Vor­trags­rei­hen

Ring­vor­le­sung "Quee­re Ver­wandt­schaft und Öko­lo­gi­en der (Ver-)Bin­dung" im Som­mer­se­mes­ter 2022

Buntes Plakat der Ringvorlesung. Die Aufschrift enthält die im Text angegebenen Informationen in gelb-weißer Schrift auf einem abstrakten blauen, grünen und pinken Hintergrund.

Die IAG-Ringvorlesung des Sommersemesters 2022 setzt am Nexus von Verwandtschaft/Familie, Queer* und Trans* Studies und feministisch-posthumanistischer Ökologie an und bearbeitet Fragen zur (Re-)Konzeptualisierung von Verwandtschaft jenseits und im Kontext heteronormativer Geschlechter- und Reproduktionsverhältnisse.

Ansätze aus feministischer und queerer Perspektive haben heteronormative Ordnungen von Familie, Verwandtschaft und Geschlecht kritisch ins Vesier genommen, komplexe Formen und Praktiken eines “doing family“ und „doing kinship“ sichtbar gemacht und diese in ihrer Diversität, Dynamik und Intersektionalität untersucht. Wissenschaftler_innen aus diesen Feldern haben etwa argumentiert, dass mit dem Fortschritt von Bio- und Reproduktionstechnologien sowie einer zunehmenden rechtlichen und gesellschaftlichen Anerkennung von Familienformen jenseits der klassischen heterosexuellen Kernfamilie, wie LGBTIQ-Familien oder Drei-Eltern-Familien, Definitionen von Verwandtschaft ständig neu verhandelt werden (müssen).

Als zentral für queere und feministische Ansätze erweist sich dabei die Entnaturalisierung des Begriffs der Verwandtschaft – nicht zuletzt durch die Kritik seiner grundlegenden Prämissen von Geschlecht, Reproduktion und Machtverhältnissen. Was Verwandtschaft - oder ‚Kinship‘ – ausmachtist daher nicht von einer vermeintlichen ‚Natur‘ determiniert, sondern vielmehr von vielfältigen biologischen, sozialen, rechtlichen, politischen und ökologischen Faktoren abhängig, die stets miteinander in Verhandlung stehen. Mit dem daran anschließenden Neu-Denken des Verhältnisses von ‚Natur‘ und ‚Kultur‘ eröffnen Ansätze aus dem Bereich des feministischen Posthumanismus bzw. der posthumanistischen Ökologie darüber hinaus den Blick für speziesübergreifende Verwandtschaftsbeziehungen jenseits des „nur“ Menschlichen. Dabei stellen sich gerade vor dem Hintergrund von Naturzerstörung und Klimakrise neue Fragen der Vergemeinschaftung, Bindung und Verbundenheit mit einer Vielfalt von Lebens- und Hybridformen sowie ökologischer Prozesse.

Die Ringvorlesung „Queere Verwandtschaft und Ökologien der (Ver-)Bindung“ ist interdisziplinär ausgerichtet und ermöglicht den Studierenden des IAG-Zertifikats, sich methodologischen, theoretisch-konzeptuellen und disziplinären Herangehensweisen zu nähern.

17. Mai 2022: Christine M. Klapeer und Jennifer Stoll im Gespräch: Queering Kinship, Queering Family: gegenwärtige Debatten, Kämpfe und Entwicklungen (Moderation: Inga Nüthen)

31. Mai 2022: Fadi Saleh: Queer Humanitarianism, Syrian LGBTIQ Refugees, and the Transformation of Queer/Trans* Kinship

07. Juni 2022: Victoria Hegner: Queer Galaxies: Verwandtschaft im Science Fiction

21. Juni 2022: Ballroom Culture: Verwandtschaft, Community und Empowerment (Film und Diskussion)

28. Juni 2022: Ute Kalender: Nur Kin statt Kids? Zur problematischen Normativität sozialer Elternschaft aus internationaler Perspektive

