PIN­TA

Pervasive Energie durch internetbasierte Telekommunikationsdienste

Das interdisziplinäre Forschungsprojekt Pervasive Energie durch internetbasierte Telekommunikationsdienste (PINTA) entwickelt ein innovatives Energiemanagementsystem für IKT-Geräte. Mit Hilfe von Sensoren soll eine optimierte und automatisierte Steuerung einer lokalen Büroumgebung erreicht werden, um dadurch den Energieverbrauch zu senken. Aus Kontextinformationen sollen Rückschlüsse gezogen werden, wann und wie lange ein Beschäftigter in seinem Büro anwesend ist. Ist das Ergebnis der Kontexterfassung, dass der Mitarbeiter eine längere Zeit nicht in seinem Büro sein wird, nehmen alle im Büro vorhandenen elektrischen Geräte automatisch einen Energiesparmodus ein oder schalten sich ganz ab. Technisch erfordert die Kontexterfassung unterschiedlichste Daten, die ausgewertet werden. Sensoren erfassen Informationen über die Umgebung, wie die Helligkeit, die Temperatur oder die Luftfeuchtigkeit. Die Zustände der energieverbrauchenden Geräte, wie zum Beispiel PC, Laptop, Smartphone, Drucker, Scanner, W-LAN-Accesspoints, Beleuchtung, Heizung oder Klimaanlage, werden erfasst und bei ihrer Nichtbenutzung entweder in einen Standby-Modus geschaltet oder komplett ausgeschaltet. Über die Netzwerkverbindungen werden die W-LAN-Accesspoints gesteuert, sodass ein Accesspoint ausgeschaltet wird, wenn keine Netzwerkverbindung über diesen genutzt wird. Die Sensoren erfassen ebenso die Position des Benutzers, beispielsweise mittels Smartphones, Netzwerkverbindungen oder über Präsenzmelder im Büro. Außerdem sollen Werte der Beschleunigungssensoren im Smartphone ausgewertet werden, um festzustellen, ob der PC oder ein anderes Gerät ein- oder ausgeschaltet werden muss. Zudem werden anwenderspezifische Informationen verwertet, die Aufschluss über das Verhalten der Beschäftigten geben, wie zum Beispiel Einträge in elektronischen Kalendern. Auf der Basis dieser Daten erfolgt eine automatisierte Steuerung aller in der Büroumgebung eingesetzten energieverbrauchenden Geräte.

Das Energiemanagementsystem benötigt somit umfangreiche Daten über die Mitarbeiter, deren Verwendung ihr Recht auf informationelle Selbstbestimmung beeinträchtigen kann. Dabei besteht die Gefahr, dass der Arbeitgeber die Daten nicht nur zur Senkung der Energiekosten nutzt, sondern auch zur Kontrolle seiner Arbeitnehmer zweckentfremdet. Die Abwendung eines solchen Risikos kann durch frühzeitige Berücksichtigung des Datenschutzrechts, insbesondere des Beschäftigtendatenschutzes, verhindert werden. Aufgabe der Projektgruppe verfassungsverträgliche Technikgestaltung (provet) der Universität Kassel ist es, in PINTA diese Rechtsfragen zu untersuchen und datenschutzrechtliche Empfehlungen für das Energiemanagementsystem zu formulieren. Dadurch wird nicht nur die Rechtskonformität des zu entwickelnden Gesamtsystems und dessen Einsatzbedingungen sichergestellt, sondern auch ein Beitrag zu dessen späterer Akzeptanz geleistet.

Projektpartner:
Universität Kassel – Fachgebiet Kommunikationstechnik (ComTec)
Siemens AG
E.ON Mitte AG
Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES)
Kompetenznetzwerk Dezentrale Energietechnologien e. V. (deENet)

Pro­jek­t­in­fos

Finanzierung:
Gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie im Rahmen des Wettbewerbs IT2Green.

Laufzeit:
April 2011 - März 2014

Projektverantwortlicher:
Prof. Dr. Alexander Roßnagel

Ansprechpartner:
Dr. Silke Jandt
Michaela Schuldt