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07.07.2026 | Pressemitteilung

Uni Kassel forscht an europäischer Webdateninfrastruktur gegen Desinformation

Die Universität Kassel ist Teil des BMFTR-Verbundprojektes “SOURCE”, das eine europaweite Dateninfrastruktur zur Unterstützung der Erkennung manipulierender Informationen im Web entwickelt. Das Team um Prof. Dr. Martin Potthast hat das Ziel, die frühzeitige Erkennung von koordinierten Desinformationskampagnen anhand der Analyse von Netzwerkstrukturen und inhaltlichen Merkmalen zu erleichtern. Von der Gesamtfördersumme in Höhe von 2,5 Millionen Euro gehen 580.000 Euro an die Universität Kassel.

Das Projektteam des BMFTR-Verbundvorhabens „SOURCE“: Prof. Dr. Martin Potthast (3. v. l.) und Sebastian Heineking (3. v. r.) von der Universität Kassel.Bild: Uni Kassel
Das Projektteam des BMFTR-Verbundvorhabens „SOURCE“: Prof. Dr. Martin Potthast (3. v. l.) und Sebastian Heineking (3. v. r.) von der Universität Kassel.

Im aktuell gestarteten Verbundprojekt “SOURCE” arbeiten Partner aus Forschung und Praxis zusammen an einer europaweit nutzbaren Forschungs- und Analyseinfrastruktur, die dabei unterstützen soll, gezielte Desinformationskampagnen im Netz zu bekämpfen. Diese Infrastruktur soll große Mengen an Web- und Social-Media-Daten automatisiert erfassen und mithilfe neuartiger KI-Verfahren untersuchen. Dabei werden sowohl Inhalte als auch Verbreitungswege analysiert, um unauthentische Informationskampagnen sichtbar zu machen und die digitale Souveränität Europas zu stärken.

Desinformation, also die gezielte Verbreitung von Informationen mit der Absicht der Täuschung und Irreführung, stellt eine Herausforderung für den sozialen Zusammenhalt, demokratische Prozesse und das Vertrauen in (digitalen) Medien dar. Die enorme Menge an Online-Inhalten erschwert die frühzeitige Erkennung und Analyse von koordinierten Informationskampagnen im Web. Das ist ein Problem, das durch die Verbreitung generativer Künstlicher Intelligenz weiter verstärkt wird.

„Ziel ist es, Forschenden, Fact-Checking-Organisationen, Medien, Zivilgesellschaft und Behörden ein Werkzeug an die Hand zu geben, um potenzielle Desinformation im Web frühzeitig zu erkennen, ihre Herkunft nachzuvollziehen und wirksame Gegenmaßnahmen zu entwickeln”, erklärt Prof. Dr. Martin Potthast von der Universität Kassel.

Die Universität Kassel ist mit dem vom hessian.AI geförderten Fachgebiet “Deep Semantic Learning” am Vorhaben beteiligt, das Mitglied im Wissenschaftlichen Zentrum für Informationstechnik-Gestaltung (ITeG) ist. Der Fokus des Fachgebiets von Prof. Potthast liegt auf der inhaltsbasierten Desinformationserkennung. Das beinhaltet die Detektion KI-generierter Texte, stilometrische Analysen zur Bestimmung der Autorenschaft, sowie Verfahren zum Text Watermarking. Außerdem bringt das Fachgebiet seine Expertise im Bereich Argumentation Mining in das Projekt ein.

Das Projekt wird von der Universität Passau koordiniert. Weitere Verbundpartner sind das Leibniz-Rechenzentrum der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, die Open Search Foundation e.V. und die Alliance4Europe gGmbH.

Das Vorhaben startete am 27. April 2026 mit einem Auftaktworkshop in Passau und läuft über drei Jahre.

 

Kontakt:

Prof. Dr. Martin Potthast
Deep Semantic Learning
+49 (0)561 804 6132
E-Mail: martin.potthast[at]uni-kassel[dot]de

 

Was heißt das zusammengefasst?

  • Die Universität Kassel (Fachgebiet „Deep Semantic Learning“ unter Prof. Dr. Martin Potthast) erhält 580.000 Euro Förderung, um im Rahmen des BMFTR-Verbundprojektes „SOURCE“ um eine Dateninfrastruktur zur Analyse und Erkennung von Online-Desinformation zu entwickeln.
  • Das aktuell gestartete Projekt erarbeitet eine europaweit zugängliche Forschungs- und Analyseinfrastruktur, die riesige Datenmengen aus dem Web und Social Media automatisiert erfasst sowie Inhalte und Verbreitungswege von Fake News sichtbar macht.