Gra­du­ier­ten­kol­le­g2050: Pri­va­cy and Trust for Mo­bi­le Users

Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Graduiertenkolleg2050: „Privatheit und Vertrauen für mobile Nutzer“ (Privacy and Trust for Mobile Users) wurde im Oktober 2015 ins Leben gerufen. Vertreter der Informatik, Usability und Wirtschaftswissenschaften der TU Darmstadt arbeiten eng mit Wissenschaftler aus den Bereichen der Rechtswissenschaften und der Soziologie der Universität Kassel zusammen.

Seit Jahrhunderten sind Privatsphäre und Vertrauen relevante Themen für die Gesellschaft. Die mobile Informations- und Kommunikationstechnologie ist aufgrund der Verbreitung von Smartphones und Tablet-Computern nahezu allgegenwärtig geworden. Große Teile der Gesellschaft nutzen dies zu ihrem Vorteil. In Bezug auf die Beziehung zwischen Nutzer und Netzwerk betonen öffentliche Debatten die zunehmende Transparenz von Nutzern im Sinne einer Überwachungsgesellschaft, während das Netzwerk als zunehmend undurchsichtig angesehen wird.

 

Ziele und Innovationen

Das Graduiertenkolleg2050 plant wesentliche Beiträge zur Umkehrung dieses Trends. Hier-für werden interdisziplinär neue Lösungen für den Schutz der Privatsphäre bei der mobilen Internetnutzung entwickelt. 

Das Graduiertenkolleg möchte zu besserem und persönlich anpassbarem Schutz der Privatsphäre der Nutzer und zu mehr Transparenz in der IT-Welt beitragen. Die Nutzer sollen in der Lage sein, das sie umgebende Netzwerk und seine Komponenten hinreichend zu verstehen, die vermeintliche Qualität einer Dienst- und System-Nutzung mit all den potentiellen Vor- und Nachteilen abzuwägen und so die Vertrauenswürdigkeit zu bewerten. Die Ergebnisse des Graduiertenkollegs sollen dazu beitragen, dass die Grundrechte auf informationelle Selbstbestimmung und auf Schutz des Telekommunikationsgeheimnisses im Internet künftig besser verwirklicht werden können.

Als eine wichtige technologische Vision wird das Graduiertenkolleg die Erforschung neuer mobiler Geräte durchführen, die eine maximale Kontrolle für den Benutzer ermöglichen. Sie vertreten ihren Benutzer gegenüber dem digitalen Netzwerk, regeln Datenschutz und Vertrauensbeurteilung, verhandeln zwischen Benutzer und Dienstanbieter und steuern Ad-hoc-Vernetzungen. Neuartige Ansätze für solche persönlichen Geräte, für vernetzte IT-Dienste, für soziale Netzwerke und für sensorbasierte Umgebungen werden untersucht.

 

Aufgaben von provet

 

Provet ist in fünf der insgesamt 12 Forschungsteilbereichen beteiligt. 

Dies sind im Einzelnen:

 

Forschungsbereich A: Privatheit und Vertrauen in digitalen Dienste-Netzen 

A.3: Wirtschaftliche Nutzung von Vertrauen und Privatheits-schutz

 

Forschungsbereich B: Privatheit und Vertrauen in sozialen Online-netzen 

B.1: Vertrauen und Vertrauensbewertung in sozialen Netzen 

 

Forschungsbereich C: Privatheit und Vertrauen in sensorgestützten Umgebungen 

C.1: Privatheitsschutz in mensch-nahen sensorgestützten Um-gebungen 

C.2: Privatheitsschutz in mensch-fernen sensorgestützten Um-gebungen

 

Forschungsbereich D: Privatheit und Vertrauen mittels ALTEREGO 

D.1: ALTEREGO als Vertrauensbewertungs-Assistenz.

 

 

Besonderes Augenmerk liegt auf dem Forschungsbereich C.2: Privatheit und Vertrauen in mensch-fernen sensorgestützten Umgebungen. Dieser Teilforschungsbereich beschäftigt sich insbesondere mit der Umgebung von Menschen wie Räumen, Städten und Infrastruk-turen, welche zunehmend intelligenter werden („smart spaces“). In diesem Bereich soll untersucht werden, wie der rechtliche Rahmen so weiterentwickelt werden kann, dass mensch-ferne sensorbedingte Datenerhebung und -verarbeitung persönlichkeitsschützend gestaltet werden kann, auch wenn zum Erhebungszeitpunkt (noch) kein relevanter Perso-nenbezug zu erkennen ist. Konform zu den rechtlichen Maßgaben fließen ebenso techni-sche Verfahren zur Erkennung der Verletzung der Privatheit sowie zur Verhinderung der Herstellung akuter Personenbezüge in das Projekt ein. 

