Prof. Dr. Aria­ne Gar­lichs

Mitglied der Universität Kassel 1972 bis 1999

Ar­beits­ge­bie­te

  • Grundschulpädagogik und -didaktik
  • Primarschulen und Lehrerausbildung im internationalen Vergleich
  • Psychoanalytische Pädagogik, Entwicklungstheorie und Kindheitsforschung
  • Psychoanalytisch-pädagogische Fallanalysen und Fallarbeit

Kon­takt

Prof. Dr. Ariane Garlichs erreichen Sie unter der Mailadresse: d.garlichs[at]web[dot]de

1936 in Oldenburg geboren; Abitur; Studium an den Pädagogischen Hochschulen in Oldenburg und Göttingen; Einstellung als Lehrerin z.A.[1] an einer wenig gegliederten Volksschule im Landkreis Göttingen, 2. Lehrerexamen. Anschließend 1966-1969 Pädagogische Mitarbeiterin an der PH Oldenburg; nebenher Studium an der Uni Hamburg (Pädagogik, Soziologie, Psychologie); 1969-1972 Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Uni Konstanz (Magister-Prüfung und Promotion 1972 bei Karlheinz Flechsig), Ruf auf eine Professur an der Gesamthochschule Kassel. 1979 bis 1985 Ausbildung in Psychoanalytischer Gruppenleitung an der Münchner Akademie für Psychoanalyse (MAP).

Von 1972 – 1999 tätig an der Gesamthochschule, später Universität Kassel.

Am 1. April 1972 Dienstantritt in der Organisationseinheit O1 der noch im Aufbau befindlichen Hochschule. Ein junges interdisziplinär zusammengestelltes Kollegium für eine moderne Lehrerausbildung. Viel Schwung und Idealismus, kaum Personal und Hilfsmittel. Große Gestaltungsfreiheit, endlose Diskussionen.


[1]z.A. bedeutete „zur Anstellung“. Damals gab es für das Volksschullehramt noch kein Referendariat. Von der ersten  Dienstwoche an galt die volle Pflichtstundenzahl (d.h. 28 Unterrichtsstunden); drei Jahrgänge wurden in einer  Klasse gemeinsam unterrichtet; zusätzlich gab es alle drei Wochen einen Ausbildungstag in der „Junglehrer-Arbeitsgemeinschaft“

  • Mitarbeit am Kernstudium, einem für alle Lehramtsstudiengänge verpflichtenden Studium: interdisziplinär aus Pädagogik, Psychologie, Soziologie, Philosophie mit vier thematischen Schwerpunkten (1: Politisch-gesellschaftliches System; 2: Sozialisation/Soziales Lernen; 3: Schule und Betrieb als gesellschaftliche Ausbildungsinstitutionen; 4: Curriculum/ Unterricht)

  • Mitarbeit an der Kernstudiums-Prüfungsordnung für alle Lehrämter

  • Gründungsmitglied des Arbeitskreises Grundschule 1969[1]
  • Gründung der Interdisziplinären Arbeitsgruppe „Grundschulpädagogik“ 1983 (Übersicht der Arbeitsfelder der IAG)
  • Dekanin für zwei Amtsperioden
  • Mehrjährige Leitung des Referats für Schulpraktische Studien
  • Gründerin und Mitherausgeberin der „Grundschulzeitschrift“ 1987-2005

  • Wissenschaftlicher Beirat der Laborschule Bielefeld (Vorsitz 1989-1996)


[1] Dazu: Faust-Siehl, Garlichs u.a.: Die Zukunft beginnt in der Grundschule, rororo 1996

In Verbindung mit Schwerpunkt 4 des Kernstudiums: Unterricht, Erziehung und Gesellschaft; Lehren und Lernen im Unterricht; Kommunikation/Interaktion im Unterricht; Diagnose und Evaluation von Lehr- und Lernprozessen.

  • Aufbau der ersten Lernwerkstatt in der Bundesrepublik 1975
  • Idee und Konzeption eines Grundschulpädagogischen Labors 1980ff
  • Entwicklung des sog. „Schülerhilfe-Projekts“ ab 1993
  • Exkursionen mit Schulbesuchen für Studierende im In- und Ausland (3x nach England, Frankreich,  Niederlande, Dänemark, Schweden, Finnland, Estland, Polen, USA)

Große Gestaltungsmöglichkeiten in der Aufbauphase: Man darf sich etwas einfallen lassen. Ob es realisiert werden kann, ist eine andere Frage. Das hängt von den Machtverhältnissen, den Ressourcen und der Überzeugungskraft ab. Es schlägt sich in Veröffentlichungen und Initiativen nieder. Für mich hieß es, innovative Projekte zu entwickeln und voranzutreiben in der Hoffnung, dass sie angenommen werden und sich bewähren. Zwei davon haben bis heute Spuren in der Uni hinterlassen (das Schülerhilfe-Projekt und das Grundschulpädagogische Labor), ein dritter Schwerpunkt (Exkursionen im In- und Ausland mit Schulbesuchen an reformorientierten Grundschulen) droht derweilen in Vergessenheit zu geraten, hat aber bis heute Auswirkungen auf Schulen in der Region.

In allen Initiativen und Projekten lassen sich zwei Richtungen erkennen

Unterrichts- und Schulentwicklung:

u.a. die Gründung der Lernwerkstatt und der IAG[1] Grundschulpädagogik mit ihrem Netz an Kooperationspartnern in Schulen und Hochschulen, die Lehrerworkshops und Durchführung von studentischen Exkursionen ins Ausland

dazu als Literatur:

Garlichs, A./Faust-Siehl, G. u.a.: Die Zukunft beginnt in der Grundschule. Empfehlungen zur Neugestaltung der Primarstufe (1996)

Garlichs, A.: Schüler verstehen lernen. Das Kasseler Schülerhilfeprojekt im Rahmen einer reformorientierten Lehrerausbildung (2000)

Garlichs, A./E. Röbe: Leistung fördern und bewerten. Themenheft der Grundschulzeitschrift (2000)

Förderung der Persönlichkeitsentwicklung von Kindern, Kollegen und Kolleginnen aus umliegenden Schulen durch Projekte und Praxissupervision: u.a. das Schülerhilfeprojekt, Supervisionsgruppen für Referendare

dazu als Literatur:

Leuzinger-Bohleber M./A. Garlichs: Früherziehung West-Ost. Zukunftserwartungen, Autonomieentwicklung und Beziehungsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen (1993)

Garlichs, A./M. Leuzinger-Bohleber: Identität und Bindung. Die Entwicklung von Beziehungen in Familie Schule und Gesellschaft (1999)


[1]IAG ist das Kürzel für Interdisziplinäre Arbeitsgruppe

 

Das "Schü­ler­hil­fe-Pro­jekt"

Ex­kur­sio­nen für Stu­die­ren­de mit Schul­be­su­chen im In- und Aus­land: In­ter­na­tio­na­le Be­geg­nun­gen

Das Grund­schul­päd­ago­gi­sche La­bor