Wie Robotaxen unsere Städte und Regionen verändern werden - und warum wir das gestalten sollten (WiSe)
Autonome Fahrzeuge und Robotaxen stehen kurz vor dem Markteintritt und könnten Mobilität, Raumstruktur und Alltagsleben ähnlich tiefgreifend verändern wie einst das private Auto oder die Eisenbahn. Das Studienprojekt widmet sich den möglichen Auswirkungen dieser technologischen Entwicklung auf Städte und Regionen – und der Frage, wie wir diesen Wandel aktiv und verantwortungsvoll gestalten können.
Autonome Fahrzeuge versprechen zunächst Chancen: Sie könnten Mobilität günstiger, zugänglicher und inklusiver machen, die Abhängigkeit vom eigenen Auto senken und die Erreichbarkeit ländlicher Räume verbessern. Parkflächen könnten überflüssig werden, Fahrzeuge und Infrastrukturen effizienter genutzt, wenn „Mobility-as-a-Service“-Konzepte Realität werden. Gleichzeitig sind Risiken absehbar: Sinkender Raumwiderstand und induzierter Verkehr könnten zu längeren Wegen, höherem Ressourcenverbrauch und einer neuen Welle der Zersiedlung führen. Wenn der Fuß- und Radverkehr zurückgedrängt wird, drohen auch ökologische Rückschritte. Straßenräume, Bebauung und Nutzungen könnten sich wieder stärker am Autoverkehr orientieren.
Im Projekt setzen sich die Studierenden mit diesen Spannungsfeldern auseinander und entwickeln eigene räumliche, planerische und politische Perspektiven auf eine mögliche Zukunft mit Robotaxen und anderen Mobilitätsinnovationen. Dabei werden aktuelle Fragen bearbeitet, die schon heute Politik und Planung beschäftigen. Hier nur eine erste Auswahl – den Teilnehmenden fallen sicher noch mehr Fragen ein:
Wie verändern sich Kosten und Organisationsformen des ÖPNV?
Wie müssen Straßen, Knotenpunkte und Haltestellen gestaltet werden, damit autonome Systeme funktionieren?
Wie kann der Marktzugang für neue Mobilitätsanbieter geregelt werden?
Wie wirken sich autonome Fahrzeuge auf die Raumstruktur und Siedlungsentwicklung aus?
Und schließlich: Welche Rolle spielt (hoheitliche) Planung überhaupt noch, wenn Mobilität zunehmend digital gesteuert und privat organisiert wird?
Das Studienprojekt verbindet theoretische und empirische Zugänge. Neben der Auseinandersetzung mit aktuellen Forschungsergebnissen werden Methoden der empirischen Sozialforschung, Szenarien-Entwicklung, Moderation und Kreativitätstechniken oder Innovationsmethoden eingesetzt. Die Planungsstudierenden werden eingeladen in Marktlogik und Geschäftsmodellen zu denken.
Die Teilnehmenden werden lernen,
komplexe und schlecht strukturierte Problemstellungen zu erfassen und handhabbar zu machen,
ihre Zeit und Ressourcen in Projekten zu planen,
wissenschaftliche Erkenntnisprozesse im Team zu organisieren und
sich mit Ideen zur Zukunft der Mobilität kritisch auseinanderzusetzen.
Gemeinsam wird erforscht, wie Städte und Regionen auf den kommenden Wandel vorbereitet werden können – und wie Planung, Gestaltung und Regulierung dazu beitragen können, dass die Vision einer autonomen Mobilität nicht zur neuen Herausforderung, sondern zur Chance für nachhaltige und lebenswerte Räume wird.
HisPos Seite