Bürogeschichten

Bild: Giuseppe Arcimboldi

Auf die bürokratischen Grundlagen der kolonialen Vergangenheit Hispanoamerikas wurde immer wieder hingewiesen (Siegert 2003; Brendecke 2009). Beispielhaft für eine verwaltende Souveränität ist König Philipp II. von Spanien. Der Bericht (relación, noticia) und seine Standardisierungsformen werden zu zentralen Herrschaftselementen über das koloniale Imperium, wobei amtliche Hierarchien eine große Rolle spielen. Auch führen in diesem Zusammenhang Alphabetisierung und Schriftgebrauch zu Privilegien und Exklusion (Rama 1984).

Schon ein Blick auf diese Frühphase verdeutlicht, dass Bürokratie aus dem Blickwinkel der Herrschenden oder der Beherrschten wahrgenommen werden kann: Zweierlei sind ebenso die möglichen Kontexte des Büros: zum einen die öffentliche Verwaltung, zum anderen das private Unternehmen, dessen Direktor:innen im Zuge neoliberaler Politiken und angespannter Arbeitsmärkte zu absoluten Herrscher:innen werden. Das Sujet des Wirtschaftsunternehmens bildet einen geeigneten Ausgangspunkt, um weitere Sondierungen im thematischen Feld der Büroarbeit vorzunehmen und die Spielräume kleiner Souveränität auszuleuchten. In diesem Zusammenhang spielen Texte u.a. von Roberto Mariani, Roberto Arlt, Juan Carlos Onetti, Mario Benedetti oder neuerlich Guillermo Saccomanno eine Rolle. Bei ihnen finden sich Bezugnahmen nicht nur auf Kafka, sondern auch auf Erzähltexte des 19. Jahrhunderts (Gogol, Dostojewski, Balzac, Melville), in denen das Büro als Schauplatz der Literatur und als Ort der Macht inszeniert wird (vgl. Wolf 2017).

Vor dem Hintergrund dieser literarischen Tradition sollen aktuelle Erzähltexte zu Büro und Bürokratie recherchiert, zusammengestellt und dokumentiert werden. Das Büro wird als Herrschaftsraum sichtbar, der beispielhaft ein räumliches und organisatorisches Gefüge kleiner Souveränität darstellt, in dem die staatliche Macht zurückgenommen ist. Neoliberale Politiken (Svampa 2005), die in einigen lateinamerikanischen Ländern ab den 1990er Jahren verfolgt wurden, bilden einen maßgeblichen, aber nicht den einzigen Zusammenhang.

Bibliographie zum Teilkorpus „Narraciones de oficina“

Publikationen

Schäfer, Karolin (i. Vorb.): „‚[A] pesar de su carácter manso, puede ser [...] feroz.‘ Männlichkeitsverhandlungen in Guillermo Saccomannos Postkrisenroman El oficinista (2010)“, in: Brinkmann, Lisa Marie et al. (Hg.): Kritische Perspektiven in der Romanistik. Beiträge zum XXXIX. Forum Junge Romanistik in Hamburg (Reihe Forum Junge Romanistik 30).

Schäfer, Karolin (2024): „‚Y te pago; te visto; te doy de comer.‘ Disziplinarmechanismen in Roberto Marianis Cuentos de la oficina (1925) im Zeichen ökonomischer Umbrüche am Cono Sur.“ apropos [Perspektiven auf die Romania] 13, S. 46-68. DOI: doi.org/10.15460/apropos.13.2166.

Schäfer, Karolin (geplant): „The Second Sex“ feat. the Bureau: Female Workers in Latin American Office Literature. „Files, Forms, Fictions: Bureaucracy’s Literary Lives from Ledgers to Algorithms“, Universität Bonn, gefördert durch die Alexander-von-Humboldt-Stiftung, 16./17. Oktober 2025.

Schäfer, Karolin & Melchor Audirac, Fernanda (geplant): Latin American Office Literature in Retrospect: „Small-scale sovereignty. Personal forms of domination in everyday life and their representation in the Hispano-American novel of the 20th and 21st century“ (University of Kassel, 2022-2025). „Files, Forms, Fictions: Bureaucracy’s Literary Lives from Ledgers to Algorithms“, Universität Bonn, gefördert durch die Alexander-von-Humboldt-Stiftung, 16./17. Oktober 2025.

Schäfer, Karolin (2025): Sex Object – Madwoman – Puppet Mistress: Archetypes of Female Workers in Latin American Office Literature. Vortrag im Rahmen der „International Conference on Gender Studies: Gender and Power“, 01.-02.03.2025, London Centre for Interdisciplinary Research (Online).

Schäfer, Karolin (2024): Perspectivas diacrónicas: La literatura de oficina entre la sociedad disciplinaria foucaultiana y la sociedad de control deleuziana. Vortrag beim Coloquio Internacional „Redes de poder y dominación en oficinas, burocracias y empresas“, 26.-27.06.2024, DFG/CELA/Universität Kassel.

