im November 2020 startete die Projektgruppe "Verantwortungsdiffusion durch Algorithmen", in der seit Februar 2021 Fabian Pittroff die Fachrichtung Soziologie vertritt.

Un­se­re For­schungs­ver­bün­de