Fach­ge­bie­te

Die Philosophie versteht sich als Reflexionswissenschaft. Ihre Aufgabe besteht in der Reflexion der grundlegenden Begriffe und Verfahrensweisen des alltäglichen und des wissenschaftlichen Weltverstehens. Die Philosophie leistet dies durch eine Explikation und Systematisierung der einschlägigen Begründungs- und Erklärungsstrategien sowie der entsprechenden Sinn- und Wissensansprüche. Dabei hat die Philosophie eine fachliche Identität sowie fachspezifische Qualitätsstandards für Forschung und Lehre ausgebildet.

Die Philosophie zeichnet sich vor anderen Disziplinen dadurch aus, dass die Geschichte des Faches in dessen eigene wissenschaftssystematische Zuständigkeit fällt. Einerseits gehört es zu den Aufgaben des Faches, die eigene Tradition immer neu zu erschließen - und das heißt: als Philosophie zu rekonstruieren. Andererseits gehört es zu den Methoden der philosophischen Forschung, ihre systematischen Fragestellungen in beständiger Auseinandersetzung mit der Tradition zu explizieren. Dieser zweifache Traditionsbezug gelingt nur im beständigen Kontakt mit der philosophiehistorischen Forschung. Dabei verbietet es die interdisziplinäre Ausrichtung der Kasseler Philosophie, den Zusammenhang von Philosophiegeschichte und Wissenschaftsgeschichte auseinanderzureißen.

Das strukturelle und inhaltliche Profil des Instituts für Philosophie entspricht der traditionellen, an den Gegenständen und Formen des Wissens orientierten Systematik des Faches. Es umfasst die Theoretische und die Praktische Philosophie, die Ästhetische Theorie und Sprachphilosophie sowie die Geschichte der Philosophie. Dem skizzierten Selbstverständnis des Faches entspricht, neben der interdisziplinären Ausrichtung, eine enge Verflechtung von systematischen und historischen Aspekten der philosophischen Forschung und Lehre.