So­zio­lo­gi­sche Theo­rie

Pro­fil des Fach­ge­biets

Das Fachgebiet Soziologische Theorie widmet sich der kritischen Diskussion, Weitergabe und Weiterentwicklung des breiten sozial- und gesellschaftstheoretischen Inventars der Fachdisziplin. Dabei folgt es der Überzeugung, dass ein soziologischer Theoriediskurs, der sich auf das Wechselspiel verschiedener Schulen und Paradigmen beschränkt, zu kurz greift. Vielmehr wird dieser Diskurs an aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen sowie an die Untersuchung sozialer Prozesse ihrer kollektiven und individuellen Bearbeitung rückgebunden und durch die Beteiligung an universitären Forschungszusammenhängen empirisch geerdet. Im Sinne der starken Innovations- und Transferorientierung der Universität Kassel soll die Weiterentwicklung sozialwissenschaftlicher Begriffe und Theorien als Denkwerkzeuge mit der Reflexion von Gestaltungschancen sowie der Erarbeitung neuer Lösungsansätze für gesellschaftliche Probleme auf unterschiedlichen sozialen Handlungsebenen verzahnt werden. Zu den gesellschaftlichen Herausforderungen, auf die im Fachgebiet Soziologische Theorie ein besonderes Augenmerk gelegt wird, gehören unter anderem Fragen der Nachhaltigkeit, der Tier-Mensch-Relation, der globalen Gerechtigkeit, der Digitalisierung und der Demokratie.

Ak­tu­el­les

Call for Pa­pers: Pro­fes­sio­na­li­sie­rung im Ver­brau­cher­schutz

Das Kompetenzzentrum Verbraucherforschung der Verbraucherzentrale NRW e. V. (KVF NRW), das Fachgebiet Soziologische Theorie an der Universität Kassel, das Wissenschaftliche Zentrum für Informationstechnik-Gestaltung (ITeG) an der Universität Kassel sowie das Institut für Verbraucherinformatik an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (IVI) richten im September einen Workshop unter dem Titel „Professionalisierung im Verbraucherschutz“ aus.

Der Workshop am 13. September 2022 wird Fragen aufgreifen, ob und – wenn ja – inwiefern der Verbraucherschutz ein professionalisierungsbedürftiges Feld ist und wie eine solche Professionalisierungsbedürftigkeit zu decken ist. Welche Ansprüche können an die Herausbildung einer Profession im Feld des Verbraucherschutzes sinnvoll formuliert werden, wie lassen sich Konsumierende sowohl individuell als auch kollektiv adressieren und welche Rolle bilden darin die sich herausbildenden Verbraucherwissenschaften als emergierendes Feld? Der Workshop spannt einen Bogen zwischen Verbraucherforschung, Verbraucherschutzpraxis und der Professionalisierungsforschung. Interessierte Wissenschaftler*innen und Praktiker*innen aus der Verbrauchenden-Arbeit können bis zum 30. Mai 2022 Vorschläge für einen Beitrag auf dem Workshop einreichen.

Detaillierte Informationen finden sich im Call for Papers und auf der Webseite der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Call for Papers: Professionalisierung im Verbraucherschutz: Download

Zen­trum Ver­ant­wor­tungs­be­wuss­te Di­gi­ta­li­sie­rung

Das Zentrum verant­wortungs­­bewusste Digitalisierung bündelt die wissenschaftliche Expertise der hessischen Hochschulen zur Analyse der normativen Dimensionen des digitalen Wandels und trägt zur Gestaltung dieses Wandels bei. Einer der acht Gründungsdirektor:innen des Zentrums ist Prof. Dr. Jörn Lamla vom Fachgebiet Soziologische Theorie an der Universität Kassel. Im November 2020 startete die Projektgruppe "Verantwortungsdiffusion durch Algorithmen", in der seit Februar 2021 Fabian Pittroff die Fachrichtung Soziologie vertritt.

Pro­jekt­sei­te da­teno­eko­no­mi­en.net

Das BMBF-Projekt Datenökonomien: Verbraucherverhältnisse und Geschäftsmodelle untersucht anhand zweier Beispiele datenökonomischer Plattformen, wie sich diese hinsichtlich ihrer Marktform, den Werttauschverhältnissen, der Organisationsstruktur, der Sozialität, dem Mitbestimmungsversprechen sowie der Personalisierungstechnik unterscheiden und welche Konsequenzen dies für die Selbstbestimmung auf diesen Plattformen haben kann.

Projektseite datenoekonomien.net: Weiter

In­ter­dis­zi­pli­nä­re Ta­gung zum The­ma: Die Nor­ma­ti­vi­tät nach­hal­ti­ger Di­gi­ta­li­tät

Die Projektgruppe Nachhaltige Intelligenz – Intelligente Nachhaltigkeit des Zentrums verantwortungsbewusste Digitalisierung (ZEVEDI) veranstaltet am 5. und 6. Mai 2022 im Gießhaus der Universität Kassel eine interdisziplinäre Tagung zum Thema „Die Normativität nachhaltiger Digitalität“.

