LIFT
Learning Innovation with Flipped Tutoring
Ausgangssituation
Der Flipped Classroom hat sich als innovatives Lehrkonzept an Hochschulen etabliert. Studierende bereiten sich eigenständig auf Lehrveranstaltungen vor, indem sie Inhalte in Form von Videos oder anderen digitalen Materialien erarbeiten. Gerade in diesen Selbstlernphasen können jedoch vielfältige Schwierigkeiten auftreten, etwa fehlendes Vorwissen, mangelnde Orientierung oder das Ausbleiben unmittelbarer Unterstützung. Unterstützungsangebote wie Check-in-Sitzungen, Fragestunden oder studentisches Peer-Tutoring sind zwar vorhanden, decken den individuellen Bedarf jedoch nur bedingt ab. Hinzu kommt, dass Studierende die Vorbereitungsphase häufig als belastend empfinden oder die Inhalte nur oberflächlich durcharbeiten. Lehrende wiederum stehen vor der Herausforderung, bei steigenden Studierendenzahlen noch individuell auf unterschiedliche Wissensstände und Lernbedürfnisse einzugehen. Die Folge sind Verständnislücken, die sich in den Präsenzveranstaltungen nur schwer schließen lassen. Generative KI als digitaler Lernbegleiter eröffnet hier neue Möglichkeiten, Studierende in ihrer Selbstlernphase gezielt, adaptiv und skalierbar zu unterstützen.
Projektziele
Das Projekt LIFT verfolgt das Ziel, die Selbstlernphasen im Flipped Classroom durch den Einsatz eines Gen-KI-basierten Tutorsystems zu verbessern. Das System nutzt einen multimodalen Ansatz und schafft eine lernförderliche Umgebung, die parallel zu den bestehenden Kursmaterialien wie Videos oder Präsentationen eingesetzt wird. Anstatt Inhalte ausschließlich passiv zu konsumieren, können Studierende gezieltes Feedback zu ihrer Arbeit erhalten, sich strukturiert auf Prüfungen vorbereiten und jederzeit einen Überblick über den Kurs gewinnen. Auf diese Weise werden sie aktiv in die Gestaltung ihres eigenen Lernwegs einbezogen, was sowohl die Lernmotivation als auch den nachhaltigen Lernerfolg stärkt.
Das didaktische Konzept des Systems gründet auf etablierten lernpsychologischen Theorien. Ein Tutorsystem kann sich dabei nicht darauf beschränken, Wissenslücken zu schließen. Es muss ebenso den kognitiven und affektiven Zustand der Lernenden im Blick behalten, denn nachhaltige Lernerfahrungen hängen nicht allein von dem ab, was Studierende am Ende wissen, sondern auch davon, wie sie den Lernprozess selbst erleben. Der Gen-KI-Tutor versteht sich daher nicht als Ersatz für die bereitgestellten Lernmaterialien, sondern als intelligenter Lernbegleiter, der eine tiefergehende und selbstständige Auseinandersetzung mit den Lerninhalten ermöglicht.
Vorgehensweise
LIFT verfolgt einen konsequent partizipativen Entwicklungsansatz. Studierende werden dabei nicht als bloße Zielgruppe verstanden, sondern als aktive Mitgestalter des Systems. Im Rahmen ko-kreativer Anforderungsworkshops fließen ihre Perspektiven, Bedarfe und Erfahrungen unmittelbar in die Entwicklung des Gen-KI-Tutors ein. Die im Projektverlauf gewonnenen Erkenntnisse sowie die entwickelten Lehr- und Lernmaterialien werden als Open Educational Resources (OER) aufbereitet und öffentlich zugänglich gemacht, um eine nachhaltige Nutzung und Übertragbarkeit auf weitere Fächer und Hochschulkontexte zu gewährleisten.
Förderung
Das Projekt LIFT wird im Rahmen des Programms „Freiraum 2026“ durch die Stiftung Innovation in der Hochschullehre gefördert (Projekt-Nr. 3004-0324).
Projektwebsite
Laufzeit
Das Forschungsprojekt hat eine Laufzeit von 24 Monaten (April 2026 – März 2028).