In­ter­views

In­ter­views

ZE­­VE­­DI Di­gi­­tal­­ge­­spräch

Der Unterschied zwischen einem einfachen Like und einer ausformulierten Begründung für eine Entscheidung ist klar: Das eine ist eine bloße Präferenz, die keine ihrer Kriterien preisgibt, das andere eine Rechtfertigung für ein Urteil, das man nachvollziehen und sich zu eigen machen kann oder auch nicht. Beide tauchen gleichermaßen auf, wenn Menschen im Netz Erfahrungswerte teilen, die anderen bei Konsumentscheidungen helfen sollen. Likes und gepostete Bewertungen haben außerdem eine gemeinsame Konkurrentin: die algorithmisch generierte, personalisierte Empfehlung. Sie ist gar nicht mehr an expliziten menschlichen Aussagen orientiert, sondern trackt Nutzer:innenverhalten. Im Extemfall starten dann Maschinen den nächsten vorgeschlagenen Song oder die nächste Serie automatisch. Von Nutzer:innen wird also nicht einmal mehr eine Bewertung erwartet – das getrackte Konsumverhalten reicht.

So gibt es eine Entwicklung von diskursiver Verbraucherkommunikation, in der Rechtfertigung verlangt und erbracht wird, über unbegründete und kaum hinterfragbare Affektbekundungen bis hin zu einer automatisierten Kosumdynamik, die keine Reflexion mehr vorsieht –kritisches Bewusstsein rückt dabei immer weiter in den Hintergrund. Womöglich verschwindet es schließlich ganz. Trifft dieses Bild schon heute auf unsere Gewohnheiten zu? Woran ließe sich ein solcher Wandel festmachen? Und: Wohin entwickelt sich eine Gesellschaft, die im Netz immer weniger Raum für kritische Auseinandersetzung mit dem Alltäglichen lässt?

 

Zur Folge

Bild von ZEVEDI Digitalgespräch

ver.di pu­blik. Die Mit­glie­der­zei­tung

VERBRAUCHERSCHUTZ — In der veränderten digitalisierten Konsumwelt muss der Schutz für Verbraucherinnen und Verbraucher neu gedacht werden.  Interview mit Jörn Lamla, Professor Soziologische Theorie.

 

Zum Interview

Interviewfoto von Prof.LamlaBild: FOTO: SONJARODE / LICHTFANG. NET

ZE­­VE­­DI Di­gi­­tal­­ge­­spräch

Als der Europäische Gerichtshof am 16. Juli 2020 mit dem sogenannten Schrems II-Urteil das Datenschutzabkommen Privacy Shield für ungültig erklärte, war dem Austausch personenbezogener Daten zwischen der EU und den USA auf einen Schlag die Legitimation entzogen. Datenschützer hatten dieses Urteil längst kommen sehen, denn das europäische Recht auf informationelle Selbstbestimmung ist mit der Realität der US-amerikanischen Datenverarbeitung unvereinbar. Trotzdem hat diese neue Rechtslage die Verantwortlichen vor eine gigantische Aufgabe gestellt: Es muss garantiert werden, dass in allen gesellschaftlichen Bereichen datenschutzkonforme Digitalisierung möglich wird. Deutschland ist aber weit davon entfernt, zentrale Aufgaben wie Bildung und Verwaltung datenschutzkonform digital organisieren zu können. Rückgriffe auf Angebote, die personenbezogene Daten in die USA übertragen, scheinen kaum vermeidbar – hier klaffen Anspruch und Wirklichkeit auseinander.

 

Zur Folge

Thumbnail von Prof.Roßnagel Interview in ZEVEDI

Hes­sen schafft Wis­sen Pod­cast

 

„Informatik gestaltet nicht nur technische Systeme, sondern Welt.“ Diesen Satz sagte unsere Gesprächspartnerin dieser Folge vor einiger Zeit in einem Interview – und bezog sich dabei auf die Expertise der Gender- und Diversity-Forschung, die helfen kann, digitaler Spaltung und der Verstärkung von Ungleichheiten entgegenzuwirken.

Prof. Dr. Claude Draude ist Leiterin des Fachgebiets Gender/Diversity in Informatiksystemen an der Universität Kassel, das zwei der zentralen dortigen Forschungsschwerpunkte miteinander vereint: die Kultur- und Geschlechterforschung sowie die sozialnützliche Informationstechnik-Gestaltung.

In dieser Episode spricht sie über die Schnittstellen zwischen Digitalisierung und Diversity und erklärt, wie sich menschliche Vielfalt und Kontext-Vielfalt in der Informatikentwicklung berücksichtigen lässt.

 

Zur Episode

For­schung zu Kom­mu­ni­ka­ti­ons-Sys­te­men und Si­cher­heit für In­for­ma­ti­ons-Tech­no­lo­gie

Personenbezogene Daten werden rund um die Uhr verarbeitet – am Arbeitsplatz, beim Kauf von Waren, beim Kontakt mit Behörden, im Gesundheitswesen oder auf Reisen und beim Surfen im Internet. Doch viele Menschen kennen die Risiken im Zusammenhang mit ihren Daten nicht, geschweige denn ihre Rechte. Das BMBF-geförderte Forum Privatheit ist ein interdisziplinärer Forschungsverbund, der seit Jahren zum Datenschutz forscht und Bürgerinnen und Bürger zu diesem Thema fundiert informiert. Im Interview erklärt Prof. Dr. Alexander Roßnagel, Sprecher des „Forum Privatheit“, wie Europa Datenschutz als Chance nutzen kann.

 

zum Interview

Thumbnailfoto von Prof.Roßnagel