Witthaus, Jan-Henrik (2024): Distancia y proximidad en Los expedientes (1957) de Marco Denevi. Vortrag beim Coloquio Internacional „Redes de poder y dominación en oficinas, burocracias y empresas“, 26.-27.06.2024, DFG/CELA/Universität Kassel.

Schäfer, Karolin (2024): Das Büro als Dispositiv. Die Darstellung von Herrschaftsformen in der argentinischen und uruguayischen Büroliteratur des Neoliberalismus. Vortrag auf der Tagung des Promotionskollegs GeKKo, 07.-08.06.2024, Hofgeismar.

Schäfer, Karolin (2024): „[A] pesar de su carácter manso, puede ser [...] feroz.“ – Hegemoniale Männlichkeit und der Traum davon, jemand anderes zu sein, in Guillermo Saccomannos Postkrisenroman El oficinista (2010). XXXIX. Forum Junge Romanistik, 20.-22.03.2024, Hamburg.

Schäfer, Karolin (2024): Die (De-)Konstruktion argentinischer Mittelschichtsidentität: Guillermo Saccomannos El oficinista (2010). Gastvortrag im Hauptseminar „Bürogeschichten aus Lateinamerika“ am 18.01.2024, Universität Kassel.

Melchor Audirac, Fernanda (2024): Interview mit Luciana Strauss über ihren Roman El ente (2018), durchgeführt im Rahmen des Coloquio Internacional „Redes de poder y dominación en oficinas, burocracias y empresas“, 26.-27.06.2024, DFG/CELA/Universität Kassel.

Logbuch zur Recherche

Mit Sara Mesas Oposición (Spanien 2025) liegt uns seit Kurzem der wohl rezenteste Büroroman vor. Nachdem ihr Kurzroman Silencio administrativo (s. Eintrag vom 28.05.2025) die bürokratischen Hürden im Kontext von Sozialleistungen und Obdachlosigkeit in den Blick genommen hat, liefert Mesa nun einen Roman, der sich bestens in den gesellschaftlichen Diskurs zum Bürokratieabbau einfügt. Präsentiert wird uns ein träger Büroapparat, der an Ressourcenverschwendung und Paragraphenreiterei (z.B. S. 40 & 52f.) kaum zu überbieten ist: Die Protagonistin kommt frisch aus der Universität und soll übergangsweise in einer staatlichen Institution eine Aufgabe übernehmen – muss jedoch zunächst isoliert an einem provisorisch aufgestellten Tischlein tagelang warten, um eine Einweisung in ihren Tätigkeitsbereich zu erhalten. Dieser, so erfährt sie schließlich, besteht darin, den Aufbau einer neuen Abteilung zu unterstützen, die fortan mit der Annahme und Schlichtung von Beschwerden durch Mitarbeiter:innen und Bürger:innen betraut sein soll: OMPA, die Oficina de Mediación y Protección Administrativa, „[u]n buzón abierto al que cualquiera podía dirigirse en el uso legítimo de sus derechos. Lugares de escucha para la resolución de problemas administrativos“ (S. 24f.).
Oposición arbeitet sich – während wir die graue, melancholische Atmosphäre des Büros wahrnehmen, die uns an die russische Tradition der Büroliteratur sowie kafkaeske Panoramen erinnert, gleichzeitig jedoch auch fließbandähnliche Arbeitsprozesse schildert (z.B. S. 34) – an zahlreichen Tropen ab, die sich in unserem auf lateinamerikanische Büroliteratur fokussierten Teilkorpus wiederfinden lassen. So werden uns gleich mehrere Souveränfiguren präsentiert, bei denen man (bzw. die Protagonistin) sich ganz explizit fragt: Was machen die eigentlich den ganzen Tag in ihren Büros? Gleichzeitig spielt der Aspekt des Wartens, der insbesondere in La Directora (Gonzalo Guillermo Rodríguez Balmori, Mexiko 2013) und La última puerta (Rodolfo Usigli, Mexiko 1934) im Zentrum der Handlung steht, auch hier eine nicht unwesentliche Rolle. Und auch aus raumsemantischer Perspektive fügt sich Oposición in bisher von uns identifizierte Muster ein – zunächst im Hinblick auf hierarchiebasierte Positionierungen im Raum (z.B. S. 44: „[…] yo en un sillón tan bajo que me veía obligada a flexionar las piernas hasta que las rodillas me quedaban a la altura de la nariz, o a cruzarlas aparatosamente en una postura ridícula.“), später auch in der Gegenüberstellung des sicheren „allí dentro“, das sich durch eine besondere „tranquilidad“ kennzeichne, mit dem „ahí fuera“, das als „hostil“ und „muy inestable“ dargestellt wird (S. 62). Diese antithetische Stilisierung des ‚Drinnen‘ und des ‚Draußen‘ findet sich bereits ganz ähnlich in Guillermo Saccomannos El oficinista (Argentinien 2010) sowie Roberto Marianis Balada de la oficina und Santana (Argentinien 1925).

