Si­mon Bäu­er­le

An Ap­proach to Non-Li­ne­ar Dy­na­mics of Ro­tors with Fle­xi­ble Se­als – Mo­dels, Nu­me­ri­cal Tools and Ba­sic Pheno­me­na

In meiner Doktorarbeit habe ich mich mit einer neuen, nachgiebigen Bauform von Dichtungen beschäftigt, wie sie z.B. in Kraftwerksturbinen zwischen dem drehenden Turbinenrotor und dem Gehäuse eingesetzt werden. Mich interessierte, ob durch die nachgiebige Bauform Vibrationen des Rotors verringert werden können. Für die Berechnung solcher komplexen Vibrationsmuster habe ich spezielle Algorithmen entwickelt. Mithilfe von Computersimulationen konnte ich nachweisen, dass nachgiebige, vibrationshemmende Dichtungen einen positiven Einfluss auf die Lebensdauer und die Effizienz der Bauteile haben.

Was zieht einen Schwaben nach Kassel? Richtig, eine Promotion, so auch Simon Bäuerle, der in Heilbronn aufgewachsen ist und am Karlsruher Institut für Technologie Maschinenbau studiert hat. Hier entwickelte Simon ein großes Interesse an der Mechanik und im Speziellen der Dynamik, weshalb er sich im Rahmen einer Doktorarbeit noch intensiver in diesen Bereichen vertiefen wollte. Neben dem fachlichen Interesse reizten Simon auch die guten Jobchancen, die sich nach einer Promotion ergeben, sowie die persönliche Herausforderung. Er wollte wissen: Kann ich das schaffen und Doktor werden? Um diese Frage für sich selbst zu beantworten, trat Simon schließlich eine Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter an, nicht jedoch in Karlsruhe, sondern an der Universität Kassel. Grund für diesen Wechsel war ein glücklicher Zufall: Simons Masterarbeit wurde von dem jungen Postdoc Hartmut Hetzler betreut, der zu dieser Zeit einen Ruf für eine Professur in Kassel erhielt. Simon beschloss, die Kooperation fortzusetzen und seinem Chef in spe an die nordhessische Universität zu folgen.

Gerade die erste Zeit in Kassel war mit viel Arbeit und Anstrengungen verbunden. Das Fachgebiet musste neu strukturiert und Lehrveranstaltungen konzipiert und durchgeführt werden. Da blieb nicht viel Zeit für die eigene Forschung. Doch trotz aller Verpflichtungen konnte Simon sein Promotionsprojekt erfolgreich abschließen. Dies verdankt er auch seinen Kolleginnen und Kollegen: „Die Zusammenarbeit der einzelnen Professuren am Institut für Mechanik ist sehr eng, das ist eine total gute Gemeinschaft! Zudem habe ich einen sehr guten Chef; und insbesondere mein Kollege Robert und ich hatten einige Schnittmengen in unserer Forschung. Gerade bei so hochtheoretischen Themen wie unseren ist es gut, wenn man sich den Ball gegenseitig zuspielen kann und man einen akademischen Sparringspartner hat.“

Nach der schönen und erfolgreichen Zeit am Fachbereich möchte Simon in Zukunft auch Erfahrungen in der Industrie sammeln: „Es gibt viele interessante Stellen, die ich mir gerne anschauen würde. Gleichzeitig möchte ich aber nicht ausschließen, dass es mich irgendwann wieder an die Uni zieht!“