 

Projektpartner

Pro­jek­t­in­fos

Finanzierung:
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Laufzeit:
1. Förderphase: 1.10.2015- 30.9.2018

Projektpartner:
TU Darmstadt

Projektverantwortliche:
Prof. Dr. Alexander Roßnagel
Dr. Christian Geminn

Ansprechpartnerin:
Ass. jur. Anne Laubach

Pro­jekt­ver­lauf

Kick-Off in Darmstadt. (01.10.2015)

Veranstaltung Workshop „Presentation Skills“ in Darmstadt. (17.05.2016)

Veranstaltung Research Data Management (AIPHES) in Darmstadt. (30.05.2016)

Veranstaltung Workshop „Interdisciplinary scientific writing“ in Darmstadt. (17.06.2016)

Veröffentlichung Roßnagel (Hrsg.), Arbeitshilfe zur Datenschutz-Grundverordnung – Synopse der deutschen Übersetzung der DSGVO in der Entwurfsfassung vom 28. Januar 2016 zur verkündeten Fassung, Kassel 2016. (Juni 2016)

Veranstaltung Workshop „Gute wissenschaftliche Praxis (DFG)“ in Darmstadt. (27.06.2016)

Vortrag Laubach, „Notwendigkeit und Möglichkeit datenschutzrechtlicher Vorsorge am Beispiel von Sen-sordaten (Teil I)“, TU Darmstadt. (22.09.2016)

Veranstaltung Workshop „Vocaltraining für Doktorandinnen“ in Darmstadt. (30.09.2016)

Veranstaltung Workshop „Promovieren in 3 Jahren in Darmstadt“. (04.10.2016)

Veranstaltung Retreat des Graduiertenkollegs in Mühlheim a.d. Ruhr. (13.10.2016)

Veranstaltung Barcamp des Graduiertenkollegs in Seeheim. (08. – 09.12.2016)

Veranstaltung Workshop „How to deal with students“ in Darmstadt. (07.02.2017)

Forschungsaufenthalt Zweimonatiger Forschungsaufenthalt im Status eines Guest Lecturer an der Chuo University (Law School) in Tokio, Japan. (April – Juni 2017)

Veranstaltung GRK-Day in Grasellenbach. (01.06.2017)

Veranstaltung Retreat des Graduiertenkollegs. (02.06.2017)

Vortrag Laubach, „Das neue Bundesdatenschutzgesetz im Rahmen der Datenschutzgrundverordnung“, Chuo University, The Institute of Comparative Law in Tokio, Japan (Übersetzung: Prof. Shizuo Fujiwara). (02.06.2017)

Veröffentlichung Maass/Laubach/ Herrmann, PrivacyScore: Analyse von Webseiten auf Sicherheits- und Privatheitsprobleme – Konzept und rechtliche Zulässigkeit, in: Eibl/ Gaedtke (Hrsg.), Informatik 2017 GI-Tagungsband, Bonn 2017, S. 1049 – 1060. (September 2017)

Veranstaltung „Interdisciplinary Seminar“ - Kick-Off. (24.10.2017)

Veranstaltung Barcamp des Graduiertenkollegs in Fulda. (08. – 09.11.2017)

Veröffentlichung Laubach, Übermittlung personenbezogener Daten in Drittländer, in: Roßnagel, A. (Hrsg.), Das neue Datenschutzrecht – Europäische Datenschutz-Grundverordnung und deutsche Datenschutzgesetze, Baden-Baden 2018, S. 115 - 124. (Januar 2018)

Vortrag Laubach, „Notwendigkeit und Möglichkeit datenschutzrechtlicher Vorsorge am Beispiel von Sensordaten (Teil II)“, TU Darmstadt. (27.02.2018)

Veranstaltung „Interdisciplinary Seminar“ – Final presentations. (27.02.2018)

Veranstaltung GRK-Day an der Goethe Universität Frankfurt. (07.06.2018)

Veranstaltung Retreat des Graduiertenkollegs in Seeheim-Jugenheim. (07.-08.06.2018)

Veranstaltung iPAT 2018 – 1. interdisziplinärer Workshop des Graduiertenkollegs2050 Privacy and Trust for Mobile Users zum Thema Privatsphäre und Vertrauen auf der ARES-Konferenz 2018. A more detailed report about the iPAT Workshop can be found here. (27.–30.08.2018)

Veranstaltung Barcamp des Graduiertenkollegs in Frankfurt aM. (19.-20.09.2018)

Vortrag Laubach, „Der Wert von Daten in der digitalen Ökonomie – Eine wirtschaftliche und juristische Betrachtung“ auf der interdisziplinären Konferenz „Zukunft der Datenökonomie - Gestaltungsperspektiven zwischen Geschäftsmodell, Kollektivgut und Verbraucherschutz““ des Forums Privatheit und selbstbestimmtes Leben in der digitalen Welt am 12.10.2018 in München, Bayerische Akademie der Wissenschaften (zus. m. Nora Wessels). (12.10.2018)