Eduardo Rabasas 2015 publizierter Roman Cinta Negra (dt. Titel: Der Schwarze Gürtel) konnte als in jeder Hinsicht einschlägig eingestuft werden – sowohl in Bezug auf den Schauplatz Büro als auch mit Blick auf dort dargestellte Herrschaftsgefüge. Besonders hervorstechen tun der Mythos der Meritokratie im kapitalistischen System sowie Aspekte der Kontrollgesellschaft nach Deleuze, der Selbstoptimierung des Individuums und die Distanz des Souveräns, der allenfalls in Form seiner Stimme auftritt und durch die Lautsprecher der Büroräumlichkeiten schallt. Das oberste Erfolgsziel im dargestellten Unternehmen ist es, auf dem obersten Platz der täglich aktualisierten Anzeigetafel zu landen und als Belohnung für die absolute Selbstoptimierung zugunsten des Arbeitgebers den „Schwarzen Gürtel“ verliehen zu bekommen. Wer nicht abliefert, wird gekündigt und – ganz ähnlich wie in Saccomannos ebenfalls argentinischem Roman El oficinista (2010) – in einer durch eine einstudierte Choreografie begleiteten Zeremonie von Cheerleadern hinausbefördert: „Es waren die Mädchen vom Abschiedskomitee. Als sie sich einhakten und einen Kreis um die Gruppe bildeten, in dem der nächste Ex-Mitarbeiter von Soluciones saß, war klar, dass sich ihr Opfer in ebendieser Gruppe befand. […] Freilooos / Freilooos / Du bist die Arbeit looos / und daran ist kein andrer schuuuld / Sayonaraaa / Sayonaraaa / Hoffen wiiir / Dass wir dich nie mehr wiederseeehn“ (S. 88f.). Darüber hinaus bleibt bis zum Ende unklar, welche – bzw. ob überhaupt eine – Gestalt der oberste Vorgesetzte, Señor Sonrisa, annimmt. Der Protagonist, über den der Roman heterodiegetisch perspektiviert ist, sinniert: „Schwebte Señor Sonrisa vielleicht in einer immateriellen Sphäre, von der aus er alle seine Mitarbeiter überwachte, bewertete und klassifizierte, während er den Zugang zum Schwarzen Gürtel kontrollierte, in einem undefinierbaren Raum ohne Anfang und Ende, ohne ein Oben und Unten, ohne Sieg und Niederlage, ohne ...?“ (S. 47).

Mit Sara Mesas Kurzroman Silencio administrativo. La pobreza en el laberinto burocrático (Spanien 2019) liegt uns ein zwar nicht lateinamerikanischer, wohl aber sehr interessanter und engagierter Text vor, der im Bereich der Büroliteratur im weiteren Sinne anzusiedeln ist. Während er einerseits nicht das Büro per se zum Schauplatz hat, beschreibt er andererseits auf eindrückliche Weise die bürokratischen Hürden und Labyrinthe, denen sich die obdachlose und mehrfach-marginalisierte Carmen stellen muss. Fokalisiert durch die Figur der Beatriz, die zunächst davon ausgeht, dass eine Beantragung von Sozialleistungen und Wohnmöglichkeit ‚so schwer schon nicht sein kann‘, wird bald klar: Doch, das ist es. Nimmt Beatriz zunächst eine bevormundende und regelrecht infantilisierende Position gegenüber Carmen ein, meint nämlich, dass sie „no supo explicarse bien. Quizá sea bueno que alguien la acompañe y exponga sus problemas con mayor precision“ (S. 25), so löst sie sich doch bald von dieser anfänglichen Haltung gegenüber Carmens Schicksal, deren Selbstverantwortung für selbiges sich zunehmend schwerer verargumentieren lässt. Dabei bemerkt sie im institutionellen Kontext, wie „muchas veces –no siempre, pero sí muchas veces– los funcionarios, técnicos y asistentes sociales se dirigen a Carmen. Entre la arrogancia y el paternalismo. Hablándole despacio y alto, como a los niños. Sin desarrollar la información, dando por descontado que no la entiende“ (S. 44). Die Abwärtsspirale, die bereits seit vielen Jahren Carmens Leben bestimmt und eine Verbesserung wenig aussichtsreich erscheinen lässt, setzt sich mit mühseligen Behördengängen, starrer Bürokratie und frustrierenden Bescheiden und Forderungen fort; situiert im Andalusien der 2010er Jahre, geht der Roman mit dem Status quo der spanischen Staatsbürokratie ins Gericht und verpasst es dabei auch nicht, den laufenden Diskurs zum Thema anhand von Verweisen auf Zeitungsartikel (z.B. El País vom 23. Juli 2018: „De las chabolas al alquiler social“) einzubeziehen.