05. Juli 2022: Sophie von Redecker: In kin with nature - postkoloniale und queere Perspektiven auf Landwirtschaft

12. Juli 2022: Yv E. Nay: Politiken der Zugehörigkeit von ‘Regenbogenfamilien’ – Zwischen emanzipatorischer Veränderung und homonormativ-nationalistischer Ver-Anderung

13. Juli 2022, 9-12 Uhr: Anschließender, vertiefender Workshop mit Yv E. Nay zum Thema „Heteronormativität, Homonormativität und Homonationalismus unter anderem im Kontext von queeren Familien“ (Anmeldung zum Workshop unter: cklapeer[at]uni-kassel[dot]de und jennifer.stoll[at]uni-kassel[dot]de)

Vor­trags­rei­he im Som­mer­se­mes­ter 2021: "Queer Mi­gra­ti­on to Li­be­ra­ti­on? Zur He­te­ro­nor­ma­ti­vi­tät von Mi­gra­ti­ons- und Grenz­re­gi­men"

Migrationen und Grenzen sind nicht nur vergeschlechtlicht, auch implizite und explizite heteronormativen Rahmungen strukturieren alle Aspekte der Migration. Sexualität fungiert dabei als eine Kategorie der Macht und sozialen Organisation, die Individuen im Zentrum oder in der Peripherie verortet, sie auf eine bestimmte Weise zu Rechten und Schutz, Ressourcen und Möglichkeiten sowie Gewalt positioniert. Dabei dient Sexualität als Mittel der Grenzziehung und bringt gleichermaßen Migrationen und Grenzen in Bewegung. In dieser Vorlesungsreihe widmen wir uns Sexualitäten und Geschlechtern aus migrationswissenschaftlicher Perspektive und fragen gleichermaßen nach ihrer (historischen) Rolle in der Produktion, Reproduktion und Aufrechterhaltung von Migrations- und Grenzregimen sowie nach Momenten der Transgression und Herstellung von Handlungsmöglichkeiten.

Plakat 

18:00—20:00 Uhr (online)


Di, 11.05.21
Dr. Petra Sußner (HU Berlin): Mit Recht gegen die Verhältnisse – Zum Potential von Heteronormativität im Asylrecht


Di, 25.05.21
Prof. Dr. Nikita Dhawan (Uni Giessen): Queer mobil? Heteronormativität und Migrationsforschung


Mo, 07.06.21
Prof. Dr. Hella von Unger (LMU München): Standortgebundenheit der Forschung: (Wie) lässt sich „Othering“ in der Flucht und Migrationsforschung vermeiden?


Di, 22.06.21
Prof. Dr. Marc Thielen (Uni Hannover) & Prof. Dr. Bettina Kleiner (Uni Frankfurt):
Familie, Verwandtschaft, Haushalt? – Konzeptionelle Überlegungen zur Analyse von Lebensweisen queerer Geflüchteter in Deutschland


Di, 06.07.21
Prof. Dr. Paula-Irene Villa Braslavsky (LMU München): Trans*gender in Culture Wars? Soziologische Überlegungen zu Fronten, Grenzen und Überschreitungen


Anmeldung unter: verena.hucke[at]uni-kassel[dot]de

Film­rei­he im Som­mer­se­mes­ter 2018: "Ob­jek­ti­vier­te Se­xua­li­tät"

Nackte Menschen, verfügbare Körper, negierte Schamgrenzen, erotisierte Fetische, – lang ist die Liste der Assoziationen, die mit dem Phänomen der objektivierten Sexualität zumeist verbunden werden. Liebe und Sexualität werden zu Projektionen, die auf entmenschlichte und passive Weise Verfügbarkeit suggerieren. Besonders Mainstream-Medien greifen dieses Thema wegen des hohen Unterhaltungswertes gerne auf. Aufgrund des technischen Fortschritts und der Digitalisierung werden – u.a. im Film sowie in intimen Beziehungen – aber auch Szenerien denkbar, die  zwischenmenschliche Liebesbeziehungen mit Dingen denkbar und praktizierbar werden lassen. Gesellschaftliche, soziale und technologische Entwicklungen tragen dazu bei, dass die Grenzen zwischen Norm/Abnormität, Ding/Mensch, Erregung, Intimitität und Verobjektivierung neu verhandelt werden.

