Ru­dolf Erich Ras­pe

Rudolf Erich Raspe († 1794) stand zwischen 1767 und 1774 als Kurator am Kasseler Kunsthaus Museum Fridericianum und als Professor der Altertümer am Collegium Carolinum im Dienste des Kasseler Hofes. Da er nach einer Diebstahlsaffäre Kassel unter Zurücklassung seines gesamten Besitzes fluchtartig verließ, gelangten große Teile seiner umfangreichen Korrespondenz (rund 1100 Briefe) in die landgräflichen Sammlungen.

Sie wurden in den Bestand der Landesbibliothek überführt und sind heute überwiegend unter den Signaturen 4° Ms. hist. litt. 2 und 2° Ms. hist. litt. 34 aufgestellt.

Raspes Name ist heute vor allem mit den Erzählungen des Barons Münchhausen verbunden. Diese hatte er nach seiner Flucht aus Kassel im Londoner Exil anonym und in englischer Sprache herausgegeben. In seiner Bedeutung als europaweit vernetzter, universell gebildeter und interessierter Gelehrter der Aufklärungszeit wurde Rudolf Erich Raspe daher bisher nur von wenigen Spezialisten wahrgenommen.

Mit seinen mehr als 200 Briefpartnern in ganz Europa tauschte Raspe sich in fünf Sprachen über seine vielfältigen Forschungsinteressen aus. Neben Philosophie, Literatur- und Sprachgeschichte, waren dies vor allem die die Geologie und Mineralogie. Doch auch als Kenner von Münzen, Gemmen und Kameen genoß er hohes Ansehen.

Die Universitätsbibliothek Kassel wird sukzessive sämtliche in ihrem Bestand befindlichen Raspe-Briefe aus Eigenmitteln digitalisieren und über das Onlinearchiv ORKA bereitstellen. Nachweise zu den einzelnen Briefen sind bereits in das zentrale Nachweisportal für Nachlässe KALLIOPE eingearbeitet.