go-PRI­MA

Rural-ur­ban trans­for­ma­ti­on pro­ces­ses in arid and se­mi-arid are­as of the Me­di­ter­ra­ne­an

Motivation

Die Urbanisierung ist ein globales Phänomen, das je nach Entwicklungsstand und biophysikalischen Bedingungen in den verschiedenen Regionen der Welt unterschiedliche Erscheinungsformen annimmt. Während sich das Wachstum der Städte in Nordamerika und Europa derzeit verlangsamt, beschleunigt es sich in Asien und Afrika weiter. Die Abhängigkeit der Städte von den sie umgebenden Ökosystemen wurde lange Zeit vernachlässigt, und nur wenige Forschungsarbeiten befassten sich mit den Veränderungen in der landwirtschaftlichen Bodennutzung, dem Verhalten der Haushalte und dem Wohlstand, die mit dem Übergang vom Land in die Stadt einhergehen. In Subregionen wie Nordafrika und dem Nahen Osten verstärken die wachsende klimatische Unsicherheit und die Flüchtlingsströme die Urbanisierungsprozesse und setzen die benachbarten (Mittelmeer-)Länder in Europa zunehmend unter Druck.

Ziele und Vorgehen

go-PRIMA zielt darauf ab, an der "Partnerschaft für Forschung und Innovation im Mittelmeerraum" (PRIMA) zu beteiligen. PRIMA ist auf zehn Jahre angelegte Programm, das von der Europäischen Union in Kombination mit dem BMBF finanziert wird und das ab 2018 eine Reihe von Aufrufen für Großprojekte veröffentlicht. Das Programm richtet sich an eine Region, die stark vom Klimawandel, der Verstädterung und dem Bevölkerungswachstum betroffen ist. Gefördert werden Forschungsarbeiten zum Wassermanagement, zu landwirtschaftlichen Systemen und zu Wertschöpfungsketten in der Agrar- und Ernährungswirtschaft, um die regionale und lokale Entwicklung zu verbessern, wobei nachhaltige Lösungen zunehmend integrierte Ansätze erfordern.

go-PRIMA als Verbundforschungsprojekt führt die vorhandenen Kompetenzen und Forschungsansätze zum Management von Wasser, landwirtschaftlichen Systemen und Agrar- und Lebensmittelwertschöpfungsketten über verschiedene Fachbereiche der Universität Kassel zusammen. go-PRIMA beschäftigt mehrere Postdocs, um die Kapazitäten verschiedener Forschungsgruppen zu bündeln, Netzwerke mit Partnern in den Mittelmeer-Partnerländern auf- und auszubauen und Pilotstudien zu den Zielen von PRIMA durchzuführen. Mit dieser personellen Kapazität wird das Konsortium in den kommenden Jahren mehrere Anträge bei PRIMA-Ausschreibungen einreichen.

Innovationen und Perspektiven

go-PRIMA untersucht ländlich-urbane Veränderungsprozesse unter ariden und semiariden Bedingungen in der Mittelmeerregion. Trotz unterschiedlicher geophysikalischer und klimatischer Bedingungen bildet diese Region heute eine breite Grenze zwischen sehr kontrastreichen Lebensstilen (Südeuropa vs. Nordafrika und Mittlerer Osten) in Bezug auf Wohlstand, Glaubensvorstellungen und Regierungssysteme. Die leitenden wissenschaftlichen Fragen sind:

  • Wie wirkt sich die Entwicklung der ländlich-urbanen Transformationsprozesse auf die Verfügbarkeit von Ressourcen, einschließlich Nahrung und Wasser, aus?
  • Wie können Anbau- und Tierproduktionssysteme umgestaltet werden, um sie produktiver und widerstandsfähiger gegenüber sozialen und ökologischen Unsicherheiten zu machen?
  • Was sind die Folgen für die Funktionen und Leistungen der Ökosysteme, und wie werden sie vor dem Hintergrund unterschiedlicher politischer und kultureller Gegebenheiten auswirken?