Die bekannten Filme The Stepford Wives, Lars und die Frauen und Her sind alle bestens dazu geeignet, diese Fragestellungen zu illustrieren, gleichzeitig zu problematisieren und kritisch zu hinterfragen.

In der Filmreihe des Studienprogramms der IAG FG gestaltet sich das Format wie folgt: Nach einer kurzen Rahmung durch die verantwortlichen Dozent*innen (Prof. Dr. Susanne Bach/Anglistik, Raphaela Becker/Soziologie und Prof. Dr. Elisabeth Tuider/Soziologie) werden an den unten aufgeführten Terminen drei Filme zunächst mit dem Publikum gemeinsam geschaut. Im Anschluss gibt es eine interdisziplinäre Diskussionsrunde mit Mitarbeiter*innen der Universität Kassel sowie für das Publikum die Möglichkeit, sich in die Diskussion einzubringen und Fragen zu stellen.

 

 

Die Veranstaltungen sind hochschulöffentlich und finden jeweils von 18:15 - 21:45 statt.

1. Termin: 24.04.2018 "The Stepford Wives"

2. Termin: 22.05.2018 "Lars und die Frauen"

3. Termin: 29.05.2018 "Her"

 

Film­rei­he im Win­ter­se­mes­ter 2017/18: Ge­schlech­ter­ord­nun­gen in to­ta­len In­sti­tu­tio­nen

Der Begriff totale Institution wurde in den 1960er Jahren durch den US-amerikanischen Soziologen Erving Goffman bekannt. In seinem Buch Asyle legt Goffman dar, was aus seiner Sicht charakteristische Merkmale solcher Institutionen sind: das Leben, der Alltag von Menschen findet unter einem Dach und unter einer Autorität statt – z.B. im Gefängnis, beim Militär, im Kloster, im Internat oder in einem Erziehungsheim. Die Regeln und sozialen Interaktionen, die die Beziehungen zwischen Menschen in solchen Einrichtungen strukturieren, zielen auf die Durchsetzung bestimmter Ziele, denen Menschen sich unterordnen sollen, ab (z.B. Resozialisierung, Disziplin, Askese, Leistung).

Nicht selten sind totale Institutionen homosozial strukturiert, indem Frauen/Mädchen und Männer/Jungen getrennt voneinander untergebracht sind. Neben dieser augenscheinlichen Bedeutung von Geschlecht als ein ordnendes Merkmal von totalen Institutionen finden sich auch stärker implizite Bezüge auf Konstruktionen von Zweigeschlechtlichkeit, verbunden mit Verkörperungen von binär codierten Versionen von Geschlechterdifferenz.

Die Filmreihe des Studienprogramms der IAG FG setzt die Reihe des Sommersemesters 2017 fort. Auch in diesem Semester werden wir Spielfilme untersuchen, die unterschiedliche totale Institutionen beleuchten. Hierbei gestaltet sich das Format wie folgt: Nach einer kurzen Rahmung durch die verantwortlichen Dozent*innen (Prof. Dr. Mechthild Bereswill/Soziologie, Dr. Anke Neuber/Soziologie und Murat Sezi/Anglistische Literaturwissenschaft) werden an den unten aufgeführten Terminen drei Filme zunächst mit dem Publikum gemeinsam geschaut. Im Anschluss gibt es eine interdisziplinäre Diskussionsrunde mit Mitarbeiter*innen der Universität Kassel sowie für das Publikum die Möglichkeit, sich in die Diskussion einzubringen und Fragen zu stellen.

Die Veranstaltungen sind hochschulöffentlich und finden jeweils von 18:15 - 21:45 statt.

1. Termin: 14.11.2017

2. Termin: 21.11.2017

3. Termin: 28.11.2017

Vor­trags­rei­he im Som­mer­se­mes­ter 2016/ Win­ter­se­mes­ter 2016/17: "Gen­der und Es­sen­tia­lis­mus im Film"

Im Sommersemester 2016 und im Wintersemester 2016/17 veranstaltet die IAG Frauen- und Geschlechterforschung eine Vortragsreihe zum Thema "Gender und Essentialismus im Film". 

