Be­Lab II

Beweissicheres elektronisches Laborbuch II

In der Fortsetzung des Projekts BeLab werden die Ergebnisse aus der ersten Phase des Projekts erweitert und im Laufe der Forschung neu aufgeworfene Fragen beantwortet. Die bereits entwickelte Konzeption für die beweissichere elektronische Dokumentation wissenschaftlicher Forschungsdaten und die daran anschließende sichere Archivierung für längere Zeiträume soll durch verschiedene Schlüsseltechnologien ergänzt und gestärkt werden.

Im bisherigen Projektverlauf wurde deutlich, dass bereits die einzelnen Schritte während der Erzeugung und Verarbeitung der Daten im Forschungsprozess einen wesentlichen Einfluss auf den Beweiswert von Forschungsdaten und elektronischen Laborbüchern haben. Diese Phasen liegen vor der Übermittlung der Daten an das BeLab-System. Um eine nachhaltige Beweissicherheit von elektronischen Laborbüchern, mindestens vergleichbar zu papiergebundenen Laborbüchern, zu erreichen, ist es daher erforderlich, bereits während des Forschungsprozesses geeignete technische Verfahren und Mittel zu integriere. Diese sollen die die Integrität und Authentizität der elektronischen Daten sichern. Um Plagiate und Manipulationen im Forschungsprozess nachträglich erkennen zu können, sollte zusätzlich eine verstärkte Verknüpfung der Identitäten der Forscher mit den Daten untersucht werden. Die technische Unterstützung der Forschungsdokumentation hat jedoch die Forschungsfreiheit zu respektieren und darf den Forschungsprozess nicht einschränken. Zugleich muss sie außerdem datenschutzrechtliche und arbeitsschutzrechtliche Aspekte berücksichtigen. Insgesamt sollen Potentiale zur Beweiswertsteigerung geschaffen werden, ohne dass dabei in den eigentlichen Forschungsprozess und die Handlungsfreiheit des Wissenschaftlers eingegriffen wird.

Im Einzelnen wird das Projekt im Fortsetzungszeitraum

  • untersuchen, wie eine Steigerung des Beweiswerts von archivierten Forschungsdaten durch die Verwendung von etablierten Sicherheitstechniken zur Gewährleistung der Authentizität und Integrität von Daten erreicht werden kann,
  • analysieren, wie der Beweiswert durch die Verwendung von Sicherheitstechniken zur Gewährleistung von Authentizität und Zeit, wie z. B. elektronische Zeitstempel, erhalten und gesteigert werden kann,
  • prüfen, wie diese Techniken, über den gesamten Forschungsprozess betrachtet, angewendet werden können, ohne die Forschenden zu behindern,
  • untersuchen, wie dabei neue Verfahren, wie die eID-Funktion des nPA und automatisiert digital signierende Messgeräte im Scientific Data Lifecycle angewandt werden können,
  • Lösungen für eine rechtskonforme Ausgestaltung der Konzeption erarbeiten,
  • das Konzept in den Prototypen aus der ersten Projektphase implementieren und einen Demonstrator anhand von Beispielen aus der Forschungspraxis sowohl technisch als auch juristisch evaluieren,
  • exemplarisch ein Beispiel für ein eLab einer bestimmten Fachrichtung entwickeln,
  • Vorschläge für eine notwendige interpretatorische und gesetzgeberische Rechtsfortbildung entwickeln.

Projektseite:
http://www.belab-forschung.de/

Pro­jek­t­in­fos

Finanzierung:
Deutsche Forschungsgemeinschaft – DFG

Laufzeit:
Februar 2012 bis Februar 2014

Projektpartner:
Physikalisch Technische Bundesanstalt , Braunschweig
Karlsruher Institut für Technologie

Projektverantwortlicher:
Prof. Dr. Alexander Roßnagel

Ansprechpartner:
Paul C. Johannes, LL.M.