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26.06.2026 | Campus-Meldung

DVR Förderpreis 2026: Absolvent der Uni Kassel ausgezeichnet

Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) hat gestern im Rahmen des DVR Forums in Berlin die Gewinnerinnen und Gewinner des DVR Förderpreises 2026 ausgezeichnet. Prämiert wurden vier herausragende akademische Abschlussarbeiten, darunter auch eine Arbeit eines Absolventen der Universität Kassel. Die prämierten Beiträge befassen sich mit aktuellen Herausforderungen der Verkehrssicherheit und zeigen praxisnahe Lösungsansätze für Politik, Kommunen, Verbände und Unternehmen auf.

v. l. n. r.: Jerome Busch, Melina Brock, Sabrina Bittel, Linda Marie PätzoldBild: Daniela Stanek, DVR
v. l. n. r.: Jerome Busch, Melina Brock, Sabrina Bittel, Linda Marie Pätzold

Jerome Busch von der Universität Kassel erhielt einen von zwei dritten Plätzen für seine Masterarbeit, in der er die Hindernisse und Erfolgsfaktoren in der Fußverkehrsplanung untersuchte. Der Fußverkehr ist nach dem motorisierten Individualverkehr die zweitwichtigste Mobilitätsform in Deutschland. Mehr als ein Viertel aller Wege wurde im Jahr 2022 zu Fuß zurückgelegt. Dennoch bestehen vielerorts erhebliche infrastrukturelle Defizite. Jerome Busch untersuchte in seiner Masterarbeit die strukturellen Hindernisse einer fußverkehrsfreundlichen Planung. Er verfasste seine Arbeit am Institut für Verkehrswesen an der Universität Kassel.

Auf Basis einer Literaturanalyse und von Experteninterviews identifiziert Jerome Busch zentrale Barrieren in Politik und Verwaltung. Dazu zählen die traditionelle Priorisierung des Kfz-Verkehrs, mangelndes persönliches Engagement für das Thema Fußverkehr, fehlende Offenheit für neue Lösungsansätze, unzureichende Kommunikation und fehlende Entscheidungskompetenzen. Auch finanzielle und personelle Engpässe sowie Lobbyarbeit von Verbänden erschweren Fortschritte.

Als Erfolgsfaktoren identifiziert Jerome Busch eine stärkere Kommunikation, die Einbindung externer Expertise sowie den verstärkten Einsatz von temporären Maßnahmen und Pilotprojekten. Darüber hinaus berücksichtigt seine Arbeit erstmals systematisch die Anforderungen vulnerabler Gruppen wie Senioren, Kinder und mobilitätseingeschränkter Personen. Mit 30 entwickelten Musterlösungen für typische Planungssituationen liefert die Arbeit praxisnahe Ansätze für die Verbesserung der Fußverkehrsinfrastruktur.

Für seine Masterarbeit erhält Jerome Busch ein Preisgeld in Höhe von 1.500 Euro.

Die weiteren Preisträgerinnen im Überblick

Der DVR-Förderpreis wurde in diesem Jahr bereits zum 17. Mal verliehen. Neben dem Erfolg für die Universität Kassel wurden drei weitere herausragende Arbeiten prämiert: Den ersten Platz belegte Melina Brock (Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung NRW), die die Sicherheitsgewinne eines Begleiteten Fahrens ab 16 Jahren untersuchte. Platz zwei ging an Sabrina Bittel (Universität Jena) für ihre Forschung zu stressreduzierter Arbeitsorganisation zur Vermeidung von Mobilitätsunfällen. Den dritten Platz teilte sich Jerome Busch mit Linda Marie Pätzold (TU München), die das Radfahrverhalten an unfallbelasteten Kreuzungen analysierte.

Die Abschlussarbeiten der Gewinnerinnen und Gewinner werden in WISOM, der digitalen Bibliothek für verkehrsbezogenes Wissen für Arbeitssicherheit und Prävention, veröffentlicht.

 

Mehr Infos zum DVR: https://www.dvr.de/presse/dvr-foerderpreis-2026