Das Ziel dieser Filmreihe ist es, durch die Diskussion verschiedener Filme dazu beizutragen, das wissenschaftliche Potential geschlechtertheoretischer Perspektiven zu vermitteln und sich dabei auch kritisch mit essentialistischen Vorstellungen auseinanderzusetzen.

das Format gestaltet sich wie folgt: Nach einer kurzen Rahmung durch die verantwortlichen Dozent*innen (Prof. Dr. Mechthild Bereswill/Soziologie und Murat Sezi/Anglistische Literaturwissenschaft) werden die zu besprechenden Filme zunächst mit dem Publikum gemeinsam geschaut. Im Anschluss gibt es eine interdisziplinäre Diskussionsrunde mit weiteren lehrenden der Universität Kassel, sowie für das Publikum die Möglichkeit, sich in die Diskussion einzubringen und Fragen zu stellen. 

Eine Weiterführung der Vortragsreihe ist für das Sommersemester 2017 angedacht.

Die Vorträge finden  jeweils dienstags von 18 - 22 Uhr in der Moritzstraße 18, Raum 1101 statt.


Dienstag, 03.05.2016
"Einführung und Ex Machina"


Dienstag, 07.06.2016
"Auf der anderen Seite"


Dienstag, 05.07.2016
"Gran Torino"


Dienstag, 01.11.2016
"Einführung und Billy Elliot"


Dienstag, 15.11.2016
"Alles über meine Mutter"


Dienstag, 29.11.2016
"Monster"

Ring­vor­le­sung im Som­mer­se­mes­ter 2015: Se­xua­li­sier­te Ge­walt - As­pek­te, Kon­tex­te, Ver­hält­nis­se.

Die feministische Gewaltforschung kann auf eine 20-jährige Expertise in der Thematisierung und Erforschung von sexueller/sexualisierter Gewalt blicken. Insbesondere sexualisierte Gewalt am Arbeitsplatz, in der Familie oder in der Heimerziehung wurden hierunter analysiert und politisiert. Nach dem Bekanntwerden der Vorfälle in der Odenwaldschule und in anderen pädagogischen Einrichtungen seit 2010 hat das BMBF einen neuen Forschungsschwerpunkt zum Thema sexualisierte Gewalt in pädagogischen Kontexten etabliert. Im Rahmen der Ringvorlesung soll nun einerseits eine Zwischenbilanz aus diesen neuen Forschungsprojekten gezogen und gleichzeitig neue Aspekte aus dem Bereich der Soziologie, Pädagogik, Jugend- oder Queerforschung in den Blick genommen werden. Die Vorlesungsreihe gibt einen Einblick in verschiedene Aspekte sexualisierter Gewaltverhältnisse, die für pädagogische Kontexte von Bedeutung sind. Hierfür wird der bundesdeutsche Diskurs um ‚sexualisierter Gewalt‘ vor dem Hintergrund internationaler Debatten beleuchtet. Darüber hinaus wird reflektiert, wie der Transfer der theoretischen pädagogischen Debatten – grade in Hinblick auf die Erschließung neuer Kontexte oder auch ethischer Aspekte – in die Praxis aussieht. 

Die Vorträge finden (bis auf eine Ausnahme - s. u.) jeweils dienstags von 18 - 20 Uhr in der Georg-Forster-Straße 4 in Raum 0005 statt.

Der Vortrag "Quantitative Einblicke in die Forschung zum Thema sexualisierte Gewalt" von Dr. Monika Schröttle findet am Mittwoch (nicht Dienstag!), den 24.06.2015 von 18 - 20 Uhr in der Georg-Forster-Straße 4, Raum 1004 statt!

