Umgang mit Gefahrstoffen an Hochschulen

Die Unfallkassen als berufsgenossenschaftliche Unfall-versicherungsträger haben die, sich aus der Arbeitsschutz-gesetzgebung ergebenden Pflichten zum Umgang mit Gefahrstoffen an Hochschulen in der Schrift GUV-I 8666 wie folgt übertragen:

„Verantwortlich für die Erfüllung der Pflichten des Arbeits- und Gesundheitsschutzes sind im staatlichen Hochschulbereich neben den vertretungsberechtigten Organen der Länder (in der Regel die Kultus- oder Wissenschaftsminister) die Personen, die in Hochschulen Leitungsaufgaben wahrnehmen, im Rahmen ihrer Aufgaben und Befugnisse.

Dazu gehören entsprechend der Ausgestaltung durch das Hochschulrecht der Länder insbesondere die Hochschulleitung (Präsident, Rektor oder Kanzler), die Leitung der Fachbereiche und Institute sowie die Hochschullehrer.“

Weitere Informationen zur Grundlage der Verantwortungsdelegation an hessischen Hochschulen finden Sie im Bereich Arbeitssicherheit.


GESTIS-Stoffmanager

Institut für Arbeitsschutz der DGUV (IFA)
Der GESTIS-Stoffmanager hilft bei Gefährdungsbeurteilung und ist in erster Linie für den Einstieg in die Gefährdungsbeurteilung geeignet.

Die gilt insbesondere für Stoffe, für die keine Grenzwerte oder Messverfahren vorliegen.

Zum GESTIS-Stoffmanager ⇒


Einfaches Maßnahmenkonzept Gefahrstoffe (EMKG)

Das Einfache Maßnahmenkonzept Gefahrstoffe der BAuA ist eine Handlungshilfe für die Gefährdungsbeurteilung bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen.

Es richtet sich an Verantwortliche in Klein- und Mittelbetrieben (KMU), Sicherheitsfachkräfte, Betriebsärzte und überbetriebliche Beratungsdienste.

Auf den Seiten des BAuA finden sie auch:
Schutzleitfäden für häufige Tätigkeiten mit Gefahrstoffen in chemischen Betrieben.


Flusssäure

Flusssäure ist ein starkes Kontaktgift. Bei ihrer Verwendung im Labor ist erhöhte Vorsicht geboten! Die Gefährlichkeit wird dadurch noch erhöht, dass sie sofort von der Haut resorbiert wird. Fluorwasserstoff verursacht schwere, tiefgehende Verätzungen der Haut, die zunächst täuschend harmlos wirken!...

Vorsichtsmassnahmen bei Verwendung von Flusssäure

Fluorwasserstoff wird aufgrund seiner hohen Lipidlöslichkeit rasch vom
Körper aufgenommen und dringt sofort in tiefe Gewebeschichten vor.
Die Fluorid-Ionen blockieren den Calcium- und Magnesiumstoffwechsel
und hemmen wichtige Enzyme.

Dies führt zu Stoffwechselstörungen, die unter MOV letal verlaufen können. Durch systemische Elektrolyt-Verschiebungen besteht die Gefahr des Kammerflimmerns. DasEinatmen von Fluss-Säure-Dämpfen kann zum Lungenödem führen und bei geringen Konzentrationen (50-100 ppm) in kurzer Zeit tödlich sein.

Flusssäure - Was muss ich tun?

Erforderlich beim Umgang mit Flusssäure ist:

  • eine Ersatzstoffprüfung und soweit keine Substitution möglich ist, technische und persönliche Schutzmaßnahmen!
  • Notfallplan und Betriebsanweisung sind zu erstellen und es muss eine regelmäßige Unterweisung der Personen erfolgen, die mit Flusssäure arbeiten.
  • Als Notfallmedikament muss Calciumgluconat-Gel vorgehalten werden.
  • Eine Augendusche und eine Notdusche muss in ummittelbarer Nähe des Arbeitsplatzes vorhanden sein.

Calciumgluconat-Gel erhalten Sie auf Rezept. Nehmen Sie hierzu bitte Kontakt mit uns und/oder unserer Betriebsärztin auf.

Flusssäure - Verhalten im Notfall

Eine Abfrage beim den örtlichen Rettungsdiensten ergab, das Calciumgluconat-Gel nicht zur Ausrüstung der Rettungswagen gehört.

Deshalb ist bei Arbeiten mit Flusssäure Calciumgluconat-Gel zwingend vor Ort vorzuhalten!

Hinweise für den behandelnden Notarzt

Unsere Betriebsärztin hat für den behandelnden Notarzt eine Information zur Tätigkeit und den einzuleitenden Notfallmaßnahmen erabeitet. Der "Hinweis für den behandelnden Notarzt" ist mit dem Calciumgluconat-Gel aufzubewahren.

Weitere nützliche Informationen