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14.04.2022

Stu­den­ti­sche Hilfs­kraft Le­na Hortsch ent­wi­ckelt Nud­ging Kon­zept Choice O-Ma­tic

Angaben der WHO zufolge landen rund zwei Drittel aller gerauchten Zigaretten am Boden. Diese stören nicht nur das ästhetische Umgebungsbild, sondern stellen auch ein erhebliches Problem für unsere Umwelt dar. Trotz einer Vielzahl an öffentlichen Aschenbechern, Geldstrafen für unsachgemäß entsorgte Zigaretten sowie diverser Sensibilisierungskampagnen und -initiativen konnte die Zahl, der Zigaretten am Boden bislang nicht in ausreichendem Maß reduziert werden.

Obwohl den meisten Raucher*innen zudem bekannt ist, dass unsachgemäß entsorgte Zigaretten eine Umweltgefahr darstellen, siegt oft die Bequemlichkeit. Folglich braucht es nicht mehr Aschenbecher, stattdessen müssen Anreize geschaffen werden, diese zu nutzen.

Als Inspiration des Choice O-Matics dient die ursprünglich aus Großbritannien stammende Idee, das Entsorgungsverhalten der Rauchenden durch humorvolle Entweder-Oder-Fragen und entsprechende Abstimmungsmöglichkeiten zu beeinflussen. Dabei macht sich das Konzept den verhaltensökonomischen Ansatz des Nudgings zu Nutze. Nudging zielt darauf ab, Menschen zu einer (für sie) besseren Entscheidung zu lotsen, ohne ihnen dabei etwas zu verbieten oder wirtschaftliche Anreize einzusetzen. Der Choice O-Matic optimiert dieses Konzept durch den ressourcensparenden Umbau bereits vorhandener Aschenbecher. Das Ziel ist es also, einen individuell angepassten Choice O-Matic für jeden Standort in und um Kassel zu konzipieren, welcher genau an die jeweiligen Anforderungen angepasst wird.

Der Choice O-Matic hat bereits im Jahr 2021 bei einem vereinsinternen Projektförderwettbewerb den ersten Platz erhalten und wurde im selben Jahr auf der TEDx Konferenz in Kassel ausgestellt. Unterstützt wird das Projekt von Infinity Deutschland e.V., einer studentischen Initiative, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, globale Probleme regional zu lösen.

Die Studentin Lena Hortsch, den Choice O-Matic entwickelt, hat einen Bachelor in Wirtschaftswissenschaften an der Universität Kassel absolviert. Seit 2019 arbeitet sie als studentische Hilfskraft am ITeG und hat hier das Thema Nudging kennengelernt. Sie konnte von Anfang an dem Projekt Nudger mitarbeiten, welches sich mit Privacy Nudges im digitalen Arbeitskontext beschäftigt.

Anfang 2021 hat sie damit begonnen im Rahmen von einer ehrenamtlichen Tätigkeit bei Infinity Kassel e.V. an einem eigenen Nudging Konzept zu arbeiten – dem Choice O-Matic. Mit diesem hat sie im selben Jahr den ersten Platz eines Projektförderwettbewerbs gewonnen und konnte somit weiter an der Idee forschen. Im Herbst 2021 wurde dann der erste Prototyp des Choice O-Matics auf der TEDx Konferenz in Kassel ausgestellt. Aktuell studiert Frau Hortsch Nachhaltiges Wirtschaften im Master in Kassel und arbeitet an der Optimierung des Prototypens. In ihrer Masterarbeit möchte sie über Nudging für ein umweltfreundlicheres Verhalten schreiben und den Choice O-Matic in einem eigenen Feldexperiment testen.