Dr. Kerstin Wolff wird Honorarprofessorin im FB 05 Gesellschaftswissenschaften
Bild: AddF KasselDr. Kerstin Wolff (geb. 1967) leitet die Forschungsabteilung des Archivs der deutschen Frauenbewegung (AddF). Hier forscht sie zu Akteurinnen, Verbänden, Theorien und Ideen der deutschen Frauenbewegung zwischen 1848 und 1970. Seit vielen Jahren ist Wolff als Lehrbeauftragte an der Universität Kassel tätig, seit 2018 ist sie fest am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte bei Prof. Dr. Hubertus Büschel aktiv.
Ihr professioneller Werdegang führte Wolff an die Gesamtschule Kassel (heute Universität Kassel), an der sie Geschichte, Politikwissenschaften und Kunstgeschichte studierte. Ihre Abschlussarbeit „Wir wollen die Anerkennung der Hausfrauentätigkeit als Beruf“. Der Kasseler Hausfrauenverein 1915–1935 erschien 1995 im Eigenverlag des AddF. Zwischen 1995 und 1998 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der renommierten Historikerin Prof. Dr. Heide Wunder im Forschungsprojekt „Konfession, Religiosität und politisches Handeln von Frauen am Ende des 16. bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts“ an der Universität Kassel.
Seit dem Jahr 2000 ist sie regelmäßig Herausgeberin einer der ältesten geschlechtergeschichtlichen Zeitschriften der Bundesrepublik: „Ariadne – Forum für Frauen- und Geschlechtergeschichte“. Ihre Dissertation „Stadtmütter“. Bürgerliche Frauen und ihr Einfluss auf die Kommunalpolitik im 19. Jahrhundert“ wurde 2003 mit dem Elisabeth Selbert Preis des Landes Hessen ausgezeichnet.
Wolff hat außerdem zahlreiche Monografien veröffentlicht. Besondere Aufmerksamkeit erhielt 2017 die mit Hedwig Richter herausgegebene Publikation „Frauenwahlrecht. Die Demokratisierung der Demokratie in Deutschland und Europa.“ – auf der die Ausstellung „Damenwahl! 100 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland“ des Historischen Museums Frankfurt aufbaute. Auch außerhalb der Universität ist Wolff aktiv, unter anderem als stellvertretende Vorsitzende des Arbeitskreises historische Frauen- und Geschlechterforschung, im beratenden Kuratorium des Friedhofs der Märzgefallenen in Berlin oder im wissenschaftlichen Beirat des Hambacher Schlosses.
Zum Hintergrund:
Archiv der deutschen Frauenbewegung (AddF) - Forschungsinstitut und Dokumentationszentrum
Das Archiv der deutschen Frauenbewegung sammelt die Geschichte von Frauen und Frauenbewegungen des 19. und 20. Jahrhunderts und stellt diese für die Wissenschaft und interessierte Öffentlichkeit zur Nutzung zur Verfügung. Mit eigenen Forschungsprojekten und engagierter Vermittlungsarbeit wird diese wichtige Emanzipationsbewegung in die Öffentlichkeit getragen.
Das AddF ist für sein Engagement seit 2021 als Ort der Demokratiegeschichte ausgezeichnet. Ein besonderes Augenmerk des AddF liegt auf der Geschichte der Durchsetzung der Gleichberechtigung der Geschlechter in der frühen Bundesrepublik Deutschland durch Elisabeth Selbert, deren Nachlass sie aufbewahren.
Ansprechpartnerin:
Christina Soose
AddF – Archiv der deutschen Frauenbewegung
Vermittlung und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: +49 561 989 3670
E-Mail: soose@addf-kassel.de