Zivilklausel

Die GEW-Betriebsgruppe der Universität Kassel spricht sich gegen die geplante Aufweichung der seit 2013 bestehenden Zivilklausel durch den Senat der Universität Kassel aus und unterstützt den Protest der Initiative „Zivilklausel bleibt“ am 01. Juli 2026 im Senatssaal (um 8:30 Uhr, Mönchebergstraße 3, 2. OG).
Die Zivilklausel soll in der Senatssitzung am 01. Juli 2026 durch eine Art „Friedensklausel“ bzw. „Werteklausel“ ersetzt werden. Diese Entscheidung würde es militärischen Akteur*innen wie der Bundeswehr oder der Rüstungsindustrie ermöglichen, universitäre Forschung für ihre Zwecke zu nutzen und diese in ihrem Sinne zu beeinflussen.
Die GEW-Betriebsgruppe der Universität Kassel schließt sich mit dieser Positionierung den Entscheidungen der GEW-Bund an, die 2025 in ihrem Beschluss „Gegen Militarisierung von Hochschulen und Forschung“ das Engagement für die Zivilklausel fordert. Vor allem verurteilt die GEW-Betriebsgruppe die fehlende Transparenz und den Mangel an öffentlicher Diskussion über die Aufweichung bzw. Auflösung der Zivilklausel an der Universität Kassel. Die fehlende Einbindung und Mitbestimmung durch die Studierendenschaft widerspricht den Grundsätzen demokratischer Teilhabe.
Aus diesem Grund fordern wir von Wissenschaftler*innen und Studierenden der Universität Kassel, sich für den Erhalt der Zivilklausel einzusetzen und „sich kritisch mit den Möglichkeiten der militärischen Nutzung von Forschungsergebnissen auseinanderzusetzen und im Rahmen ihrer Forschungsfolgeverantwortung für eine ausschließlich zivile Nutzung einzutreten“ (GEW Bund 2025, Beschluss 1.16).
Wir rufen alle GEW-Mitglieder, Wissenschaftler:innen und Studierende auf, am 01.07.2026 gegen die Aufweichung der Zivilklausel zu protestieren (um 8:30 Uhr Mönchebergstrasse 3, 2. OG) und die Petition der Initiative „Zivilklausel bleibt“ zu unterschreiben (liegt im Café Desasta am HoPla und im Café Krise in der Kunsthochschule aus).

Beschluss des Senats der Universität Kassel vom 4. Dezember 2013:
„Forschung und Entwicklung, Lehre und Studium an der Universität Kassel sind ausschließlich friedlichen Zielen verpflichtet und sollen zivile Zwecke erfüllen; die Forschung, insbesondere die Entwicklung und Optimierung technischer Systeme, sowie Studium und Lehre sind auf eine zivile Verwendung ausgerichtet.“

Beschluss des Senats der Universität Kassel vom 11. Juli 2012 für die „Neu­fas­sung der Ori­en­tie­rung für Pro­fes­so­rin­nen und Pro­fes­so­ren“:
„Es ge­hört zur Ver­ant­wor­tung von Wis­sen­schaft sich mit mög­li­chen An­wen­dun­gen und Fol­gen ihrer Er­geb­nis­se zu be­fas­sen, auf Ri­si­ken auf­merk­sam zu ma­chen und ihnen ent­ge­gen­zu­wir­ken. Ge­fragt sind des­halb Trans­pa­renz und Dis­kurs von un­ter­schied­li­chen Fach­kul­tu­ren. Es ge­hört zum ge­sell­schaft­li­chen Auf­trag der Uni­ver­si­tät, Frie­den und in­ter­na­tio­na­le Ver­stän­di­gung zu för­dern. Des­halb sol­len For­schung, Lehre und Stu­di­um an der Uni­ver­si­tät Kas­sel aus­schließ­lich zi­vi­len und fried­li­chen Zwe­cken die­nen. Dis­kus­sio­nen über Ziele und Ri­si­ken wis­sen­schaft­li­cher Ak­ti­vi­tä­ten müs­sen offen ge­führt wer­den. Ähn­li­ches gilt für Nach­hal­tig­keit als ein Prin­zip, das seine Be­deu­tung im Hin­blick auf Um­welt­schutz, Kli­ma­wan­del oder so­zia­le Ge­rech­tig­keit in In­ter­pre­ta­ti­on und Um­set­zung er­fährt – als wis­sen­schaft­li­ches Thema wie auch für Kon­zep­te und Han­deln der Uni­ver­si­tät selbst. Glei­cher­ma­ßen zu nen­nen sind hier för­dern-​ und schät­zens­wer­te Be­lan­ge von Leben und Ge­sund­heit, Zu­sam­men­halt der Ge­sell­schaft und Ver­mei­dung von Dis­kri­mi­nie­rung.“

Wir rufen alle GEW-Mitglieder, Wissenschaftler:innen und Studierende auf, am 01.07.2026 gegen die Aufweichung der Zivilklausel zu protestieren (um 8:30 Uhr Mönchebergstrasse 3, 2. OG) und die Petition der Initiative „Zivilklausel bleibt“ zu unterschreiben (liegt im Café Desasta am HoPla und im Café Krise in der Kunsthochschule aus; online unter https://www.openpetition.de/petition/online/petition-gegen-forschung-zu-kriegszwecken-fuer-den-erhalt-der-zivilklausel-an-der-universitaet-kassel

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GEW-Betriebsgruppe

Die GEW-Betriebsgruppe Universität Kassel bereitet ihre Aktivitäten auf regelmäßigen Vorstandssitzungen vor.
Die Sitzungen sind grundsätzlich offen für alle Mitglieder der GEW im Bereich der Uni Kassel.

Bei Interesse oder bei anderen gewerkschaftlichen Anliegen kann man sich an grote@uni-kassel.de wenden.

Die Betriebsgruppe wird auf verschiedenen Ebenen aktiv.
Wir widmen uns den Arbeitsbedingungen der Beschäftigten und Studierenden sowie ihrer Interessenvertretung, insbesondere im Personalrat (hier Verweis auf die Übersicht über unsere Mitglieder im Personalrat) 

- Gewerkschafts- und gesellschaftspolitisch arbeiten wir in Kassel und der Region mit anderen DGB-Gewerkschaften und GEW-Verbänden sowie weiteren zivilgesellschaftlichen Gruppen zusammen.


- Zudem sind wir auf Landesebene im Verband Hochschule und Forschung Hessen (HuF-He) und in der GEW-Fachgruppe Hochschule und Forschung aktiv (https://www.gew-hessen.de/bildungsbereich/hochschule-und-forschung), wo unsere Vertreter:innen sich insbesondere mit übergreifenden bildungspolitischen Fragen und Herausforderungen befassen. Hier werden z.B. hessenweite Kampagnen für bessere Lern-, Arbeits- und Lebensbedingungen in und um die Hochschule geplant und umgesetzt.


- Mitglieder der GEW erhalten ehrenamtliche Rechtsberatung durch den Bezirksverband Nordhessen (https://gew-nordhessen.de/recht/rechtsberatung-bezirksverband) und Rechtsschutz durch die Landesrechtsstelle (https://www.gew-hessen.de/recht/landrechtsstelle). 

Die nächste Sitzung der Betriebsgruppe gemeinsam mit der BG Verdi:

Di., 14.7., 16:30 Uhr  - Ort wird noch bekanntgegeben.