Lehr­pro­jekt: Wis­sen­schafts­pod­cast "Stu­die­ren­de er­klä­ren Eu­ro­päi­sche Asyl- und Mi­gra­ti­ons­po­li­tik"

Pod­cast­pro­jekt im di­gi­ta­len Som­mer­se­mes­ter 2020 - On­line­leh­re als Chan­ce zur Er­pro­bung neue Lehr-Lern­for­ma­te

Die Corona-Pandemie wirkte sich im Sommersemester 2020 auch auf die Lehre an der Universität Kassel aus. Die Arbeit von Dozierenden und Lernenden, in Seminaren und Vorlesungen, die seit jeher auf Präsenz ausgelegt war, verlagerte sich ins Digitale.

In der Lehrveranstaltung "Europäische Asyl- und Migrationspolitik im Vergleich" haben wir diese Entwicklung als Inspiration genutzt, um Lehren und Lernen - auf digitalem Weg - neu zu denken.

Die Teilnehmer*innen des Seminars entwickelten asynchrone, digitale Lernformate in Form von Podcasts (als Studienleistung). Sie erarbeiteten ihre Episoden inhaltlich eigenverantwortlich, entwickelten ein konzeptionelles Folgenskript und zeichneten ihre Episode selbstständig auf. Im Ergebnis entstand eine Podcastreihe mit insgesamt 17 Episoden, welche unterschiedliche inhaltliche Facetten Europäischer Asyl- und Migrationspolitik beleuchten.

Die Studierenden haben, trotz aller pandemibedingten Herausforderungen und Schwierigkeiten, Tolles geleistet. Die Früchte Ihrer engagierten Arbeit können Sie auf dieser Seite hören! Viel Spaß dabei wünschen Ihnen die Redakteur*innen und Sprecher*innen der Episoden.

Eine professionelle Postproduktion jeder einzelnen Episode durch Tonspezialist*innen wurde durch QSL-Mittel (Förderlinie: Forschungsorientiertes Lernen) ermöglicht.

Pod­cas­ting: Asyn­chro­nes Ler­nen & Wis­sen­schafts­kom­mu­ni­ka­ti­on

Die Bildungsforschung diskutiert den Lehr-Lernaspekt des Podcastens – insbesondere im Kontext des e-Learnings - bereits seit Jahren unter dem Schlagwort des „Educasting" (Zorn et al. 2013) Im Sinne eines forschungsaktuellen Verständnisses von Medienkompetenz, steht dabei der passive Konsum, das „einfache Anhören“ nicht im Mittelpunkt der lerntheoretischen Überlegungen (ebd.). Vielmehr geht es auch um die schöpferisch-kreative Entwicklung eines solchen Medienformates zu Lern- und Bildungszwecken (ebd.). Ein zentraler Vorteil ist dabei, dass Podcasts „mobile und flexible Lernwege [eröffnen], die besonders das selbstgesteuerte Lernen unterstützen. So können Lernende den Lernort und die Lernzeit selbst bestimmen.“ (ebd.). Diese Formate können reguläre, präsenzbasierte Lernsettings sinnvoll ergänzen. Ihr asynchroner Charakter ermöglicht es Lernenden, zeitlich flexibel auf das Lernmedium (Podcast) zuzugreifen (On Demand) und somit Lern- und Arbeitsphasen flexibel in den Alltag zu integrieren.

Der Erfolg des NDR Corona-Podcasts mit Christian Drosten (15 Millionen Aufrufe insgesamt; 900.000 Aufrufe der der meistgeklickten Folge auf Youtube; vgl. meedia, 26.03.2020) sowie anderer Wissenschaftspodcasts, zeigt, dass Podcasting problemlos für die Aufbereitung und öffentlichkeitswirksame Kommunikation wissenschaftlicher Inhalte und Forschungsergebnissen genutzt werden kann. Dabei bleibt das Format mitnichten auf den Bereich der Medizin oder Naturwissenschaften beschränkt. Auch gesellschaftwissenschaftliche Inhalte im Allgemeinen, und politikwissenschaftliche Fragestellungen und Themen im Speziellen, können über dieses Format einer breiten Hörer*innenschaft zugänglich gemacht werden. Politikwissenschaftliche Erkenntnisse können so in ihrem Bekanntheits- und Wirkungskreis auf eine interessierte Öffentlichkeit, in Form eines leicht zugänglichen Formates, ausgeweitet werden. Das gilt auch und insbesondere für das Forschungsfeld der Europäischen Asyl- und Migrationspolitik.

[Quellenangabe: Meedia (2020): Über 15 Mio. Abrufe. Der gewaltige Erfolg des Coronavirus Update mit Professor Christian Drosten, online unter: meedia.de/2020/03/26/ueber-15-mio-abrufe-der-gewaltige-erfolg-des-coronavirus-update-mit-professor-christian-drosten/, zuletzt geprüft am 18.02.2021]


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Nicholas Henkel
Universität Kassel - Fachbereich 05 - Fachgruppe Politikwissenschaft
Wissenschaftlicher Mitarbeiter II Fachgebiet Vergleichende Politikwissenschaft
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