Für Studierende des interdisziplinären Studienprogramms Frauen- und Geschlechterforschung ist es möglich, einen Leistungsnachweis für Modul 1 oder 2 im Rahmen der Ringvorlesung zu erwerben, indem eine vertiefende Hausarbeit mit Sekundärliteratur von 8 – 10 Seiten geschrieben wird. Bitte melden Sie sich dazu bei Sarah Hofsommer (sarah.hofsommer@uni-kassel.de) an, die mit der IAG FG abklären wird, wer die Betreuung und Korrektur der Arbeiten übernimmt. Die Leistungsnachweise gelten für das Fach Soziologie.


Dienstag, 21.04.2015
"Sexualisierte Gewalt und Professionsethik"
Antrittsvorlesung von Jun.-Prof. Dr. Alexandra Retkowksi
Universität Kassel


Dienstag, 19.05.2015
"Schweigen und Sprechen nach sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend: Ergebnisse einer neuen Interviewstudie mit Frauen und Männern"
Prof. Dr. Barbara Kavemann
Katholische Hochschule Berlin


Dienstag, 09.06.2015
"Geschlechtergeschichtliche Perspektiven auf Gewalt, Sexualität und Erziehung"
Prof. Dr. Meike Sophia Baader
Universität Hildesheim


Dienstag, 16.06.2015
"Sexualisierte Gewalt meets Hate Culture"
Prof. Dr. Heinz-Jürgen Voß
Hochschule Merseburg
anschließend findet eine Podiumsdiskussion zum Thema medialer Shitstorm statt.


Mittwoch, 24.06.2015
"Quantitative Einblicke in die Forschung zum Thema sexualisierte Gewalt"
Dr. Monika Schröttle
TU Dortmund


Dienstag, 30.06.2015
"Sexualisierte Gewalt aus der Perspektive der Queerforschung"
Dr. Constance Ohms
Broken Rainbow e. V. Frankfurt


Dienstag, 07.07.2015
"Sexualisierte Gewalt in pädagogischen Kontexten und Qualifikationsbedarfe - Anforderungen an und Herausforderungen für pädagogische Fachkräfte"
Jun.-Prof. Dr. Anja Henningsen, Universität Kiel
Jun.-Prof. Dr. Martin Wazlawik, Universität Münster

Vor­trags­rei­he im Som­mer­se­mes­ter 2014 "GEN­DER­for­schung in die MINT-Fä­cher"

Vortragsreihe des Frauen- und Gleichstellungsbüros der Universität Kassel und der Interdisziplinären Arbeitsgruppe Frauen- und Geschlechterforschung (IAG FG) in Zusammenarbeit mit den Frauenbeauftragten an der Universität Kassel.

Die Zahl von Frauen in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) steigt seit Jahren nur langsam an. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels sehen sich Wirtschaft und Hochschulen vor der Herausforderung, diesen Trend zu beschleunigen. Die Gleichstellung der Geschlechter hat sich zum Qualitätsmerkmal von Forschung und Lehre entwickelt. Für Wissenschaftsorganisationen wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ist sowohl die gerecht Beteiligung der Geschlechter wie die Berücksichtigung von Genderaspekten in der Forschung ein wesentliches Element qualitativ hochwertiger Forschung.

Wie können Geschlechteraspekte in den MINT-Fächern berücksichtigt werden? Diese Frage leitet uns durch die Vortragsreihe. Die eingeladenen GenderforscherInnen gehen der Frage in den verschiedenen MINT-Fächern nach und loten das Potenzial aus, das sich aus der Verbindung der Genderforschung für die MINT-Fächer ergibt. Die "Geschlechterfrage" in den Fachkulturen und in den Wissensbeständen in den Blick zu nehmen wird langfristig zum Kulturwandel der ingenieur- und naturwissenschaftlichen Disziplinen beitragen und die Innovationskraft der MINT-Forschung erhöhen.

Die Vortragsreihe soll bestehende Ansätze der Geschlechter- und Wissenschaftsforschung in natur- und technikwissenschaftlichen Disziplinen in der Universität Kassel bekannt machen und eine fächerübergreifende Diskussion zur Integration von Geschlechteraspekten in den MINT-Fächern anregen.

Die Vorträge finden (bis auf eine Ausnahme - s. u.) jeweils mittwochs von 18 - 20 Uhr in der Georg-Forster-Straße 4 in Raum 1004 statt. 