Die Tagung widmet sich dem Spannungsfeld zwischen nachhaltiger Entwicklung und Digitalisierung aus einer maßgeblich normativen Perspektive, die auf die Möglichkeiten und Herausforderungen einer nachhaltigen Digitalität zielt. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Normativität der Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (SDGs) - also den normativen Bildern, die in diesen verborgen sind und bestimmte Vorstellungen der Gestaltbarkeit beziehungsweise Transformierbarkeit der Gesellschaft explizit oder implizit mittransportieren. Thematisiert werden Fragen von Produktion und Konsum, von rechtlicher Innovationsverantwortung und von technischen Gestaltungsprinzipien.

Die Teilnahme ist kostenlos, aber eine vorherige Anmeldung bis zum 22. April ist erwünscht.

Interdisziplinäre Tagung zum Thema: Die Normativität nachhaltiger Digitalität: Download des Flyers

Neus­te öf­fent­li­che Vor­trä­ge und Au­dio­bei­trä­ge mit Jörn Lam­la

Jah­res­ta­gung Fo­rum Pri­vat­heit

Inwieweit können allgemeine innovative Ansätze der Datenschutz-Grundverordnung, wie das Gebot einer datenschutzgerechten Systemgestaltung, das Erfordernis einer Datenschutz-Folgenabschätzung, die Möglichkeit einer freiwilligen Datenschutz-Zertifizierung oder die Selbstregulierung durch Verhaltensregeln genutzt werden, um Herausforderungen der Data Governance zu begegnen?

Mit dieser und weiteren Fragen bezüglich einer nutzerorientierten, fairen digitalen Zukunft widmet sich die diesjährige Jahreskonferenz des Forum Privatheit am 13. Und 14. Oktober in Berlin.

Informationen für die Einreichung von Vortragsvorschlägen und Papers, sowie eine genaue Beschreibung der Problemstellung der Konferenz sind auf der Webseite der Jahreskonferenz zu finden.

Wie kann die Öffentlichkeit an der Diskussion um die Zukunft von Privatheit und Demokratie beteiligt werden? Als Zusammenspiel aus wissenschaftlicher Forschung und künstlerischer Intervention dient die Webseite privacy-arena.net sowohl als Fortführung der Ausstellung vom Dezember 2016 im Interim Kassel als auch zur vertieften Auseinandersetzung mit den Forschungsergebnissen des Projekts "Privacy Arena".

Stel­lung­nah­me der Leo­pol­di­na zu Di­gi­ta­li­sie­rung und De­mo­kra­tie ver­öf­fent­licht

Die Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, die Union der deutschen Akademien der Wissenschaften und der Akademie der Technikwissenschaften acatech haben gemeinsam am 16. Juni die Stellungnahme „Digitalisierung und Demokratie“ veröffentlicht. Die Stellungnahme umfasst neben einer umfassenden Analyse der Themen Plattforminfrastrukturen, Information und Kommunikation, Partizipation sowie Selbstbestimmung eine Reihe an Handlungsempfehlungen für die digitale Gesellschaft. Empfohlen werden u.a. eine veränderte Kuratierungspraxis digitaler Informations- und Kommunikationsplattformen und Maßnahmen zum demokratiefreundlichen Design digitaler Technologien und Infrastrukturen.

Die Stellungnahme wurde von einer interdisziplinär zusammengesetzten Arbeitsgruppe erstellt, an der auch Prof. Dr. Jörn Lamla vom Wissenschaftlichen Zentrum für Informationstechnik-Gestaltung an der Universität Kassel teilgenommen hat.

Stellungnahme der Leopoldina zu Digitalisierung und Demokratie veröffentlicht: Mehr lesen

Ta­gung zum The­ma: Ge­stal­tungs­spiel­räu­me und Wert­kon­flik­te in so­zio­di­gi­ta­len Be­wer­tungs­in­fra­struk­tu­ren

Das Wissenschaftliche Zentrum ITeG, in Kooperation mit der DGS-Sektion
„Wissenschafts- und Technikforschung“ (WuT) und dem DFG-Netzwerk
„Auf dem Weg in die Bewertungsgesellschaft?“ veranstalten am 19.
und 20. Mai 2022 am ITeG die Tagung:

"e_valuate! Gestaltungsspielräume & Wertkonflikte in soziodigitalen
Bewertungsinfrfastrukturen"

Die Tagung widmet sich in vier Themenschwerpunkten dem
Zusammenspiel verschiedener Varianten, in denen die Kategorie des
Wertes im Rahmen soziodigitaler Infrastrukturierung auftritt: Bewertungspraktiken,
Infrastrukturelle Werteinschreibungen, Wertschöpfung und Werttests.
Hinsichtlich dieser vier Wertungsdimensionen werden Fragen nach
Wertkonflikten und Spielräumen einer gemeinwohlorientierten Gestaltung
von Bewertungsinfrastrukturen gestellt.

Interessierte sind herzlich eingeladen teilzunehmen.
Für Keynotes und gegebenenfalls weitere Vorträge können sich Zuhörende
online zuschalten. Zoom-Links folgen auf der Webseite der Veranstaltung.

Für eine Teilnahme vor Ort bitten wir aus Kapazitätsgründen um
vorherige Anmeldung bis zum 10. Mai 2022 über die unten stehende Verlinkung.

Tagung zum Thema: Gestaltungsspielräume und Wertkonflikte in soziodigitalen Bewertungsinfrastrukturen: Download des Flyers

Un­se­re For­schungs­ver­bün­de