Neben einer Vielzahl hispanoamerikanischer Texte aus dem Bereich der Büroliteratur konnten wir mittlerweile auch diverse brasilianische Kurzgeschichten und Romane in unser Teilkorpus ‚Büro‘ aufnehmen. Zu erwähnen ist dabei zunächst der Roman A datilógrafa loura aus dem Jahr 1934. Verfasst von João de Minas, rückt er die prekäre Rolle der jungen Frau im Büro der Moderne in den Fokus, die wir bereits aus 44 horas semanales (Josefina Marpons, Argentinien 1936) kennen und die sich auch in deutschsprachigen Texten aus diesem Zeitraum (so z.B. bei Irmgard Keun oder Rudolf Braune) identifizieren lässt.

Darüber hinaus konnten – insbesondere ausgehend von Raimundo Magalhães Júniors Sammlung von Contos da vida burocrática (Brasilien 1960) sowie der von Marco Antônio Rodrigues an der Universidade de Brasília angefertigten Dissertationsschrift mit dem Titel Contos da Vida Burocrática: o funcionário público na narrativa curta de ficção brasileira (Brasilien 2015) – einschlägige Kurzgeschichten verschiedener Autor:innen identifiziert werden. Liefert Nelson Rodrigues in A Vida Como Ela É (Brasilien 1960) gleich mehrere im Projektsinne geeignete Texte, in denen er z.B. die Sexualisierung junger Frauen am Arbeitsplatz in den Blick nimmt, so finden sich aus anderer Feder zumindest vereinzelt Büroerzählungen, die jedoch nicht weniger relevant sind. Stattdessen spitzen sie teils sogar bereits aus dem spanischsprachigen Korpus bekannte Motive weiter zu, greifen sie auf, verhandeln sie in ähnlicher Weise und passen sich damit hervorragend in die Reihe unserer bisherigen Entdeckungen ein.

In A aposentadoria beispielsweise erzählt uns Josué Montello eine Geschichte, deren Protagonist sich zwischen Marianis Santana (Argentinien 1925), Benedettis La tregua (Uruguay 1960) und Saccomannos El oficinista (Argentinien 2010) ansiedeln lässt; es handelt sich um die tragikomische Erzählung vom Renteneintritt des Protagonisten, der seit 35 Jahren ohne Verspätungen oder die Inanspruchnahme von Urlaubstagen seine Funktion ausgeübt hat. Er ist fest davon überzeugt, zum 35-jährigen Dienstjubiläum eine ausufernde Dankesfeier durch das Kollegium und die Chefetage zu bekommen und verliert sich in Gedanken über diese Erwartungen so weit, dass er Fehler in seiner Arbeit zu machen beginnt. Anstelle der erhofften Feier wird er am betreffenden Tag zum Direktor zitiert und für ebendiese Fehler gescholten (vgl. S. 282). Als Reaktion darauf bittet er um Pensionierung, in der er jedoch schwer depressiv wird und sogar über Suizid nachdenkt. Schließlich kehrt er ins Büro zurück und stirbt anderthalb Jahre später an einem Herzinfarkt, ist dabei jedoch in seinem Element: an seinem Schreibtisch im Büro (S. 299).

Nicht weniger grotesk, dafür aber umso ironischer überzogen zeigt sich die Kurzgeschichte Mar Oceano von Fran Martins aus dem Jahr 1948. In den Kontext kolonialen Erbes gestellt, recherchiert ein Angestellter hier die Abstammung des Vorgesetzten, um dessen ‚noble Wurzeln‘ nachzuweisen. Denn jener Vorgesetzte soll in Bälde eine Auszeichnung vom Minister erhalten; um sein Gesicht zu wahren und nicht den Eindruck zu erwecken, dass er diese einzig aufgrund des sozialen Kapitals seiner Ehefrau verliehen bekommen könnte, müssen Vorfahren her, die ihn in seinen Augen der Auszeichnung würdig erscheinen lassen. Die Suche nach hierfür geeigneten Ahnen erweist sich als beschwerlich – so offenbart sie doch vor allen Dingen Kriminelle, Sittenstrolche und Sklavenhändler, Menschen, von denen der ‚edle Chef‘ in den Augen seines ihn regelrecht vergötternden und ihm huldigenden Angestellten auf gar keinen Fall abstammen könne.

