Zur Neu­er­fin­dung der Ent­wick­lungs­theo­rie: Post-Development theo­re­ti­sie­ren

Das Projekt zielt durch eine systematische Theoretisierung von Post-Development Ansätzen auf die Überwindung der fortwährenden Paradigmenkrise in der Entwicklungstheorie. Die Paradigmenkrise resultiert aus einem eurozentrischen Evolutionismus der Entwicklungstheorie, der universalistische Vorstellungen einer guten, "entwickelten" Gesellschaft implementiert. Post-Development Ansätze ermöglichen durch ihre Kritik an Eurozentrismus, bestehenden Machtverhältnissen und insbesondere durch ihren Fokus auf nichtwestliche Modelle der Politik, der Ökonomie, der Kultur und des Wissens eine Erweiterung des Horizonts, eine Neuerfindung der Entwicklungstheorie, die sich vollständig von jenem Evolutionismus verabschiedet, der die Disziplin in der Vergangenheit prägte – und dies in vielen Teilen bis heute tut.

Um zu dieser Neuerfindung beizutragen, wird das Projekt:

  1. die umfangreiche Literatur zu Post-Development Konzepten und Praktiken mit dem Ziel einer systematischen Theoretisierung aufarbeiten und analysieren,
  2. unterschiedliche Varianten des Post-Development systematisieren, die Umsetzbarkeit der von ihnen propagierten Alternativen auf verschiedenen Ebenen untersuchen,
  3. Entwicklungen in der Post-Development Literatur bezüglich praxisorientierter und konstruktiver Vorschläge nachzeichnen,
  4. den blinden Fleck im Hinblick auf Geschlechterverhältnisse bearbeiten,
  5. theoretische Ambivalenzen auflösen.

Auf dieser Grundlage wird die Theoretisierung von Post-Development zu einer Neuerfindung der Entwicklungstheorie beitragen, die Eurozentrismus und bestehende Machtverhältnisse in der "Entwicklung" offenlegt, ohne Forderungen nach mehr materieller Verteilungsgerechtigkeit auf globaler Ebene zu marginalisieren.