“Überkreuzungen – Theologie intersektional”
Startend mit Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2026 bietet das Institut für Katholische Theologie im Studienjahr 2026/27 ein interdisziplinär ausgerichtetes Jahresthema „Überkreuzungen – Theologie intersektional“ an.
Retraditionalisierungen in Kirche und Gesellschaft stellen für die Genderforschung eine aktuelle Herausforderung dar, der wir mit der differenzierten und fachlich breiten Bearbeitung begegnen wollen, um zukünftige Religionslehrer*innen machtkritisch, gendersensibel und theologisch kompetent auszubilden. Gleichzeitig mit diesen traditionalistischen Bestrebungen nehmen wir aber in den letzten Jahren auch eine wachsende Sensibilisierung und ein erhöhtes Interesse für Geschlechterthemen unter den Studierenden wahr, dem wir mit diesem Schwerpunkt entgegenkommen wollen. Dies wurde bei der Analyse des Fragebogens von Studierenden, der Begleitforschung des vorausgehenden Projektes, bestätigt. Eine intersektionale Analyse, welche die Dimension Geschlecht mitbedenkt, aber auch andere Diskriminierungsformen (Klasse, Rasse u.a.), kann vielschichtiger und aufschlussreicher sein als eine eindimensionale Analyse, die sich auf Genderaspekte beschränkt.
Der Fokus Geschlechtergerechtigkeit, der als Jahresthema 2023-2025 viele Lehrveranstaltungen und weitere Veranstaltungsformate prägte, ist auf reges Interesse vonseiten der Studierenden gestoßen, wie unsere Begleitforschung nahelegt. Um daran anzuknüpfen und den Studierenden eine komplexere Analyse von Diskriminierungen, die über die Dimension Geschlecht hinausgeht (obgleich diese stets berücksichtigt werden soll), näherzubringen, wollen wir mit dem Jahresthema Intersektionalität die Wechselwirkungen unterschiedlicher Diskriminierungsformen fokussieren.
Verschiedene Untersuchungen zeigen: Wechselwirkungen von unterschiedlichen Diskriminierungsformen sind wirkmächtig. Eine intersektionale Herangehensweise ist insbesondere in der Religionslehrer*innenbildung von Bedeutung. Einerseits für die Studierenden persönlich, da eine Reflektion der eigenen Biographie, eigener Privilegien sowie Benachteiligungen aufschlussreich sein kann. Für ihre künftige Berufsausübung ist des Weiteren eine Reflektion persönlicher (evtl. strukturell verankerter) Vorurteile wichtig, um bei der Unterrichtsplanung und im Kontakt mit Schüler*innen eine Reproduktion derselben zu vermeiden. Eine intersektionale Herangehensweise trägt der Komplexität von Diskriminierungen Rechnung.
Das Jahresthema wird durch verschiedene Veranstaltungen getragen:
Thematische Fokussierung von Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2026 zum Jahresthema:
KTh-0000-S-011: Machtverhältnisse lesen lernen. Intersektionale Bibeldidaktik in Theorie und Praxis (Tina Krasenbrink)
KTh-0000-S-012: Vielfalt glauben - Inklusion leben: intersektionale Perspektiven auf Religionsunterricht (Katharina Barth)
KTh-0000-S-022: Von Robotern, Cyborgs, der Erdatmosphäre und Amöben. Mensch-Natur-Technik Verhältnisse als Thema theologischer Ethik (Prof. Dr. Anna Maria Riedl, Universität Bonn)
Weitere Veranstaltungen:
- Duchführung eines Religionspädagogisch-Theologischen Studientags im Wintersemester 2026/27