02.11.2026 | Pressemitteilung

Universität Kassel gründet neues „Zentrum für Wasserforschung"

Mit dem „Zentrum für Wasserforschung in Technik, Umwelt und Gesellschaft“ bündelt die Universität Kassel seit dem 30. Oktober 2026 ihre wissenschaftlichen Kompetenzen fachübergreifend aus den Ingenieur-, Agrar- und Sozialwissenschaften. Ziel ist es, Lösungen für Wassermangel, Hochwasser sowie bedrohte Ökosysteme zu entwickeln und die internationale Spitzenforschung voranzubringen.

Hochwasser in Passau, 2013: Die Wasserwacht im Rettungseinsatz in den überschwemmten Straßenzügen der Altstadt.Bild: High Contrast, CC BY 3.0 DE.
Hochwasser in Passau, 2013: Die Wasserwacht im Rettungseinsatz in den überschwemmten Straßenzügen der Altstadt.

Klimawandel, Hitzeperioden und intensiv genutzte Böden setzen die Wasserressourcen weltweit unter Druck. Die Universität Kassel reagiert darauf mit dem neuen „Zentrum für Wasserforschung in Technik, Umwelt und Gesellschaft“. Von hier aus erarbeiten Forschende künftig Lösungen, wie Wasserressourcen geschont, Ökosysteme geschützt und Extremwetter bewältigt werden.

„Wasserfragen lassen sich längst nicht mehr rein disziplinär lösen, sei es bei Trockenzeiten vor unserer Haustür in Nordhessen oder bei globalen Krisen“, erklärt Prof. Dr. Stephan Theobald, Sprecher des Zentrums sowie Leiter des Fachgebiets Wasserbau und Wasserwirtschaft. „Mit der Neugründung bringen wir Ingenieure, Agrar- und Sozialwissenschaftler an einen Tisch. Wir bündeln damit unsere bestehenden Stärken, schaffen die Basis für große internationale Verbundprojekte und schärfen das wissenschaftliche Profil der Universität Kassel nachhaltig.“

Vier interdisziplinäre Forschungscluster 

Inhaltlich gliedert das Zentrum seine Arbeit in vier Schwerpunkte: Im ersten Cluster steht Wasser als Ressource im Fokus – von gesicherter Bereitstellung von Trink- und Bewässerungswasser, über aufbereitetes Abwasser, Nutzung von Wasserkraft zur Stromerzeugung bis hin zu Rückgewinnung von Mineralstoffen für Düngemittel. Das zweite Cluster widmet sich dem Wasser als Lebensraum und untersucht die Resilienz von Gewässerökosystemen. Um Strategien gegen Extremwetterereignisse wie Hochwasser und Trockenheit geht es im dritten Schwerpunkt. Der vierte Bereich beleuchtet sozial-ökologische Wasserkonstellationen, etwa Nutzungskonflikte in der Landwirtschaft sowie politische Rahmenbedingungen.

Erfolgreiche Vorarbeit als Fundament 

Träger der Einrichtung sind vor allem die Fachbereiche Bauingenieur- und Umweltingenieurwesen, Ökologische Agrarwissenschaften sowie Architektur-Stadtplanung-Landschaftsplanung, hinzukommen noch weitere Fachgebiete von anderen Fachbereichen und dem Kassel Institute for Sustainability. Das Zentrum orientiert sich u.a. auch an den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen (SDGs). Die Initiative baut auf bestehenden Erfolgen auf: In den vergangenen fünf Jahren haben die beteiligten Fachgebiete mehr als 20 Millionen Euro an Drittmitteln eingeworben – unter anderem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), dem Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) sowie der EU. Zudem fließt das Wissen aus hervorragend bewerteten Initiativen wie dem hessischen Exzellenzprogramm LOEWE („ADAPT – Anpassung an Dürre und Extreme“) direkt in die neue Struktur ein.

Frühzeitige Einbindung junger Forschender

Neben der Verbundforschung steht die nächste Generation im Mittelpunkt. Durch regelmäßige Seminare und internationale „Water-PhD-Days“ werden Promovierende gezielt qualifiziert und vernetzt.

„Dem wissenschaftlichen Nachwuchs geht es heute um spürbare Wirkung“, unterstreicht Theobald. „Wir bieten den Promovierenden von Beginn an ein starkes methodisches Netzwerk und binden sie direkt in die Bearbeitung drängender Fragen unseres Jahrzehnts ein – vom regionalen Wassermanagement bis zur Resilienz ganzer Ökosysteme.“

Gesteuert wird das Forschungszentrum von einem gewählten Direktorium aus Professoren und Mitarbeitenden. Die zentrale Geschäftsstelle koordiniert das operative Geschäft und beantwortet Anfragen externer Partner aus Wissenschaft, Politik und Praxis.

 

Kontakt:
Univ.-Prof. Dr.-Ing. Stephan Theobald
Fachgebietsleitung Wasserbau und Wasserwirtschaft
Telefon: 0561 804-2679
E-Mail: s.theobald@uni-kassel.de


Was bedeutet das zusammengefasst?

  • Die Universität Kassel hat das interdisziplinäre „Zentrum für Wasserforschung in Technik, Umwelt und Gesellschaft“ gegründet, um Lösungen für Dürren, Hochwasser und Ökosystemschutz zu entwickeln.
  • Ingenieur-, Agrar- und Sozialwissenschaften kooperieren in den Clustern Wasserressourcen, Gewässerökosysteme, Extremwetter-Strategien und Sozial-ökologische Wasserkonstellationen.
  • Das Zentrum baut auf der Vorarbeit der Fachbereiche auf (über 20 Mio. Euro eingeworbene Drittmittel in den letzten 5 Jahren, z. B. LOEWE) und fördert gezielt Promovierende.