Im Rahmen des Forschungsprojekts wurde festgestellt, dass in Büroerzählungen verschiedene Varietäten des Spanischen vorkommen. Im Teilkorpus zur Büroliteratur liegen Erzähltexte aus verschiedenen lateinamerikanischen Ländern vor: Argentinien, Brasilien, Chile, Costa Rica, Ecuador, Mexiko, Peru, Uruguay und Venezuela. Die Varietäten des Spanischen in jedem dieser Länder zeigen, dass sie über ein besonderes Lexikon verfügen, um Situationen, Emotionen oder Objekte auszudrücken, die in den Kontext — das Büro — unserer Analyse gehören. Auf diese Weise verleihen die Autor:innen ihren Erzählungen Realismus, indem sie den — mächtigen — Figuren im Büro Redeweisen einschreiben, die von varietätspezifischen Phraseologismen und Ausdrücken geprägt sind. Ein Beispiel hierfür findet sich in Luciana Strauss’ Roman El Ente (2018). Die Autorin verwendet ein Lexikon und Redewendungen, die soziolinguistische Variablen sind (Javier Muñoz-Bassols et al., Introducción a la lingüística hispánica actual, 2017), um kontextuelle und sozioökonomische Faktoren widerzuspiegeln. Die Charaktere in El Ente (2018) nutzen solche Wörter, um Objekte und Aktivitäten des typischen Staatsamtes in Argentinien zu benennen: biblioratos, lucas, tickets canasta, rosquear, hacer rosca, laburar, cheta, hacer una cama, legajos, resmas. Wir konnten feststellen, dass das Lexikon in der Austral-oder Rioplatense-Varietät eine wichtige Rolle für die literarische Analyse spielt. Aus diesem Grund wurde eine Liste des Lexikons mit Definitionen erstellt, um die Minianalyse der Büroerzählungen in dieser Varietät zu erleichtern.

Nach über einem Jahr war es uns endlich möglich, Zugang zu einem Band zu erhalten, dessen Titel vielversprechend für unser Teilkorpus zur Büroliteratur klang: Ricardo Feiersteins Cuentos con rabia y oficina, erschienen 1965 beim Verlag Stilcograf in Buenos Aires. An dieser Stelle möchten wir in besonderem Maße jenen Institutionen und Personen danken, die uns bei der Beschaffung dieses Textes unterstützt haben. Dank gilt dem Team der Landes- und Murhardschen Bibliothek an unserer Universität (insb. Dorothea Behnke und Anja Nowitzki), das uns in Fernleih- und Anschaffungsmöglichkeiten seit Projektbeginn engagiert zur Seite steht, sowie dem Team des Ibero-Amerikanischen Instituts Preussischer Kulturbesitz (insb. Ulrike Mühlschlegel), das uns nach langem Warten und über viele Umwege schlussendlich in Zusammenarbeit mit der Red de bibliotecas del Instituto Cervantes den Zugang zu Feiersteins Erzählungen ermöglichen konnte. Ebenso möchten wir unsere Dankbarkeit jenen Bibliothekar:innen und Forscher:innen gegenüber ausdrücken, die uns in anderen Kontexten Zugriff auf etwaige Primärtexte und/oder eigene Forschung ermöglicht haben: dem Team der Biblioteca del Poder Legislativo del Uruguay (insb. Alejandra Larrosa) sowie Paul R. Jordan, Fernanda Righi & Graciela Queirolo.

Das Warten hat sich gelohnt: Mit der ersten Hälfte des Bandes (S. 13-53) liegen uns nun gleich mehrere neue Erzählungen vor, die sich im argentinischen Büro – nun jedoch der 1960er Jahre – abspielen. Ähnlich wie Marianis Bürogeschichten aus den 1920er Jahren scheint auch hier das dargestellte Büro sowie seine Angestellten sich über den gesamten Erzählzyklus zu erstrecken; wenn die Fokalisierung und Diegese auch zwischen den einzelnen, jeweils mit separatem Titel versehenen cuentos wechseln, so bleiben doch Themen, Figureninventar und die allgemeine Atmosphäre im jeweils beschriebenen Büro erhalten und beleuchten auf vielfältige, teils ironisch-groteske Art und Weise den ausgeprägten Konformismus der Belegschaft, die Resignation der Angestellten gegenüber den äußeren Begebenheiten; so dürfen wir beispielsweise in der nur zweiseitigen Erzählung „La araña“ von einer im Büro eingefangenen Spinne lesen, die „ya se había acostumbrado al frasco, al reducido espacio entre paredes“ (S. 50), oder bei der Lektüre des „Monólogo del Empleado“ Zeuge werden, wie besagter Angestellter eben doch nur in seiner Vorstellung den Mut aufbringt, gegen die Obrigkeit aufzubegehren, und sich wieder und wieder selbst verspricht: „La próxima vez que venga se lo digo, seguro“ (S. 31). Zwar macht sich eine kleine Souveränität nur am Rande bemerkbar; dennoch liegt mit der Figur der Srta. Torres auch hier – ähnlich wie in Rodríguez Balmoris La Directora (Mexiko 2013) – wieder ein in unserem Korpus rares Exemplar der weiblichen Vorgesetzten vor, sodass eine detailliertere Beschäftigung mit dem Band in jedem Falle ertragreich erscheint.