Der Vortrag von Prof. Dr. Kerstin Palm findet am Donnerstag, den 12.06.2014 von 18 - 20 Uhr im International House in der Mönchebergstraße 11 A statt.


Mittwoch, 23.04.2014
"Geschlechterperspektiven in der Umwelt- und Klimaforschung"
Dr. Sybille Bauriedl
Universität Bayreuth


Mittwoch, 14.05.2014
"Fach und Geschlecht: Spielarten technik- und naturwissenschaftlicher Männlichkeit"
Prof. Dr. Tanja Paulitz
RWTH Aachen


Mittwoch, 21.05.2014
"De-Gendering ingenieurwissenschaftlicher Produkte. Wie lassen sich Vergeschlechtlichungen von Autor, Robotern und Algorithmen vermeiden?"
Prof. Dr.-Ing. Corinna Bath
Maria-Goeppert-Mayer-Professur an der Technischen Universität Braunschweig und der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften


Donnerstag, 12.06.2014
International House, Mönchebergstraße 11

"Der Embodimentansatz. Möglichkeiten einer sinnvollen Kooperation zwischen Lebenswissenschaften und Genderforschung"
Prof. Dr. Kerstin Palm

Humboldt-Universität zu Berlin


Mittwoch, 02.07.2014
"Vorbilder für Mädchen im naturwissenschaftlichen Unterricht - revistited"
Dr. Markus Prechtl
Technische Universität Darmstadt


Mittwoch, 16.07.2014
"Vom Perspektivenwechsel zur Perspektivenvielfalt - Gender und Diversity in den Ingenieurwissenschaften"
Prof. Dr. Carmen Leicht-Scholten
RWTH Aachen

Ring­vor­le­sung im Som­mer­se­mes­ter 2013: "Queer­feld­ein - As­pek­te se­xu­el­ler und ver­ge­schlecht­li­cher Seins­wei­sen"

Queere Politiken und Theorien hinterfragen jede natürliche, vordiskursive Beschaffenheit von Zweigeschlechtlichkeit und Heterosexualität und rekonstruieren die sozio-historischen Prozesse ihres Gewordenseins, ihrer Normativierung und Normalisierung. Queer, das ursprünglich in den USA als Unbehagen gegen essentialistische Identitätspolitiken im Kontext von AIDS, Heteronormativität, Rassismus und homosexueller  Renormalisierung aufkam, hat im deutschsprachigen Raum eine ganz eigene Übersetzung erfahren. 

Welche Erfahrungen machen Personen, die sich zwischen oder jenseits von Männlichkeit und Weiblichkeit verorten? Welche Rolle spielt der Körper – als Artefakt, als Bühne, als Erfahrungsraum? Wie sind politische Ansätze wie Feminismus, postkoloniale Kritik und Queer zu verbinden und was lässt sich insgesamt (noch) aus den letzten 20 Jahren Beschäftigung mit dem Konzept „Queer“ lernen?

In der Ringvorlesung werden queerfeldein verschiedene Aspekte queeren Lebens aus unterschiedlichen Perspektiven aufgegriffen. Sexualität, Erwerbsarbeit, Kulturproduktion, Ästhetik und Politik als thematische Felder, aber auch que(e)r dazu liegende Erfahrungen wie Diskriminierungen, Lust oder Anerkennung werden in verschiedenen Vorträgen thematisiert.

 

Die Vorträge finden immer mittwochs von 18 - 20 Uhr in Raum 3004 in der Georg-Forster-Straße 4 statt.


22.05.2013 
"Qualverwandtschaften? BDSM als queere Praxis"
Volker Woltersdorff (Berlin)

Podcast Vortrag Teil I
Podcast Vortrag Teil II
Podcast Diskussion


05.06.2013
"... Nicht so greifbar und doch real" Präsentation einer Studie zu Gewalt- und Mehrfachdiskriminierungs-erfahrungen von lesbischen, bisexuellen Frauen und Trans*  2010-2012“
Saideh Saadat-Lendle (les migras / Lesbenberatung Berlin e. V.)

