Aktuelle Forschungsprojekte

Im Zentrum meiner Forschung stehen die korpuslinguistische Untersuchung des schriftsprachlichen Erwerbs von Junktoren (NaLeKo) sowie das BMBF-geförderte Verbundprojekt zur Verbindung von Sprachförderung und Emotionswissen im Grundschulalter (FDS-G).

Fühlen - Denken - Sprechen in der Grundschule 

FDS-G — abgeschlossen

Laufzeit: 01.12.2022–30.11.2025

Kooperationspartner: Prof. Dr. Maria von Salisch (Leuphana Universität Lüneburg), Dr. Katharina Voltmer, Dr. Oliver Hormann (TU Braunschweig)

Kurzbeschreibung: Vom BMBF gefördertes Verbundprojekt zur Entwicklung, Erprobung und Evaluation einer Fortbildung, die Sprachlehrstrategien mit dialogischem Sprechen über Emotionen (Emotion Talk) verbindet. Abschlusstagung am 10.10.2025 an der Universität Kassel.

Das Projekt „Fühlen Denken Sprechen in der Grundschule“ (FDS-G) wird im Rahmen der BMBF-Ausschreibung „Sprachliche Bildung in der Einwanderungsgesellschaft“ gefördert. Das Projekt ist als Kooperation zwischen der Universität Kassel, der Leuphana Universität Lüneburg und der Technischen Universität Braunschweig angelegt.

Ziel des Forschungsprojektes ist die Entwicklung, Erprobung und Evaluation der Wirksamkeit einer Fortbildung für Lehrkräfte und Betreuungspersonen zur alltagsintegrierten Sprachförderung in Ganztagsschulen. Ausgehend von einem für Kinder bedeutungsvollen Thema, werden die Sprachförderstrategien mit Emotionen verknüpft, sodass eine Verbindung zwischen sprachlichem und emotionalem Lernen hergestellt wird. Der Forschungsschwerpunkt am Standort Kassel fokussiert sich v. a. auf die sprachlichen Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler der zweiten Klassenstufe. Anhand verschiedener Sprachförderansätze und impliziten Vermittlungsstrategien wird der Ausbau sprachlicher Fähigkeiten beim Sprechen über Emotionen erforscht. 

Methodisch ist das Forschungsprojekt als Interventionsstudie angelegt, mit quantitativen und qualitativen Erhebungen. Im Rahmen eines Prä-Post-Follow-Up-Designs  wird die Wirksamkeit der Fortbildung ermittelt. Im Projekt sind drei zentrale Phasen vorgesehen. Zuerst wird (1.) die Fortbildung „Fühlen Denken Sprechen - Grundschule“ für Pädagoginnen und Pädagogen konzipiert, zum Einsatz sprachförderlicher Handlungen in Alltagssituationen, beim dialogischen Sprechen über Emotionen gemeinsam mit Kindern. Anschließend wird die Fortbildung anhand (2.) einer Schulung und einer praxisbegleitenden Durchführung gemeinsam mit den pädagogischen Fachkräften umgesetzt. In einem dritten Schritt wird (3.) die Wirksamkeit der Fortbildung getestet, anhand von Beobachtungen zum sprachlichen Interaktionsverhalten der Lehrkräfte und Betreuungspersonen sowie Messungen sprachlicher und emotionaler Fähigkeiten von  ein- und mehrsprachigen Schülerinnen und Schülern.

Forschungsfragen: Zeigen Kinder, deren Lehr- und Betreuungspersonal an der Fortbildung teilgenommen hat, im Verlauf des zweiten Schuljahrs größere Fortschritte in ihren sprachlichen und emotionalen Kompetenzen als Kinder einer Kontrollgruppe?

  • Erweisen sich etwaige Effekte der Fortbildung über die drei Messzeitpunkte hinweg als stabil?
  • Welche Emotionswörter verwenden Zweitklässler:innen, wenn sie mündlich von Erlebnissen oder Geschichten erzählen?
  • Wie differenziert und vielfältig zeigt sich der in diesen Erzählungen verwendete Emotionswortschatz?

Themenfinder - BMBF Empirische Bildungsforschung (empirische-bildungsforschung-bmbf.de)

Publikationen aus dem Projekt:

  • Langlotz, M. & Hormann, O. (2025): Weil Verknüpfungswörter wichtig sind. Verknüpfungswörter funktional für das Argumentieren vermitteln. Praxis Deutsch, 312, 28–31.

In Vorbereitung / eingereicht:

  • Langlotz, M.; Hormann, O.; Enzmann, R.; von Salisch, M. & Voltmer, K. (eingereicht): Fühlen – Denken – Sprechen in der Grundschule. In: Brücken in einer bewegten Landschaft. Bielefeld: wbv.
  • Langlotz, M.; Hormann, O.; Enzmann, R.; von Salisch, M. & Voltmer, K. (in Vorbereitung): Sprachförderung trifft Emotionswissen: Konzept und Wirksamkeit der FDS-G-Fortbildung. Waxmann.

Geplanter Sammelband: Emotionen im Deutschunterricht – sprachliche, literarische und emotionale Lernprozesse im Fokus

Podcast-Folge zum Projekt: Fühlen, Denken, Sprechen – Wie Emotionen Sprachförderung in der Grundschule stärken – Bildungsserver Blog

Youtube-Kanal: https://www.youtube.com/@FuehlenDenkenSprechen

 

 

NaLeKo: Narrations-Lerner-Korpus — laufend

Laufzeit: laufend, Korpus wird kontinuierlich erweitert

Kooperationspartner: Prof. Dr. Anja Binanzer (TU Dresden), Dr. Hagen Hirschmann (HU Berlin)

Kurzbeschreibung: Korpuslinguistische Untersuchung des schriftsprachlichen Grammatikerwerbs in narrativen Texten. Kern ist der Aufbau des Narrations-Lerner-Korpus (NaLeKo) mit aktuell 288 schriftlichen, narrativen Texten ein- und mehrsprachiger Kinder und Jugendlicher (Klasse 2–9), das laufend erweitert wird.

Weiterführender Link: https://www.linguistik.hu-berlin.de/de/institut/professuren/korpuslinguistik/forschung/naleko

Zentrale Fragestellungen:

  • Welche strukturellen Erwerbsschwierigkeiten lassen sich identifizieren, und wie wirken sie sich über die Klassenstufen 2–9 hinweg aus?
  • Wie unterscheiden sich Erwerbsschwierigkeiten je nach Spracherwerbskonstellation?
  • Wie verläuft der schriftsprachliche Erwerb von Junktoren bei ein- und mehrsprachigen Kindern und Jugendlichen typischerweise?
  • Welche individuellen Unterschiede zeigen sich dabei zwischen den Kindern und Jugendlichen?

Publikationen aus dem Projekt:

  • Hirschmann, H.; Binanzer, A. & Langlotz, M. (2023): NaLeKo. Ein komplex annotiertes Lernerkorpus mit schriftlichen Erzähltexten des Deutschen als Erst- und Zweitsprache. In: KorDaF 2:2, 139–148.
  • Binanzer, A.; Hirschmann, H. & Langlotz, M. (2022): Narrative Funktionen temporaler Junktoren – Lernertexte und Kinder- und Jugendliteratur im korpuslinguistischen Vergleich. In: Mesch, B.; Uhl, B. (Hrsg.): Tempus und Temporalität – empirische Zugänge zum Erwerb von Zeitlichkeit. Münster: Waxmann, 175–198.

NaLeKo — Korpuslinguistik und Morphologie (hu-berlin.de)