Zum neuen Jahr darf unser Projektteam spannende Funde aus dem Bereich der Büroliteratur verzeichnen; zwar war Uruguays reiche Tradition der „cuentos de oficina“ bereits bekannt gewesen, die Ausmaße werden aber nun noch offenbarer:
Mithilfe des Katalogs der uruguayischen Biblioteca del Poder Legislativo konnten wir über die Rubrik „cuentos uruguayos“ zahlreiche weitere Büroerzählungen verschiedenster Autor:innen aufspüren. Darunter beispielsweise gleich mehrere Erzählungen, die den Titel El jefe tragen, also deutlichen Anschluss an unser Forschungsvorhaben vermuten lassen. Die Einschlägigkeit der jeweiligen Texte wird nach der – zugegebenermaßen sehr umständlichen und teils auch noch ausstehenden – Beschaffung noch final zu beurteilen sein. Mit Alicia Escardó Véghs El poder invisible aus dem Jahr 2011 liegt uns zudem ein weiterer Text weiblicher Autorschaft vor, was uns besonders freut. Der erste ‚Geschichtenzyklus‘ in diesem Band klingt vielversprechend: El trabajo es salud.
 

Mit Carlos R. Serras La oficina del futuro y otros cuentos aus dem Jahr 2016 liegt uns seit Kurzem ein – im büroliterarischen Sinne – recht rezenter Text vor. Die Sammlung des uruguayischen Autors besteht aus 14 Erzählungen, die sich größtenteils um den Schauplatz Büro herum entfalten.
Dabei sticht besonders – gerade auch vor dem Hintergrund der voranschreitenden Digitalisierung – die Erzählung La oficina del futuro. Siendo virtual ahorramos tiempo heraus, die tragikomisch die Hürden einer virtuellen Bürokratie verarbeitet: Der Rentner Marcos muss sich zur Erneuerung seines Ausweisdokumentes durch ein Labyrinth aus Telefonhotlines, WhatsApp-Kundenservices sowie einer staatlichen Skype-Version (Syskay) navigieren, scheitert hieran aber kläglich. Entsprechend wird sein Kampf gegen die „oficina del futuro“ demjenigen Don Quijotes gegen die Windmühlen gleichgesetzt – unser Protagonist und das neue Zeitalter sind nicht kompatibel.
Ebenfalls bemerkenswert ist El contribuyente, dessen Setting an Kafkas posthum erschienenes Das Schloss (1926) erinnert. Mit dem Ziel, Schulden zu begleichen, geht ein Angestellter im gigantischen Verwaltungsapparat des Palacio Municipal verloren. Um nicht für wenige Stunden in seine Wohnung fahren zu müssen, wartet er vor Ort, um früh am nächsten Morgen die zuständige Sachbearbeitung aufzusuchen, – und nistet sich langfristig ins Gebäude ein.
Mit La secretaria liefert Serra zudem nicht nur eine Büroerzählung, die – was bisher neben Pedro Mairals El año del desierto und Josefina Marpons᾽ 44 horas semanales die absolute Ausnahme darstellt – die Handlung aus der Perspektive einer weiblichen Angestellten schildert. Deren Gedanken verraten dabei, dass es eigentlich sie ist, die im Büro die Fäden in der Hand hält: Seis gerentes, algunos incompetentes, otros ladrones, habían caído por la secreta obra de ella (S. 87f.). Entsprechend liegt hier eine Umkehrung des in der bisherigen Literatur gesichteten bürointernen Herrschaftsgefüges (Chef/Manager > Sekretärin) und damit ein für das Projekt überaus vielversprechender Bürotext vor.

Mittlerweile haben wir einen zweiten Roman mit weiblicher Autorschaft als projektrelevant absichern können: Los perros no ladraron (1966) der costa-ricanischen Autorin Carmen Naranjo.
Dieser Text hebt sich insbesondere deshalb von den bisherigen ab, weil er gänzlich als Dialog verfasst ist, also keine Diegese im engeren Sinne vorliegt. Dies bedeutet – in Kombination damit, dass die Dialogbeiträge nicht mit Sprechernamen versehen sind –, dass die Leserschaft überaus aufmerksam an den Text herangehen muss, um auf eigene Faust die Leerstellen zu füllen. So erfährt man beispielsweise nur sehr fragmentarisch, in welchem Setting sich die Dialoge zutragen, beispielsweise durch die Erwähnung von einem „jefe“, einem „director“ und diversen „empleados públicos“. Neben diesen Schlagworten klingen auch diverse Themen an, die wir in bereits gesichteter Büroliteratur haben beobachten können: z.B. Unterwürfigkeit und Speichelleckerei gegenüber dem Vorgesetzten (vgl. Saccomannos ‚El oficinista‘ (2010)), die Trägheit des Büroapparates (vgl. Benedettis El presupuesto (1959) & Denevis Los expedientes (1957)) sowie Gleichstellungsfragen, die weibliche Angestellte bewegen (vgl. Marpons᾽ 44 horas semanales). Um die Eignung des Romans im Hinblick auf die kleine Souveränität final absichern zu können, wird es einer überaus gründlichen erneuten Lektüre – und sicher auch einer gewissen Interpretationsfreiheit – bedürfen.