Podcast Vortrag Teil I
Podcast Vortrag Teil II
Podcast Diskussion Teil I
Podcast Diskussion Teil II


19.06.2013
„Intersexualität – Intersex: Eine Intervention“
Heinz-Jürgen Voß (Berlin)

Podcast Vortrag Teil I
Podcast Vortrag Teil II
Podcast Diskussion


26.06.2013
„Queer im Job?! Heteronormative Dynamiken in Erwerbsarbeitskontexten“
Karen Wagels (Kassel)

Podcast Vortrag Teil I
Podcast Vortrag Teil II


03.07.2013
„HIV/Aids als (andere) Form der Gouvernementalität“
Ivan Jurica / Miltiadis Geronthanassis (Wien)

Podcast Vortrag Teil I
Podcast Vortrag Teil II

Vor­trags­rei­he der IAG FG im Som­mer­se­mes­ter 2012: "Kunst und Gen­der"

jeweils 18 - 20 Uhr in der Nora-Platiel-Straße 6, R, 0212


25.04.2012 
"Kunst, Gender und Gewalt in der amerikanischen Literatur"
Dr. Lars Heiler
Literaturwissenschaft Anglistik / Amerikanistik, Universität Kassel


09.05.2012
"Gender in der Kunst des Orientalismus"
Dr. Silke Förschler
Graduiertenkolleg "Dynamiken von Raum und Geschlecht", Universität Kassel


23.05.2012
"Maria_queer - Eine Ausstellung provoziert Geschlechterbilder"
Diana Dickel - Frauenstudien- und -bildungszentrum in der EKD, Hofgeismar
Doris Baum - Künstlerin, Marburg


06.06.2012
"Das Unbehangen am Rande der Schönheit"
Juliane Gallo
Kassel


13.06.2012
"Abuse of Power Comes as No Surprise' - Nicht-hierarchische Strukturen und Gemeinschaftsprojekte in der bildenden Kunst"
Prof. Dr. Mathilde ter Heijne
Bildende Kunst, Universität Kassel - Kunsthochschule


27.06.2012
"Überlagerungen der Bilder, De- und Rekonstruktionen von Geschlecht im Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit"
Prof. Dr. Silke Wenk
Kunst und visuelle Kultur, Universität Oldenburg


04.07.2012
"Hagar - eine biblische Figur in Text und Bild"
Prof. Dr. Ilse Müllner - Katholische Theologie, Universität Kassel
Prof. Dr. Martina Sitt - Universität Kassel - Kunsthochschule


Plakat

Vor­trags­rei­he der IAG FG im Som­mer­se­mes­ter 2011

jeweils 18-20 Uhr in der Nora-Platiel-Str. 4, R, 1213


20.04.2011 
(Ge)Schlecht fühlen: Emotion und Kognition in mittelhochdeutschen Geschlechtertausch-Erzählungen
PD Dr. Michael Mecklenburg, Universität Kassel


04.05.2011 
Fort - Da: "Intersectional Invisibility" aus kognitionspsychologischer und psychoanalytischer Perspektive
Prof. Dr. Gudrun-Axeli Knapp, Universität Hannover


18.05.2011 
Beeinflusst die Sprache unsere Weltsicht? Überlegungen zu einem nur scheinbar offensichtlichen Zusammenhang
Prof. Dr. Holden Härtl, Universität Kassel


01.06.2011 
Die narrative Verarbeitung von Emotion und Kognition im anglo-amerikanischen Gegenwartsdrama
Dr. Lars Heiler, Universität Kassel


15.06.2011 
Das Begehren in der Sprache. Der Beitrag des psychoanalytischen Diskurses für eine Kultur der Differenz
Prof. Dr. Rolf-Peter Warsitz, Universität Kassel


29.06.2011 
"Das Leben kann nur gelebt werden" - Jugendbewegung und Pädagogik in Ego-Dokumenten, 
Prof. Dr. Edith Glaser, Universität Kassel

