Pflan­zen­bau­sys­te­me und Bio­en­er­gie

Ent­wick­lung in­no­va­ti­ver Pflan­zen­bau­sys­te­me und Ver­wer­tungs­mög­lich­kei­ten

Die (Weiter-) Entwicklung landwirtschaftlicher Pflanzenbausysteme ist eine beständige Herausforderung, die aktuell angesichts von Klimawandel und ökologischer Herausforderungen wie Bodenschutz, Humusaufbau, Nährstoffkonservierung, Artenvielfalt u.v.m. eine besondere Bedeutung bekommen hat. Dabei wird deutlich, dass herkömmliche Anbausysteme dabei vielfach nicht (mehr) zielführend sind, da diese oft alleine auf Ertragsmaximierung ausgerichtet waren. Zukunftsgerichtete Pflanzenbausysteme müssen vielmehr so konzipiert sein, dass sie ertragsstabil sind, d.h. es wird nicht jedes Jahr der Maximalertrag angestrebt, sondern die System sollen unter unterschiedlichen klimatischen Bedingungen einen grundlegenden Ertrag liefern, was angesichts zunehmender Wetterextreme infolge des Klimawandels von besonderer Bedeutung ist. Dazu ist eine gewisse Resilienz bzw. Robustheit der Anbausysteme notwendig, damit es auch bei Trockenheit oder bei Starkregen nicht zu kompletten Ertragsausfällen kommt. Zugleich sollten Synergieeffekte ermöglicht werden, um die genannten ökologischen Aspekte zu realisieren, z.B. durch ganzjährigen Bodenschutz, Humusaufbau oder durch eine erhöhte Artenvielfalt. Dabei sind auch klimaschützende Aspekte bedeutsam, wie die Bindung von Kohlenstoff im Boden, reduzierter Treibstoffverbrauch z.B. durch reduzierte Bodenbearbeitung, u.v.m..

Im Forschungsbereich Pflanzenbausysteme werden dazu unterschiedliche Anbausysteme geprüft und weiterentwickelt:

  • Zweikulturnutzungssysteme
  • Agroforstsysteme
  • Direktsaat (in gewalzte Zwischenfrüchte).

Dabei stehen Anbausysteme zur Futter- und Biomasseerzeugung im Vordergrund, die z.T. auch Biomasse für die Bioenergieerzeugung liefern, insbesondere für die Biogaserzeugung.

Bei der Biogaserzeugung liegt der Fokus auf der Entwicklung und Verbreitung von Alternativen zur derzeit in der landwirtschaftlichen Praxis üblichen Fixierung auf den Maisanbau bzw. die Maisvergärung. Dabei wird auch die Möglichkeit der Nutzung von Restbiomassen wie Landschaftspflegematerial, Grünlandbiomasse u.a.m. im Kontext von Systemwirkungen (Naturschutzziele, Landschaftserhaltung, Umweltaspekte) geprüft. Dies erfolgt in Zusammenarbeit mit den anderen Forschungsschwerpunkten am Fachgebiet.

Ansprechpartner für den Forschungsschwerpunkt ist Dr. Rüdiger Graß.

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