Mit 44 horas semanales (1936) liefert die argentinische Schriftstellerin Josefina Marpons einen für uns besonders spannenden Roman – denn bislang ist er der einzige von einer Frau verfasste Text, den wir für den Bereich der Büroliteratur erschließen konnten. Besonders vor dem Hintergrund, dass unser Projekt auch zum Ziel hat, mit Geschlechterfragen verbundene Machtdynamiken in den Blick zu nehmen, wären weitere Primärtexte aus nicht-männlicher Perspektive durchaus von Vorteil. Bisherige Recherchen, z.B. auch gezielt nach (Büro-)Werken ausgewählter Autorinnen wie Alfonsina Storni oder Herminia Brumana, verliefen bis dato ins Leere.
In Bezug auf die behandelten Themen passt sich der Roman galant in die Reihe der deutschsprachigen Sekretärinnen-Romane ein, die vor allen Dingen Irmgard Keun und Vicki Baum, als männlicher Vertreter aber beispielsweise auch Rudolf Braune in der Zeit der Neuen Sachlichkeit, unmittelbar vor der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten, schufen. Ebenso wie in jener Tradition geht es auch in 44 horas semanales um das Leben junger Frauen, die ganz im Sinne der Krux der ‚Neuen Frau‘ zwischen privater und öffentlicher Sphäre, also: Haushalt/Familie/Mutterschaft und Beruf, verweilen, sich aufgrund gesellschaftlicher Erwartungen sowie prekärer Existenz im Erwerbsleben jedoch kaum so emanzipieren können, wie sie es sich wünschen würden.
Marpons᾽ Roman scheint geradezu prädestiniert für unser Forschungsinteresse: Nicht nur ermöglicht er uns einen Blick frei vom ‚male gaze‘ und prangert geschlechterbezogene Machtdynamiken sowie die Sexualisierung weiblicher Angestellter an, gleichzeitig hat er direkt mehrere potenzielle Souveränfiguren zu bieten, die im Fortgang des Projekts noch näher zu betrachten sein werden. Darunter befindet sich neben drei männlichen Figuren (Señor Oviedo, Señor Perelli, Rómulo), die jeweils auf unterschiedlicher Führungsebene im beschriebenen Büro angesiedelt sind, auch eine weibliche Figur (María Delia), die als Liebhaberin eines der Männer in eine ‚Machtkomplizenschaft‘ gerät und diese in vollen Zügen ausnutzt.

KI auf dem Prüfstand
Nach der allgemeinen Büroliteratur-Recherche mithilfe von Chat GPT-3.5 überlegten wir, inwieweit die Erschließung der Inhalte und Figureninventare unserer im Korpus enthaltenen Texte möglich sein könnte. Auch hier verwendeten wir wieder die oben erwähnte Version und forderten die KI auf, uns eine knappe Analyse zu den Figuren in Guillermo Saccomannos El oficinista zu liefern. Obwohl es sich um einen eher rezenten Roman handelt – er wurde 2010 publiziert –, erhielten wir kein zufriedenstellendes Ergebnis. Nicht nur fand Chat GPT-3.5 den Roman nicht; nach einem Hinweis unsererseits auf das Publikationsjahr erschienen plötzlich Informationen zum Protagonisten:
„Roque: El protagonista de la historia, es retratado como un hombre solitario y desilusionado con su vida. A medida que se adentra en el sistema burocrático, se enfrenta a situaciones opresivas que lo llevan a cuestionar su existencia y a luchar contra la desesperanza. Su personaje puede simbolizar la pérdida de identidad y la alienación en un entorno deshumanizante.“
Das mag zwar auf den ersten Blick vielversprechend wirken – wer den Roman jedoch kennt oder auch nur eine Rezension darüber gelesen hat, wird stutzig. Denn Saccomannos Protagonist bleibt namenlos, er ist einfach nur „el oficinista“.
Nach einer weiteren Rückfrage unsererseits, aus welchem Büroroman der Protagonist Roque sei, erkannte die KI den Fehler und bat um Entschuldigung. An diesem Beispiel zeigt sich bereits sehr deutlich: Auch wenn KI, oder hier im Speziellen Chat GBT-3.5, ein hilfreiches Rechercheinstrument darstellen kann, ist ein kritischer, informierter Umgang damit unerlässlich.