Vor­trags­rei­he der IAG FG im Som­mer­se­mes­ter 2010 "Un­gleich­hei­ten in Ge­schlech­ter­ver­hält­nis­sen"

28.04.2010
'Neuer' Feminismus, liberaler Feminismus, kritischer Feminismus - Geschlechterdiskurse im Kontext gesellschaftlicher Umbruchsprozesse
Prof. Dr. Irene Dölling, Universität Potsdam


05.05.2010
Geschlechterhierarchien in Gruppendiskussionen von Jugendlichen zur Sendung Germany's Next Topmodel
Dr. Anna Stach, Universität Kassel


19.05.2010 
Schreiben über Körper und Geschlecht als subjektive Verarbeitung von Ungleichheit(en) am Beispiel der Briefe Liselottes von der Pfalz (1652-1722)
Mareike Kohls, M.A., Universität Kassel


02.06.2010 
Violent Futures: Gewaltdiskurse, Ungleichheit und Geschlecht im Werk der kanadischen Autorin Margret Atwood
Prof. Dr. Susanne Bach und Dr. Folkert Degenring, Universität Kassel


16.06.2010 
Wir sind Weltmeister! - Beharrungskraft und Wandel im Geschlechterverhöltnis
Prof. Dr. Mechthild Bereswill und Dr. Anke Neuber, Universität Kassel


30.06.2010 
Schwarz Weiß: Ungleichheiten von Männlichkeitskonstruktionen in Fritz Langs Nibelungenfilm
Susanne Schul, M.A., Universität Kassel

Vor­trags­rei­he der IAG FG im Win­ter­se­mes­ter 2009/10 "In der Kri­se? Männ­lich­kei­ten im 21. Jahr­hun­dert"

28.10.2009
Krisenszenarien in der US-amerikanischen Geschichte seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert
Prof. Dr. Jürgen Martschukat, Erfurt


11.11.2009 
Maskulinitätskrisen um "Respekt", Wut und Scham
Prof. Dr. Joachim Kersten, Münster


25.11.2009 
Krise oder Strukturwandel hegemonialer Männlichkeit?
Prof. Dr. Michael Meuser und Dr. Phil. Habil. Sylka Scholz, Dortmund, Dresden


09.12.2009
Restrukturierung von Männlichkeit? Staat und Geschlecht im Kontext von Globalisirung und Internationalisierung 
Prof. Dr. Birgit Sauer, Wien


13.01.2010 
Subjektivität - Krise - Utopie. Imaginationen von Männlichkeit im zeitgenössischen Denken und Schreiben
Prof. Dr. Toni Tholen, Hildesheim


27.01.2010 
Männer - das benachteiligte Geschlecht? Weiblichkeitsabwehr und Antifeminismus im Diskurs über die Krise der Männlichkeit
Prof. Dr. Rolf Pohl, Hannover

Vor­trags­rei­he der IAG FG im Som­mer­se­mes­ter 2009 "Raum und Ge­schlecht"

22.04.2009 
Ko-Konstitution von Raum und Geschlecht: Perspektiven der geographischen Geschlechterforschung
Dr. Sybille Bauriedl, Universität Kassel


06.05.2009 
Hermetische Räume - rigide Geschlechterkonstruktionen. Männlichkeitsentwürfe im Gefängnis
Prof. Dr. Mechthild Bereswill und Dr. Anke Neuber, Universität Kassel


27.05.2009 
"Frauen sowie Personen unter 18 Jahren ist der Zugang untersagt". Räumlich-soziale Kontrollstrategien der Prostitution und die Ordnung der Geschlechter
Dr. Renate Ruhne, Universität Kassel


10.06.2009 
Gelehrte Frauen und Öffentlichkeit in der arabisch-islamischen Gesellschaft des 11. bis 13. Jahrhunderts
Prof. Dr. Irene Schneider, Georg-August-Universität Göttingen


24.06.2009 
Vom "Risiko" im Kopf und der "Zukunft" unter der Haut - Überlegungen zum "selbstbestimmten" Verwaltungskörper
Prof. Dr. Barbara Duden, Leibniz Universität Hannover