14.08.2026 | Pressemitteilung

Uni und Stadt machen Kassel deutschlandweit zum Vorreiter für Schwimmprojekt

Wasser erleben - aber sicher! Das ist das Ziel des Projektes „Kasseler WELLE“ von Stadt und Universität Kassel, an dem über 1.400 Kinder der Kasseler Grundschulen teilnehmen. Ein präventives Angebot, das im deutschsprachigen Raum bisher einmalig ist. Möglich machen das Projekt mehr als 50 Sportstudentinnen und Sportstudenten der Universität.

Bild: Uni Kassel.
Medienrummel bei der Präsentation des Projekts.

Realisiert wird das Projekt „Kasseler WELLE – Wasser Erleben Lernen, Leben Erhalten“ durch die enge Kooperation zwischen dem städtischen Amt für Schule und Bildung sowie dem Sportamt, der Universität Kassel, den Städtischen Werken, dem Staatlichen Schulamt und den Kasseler Grundschulen. 

„Mit der ‚Kasseler WELLE‘ startet ein visionäres Projekt, das Schülerinnen und Schülern nicht nur die grundlegende Schwimmfähigkeit vermittelt, sondern zugleich ein wegweisendes Modell für inklusiven Sport und präventive Gesundheitsförderung etabliert“, ist Oberbürgermeister Dr. Sven Schoeller überzeugt. „Jedes Kasseler Kind soll schwimmen können. Das ist unser erklärtes Ziel und mit diesem bislang wohl einmaligen Angebot schaffen wir beste Voraussetzungen dafür, dieses Ziel zu erreichen. Moderne Ausstattung und zeitgemäße Lernangebote helfen dabei, die Wasserkompetenz der Kinder in Kassel ab sofort jedes Jahr nachhaltig zu stärken.“

Was genau ist die „Kasseler WELLE“?
Im ersten Schritt richtet sich das Angebot an alle Zweitklässlerinnen und Zweitklässler in Kassel. „Dabei ist es egal, wo die Kinder wohnen, welchen sozialen Hintergrund sie haben oder welche Fähigkeiten sie mitbringen“, erläutert Bürgermeisterin und Bildungsdezernentin Nicole Maisch das Projekt. „Nach den Sommerferien haben all diese Kinder die Möglichkeit, eine Woche lang im Kasseler Auebad das Wasser in ihrem eigenen Tempo kennenzulernen. Jedes Kind soll die Chance bekommen, das Wasser als sicheren und schönen Ort zu erleben. Es geht dabei nicht darum, möglichst schnell ein Schwimmabzeichen zu machen, sondern darum, im Wasser Sicherheit zu gewinnen, Gefahren einschätzen zu lernen und mit Freude Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten aufzubauen.“

Für die Kinder ist sowohl die An- und Abreise sowie der Besuch des Schwimmbades kostenlos. Bis 2030 sollen pro Jahrgang bis zu 2.000 Kinder erreicht werden. Jede Klasse ist eine Woche lang, rund 90 Minuten täglich, im Wasser. Dieses Jahr nehmen bereits 19 der insgesamt 26 Grundschulen an dem Projekt teil. 

Wer unterrichtet die Kinder bei der „Kasseler WELLE“?
Möglich machen das Projekt mehr als 50 Sportstudentinnen und Sportstudenten der Universität Kassel. „Durch die neue Lehrveranstaltung ‚Vermittlung und Diagnostik von Schwimmkompetenzen‘ werden Studierende nicht nur in der Vermittlung von Schwimm- und Wasserkompetenzen ausgebildet. Sie lernen auch den sogenannten evidenzbasierten Einsatz moderner Diagnoseverfahren. Dieser ermöglicht eine zielgerichtete individuelle Förderung der Kinder“, erklärt Dr. Sebastian Fischer, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Sport und Sportwissenschaft der Universität Kassel.

Was hat die Wissenschaft mit der „Kasseler WELLE“ zu tun?
Die Universität Kassel begleitet die „Kasseler WELLE“ durch eine wissenschaftliche Evaluation. „Ein diagnostisches Programm namens EuViS ermöglicht den Lehrkräften gemeinsam mit den Studierenden eine digitale Erfassung der individuellen Lernausgangslagen der Kinder. Die App ermittelt auf Basis sportwissenschaftlicher Erkenntnisse passgenaue Wasserübungen, sodass sich der Unterricht der Studierenden dann optimal an die Bedürfnisse der Lernenden anpassen lässt“, erläutert Dr. Fischer. 

Unterstützung erhält das Kasseler Projekt von Christoph Loose, Bundesbeauftragter der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und Schule: „Uns ist es besonders wichtig, dieses Projekt in der Schule im Rahmen einer Projektwoche zu verankern, da wir so alle Kinder erreichen. Wassergewöhnung und Schwimmenlernen muss für alle Kinder verpflichtend sein und darf nicht vom Einkommen der Eltern abhängen.“

„Übergreifend zeigt das Projekt, wie Forschung, Lehre und Praxis Hand in Hand gehen können: Studierende sammeln unmittelbare Praxiserfahrung in der Schwimmpädagogik und Diagnostik, während die Kooperation mit städtischen Institutionen nachhaltige Effekte für den öffentlichen Badebetrieb und den schulischen Sportunterricht erzielt. Die erarbeiteten Konzepte und Materialien werden kostenfrei an Schulen, Vereine und weitere Institutionen weitergegeben. Davon profitiert die gesamte Gesellschaft“, sagt Oberbürgermeister Dr. Sven Schoeller abschließend.

 

Kontakt: 

Dr. Sebastian Fischer
Universität Kassel
Web: https://www.uni-kassel.de/fb05/fachgruppen-und-institute/sport-und-sportwissenschaft/dr-sebastian-fischer.html
 

Was heißt das zusammengefasst? 

  • Wissenschaftler und Studierende der Universität Kassel ermöglichen mit der Stadt Kassel das Projekt "Kasseler WELLE" 
  • Es zielt darauf ab, allen Kasseler Kindern die grundlegende Schwimmfähigkeit zu vermitteln und ein inklusives Sport- und Gesundheitsförderungsmodell zu etablieren.
  • Im ersten Schritt richtet sich das Angebot an alle Zweitklässler, die eine Woche lang im Kasseler Auebad das Wasser in ihrem eigenen Tempo kennenlernen.
  • Das Projekt wird durch die enge Kooperation zwischen städtischen Ämtern, der Universität Kassel, den Städtischen Werken, dem Staatlichen Schulamt und den Kasseler Grundschulen realisiert.