KI auf dem Prüfstand
Um neue Primärtexte aus dem Bereich der Büroliteratur zu finden, wurden neue Plattformen mit künstlicher Intelligenz, nämlich Chat GPT-3.5, eingesetzt. Mit dem Wissen, dass für einen reflektierten Einsatz der betreffenden KI-Modelle Vorkenntnisse zum Thema unabdingbar sind, wurden gezielte Anfragen gestellt, um Romane zu finden, die diesem Genre angehören. Die Antwort der KI lieferte interessante Optionen zu einigen Autoren, die bereits im Projektkorpus enthalten waren, und weitere Texte, die thematisch nicht einschlägig sind. Interessanterweise erwähnt sie auch den argentinischen Autor Eduardo A. Sacheri. Eine kurze Recherche ergab, dass er im Jahr 2005 einen Roman mit dem Titel La pregunta de sus ojos publizierte, der 2009 mit dem Titel El secreto de sus ojos verfilmt wurde. Dieser Roman war nicht im Korpus des Projekts enthalten und soll nun in einem nächsten Schritt auf die Eignung für unser Projekt überprüft werden.
Derzeit erweist sich KI für die Recherche als nützlich, da sie Titel liefert, die bisher nicht gezielt gesucht wurden – allerdings mit einigen Einschränkungen: Zum Beispiel hat Chat GPT-3.5 den Roman falsch betitelt: El secreto de sus ojos statt La pregunta de sus ojos, was wahrscheinlich mit dem Titel des Films zusammenhängt. Außerdem existieren einige der anderen vorgeschlagenen Titel erst gar nicht oder sind zumindest nicht im Bereich der Büroliteratur angesiedelt.

Ausgehend von Roberto Marianis Cuentos de la oficina (1925), die als Pionierarbeit im Bereich der Büroliteratur vom Cono Sur gesehen werden können, sollte auch der 1943 erschienene Roman Regreso a Dios auf seine Eignung im Rahmen der „Kleinen Souveränität“ überprüft werden. Zwar lassen die oficina als wiederkehrender Schauplatz sowie das Auftreten eines direkten Vorgesetzten (Señor Peralta, vgl. S. 37, 267f. & 310f., Ediciones Argentina, 1943) eine Anschlussfähigkeit im Hinblick auf die zu untersuchenden Machtdynamiken im Büro vermuten; allerdings zeigt sich recht früh, dass es in den Büroszenen weniger um Herrschaftsverhältnisse zwischen Vorgesetzten und Untergebenen geht, sondern vielmehr der kollegiale Austausch über private Themen im Vordergrund steht. Ähnlich wie Mario Benedettis Erzählung El presupuesto (in: Montevideanos, Uruguay, 1959) zeigt sich auch, wie Machtvakuen im Großraumbüro in Smalltalk und passive Arbeitsverweigerung münden können. In Ermangelung einer prägnanten Souveränfigur wird Regreso a Dios zunächst als für das Projekt nicht einschlägig eingestuft – auch wenn sich der Roman als zumindest peripherer Vertreter der bonaerensischen Büroliteratur behauptet.

Im Rahmen der Recherche nach weiteren Primärtexten aus dem Bereich der Büroliteratur hat sich das System der Stichwortsuche als besonders ertragreich herausgestellt. Texte von bereits erschlossenen ‚Büro-Autor:innen‘, die uns digital zugänglich waren (z.B. über Google Books oder Scribd), deren Eignung wir aber noch nicht festgestellt hatten, wurden anhand der folgenden Stichworte überprüft:

oficina, oficinista, director, jefe, jefa, trabaj (= alle Wortformen von trabajar, trabajador/a, trabajo), empresa, despacho, secretaria, escritorio.

Während es dabei erst einmal um die Erschließung von Büroliteratur an sich ging, wird dieses Verfahren nun gezielt auf die Suche nach Souveränfiguren im Bereich der Narco-Literatur angewandt. Dies soll dazu dienen, bereits erschlossene Primärtexte im Hinblick auf ihre Relevanz für das vorliegende Projekt beurteilen zu können. Diejenigen Texte, die sich als geeignet erweisen, sollen in der Folge per Fernleihe bestellt oder käuflich aus Projektmitteln erworben werden; die übrigen finden keine weitere Berücksichtigung.

soberanía, soberano, soberana, jefe, jefa, patrón, patrona, capo, padrino, riqueza, dinero, joyas, cadenas de oro, mentira, traición, tirano, tirana, cadena de mando, encargo, orden, misión, político, política, ministro, senador, diputado, Estado, federalismo, ejército.

Weiterführende Literatur:

  • Brendecke, Arndt (2009): Imperium und Empirie. Funktionen des Wissens in der spanischen Kolonialherrschaft, Köln: Böhlau.
  • Rama, Ángel (1984): La ciudad letrada, Hanover/New Jersey: Ediciones del Norte. 
  • Siegert, Bernhard (2003): Passage des Digitalen, Berlin: Brinkmann und Bose.
  • Svampa, Maristella (2005): La sociedad excluyente: la Argentina bajo el signo del neoliberalismo, Buenos Aires: Taurus.
  • Wolf, Burkhardt (2017): „Erzählte Verwaltung. Bürokratisches Schreiben in der Literatur“, in: Forschung & Lehre 3, S. 208-210.